8. Juni 2021

Weißrußland: Warum kooperiert Protasewitsch?

Dea Matrona: Stamp on It
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Die erste Antwort ist die einfachere, weil das viele Gangster machen, aus welchen Gründen auch immer. Das kommt oft vor (Michail Sostschenko).

Thomas Röper hat sich ausführlich mit dem Interview beschäftigt, das publiziert wurde, aus dem alles mögliche herauslesen kann, nur nicht das, was die deutschen Medien da herausgelesen haben. Es geht beim besten Willen nicht, auch nciht mit dem schlechtesten Hintergedanken.

Die Landung der Ryanair-Maschine in Minsk scheint eine Falle der westlichen Hintermänner der weißrussischen Opposition zu sein, nachdem alle anderen Versuche, Lukaschenko zu stürzen, gescheitert sind. Die Gegner von Lukaschenko brauchten einen Vorwand für die mediale und politische Kampagne gegen Lukaschenko und für neue Sanktionen. Offenbar wurde daher entschieden, den recht unwichtigen Protasewitsch zu opfern und ihn zu dem Märtyrer zu machen, den man für die Kampagne brauchte.

Das scheint auch Protasewitsch schnell verstanden zu haben, denn wenn seine Hintermänner bei den westlichen Geheimdiensten ihn hätten retten wollen, hätten sie Ryanair angewiesen, die Landung in Minsk zu verhindern und zu einem anderen Flughafen zu fliegen, zumal Vilnius zum Zeitpunkt der Umkehr der Maschine schon viel näher war als Minsk und das Flugzeug in wenigen Minuten den weißrussischen Luftraum verlassen hätte. Stattdessen haben Telegrammkanäle der Opposition jedoch schon seine Verhaftung in Minsk gemeldet, als Protasewitsch noch vor der Passkontrolle stand, also vor seiner tatsächlichen Verhaftung.

Da Protasewitsch verstanden hat, dass er von seinen „Freunden“ geopfert wurde, scheint er mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten und singt wie ein Vögelchen. Davon wurden in Weißrussland nun weitere Videoaufnahmen veröffentlicht und ich habe den Bericht des russischen Fernsehens darüber übersetzt. Ich empfehle, den Beitrag des russischen Fernsehens anzuschauen, damit Sie sich einen eigenen Eindruck davon machen können, ob Protasewitsch so aussieht, als werde er unter Druck gesetzt, gefoltert und lese unter Zwang gemachte Aussagen vom Papier ab.

zu den Hintermännern
„Das Regime hat einen Ryanair-Flug zur Landung gezwungen, um den prominenten weißrussischen Journalisten Roman Protasewitsch zu verhaften. Ihm droht die Todesstrafe.“, twitterte Viačorka um 14.35 Uhr.

Das bedeutet, dass der Blogger erst festgenommen wurde, nachdem die oppositionellen Kanäle begannen, seine Verhaftung zu melden. Dank ihnen wurde – vielleicht sogar den weißrussischen Geheimdiensten – bekannt, dass Protasewitsch am Flughafen in Minsk war.

das Interview

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