1. März 2011

Verteidigungsminister nicht verfügbar



Vielleicht hat der Spiegel ja doch Recht. ein bißchen.

Achtung! Feind liest mit!

Kürzlich schrieb ich bezüglich des sehr merkwürdigen Verhaltens von EU, Nato, USA, UNO und katholischer Kirche:

Ein militärisches Eingreifen in Libyen könnte einen Flächenbrand in der gesamten Region auslösen und Israel mit hineinziehen. Davor ist uns Himmel, Angst und Bange. die Folgen sind überhaupt nicht kalkulierbar.

Die haben das alle nicht zur Kenntnis genommen. Die Russen schon. Die Staatsduma höchstselbst hat sich meine Gedankengänge zu eigen gemacht.

Eine Militäroperation gegen Libyen würde die gesamte Region destabilisieren - Staatsduma

Geheimdienstquelle: USA planen Raketenangriff auf Libyen, kein Bodeneinsatz

Experte: USA bereiten Gaddafi das gleiche Schicksal wie Saddam Hussein vor

Hab ich doch gesagt.

ganz großer Rücktritt - Trauertag bei BILD

Hieß es noch vor wenigen Tagen, er habe ganz viel Kraft, sein Amt als Verteidigungsminister voll auszufüllen, überrascht uns der Lügenbaron heute schon wieder.

"Ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht."

Das ist der jetzige Kenntnisstand von Guttenberg. Schöner Endbeweis, daß er den Leuten die ganzen Jahren ein schönes Schauspiel abgeliefert hat.

Der BILD bleibt mangels zukünftiger Erzählungen nur, die Traueranzeigen zu variieren.

Version 3.

Oben links, da geht er dahin.

Version 5.

Version 6.

Version 7.

Merkel greift Guttenberg-Gegner an

Merkel

Der Spiegel hingegen, die Linksfront gegen rechte BILDer, die haben in einem ersten Resümee schon mal heftig die Überschrift vergewaltigt.

SPIEGEL ONLINE 01. März 2011, 12:12 Uhr
Rücktritt als Verteidigungsminister

Guttenberg stürzt über Plagiatsaffäre


Gesagt hat er:

Ich gehe ihn nicht allein wegen meiner so fehlerhaften Doktorarbeit...

(Kleiner Einschub von mir. Ob das eine Doktorarbeit war, so sie ein Pfund Anführungsstriche gehabt hätte, das wird sich auch erst noch rausstellen.)

Das wäre also noch zu beweisen, daß es an der Plagiatsaffäre lag, denn Versuche, ihm den finalen Arschtritt zu geben, die gab es bereits an seinem ersten Arbeitstag als Verteidigungsminster. Die kurze Episode als Wirtschaftsminister erst gar nicht eingerechnet. Da gab es diese Versuche auch schon.
Der Textdiebstahl war nur das Vehikel, auf dessem Ticket alle Besserwisser kostenlos mitreisten.

Michael Schmidt sagt vor 3 Minuten

Entscheidung über Rücktritt in der vergangenen Nacht? Wers glaubt....

Naheliegender ist die Annahme, der Rücktritt sollte nicht vor dem 01.03. erfolgen, weil es für jeden Monat, an dem ein Minister im Amt ist (egal wie lange in dem Monat) volle Amtsbezüge gibt. Und natürlich zählt der Monat voll bei den Versorgungsanwartschaften.
Das Gleiche dann nochmal, wenn die Person gleichzeitig MdB ist.

Würde ich auch so versuchen, klar doch. Aber bitte nicht das Zahlvieh aka Bürger für Dumm halten.

Guttbye

Nu ist er weg. Guttenberg hat seinen Rücktritt eingereicht.

Und er hat eine Erklärung angekündigt. Die, da wette ich das Monatsgehalt eines Verteidigungsministers, wird ein Festessen für Wortakrobaten und Erbsenzähler werden.

