13. September 2009

belastende Entlastung

SPIEGEL ONLINE 08. September 2009, 20:59 Uhr
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-647765,00.html
Untersuchungskommission
Afghanische Ermittler rechtfertigen Luftangriff auf Tanklaster

SPIEGEL ONLINE 11. September 2009, 19:27 Uhr
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-648524,00.html
Tankwagen-Bombardement
Afghanischer Bericht spricht von zivilen Opfern

Eine Untersuchungskommission will einen entsprechenden Bericht am Wochenende Präsident Karzai übergeben. Darin sind auch entlastende Momente für die deutschen Soldaten aufgeführt.

SPIEGEL ONLINE 13. September 2009, 15:14 Uhr
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-648683,00.html
Zivile Opfer bei Luftangriff
Afghanischer Regierungsbericht belastet Bundeswehr

Testosteronbomben getestet

via fefe

Marvin 12.09.2009 20:51
Captain

War doch recht entspannt heute, oder welchen Eindruck hattet ihr (insgesamt), falls ihr dabei wart?


Der Berliner Innensenator hat auf der Demo gegen was weiß ich zu Übungszwecken Testosteronbomben aus jüngster Eigenzüchtung zünden lassen. Der Test verlief erfolgreich, wie eine Videoaufzeichnung anschaulich zeigt.

Mainzelmann2001 13.09.2009 12:13
Deputy Inspector

Das war ne Übung, hast du das nicht erkannt.


Man könnte es auch schnöde im heutigen Stil der BILD schreiben:

Chaoten greifen friedlichen Radfahrer an.

Auf den Tag genau 5 Jahre nach meiner letzten Demoteilnahme von Reue keine Spur. Die damals verwendeten Testosteronbomben zeige ich hier lieber nicht. Da harre ich noch einer Antwort des Dezernates für interne Ermittlungen beim LKA. Der Vorgang ist bisher über die Stufe "Straftatermittlung gegen Polizeibeamte von Amts wegen" nicht hinausgekommen. Ich hatte mich beim Innensenator darüber beschwert, daß mir zwei testosterongeschwängerte Polizisten aus dem Stand heraus, also genau so, wie es auch im Video zu sehen ist,insgesamt drei heftige Kinnhaken verabreicht haben. Der Zahnarzt diagnostizierte am nächsten Vormittag eine Kieferprellung.

Öl nach dem Frühstück

Unter einem Manifest machen es deutsche Intellektuelle ja nicht. Also solche, die sich dieser species zugehörig halten. Ich hatte ja in meiner Kurzintervention Vorsicht walten lassen, man will ja nicht immer Dummköpfen auf den Füßen rumtreten. Nur manchmal.

Hal Faber ist da schon deutlicher geworden. das ging mir runter wie Öl.

*** Es ist Herbst, das Fallobst fällt und andere faule Sachen schlagen auf. Zum Beispiel ein Internet-Manifest, geschrieben von einer gut vernetzten Szene von "Berufs-Publizisten", die den Aufstand gegen Verleger, Journalistengewerkschaftsschwafler und Kulturteildummschwätzer wagt. Dass daraus ein "Internet-Manifest" wurde, verdanken wir dem glücklichen Umstand, dass die Adresse internet-manifest.de noch frei war und Bloggerdummschwaetzer.de so sperrig-deutsch klingt und bei der Internationalisierung hinderlich ist. Nun liest die Welt "The Internet is a pocket-sized media empire" und übersetzt den germanischen Unsinn in viele, viele Sprachen. Irritierte Fragen, ob wirklich schon 2009 ist oder doch noch 1995, bleiben nicht aus. Der Rip van Internetle, das sind deutsche Leitblogger, die ihre Felle und Skalpe davon schwimmen sehen wie alternde Berufsjugendliche: "I call it the Rip Van Winkle Syndrome, where we're just waking up after a long sleep and realizing that our audiences are going away." Das Ganze wurde dann auch so internetschnell veranstaltet, dass einige Unterzeichner des Manifestes offenbar unterschiedliche Versionen ohne peinliche Platitüden wie Eigentum verpflichtet unterzeichneten. Aber wie heißt es so manifestierlich: Was im Netz ist, bleibt im Netz – bis auf die kritischen Kommentare, die die Ripper in der US-Version ausdauernd löschten.

