1. Februar 2010

Zeitungserleger



Der Druckfehler des Tages kommt der Wahrheit weitaus näher, als der korrigierte Text.

Die Zeitungserleger kündigen eine neue Initiative an: "Wir brauchen eine wehrhaftere Grundeinstellung für wertvolle Inhalte", sagte Lehari in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Muß man denn alles ins Hochdeutsche übersetzen, was die Erleger der Zeitungen an Müll absondern? Zu deutsch heißt diese Ankündigung nichts weiter, als daß die, die den Zeitungen den Garaus gemacht haben, nun auch vermittels des Internets aus Scheiße Geld machen wollen.

Und an der Stelle sage ich immer: Na dann macht mal. Ich schau mir das von der Tribüne aus an.

immer noch keine eigene Terroristenzucht

Ich hatte ja bereits im ersten Anlauf vermutet, daß es sich bei den Verdächtigen um pubertierende Jüngelchen handelt und wenige Tage darauf zusammengefaßt:

Irgendwann kommt aber doch der Tag, an dem in Deutschland ein Terroranschlägchen endlich mal gelingt, wie er seit Jahren zwar sehnsüchtig herbeigeredet und -geschrieben wird, aber leider immer noch nicht passierte... Leider haben sich unsere bisherigen V-Männer alle als Luschen herausgestellt. Aber wir arbeiten dran.

Nun lesen wir in der Achener Zeitung:

Eineinhalb Jahre nach der Festnahme zweier Terrorverdächtiger auf dem Flughafen Köln-Bonn hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt.

Bei dem Anti-Terror-Zugriff im September 2008 hatten Fahnder die beiden Verdächtigen aus einem startklaren Flugzeug geholt, weil sie einen unmittelbar bevorstehenden Selbstmordanschlag befürchteten. Der in Somalia geborene, damals 24-jährige Deutsche und der seinerzeit 23-jährige Somalier wurden aber nach zehn Tagen wieder auf freien Fuß gesetzt, da sich der dringende Tatverdacht nicht aufrechterhalten ließ.

31. Januar 2010

Der schlechte Ruf

Die Frau von den Laien tut alles, um ihren schlechten Ruf, den sie in der Öffentlichkeit hat, zu festigen.

Die Hartz-IV-Gesetze hätten das Ziel, Langzeitarbeitslosen den Weg zurück in die Arbeitswelt zu bahnen, sagte sie WELT ONLINE. Doch der schlechte Ruf von Hartz IV behindere jede Diskussion.

Nicht der schlechte Ruf behindert die Diskussion, sondern daß es erstens grottenschlechte Gesetze sind, die dem zugrunde liegen, zweitens eine grottenschlechte Politik und drittens die Umsetzung als einfach nur grauenhaft bezeichnet werden kann.

Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix. Auch nicht der schlechte Ruf und Geschmack.

Oder anders gesagt: Die Teile-und-herrsche-Politik hat noch nie einen guten Ruf gehabt. Das ist der eigentlich Grund.

30. Januar 2010

der größte Lump im ganzen Land

Nein, es ist nicht Lothar Bisky. Er hat ein treffliches Essay darüber verfertigt.

Der Kalte Krieg war die Blütezeit der Verdächtigungskultur, und alle, die da hofften, sie würde mit ihm verschwinden, gingen in die Irre...

Die Rechte freut sich diebisch. Sie hat, von den Rechtsextremen abgesehen, Hitler aus ihrer Geschichte entsorgt und Stalin gegen die Linke wiederbelebt: Die Enkel Hitlers siegen über die Enkel Stalins, und die Schabowskis werden auch die dritte Wendeschleife unbeschädigt drehen...

Seit zwei Jahrzehnten bin ich für die Vergehen von Lenin, Stalin, Ulbricht und Honecker verantwortlich und verdächtig, irgendetwas gegen das Grundgesetz im Schilde zu führen. Ich weiß, diese Verdächtigung wird bleiben...

