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20. Juni 2025

Medikamententest mit System

Stilübung

Gastbeitrag von Chantalle-Marie, die nicht für die Apotheken Umschau schreibt

Wenn man den Medikamententest selber durchführt, den die Pharmamafia nicht leistet, oder nicht leisten kann, weil sie es nicht will, dann ist man auch für dessen Design verantwortlich.

Es geht wesentlich um die Frage, wann welcher Bestandteil eingenommen wird, um die optimale biochemische Wirkung zu erzielen.

Das Einnahemeschema ist eventuell auf der Packungsbeilage enthalten, oder es wird vom Arzt festgelgt, wie bei mir, der meinte, ich kriege das schon raus, was am besten für micht ist.

Bei modernen Pillen ist das ja im Grunde egal, die haben in der Regel eine Wirkdauer von guten 24 Stunden, bis die nächste Portion in den Rachen geworfen wird. Da muß man nicht weiter nachdenken. Tut man es doch, kommt man sofort auf die Idee, den einen oder anderen Bestandteil zu einer anderen Tageszeit einzunehmen als am frühen Morgen. Man kann Drogen ja auch am Abend reinpfeifen. Oder aufteilen und die Häfte früh, den Rest am Abend, oder das wiederum umgekehrt, die andere Hälfte früh und die eine abends.

Dabei stellt sich dann raus, daß die pauschale Aussage von der Anwendung einmal täglich gar nicht mehr so stimmig ist, denn teilt man die Drogen auf und nimmt sie früh und abends, dann ergibt das unterm Strich den besten Wohlfühlfaktor, alles früh die beste Leistungsfähigkeit, alles abends eine angenehme Nacht. Nur früh und abends vertauscht, das ist so lala, das ist die schlechteste der vier Möglichkeiten.

Die Herstellerangabe einmal pro Tag, egal wann, ist also unterm Strich eine billige Ausrede, da das beim Zulassungstest nicht mit getestet wurde, da unbedeutend war. Es ist aber bedeutend, wenn ein bestimmtes Therapieziel im Fokus steht.

Es gibt auch genügend Medikamente in der Wildnis, da wird das gleich mit angesagt, wann in welcher Dosis die zu nehmen sind, weil man es da weiß und wissen wollte oder durch Tests herausgefunden hat. Dann steht es explizit dabei, z.B. morgens zum Frühstück mit der Nahrung und reichlich Flüssigkeit. Oder eben abends vor dem Schlafen gehen, aber nur eine halbe Tablette.

In ein paar Wochen ist Ende Gelände und der Doktor trifft seine Entscheidung, was er auf das elektrische Rezept raufdrischt. Keinesfalls mehr das, was mal war. Da war das Versprechen des Herstellers drei Stufen zu großmäulig. Es wird in der Praxis nicht erreicht.

Weil die Zulassungspraxis von Drogen in der BRD höchst mysteriös und undurchschaubar ist, wundert mich nicht, daß der letzte Test mit einer Packung aus Griechenland stattfindet, der man deutsche Lesehilfen beigelegt hat.

19. Juni 2025

der große Medikamententest

Stilübung

Gastbeitrag von Chantalle-Marie, die nicht für die Apotheken Umschau schreibt

Ich mache ja seit Januar auf meinen Wunsch hin einen Medikamententest, um eine optimale Versorgung zu erreichen, die schon lange nicht mehr gegeben war und probiere mich da durch verschiede Angebote der Pharmamafia, da ein auf mich zugeschnittenes Medikament nicht verfügbar ist.

Das Grundproblem dabei ist einfach erklärt. Es geht um drei Wirkstoffe, also A,B und C. Von jedem gibt es, sag ich mal, derer 6 zugelassene, was nach Adam Riese 216 Wirkstoff-Kombinationen zuläßt. Davon fallen etliche weg, da in Deutschland nicht alle Produkte als Monopräparat zur Verfügung stehen, sondern in gewissen Dosen nur in Kombination von A+B bzw. A+C, als auch A+B+C, aber nicht B+C.

Damit reduziert sich die praktische Testmenge auf ca. 150. Das kann kein Pharmakonzern oder sonstwer wuppen, all diese Kombinationen ausreichend gut zu testen und auch noch zu bewerten. Da muß Mut zur Eigenverantwortung her, um das beste Ergebnis selber herauszufinden.

Nach 4 Monaten hat sich endlich eine Kombination herausgeschält, die vielversprechend ist. Das teste ich jetzt nur noch mal, indem ich den Wirkstoff B1 gegen B2 tausche und die Kombination A+C belasse, denn die scheint eh der Bringer zu sein. In der Kombination ist das Medikament in der Wirkstärke in Deutschland nicht zugelassen, in Spanien, Chile, der Schweiz englischsprachigen Ländern sehr wohl. Dort gibt es dann auch die AIO-Wohlfühlpakete zum Erwerb beim Drogisten der Wahl.

Hinzu kommten Lieferschwierigkeiten, wie der für mich zuständige Apotheker mitteilte. Er hoffe, das Produkt B bis zum Einnahmebeginn zur Verfügung stellen zu können.

Man muß sich das wie bei Bluthochdruck mit der Vielzahl an Wirkstoffen vorstellen, die auf alle entitäten körperlicher Konstitution losgelassen werden. Mittlerweile ist man auf den Trichter gekommen, lieber gleich zwei verschieden wirkende Präparate zu verordnen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Und damit es noch besser läuft, gib es das alles in etlichen Kombinationen in einer einzigen Pille vereint, was es dem Pilleneinwerfer einfacher macht, aber oft genug nicht davon entbindet, selber herauszufinden, welche Pille das Glück auf Erden bewirkt.

Probleme gibt es dann, wenn keines der offiziell zugelassenen Produkte die erwünschte oder versprochen Wirkung zeitigt oder arg schwächelt. Dann bleibt einem gar nichts anderes übrig, zusammen mit dem Doktor solange im Drogensetzbaukasten zu fischen, bis was funktioniert. Nach einem halben Jahr nähert sich die Suche einem Ende. Ein Test noch zur Abgrenzung gegen eine andere Lösung, dann bin ich da durch und nutze ein Produkt, das es zwar gibt, aber nicht in der Wirkstärke, die ich benötige. Ergo stöpsel ich mir das mit Monopräparten zusammen, wie ich es brauche, aber kein Pharmakonzern im Angebot hat. Doch. Einer schon, aber mit der für mich nötigen Wirkstärke nicht in Deutschland.

Es ist ein Elend.