Merkel trifft künstliche Intelligenz

SPIEGEL ONLINE 01. März 2011, 10:23 Uhr
Cebit-Eröffnung
Kanzlerin trifft künstliche Intelligenz


russischer Nationalspieler erklärt den Deutschen ihr Blut

RIA Nowosti

Russischer Fußball-Nationalspieler erklärt Unterschied zwischen Özil und Merkel

„Die gesamte Ex-UdSSR hält sich jetzt für Russen. Sollen sie nun alle die russische Staatsbürgerschaft bekommen? Wovon reden wir, wenn sie nicht einmal normal auf Russisch kommunizieren können? Die russische Nationalmannschaft hat ohnehin genug Spieler.“

Auf die deutschen Nationalspieler wie Mesut Özil, Sami Khedira oder Lukas Podolski angesprochen, verwies Schirokow darauf, dass sie alle „in Deutschland aufgewachsen sind“. „Wir werden aber aufgefordert, Gott weiß wen aus Gott weiß woher zu nehmen“. „Özil und Podolski sind ihrer Mentalität nach Deutsche und keine Türken bzw. Polen.“

da liegt es nun und niemand hebt es auf

08:57 | AFFÄRE GUTTENBERG
Thierse wirft Kanzlerin Merkel "Schizophrenie" vor


Merkel ist schizophren? Das wurde ihr vorgeworfen. Zum Fraß?

28. Februar 2011

was Bayern so können

Bayern können Titel abschreiben.

in schlechter Zeit

Zeit

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Jörg Hacker, kritisierte, Guttenberg sei ein schlechtes Vorbild.

Ja.

Schlechtes Vorbild. Immerhin was. Danke, Herr Hacker, für diese wissenschaftliche präzise Beschreibung. Vorbild eben, scheißegal, was für eines.

USA zieht Truppen vor Libyen zusammen

Eine sehr schöne Bestätigung meiner losen Gedankensammlung zum Verhalten der NATO bezüglich Libyen. Sie hatten keine Ahnung, haben immer noch keine und machen erst mal irgendwas. Was genau, das wissen sie selber auch nicht. Drohkulisse aufbauen ist aber erst mal gut. Hat ja irgendwie immer funktioniert.

Die USA ziehen ihre Truppen rund um Libyen zusammen. Die US-Armee bringe Marine- und Luftwaffeneinheiten in der Region in Position, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Die Planer des Pentagon arbeiteten an „verschiedenen Notfallplänen”. Dazu gehörten Truppenverlegungen, um im Fall einer Entscheidung flexibel zu sein.

Da paßt ja wie der Topf auf den Deckel, wie drakonisch die EU gegen Libyen vorgeht. Knallhart und kompromißlos.

Die EU-Staaten haben einstimmig Strafmaßnahmen gegen die libysche Führung um Machthaber Muammar el Gaddafi beschlossen. Die Botschafter aller 27 EU-Staaten stimmten für Reiseverbote und Kontosperrungen gegen Gaddafi und rund 25 Vertreter seines Umfelds.

hochwillkommener Klimawandel

Da ich gerade von einem windigen 20-km-Ritt heimkomme, das Stahlroß sicher im Stall verwahrt, ist mir der aktuelle Klimawandel-Artikel in der Welt wie Öl runtergegangen.

Am letzten Tag des Wintermonats Februar waren es lauschige 10 frühlingswarme Grad, fast jedenfalls, und heftiger Ostwind. Demotivierend. Sonne satt, aber dunstig. Die Windräder am Horizont konnte ich nur erkennen, weil ich weiß, daß die da rumwinden müssen.

Und jetzt summieren die Experten der Klimaredaktion in der Welt doch glattweg, der Winter sei zu kalt gewesen, worauf ich ihnen zurufen will, daß das in jedem Winter so ist, zumindest meiner Lebenserfahrung entsprechend. Ich selber habe noch keinen einzigen Winter absolviert, der zu warm gewesen war*. Egal. Außerdem brauchen sie uns das gar nicht aufschreiben, denn das haben wir alle auch alleine gemerkt. Und merken uns das auch alleine.

Viel interessanter an dem Artikel ist jedoch der kristallklare Glaskugelblick. Da wird annonciert:

Hurra, er ist da: der Frühling. Und zwar ein bisschen wärmer, als sonst, sagen Experten. Bis Juni könnten die Temperaturen höher liegen als in den Vorjahren.
Kommt nach einem zu kalten Winter nun ein zu warmer Frühling nach Berlin und Brandenburg?