*** Es ist müßig, die Thesen einzeln anzugreifen. Wenn jemand in der Straßenbahn Richtung Herrenhausen furzt, sagt man auch nicht: "Entschuldigung, ich kann das schöner." Was bleibt, ist das Erstaunen, dass ausgewiesene Journalisten so banal und unkonkret und vor allem ohne jede Glut schreiben können, wenn ihnen der Kragen geplatzt ist. So werden sie Teil der Blödosphäre mit ihren werbigen Selbstdarstellern.

12. September 2009

Klimawandeltestfahrt

Bevor sich das Wetter in die Zitterperiode hineinwandelt, habe ich ein letztes Mal die Falschaussagen der Wetterorakler getestet und mein sommerliches Radleroutfit (Hose und Hemd je 10 € vom Spionagediscounter) winterfest gefahren.

Wie immer lagen Kachelmanns Kollegen beim Wind vollkommen daneben. Und die Temperatur lag auch um 5 Grad höher, als sie für heute erlaubt hatten.

Ich glaube, in den nächsten 20 Jahren kommen fürchterliche Zeiten auf uns zu.

das wird den Chinesen schmecken

Ihr heimischer Star gegen ihren heimlichen Star im Finale des Shanghai Masters. In Europa gescholten, ausgenommen die große Fangemeinde in der BRD, ist Ronnie O'Sullivan der Liebling der Chinesen. Wir werden sehen, ob er gegen den einheimischen Liang Wenbo bestehen kann.

ich schließe mich der Meinung von Frau Wallrodt an

Das staatstragende wöchentliche Offlinemagazin belästigt uns zu bester samstäglicher Bratenzeit mit der anonym verbreiteten Mitteilung, die Linke im Bundestag beschäftige ehemalige Stasi-Mitarbeiter und zitiert die bezichtigte Frau Wallrodt dahingehend:

"Für die Beschäftigung als Angestellte im Bundestag ist das ja wohl kein Problem."

Seh ich auch so. Ein Problem ist es für das Boulevardmagazin.

11. September 2009

sowas kommt von Brunnen bohren

Talibanien

CSU will Schwesterpartei verbieten

andere Länder, raue Sitten

cool - Linux rocks Babys

Vielen Dank Frau Zypries

daß sie ihre antidemokratische als auch strunzdumme Lebenshaltung explizit zum Ausdruck gebracht haben. Das macht einem Entscheidungen außerordentlich leicht.

Frau Zypries, warum wählt jemand die Piratenpartei?
Das ist mir schleierhaft.

Warum diese harschen Worte?
Viele, mit denen ich diskutiert habe, nehmen die Tatsachen einfach nicht zur Kenntnis.

Nehmen Sie die Befürchtungen ernst?
Ja, selbstverständlich nehme ich die Sorgen der Internetgemeinde sehr ernst.

Man könnte auch sagen, Sie nehmen den Wählerwillen ernst.
Bei allem Respekt, die Kritiker dieses Gesetzes repräsentieren nicht den Wählerwillen...

Die Kritiker sehen das Gesetz als einen Präzedenzfall. Sie glauben, dass zum ersten Mal eine Infrastruktur geschaffen wird, mit der unliebsame Inhalte aus dem Netz gefischt werden sollten.
Das ist inhaltlich falsch und zeigt mangelnde Professionalität im politischen Geschäft.


Reicht eigentlich, den Rest dieses unausgegorenen Blödsinns muß jeder selbst lesen. Oder auch nicht. Ist ja keine Pflicht.

Altersweiheit???

Unter der Überschrift:

Vom Schriftsteller zum Wahlkämpfer

wird der geneigte Leser der MOZ (Märkische Oderzeitung) über den gestrigen Auftritt des ehemaligen Mitgliedes der Waffen-SS, Günter Grass, als "SPD-Wahlkämpfer" informiert. Den Sozis muss der Arsch auf Grundeis gehen, wenn sie auf diesen alten Mann nicht verzichten können.

10. September 2009

Die Linke an der Macht

verhindert mit ihrem Votum, daß die politisch verantwortliche Senatorin und Vetragsunterzeichnerin für die Berliner S-Bahn-Misere, Junge-Reiher, aus ihrem Amt entfernt werden kann.

Aha.

