14. Juni 2015

Fischauge sei wachsam



Der neue MICE ist doch besser als erwartet. Inzwischen kann vollständig Entwarnung gegeben werden. Es hat, das ist dem Zufall geschuldet, wirklich kein Fotounglück im Angesicht des Teide gegeben. Alle Panoramen konnten erst mal erstellt werden. Etliche wurden bereits gelöscht, weil doppelt und dreifach vorhanden.

Obendrein hat eine Umstellung beim Fotografieren der Panoramen für eine sehr hohe Erfolgsquote gesorgt. Auf irgendeiner dieser vielen Fotoseiten las ich im Frühjahr aus dem Erfahrungsschatz von Leuten, die sich nur mit Stöpselbildern beschäftigen, sie fertigen Landschaftspanoramen immer hochkant und mit großzügiger Überlappung an. Das macht die Berechnung einfacher, stellt die Proportionen realistischer dar und bietet genügend Redundanz für den Endbeschnitt des fertigen Panoramas.

Wer den Teide in 50 Megapixel braucht, kauft sich eine Hasselblad oder stöpselt 5 Hochkantbilder nebeneinander. Wer vor dem Finger Gottes steht, der nimmt den normal im Querformat auf, dann aber mit 3 Bildern untereinander.

Leider weiß ich nicht mehr, ob der alte MICE die verschiedenen Projektionsformen beherrschte, mit denen man das Endergebnis beeinflussen kann. Das ist richtig gut gelöst, wie das der neue anbietet und funktioniert auch turboschnell.

In der Animation ist die normale Projektion auf einen Zylinder dargestellt, das wäre Standard, im Vergleich mit der stereoskopischen, die ein µ besser daherkommt als das Fisheye.

Aprospos Fisheye. Latsch ich mit den letzten zwei Tropfen Luft auf den Rillen die Masca-Schlucht hoch. Die Tränke war längst zu sehen und zu riechen. Steht ein Russe mit seinem knackigen Weib im Weg, drückt mir sein Canon in die Hand und meint, ich solle ihn mal mit der Holden vor dem Panorama ablichten.

Der hatte schneller realisiert, daß ich mit schwerem Profigerät unterwegs war, als ich Nein sagen konnte. Wenn ich mich recht entsinne.

Meine Standarfrage, ob auch Schuhe und Hut mit auf's Bild müssen, obwohl die entbehrlich sind, erübrigte sich, denn er hatte, wenn ich mich recht entsinne, ein 8-mm-Fisheye vor die Crop-Kamera geflanscht. Er und sein Maderl waren noch normal abgebildet, alles andere wurde dann ringsrum gruppiert, so daß er fast die ganze Masca-Schlucht auch noch mit drauf hatte.

Das oben abgebildete Panorama wurde übrigens gelöscht, da es aus zwei Fotos im Querformat gestöpselt war. Die gleiche Szene war noch einmal als drei Hochkanter auf der Platte, lieferte somit mehr Informationen und ließ sich besser verrechnen.

Auf einem Dreschplatz wurde das Getreide verdroschen, um am Ende Gofio zu gewinnen. Wer hundert Jahre alte Fotos der Insel kennt, der weiß, wie die Plätze genutzt wurden. Rinder mit einem Sackerl für's Kackerl latschten den ganzen Tag im Kreis und zermahlten das Getreide. Damit es danach noch schmeckt, wurden die Kackerl gleich eingesammelt, im Beutel verstaut und in den Hochlagen zu Brennstoff getrocknet.