Zwei Dinge seien erwähnt. Wenn das Beste, was auf dem Hosenalbum drauf ist, von Farin Urlaub und mit Farin Urlaub ist, der Einsteiger "Hier sind die Hosen", dann hat man eine Nanomillisekunde Historisches miterlebt. Der Rest geht im Rauschen des weiteren Lebens unter.
Die restlichen Songs klingen gut, die Instrumente sind formidabel eingespielt und kommen knackig daher. Doch oh Schreck, die Vocals von Campino sind schrecklich abgemischt worden, einfach nur gruselig. Das ist bestenfalls Note drei bis manchmal vier, die der Produzent Vincent Sorg dafür bekommt. Für eine Fünf reicht es nicht, denn die Stimme ist ja irgendwie mit drauf auf dem Album, wie auch immer er das geschafft hat.
Autotune ist eben Scheiße, auch bei Campino.
Die Scheibe mit den Gästen hört sich gut an. Das beste daran ist, daß die Hosen darauf verzichteten, die Scorpions mit ihrem Song zur Weltpolitik "Farts of Change" zu persiflieren. Frollein Menke ist auch nicht zugegen, dafür Vicky Leandros.
3 von 5 SternenDas Ende der Geschichte
Bewertet in Deutschland am 31. Mai 2026Die Melodien sind sehr eingängig, ohne dass ein Song besonders hervortritt. Nach vier Containerschorle auf einem Konzert können sie tatsächlich zum Springen und Mitsingen bringen. Nüchtern stören die Texte zu sehr. Sie sind zu augenscheinlich mit doppeltem Boden versehen, gekünstelt politisch betont positioniert und immer wieder mit einem doch sehr stumpfsinnigen Humor geprägt. Alles wirkt sehr anbiedernd. Auch die in den Texten eingewobene Weisheit einer langen Erfahrung über Leben hat etwas von der Rührseligkeit alter Männer, die am Freitagabend mit nem Bier gemeinsam um den dampfenden Kugelgrill im Garten herumstehen. Vielleicht ist mein Eindruck auch dadurch verfärbt, dass ich kein expliziter „Tote-Hosen“-Fanboy bin und beim Hören der Platte versuchte, mit Peter Handke in Gleichklang zu kommen – der sprachlich nah an die ‚wahre Empfindung‘ reicht. Wenn sich für mich nach zwei Wochen des Reinhörens doch noch 5 Sterne ergeben, ändere ich meine Bewertung!