NATO-Sprecher dementiert Bericht der Süddeutschen

Brüssel (AP) Die NATO hat die Existenz eines vorläufigen Berichts der Afghanistan-Schutztruppe ISAF zu dem umstrittenen Luftangriff in Kundus dementiert. NATO-Sprecher James Appathurai sagte der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag in Brüssel: «Ich habe heute mit ISAF gesprochen, und mir ist versichert worden, dass es keinen Bericht bei ISAF oder der ISAF gibt, der irgendwelche Schlussfolgerungen oder Einschätzungen zu den bei dem Vorfall in Kundus ergriffenen Prozeduren trifft.»

Die Süddeutsche Zeitung hatte gestern etliche journalistische Ungereimtheiten verbreitet.

Die schönste war wohl:

"Der deutsche Oberst Georg Klein habe seine Kompetenz überschritten und die Lage falsch eingeschätzt."

Das ist eine Aussage, die jedem militärisch gebildeten Menschen wie Öl runter gehen muß, denn eine solche Aussage würde einem halbwegs gut ausgebildeten Militär nie über die Lippen kommen, wie jeder halbwegs gut ausgebildete Militär weiß.

Nur nebenbei. Daß deutsche Offiziere die Lage falsch einschätzen, gehört zu ihren Wesensmerkmalen, wie WK1 und WK2 hinlänglich bewiesen haben.

Twitter macht dumm



BILD: Twitter macht dumm

Kurier: Facebook macht schlau, Twitter nicht

DiePresse: Facebook macht schlauer, Twitter dümmer

netzwelt: Facebook-Nutzer schlauer als Twitter-Anwender

hallo: Macht Twitter dumm und Facebook schlau?

winfuture: Facebook macht intelligent, Twitter dumm

Interessante journalistische Metamorphose der Meldung:

Facebook 'enhances intelligence' but Twitter 'diminishes it'

Korrekt übersetzt hieße das übrigens "Facebook verbssert die Intelligenz, Twitter mindert sie". Das wiederum hat mit dem journalistischen Wildwuchs deutscher Medien nichts mehr gemein.

Volker Beck, die arme Sau



So ticken also deutsche Politiker. Autorisieren einem Leidmedium ein Interview. Und posaunen das auch noch in alle Welt.

Noch schlimmer die Medien, die derart zu Kreuze kriechen, statt selber eines zu haben.

Gute Nacht.

Steinmeier verteidigt Abgeordneten Tauss

BILD

Man kann doch kein Urteil fällen, ohne die Fakten zu kennen.

nehmen wir's mal so, wie es geschrieben steht

SPIEGEL ONLINE 09. September 2009, 15:22 Uhr
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,druck-647464,00.html
Deutscher Afghanistan-Einsatz
"Keine Friedensmission, sondern Krieg"

Die Medizinerin Heike Groos war jahrelang als Bundeswehrärztin in Afghanistan stationiert. Mit dem SPIEGEL sprach sie darüber, wie dieser Kriegseinsatz sie verändert hat, über den unmenschlichen Umgang mit traumatisierten Veteranen und den Ärzteschwund bei der Bundeswehr.


Lesen lohnt sich, auch wenn es 5 Seiten sind.

Abzug aus Afghanistan

Liebe deutsche Politiker, einen solchen Abzug aus Afghanistan könnt ihr euch abschminken. Er darf also sofort begonnen werden, da keiner Strategie (Seehofer) dafür bedarf. Das vor Ort versammelte Militär muß nur seinen Logistikjob machen, dann ist der Plan binnen drei Tagen fertig und kann umgesetzt werden.



Claudia aus Absurdistan

Claudia Roth, die Absurdistansprecherin der Grünen, äußerte sich bezüglich der in einem versandeten Flußbett explodierten Tanklaster wie folgt:

„Nach der Wahl muss die neue Bundesregierung zügig eine Abzugsperspektive entwickeln und in der nächsten Legislaturperiode umsetzen.“

Frau Roth, was hindert eigentlich die Kriegspartei Bündnis 90/Die Grünen daran, bis morgen Abend einen solchen Plan zu entwickeln, diesen in einen Gesetzesvorschlag zu gießen und in der laufenden Legislaturperiode zur Abstimmung zu stellen?

Oder zu gut deutsch. Die Grünen in Form von Claudia Roth sind zu feige, sich der Friedensverantwortung zu stellen und helfen die Verantwortung dafür einer nicht existenten Regierung im Nebel der Nachwahlzeit über.