Ich möchte mich aber ohne jegliche Verdächtigung mit anderen Linken über »Fragen moderner, also vorsorgender Gesellschaftspolitik« (Platzeck) verständigen können – und zwar unabhängig von der Bewilligung der Kriegskredite durch die SPD und den Verbrechen Erich Mielkes...

Die Geschichte bleibt. Sie lässt sich weder entsorgen noch »bewältigen« oder hinter Schlussstriche zwängen. Sie lässt sich aber diskutieren ohne verdächtigungskulturelle Hintergründe...

Die praktizierte Verdächtigungskultur heißt Denunziation. Denunziert wird zumeist nicht die Nachricht. Sondern die Denunziation bleibt am Überbringer der Nachricht kleben... Subtile Methoden gestatten erfahrenen Denunzianten, sich der Denunziation des einen durch Anbiederung beim anderen zugleich zu bedienen. Ideologische Scharfrichterei feiert heute gelegentlich im Internet fröhliche Urständ, als hätte es die verhängnisvolle Denunziationsgeschichte der Linken nie gegeben...

Eine Lehre daraus sollte sein: präzise mit Äußerungen, mit Texten umzugehen, den Humus für Verdächtigungskulturen austrocknen zu lassen. Es liegt in unserer Hand, aus derartigen Lehren denunziationsfreie Kommunikationsräume zu entwickeln.

den G-Punkt gibt es doch

Vor wenigen Wochen noch klärte uns BILD darüber auf, daß es den G-Punkt nicht gibt, die Franzosen protestierten erfolgreich gegen diese Auffassung und nun korrigiert sich die Volksaufklärungspostille in einem länglichen Artikel.

Der Ikonische

Natürlich muß auch BILD was sagen und übt sich in einem billigen russifizierten Abklatsch.

29. Januar 2010

Der Ökonomische

Wahrheiten aus der heutigen Welt

Der deutsche Staat nimmt seine Bürger gefangen

Dabei tut die FDP genau das, was sie vor der Wahl versprochen hat.

Raabs Zuschauer gebildeter als Plasberg-Gucker

Behinderte können sich in Standardschulen klagen

Das muß dahingehend kommentiert werden, daß sie klagen können. In solche Schulen gehen dürfen sie noch lange nicht. Dem Rechtsstaat sei Dank.

Kinder-Pornos - die 100ste

BILD

Eklat um Mapplethorpe-Fotos im NRW-Forum
Museums-Chef schmeißt Kinder-Pornos raus


„Wenn ich die Dinger aufgehängt hätte, wäre ich zwei Jahre ins Gefängnis gewandert“, sagt Werner Lippert, Chef vom NRW-Forum. „Die Dinger“ - das sind zwei Fotos des Star-Fotografen Robert Mapplethorpe (1946-1989) für die am 6. Februar in Düsseldorf beginnende Ausstellung.


Guggenheim sieht das genauso und besticht dadurch, daß der geneigte Kunstfreund ersucht wird, sich selber eine Meinung zu bilden.

Ich sag's mal kerndeutsch, denn offensichtlich sind Kurator und Herr Hakendahl einer solchen Denke behaftet. Die haben beide eine ziemlich entartete Phantasie, um Kinderpornographie darin zu sehen. Das Problem sind nicht die Bilder, sondern diese beiden Herren.

28. Januar 2010

Die Linke hat große Probleme

Ich will ja nicht allzuviel darüber schreiben, wie es ist, wenn ein Mensch stirbt. Seit einen Tag nach Eröffnung der tödlichen Diagnose kann mein Vater diagnosegerecht nicht mehr sprechen. Nur noch röcheln. Aber er kämpft. Und heute röchelte er mir kämpferisch und mit Fingerzeig auf das Stern Automatik zu:
"Die Linke hat große Probleme. Die woll'n den Ernst nicht."
Oder wollte er sagen: "Die woll'n den Ernst nicht erkennen"?

Ich nehm das mal so als gegeben hin.

