Ich hatte hier im Blog schon die HiFi-Esoterik, deren Lieblingsthema die Kabel zum Lautsprecher sind, die nur vergoldet goldigen Klang versprechen. Kürzlich stieß ich auf ein youtube-Video, daß einen CD-Player mit dem Slogan bewarb: Noch nie haben CDs so gut geklungen. Da muß man nicht klicken, denn CD-Player klingen nur beim Schublade auf- und zumachen und der Roation der Scheibe. Mit dem Klang hat der Player nur ganz wenig bis gar nichts zu tun.
Kaffee-Esoterik ist auf dem gleich hohlen Niveau wie HiFi angesiedelt. Hatte ich ja kürzlich erst mit einer Erwähnung bedacht.
Die stinken alle gegen die deutschen Medien ab, die Esoterik schlechthin sind. Das wäre ein anders Thema, das heute nicht zur Debatte steht.
Ich habe keine Ahnung, ob Rasur- oder Rasieresoterik die treffliche Bezeichnung für ein Genre ist, daß ich erst kürzlich auf dem YouTube entdeckte. Sag ich mal so, Rasuresoterik betrifft mehr den schwafligen Teil, Rasieresoterik den praktischen.
Es gibt jede Menge Videos, Foren und Dispute über die korrekte Nutzung von Naßrasierern und nicht eine Marke wird ausgelassen. Welcher Hobel der weltbeste Schaber ist wird auf der hiesigen Erdscheibe anders diskutiert als auf der nordamerikanischen. Manchmal sind die Ergebnisse gleich, manchmal ganz anders und manchmal unterschiedlich.
Unter richtigen Rasierern gehört es sich, seinen Kackhaufen bei jeder Wortmeldung ordentlich zu setzen, also welcher Rasierer mit welcher Rasiercreme aka -seife, mit wieviel Durchläufen und welche Nachbehandlung mit Alaunstein oder Kristalldeo (billig bei dm). Welches Duft- und Pflegebalsam generiert einem das wohlige Gefühl, sich was gutes am Leib angetan zu haben.
Vorab. Wenn ich so ein bißchen Trallala im Kopf bin und zur Naßrasur schreite, ist der Schnitt ins eigene Fleisch inklusive. Das passiert mir selbst mit dem 5-Klingen-Angebotsrasierer von Amazon, der preislich gesehen unschlagbar ist und zumindest bei mir die besten Ergebnisse hinterläßt.
Durch Konsumtion eines dieser Esoterikvideos bin ich auf eine deutsche Marke gestoßen, die es schon länger gibt, seit letztem Herbst aber erst in der Inkarnation 2.0. Ergo habe ich da mal zugeschlagen und mir einen Shavent 2.0 gegönnt.
Das ist ein Traum von Rasierer, aber sowas von. Bisher habe ich mich noch keine einziges Mal geschnitten, auch nicht mit Trallala im Kopf.
Über die Rasurqualität kann ich nicht meckern, das reicht nah an die 5 Klingen aus dem Amazonas heran und ist in allen Fällen besser als Hobel mit DE- oder SE-Klingen. Einen zweiten Rasierer kann man gut für die fitzeligen Stellen an Kinn und Kiefernknochen bereithalten. Da stottert der Shavent ein klein wenig.
Der Hightec-Rasierer wird mit drei, zwei oder einer SE-Klinge bestückt, je nach Gustus, wäre also das nachhaltigere Modell zum Mach 3. Der kam fertig bestückt an, habe ich ihn ausgepackt, mich rasiert und war verblüfft. Der Betrieb des Gerätes sollte vergleichsweise preiswert sein, denn SE-Klingen gibt es fertig abgepackt recht preiswert, so man sie in rauen Mengen kauft. Oder man schneidet sich seine DE-Lieblingsklingen mittig durch. 5 Rasuren, dann war der erste Klingenwechsel fällig.
Das Beste an dem Hobel ist die Nachbehandlung mit Alaunstein. Ich habe etra nochmal nachgeschaut, nicht von oder für Barber's, sondern schlichtweg Barber Alaun (oder o.g. Alternative, die auch Alaun aka Aluminium enthält). Beim Shavent Null Reaktion, bei all meinen anderen Rasierern gibt es Reaktionen.
So macht deutsche Hochtechnologie Spaß.
Flamingo Rasierpinsel made in GDR
Gillete Deluxe Barber soap, dm Edition style
Warmwasser von Berliner Wasserwerke, Härtegrad 14-21
Shavent mit drei SE, herstellerbestückt
Barber Alaun
Nivea sensitive after shave Balsam (wirklich das Beste, könnta glauben)
Frotteehandtuch von KiK