MonaLisa Twins: Solsbury Hill (Peter Gabriel Cover)
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Eigentlich nicht auf, sondern an der Auffahrt zur Datenautobahn.
Am 1. Mai erklärte mir eine Dame im Alter von 94 Jahren, wie sie mit ihren Macs mal einen Glasfaseranschluß nutzen wollte und fahrlässigerweise den bisherigen Internetanbieter kündigte, weil ein anderer versprach und nicht hielt, was er versprach.
Das probier ich auch mal und ging die Sache an. Ich scheiterte schon beim ersten Versuch, auf die Datenautobahn zu kommen, da ein zarter Hinweis aufblubbte, daß der Vermieter dem Internetanbieter den Zugang zum Haus nicht gestattet, turbogeboostertes Internet somit ausfällt.
Damit blieb nur übrig, die Leistung des Kupferkabels bis aufs Blut auszureizen, zumindest erst mal anzutesten. Hab ich gemacht, funktioniert jetzt auch einwandfrei, auch wenn ich anfangs öfter mal den Hinweis bekam, meine Fritzbox sei ein Steinzeitrouter, der den technischen Anforderungen nicht mehr gewachsen sei, was einen Downfall der Datenrate bewirkt.
Um das Potential voll ausreizen zu können, bestellte ich also eine neue Fritzbox. Die habe ich billig geschossen, sag ich mal zu einem Drittel das tagesüblichen Marktpreises.
Oh Schreck, der mein Gehirn durchfuhr, als ich das Gerät anschloß und feststellen mußte, daß es ein für einen niederländischen Provider gedongeltes Gerät war. Da war auch nichts refurbisht. Die Box wurde in den Niederlanden abmontiert, gesäubert und zum Wiederverkauf angeboten.
Der erste Schritt war also, alle Protokolle zu löschen, hier wesentlich die Telefonprotokolle.
Danach habe ich es mir wahrscheinlich zu kompliziert gemacht, aber ich hatte ja keine Ahnung, wie eine gedongelte Fritzbox wieder zu entsperren ist. Am einfachsten wäre gewesen, einen Anmeldeversuch zu starten und statt der Anmeldung die Funktion Kennwort vergessen anzuklicken. Dann erfolgt der Reset auf Werkseinstellungen.
Ich bin einen etwas anderen Weg gegangen, habe mir einen Phantasieprovider ausgedacht, die Anmeldedaten eingetragen und voila, die Box zog ein Update der Firmware. Leider war danach die Funktion Firmwarupdate immer noch nicht im Systemmenü enthalten, denn ich hatte mir vorab die aktuelle Firmware runtergeladen, um sie vom PC aus einzuspielen.
Etliche Schritte später, nachdem ich jedes ausfüllbare Menü gelöscht hatte, vor allem die hinterlegten Telefonnummern, gelang es endlich, die Region auf Deutschland umzustellen. Auf einmal ging auch Update Firmware und überhaupt alles, so wie man es gewohnt ist. Hat sich der Kauf gelohnt. Statt mit Trabant fahre ich jetzt mit Wartburg auf der Datenautobahn. Eskalationsmöglichkeiten sind auch noch vorhanden, auch wenn ich den Wartburg gar nicht brauchte. Der Datenautobahntrabant war für mich völlig ausreichend.
Der letzte Schritt bestand darin, das Backup der Fritzbox-Funktionen händisch wieder einzutragen, insbesondere die Sperrlisten und die DNS-Services.