Aber das walte Hugo, daß das so kommt. Wo kommen wir sonst hin. Warm. In Berlin und Brandenburg. Bis Juni. Meine Zustimmung zu dem Vorhaben liegt bereits vor.

Der kleine Widersprecher am Ende des kurzweiligen Artikels, der ist, so es warm werden sollte, geschenkt und unter Praktikantenulk verbucht.

Selbst ein zu kalter Winter ändere nichts am Klimawandel, betonen unterdessen Wissenschaftler. Am Max-Planck-Institut für Meteorologie heißt es, dass europäische Kälteperioden weder Beweise noch Gegenbeweise für die Erderwärmung seien.

Die einen sagen eben so, die anderen so.
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* Die Ausnahme 4 Wochen Vietnam im Dezember 1983 ist statistisch vernachlässigbar, zumal auch dort, im Norden zumindest, des Nachts fröstelnde Temperaturen vorherrschend waren. Wer mal auf 800 m Höhe in einem Bambushotel nächtigen mußte, der kann das bestätigen. Das war bei den Muong unweit von Hòa Bình.

starke Worte einer Frau

12:45|+++ LIVE-TICKER LIBYEN+++
Merkel fordert Gaddafi zum sofortigen Rückzug auf


Ja, wohin denn? Wohin soll er sich denn zurückziehen? Nicht, daß das vielleicht nur Büromuff von Merkel war.



28.02.2011, 08:15
Annette Schavan über Guttenberg
"Ich schäme mich nicht nur heimlich"


Ich schäme mich überhaupt nicht, arbeite jedoch hart daran, mir die Eigenschaft des Fremdschämens zu eigen zu machen. Das dauert aber.

Eines kann ich gleich verraten. Das höchste Level des Fremdschämens, also für'n Typen wie Guttenberg, einen Hochstapler und Lügner (Oppermann), Betrüger (Lepsius), Blender (Sueddeutsche), Texträuber (Spiegel) und Sargnagler (Lammert), auf eine solch anspruchsvolle Stufe werde ich es nicht schaffen. Dafür reicht die Restlebenszeit nicht mehr aus.

27. Februar 2011

wer nichts sucht, findet trotzdem was

27.02.2011 16:17 Uhr:
von reblek:

Endlich mal jemand mit Rückgrat und nicht so ein Pflaumenaugust wie Gysi.

noch viel stärkere Worte

Mut ist, zu bleiben. Auch wenn die Schlagzeilen verschwinden.
Mut ist, zu kämpfen. Auch wenn der Gegner übermächtig ist.
Mut ist, Verbrechen zu beweisen, die angeblich nie passiert sind.
Mut ist, da hin zu gehen, wo andere fliehen.
Mut ist, Waffen mit Worten zu bekämpfen.

Und Übermeut ist, Menschen mit derlei schwachsinniger Propaganda ins Unglück zu stürzen.

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starke Worte zur rechten Zeit

Bundespräsident Wulff verlangt ein Ende des Blutvergießens (Zeit)


Karikatur: faz.net

Volksdoktor

Nachlese

Seit langer Zeit hatte ich mich dieser Tage wieder mal als Internetasudrucker betätigt, um den Mangel an sonntäglicher Zeitung zu überbrücken. Wochenlang ließ ich den Regenwald wachsen und sich regenerieren, doch in dieser Woche gab es einige längere Schriftsätze, die nicht husch husch konsumiert sein sollten.

Wolfgang Schömel behauptet in der Zeit:

Der Politbetrieb war schon immer tendenziell zynisch, er kann gar nicht anders sein. Neu ist die Mediokrität der Spieler, die mit der allgemeinen Charakterdiktatur korrespondiert.

ZEIT ONLINE: Sie sprechen von der "mimetischen Arschkriecherei", die Voraussetzung dafür sei, dass man überhaupt Karriere mache.

Die charakterliche Anpasserei beherrscht das Wirtschaftsleben und die Politik. Besonders widerlich ist die epidemische Nachäfferei der Sprachvergewaltigungen aus der Marketingindustrie und den Zentralen der politisch und feministisch korrekten Gesinnungsinquisition. Ein Mensch mit Charakter kann da nur noch in Ausnahmefällen nach oben kommen. Und wenn die Leute glauben, da sei endlich mal ... ein Originalcharakter nach oben gekommen, erweist gerade der sich fatalerweise als der Oberkommandeur der Karrierebetrüger.


Jutta Ditfurth behauptet im Spiegel bezüglich der Grünen:

Alle Parteien machen ihren Wählern was vor, aber es gibt keine Partei, die eine so grandiose Differenz zwischen ihrem Image und ihrer Realität hat.

Ich lasse die Aussage mal so im Raum stehen, obwohl sie aus nicht nur meiner Sicht anfechtbar ist. Als ich dieser Tage mit jemandem konferierte und ihm die Quälerei mit dem Gesundheitsamt schilderte, ob ich denen eigene namentliche Vorschläge für das seuchenhafte Dahinraffen von Mitmenschen unterbreiten dürfe, lud der mich spontan in den Bundestag ein, das Werk sogleich in Angriff zu nehmen. Von den Grünen ging da nicht die Rede.

Die Feuerlöscher

Ist die BILD-Redaktion bereits auf dem Rückzug und distanziert sich von ihrem Hochstapler?

Im Kleingedrucksten und fett gedruckten heißt es:

Angela Merkel (CDU) sieht seine Popularitätswerte. Der Mann ist nützlich. Deshalb muss er bleiben.

Am Flaschenbiertreff wurde das ob der bisher nicht vohandenen Lebensleistung des Freitexträubers genauso gesehen. Der Mann ist ein nützlicher Idiot, deswegen muß er bleiben. Im Straßenjargon sieht man viele Dinge gelassener und formuliert präziser. Noch nie war die BILD im Falle Guttenberg so nahe an der Wahrheit dran, wie mit dieser versteckten Formulierung.

Inzwischen hat auch google reagiert und auf Intervention der Verbraucherschützerin Aigner seinen Suchalgorithmus geändert.

Ziel der Änderung sei es, das Ranking für solche Sites zu reduzieren, die wenig Mehrwert für Anwender bringen, lediglich Inhalte anderer kopieren oder "einfach nicht besonders nützlich" seien. Gleichzeitig würden hochwertige Websites in der Rangfolge der Suchergebnisse weiter vorne platziert.

Nebenbei, bereits am 22. Oktober 2006 (snapshot von 16:53:49 Uhr waybackmachine.org) durfte sich der ehemalige Dr. Dr. nennen. Oder hat den Doktor für sich reklamiert.

Die Brandstifter

Boxkampf aktuell: Spiegel vs. BILD

Der Aufmacher des nächstwöchigen Spiegels. Die BILD als Brandstifter der Nation. Das kommt jetzt überraschend. Und weil wir schon beim Thema sind. Wie Guttenberg leidet, das geht mir vollkommmen am Arsch vorbei. Den solln'se raustragen aus seinem Amt, dann ist die Leidenszeit vorbei.

Es hat was, wenn Pyromanen Pyromanen der Brandstiftung bezichtigen. Der Titel ist in diesem Jahr kaum noch zu toppen.

26. Februar 2011

vorhin orakelt - soeben bestätigt

Na endlich. Sie tun nichts.

SAMSTAG, 26. FEBRUAR 2011, 21:17 UHR
Libyen: Merkel und Obama einig

Sie seien darüber einig, dass der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi jegliche Legitimität verloren habe... Seine gegen die eigene Bevölkerung gerichteten Aktionen müssten endlich ein Ende finden.


Das erklärt das vollkommen irre und wirre Verhalten der Besten der Besten der Welt. Sie sind mit der Situation vollkommen überfordert.

Als Joseph Fischer noch Außen- und Rudolph Scharping Schießminister waren, unter Führung vom Gas-Gerd, da ging sowas ruckzuck, und die Bomber flogen gen Serbien zum Sterbien.

In einem Land mit publizistischer Vielfalt und Meinungsfreiheit würde es wenigstens ein auf Krawall gebürstetes Magazin geben, das titeln täte:

Die Irre von Berlin tut nichts

So reicht's halt nur zur Formulierung Der irre Tyrann verbarrikadiert sich.