Die Rolle der Staatssicherheit in der DDR (2)

SPIEGEL-ONLINE 15. Januar 2010, 12:49 Uhr
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,druck-671506,00.html
Interview mit US-Soziologe Sennett
"Die Stasi war eine Organisation wie Google"

liebe TAZler

Das iPad ist kein aufgeblasenes iPhone, denn es kann gar nicht phonen. Es ist, wie der Name sagt, ein Pad, noch dazu eines aus der Kategorie "Technik, die die Welt nicht braucht".

Die Rolle der Staatssicherheit in der DDR

Inge Viet

Die Rolle der Staatssicherheit in der DDR ist heute vollkommen überhöht und diabolisiert. Ihre Arbeit gegen den sogenannten inneren Feind war weit von flächendeckender Überwachung entfernt. Nicht zu vergleichen mit den subtilen und umfassenden Überwachungs-, Kontroll- und Foltersystemen kapitalistischer Demokratien und Diktaturen.

Ihre Methoden waren sehr herkömmlich und altbacken. In den Kollektiven der Betriebe hat es keine Atmosphäre von Angst, Einschüchterung oder Kontrolle durch die Staatssicherheit gegeben. Sie war an der gesellschaftlichen Basis im Alltag nicht präsent. Höchstens als Objekt von Witzen. Jedenfalls hab ich es in den acht Jahren nicht anders erlebt.

27. Januar 2010

Ich weiß nicht, was Satire ist

Ein sehr lustiger Text von offline-Journalisten.

Helbig arbeitet im Entwicklungslabor der Post seit Jahren am inzwischen wichtigsten Projekt für den Konzern: dem Brief im Internet.

Anfang März will die Post auf der Messe Cebit in Hannover ihren Brief im Internet vorstellen.

Die Post habe „die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die Kernbotschaft ‚Der Brief ist jetzt online’ nachhaltig und flächendeckend zu kommunizieren“, heißt es weiter.

Deutlich günstiger soll dagegen der Versand elektronischer Briefe von Computer zu Computer werden.

„Wir werden einen Raum im Internet mit einem anderen Charakter schaffen, in dem es keine Werbung und keine Kriminalität gibt“, verspricht Post-Manager Gerdes.

Die Zukunft der Kommunikation gehört der E-Post, darin sind sich Experten einig.

Wir zeichnen einen Juden...


Pünktlich zum heutigen Gedenktag hatte meine Heimatpostille beiliegenden Artikel veröffentlicht. Ich werde das Gefühl nicht los, dass die GUT(EN)Menschen ein wenig übers Ziel hinausgeschossen haben. Blondi Michele hält dem Objektiv des rasenden Reporters lächelnd ein leeres Stück Papier entgegen und dieser notiert: "Michele Husemann zeichnete einen Juden". Ja, wie nun? Wie zeichnet Mensch einen Juden? Den Versuch, mir diese Frage zu beantworten, habe ich ganz schnell eingestellt, denn ich musste feststellen, dass ich mich auf strafrechtlich-relevanten Boden bewegte, weil mir eingefallen ist, dass es mal eine Zeit in Deutschland gab, da hatte man viele Abbildungen von Juden in einschlägigen Tageszeitungen zur Kenntnis nehmen können...
Für den Verfasser dieses Artikels konnte ich mich nur noch schämen.

How the West was won

26. Januar 2010

Broder macht sich über Westerwelle lustig

Darf der das?

Ein Kommentar von Stefan Berg

SPIEGEL ONLINE 26. Januar 2010, 13:19 Uhr
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-674096,00.html
Linke-Strippenzieher Gysi
Genosse Verlierer

Nicht mal seine eigenen Genossen kann er mehr begeistern. Gysis Vorstellung war einfach zu mies.

Die Taliban haben gewonnen



Entwicklungshilfe, Soldaten, Polizeiausbilder und Geld für Taliban: Die Kanzlerin und gleich mehrere Minister präsentieren das neue Konzept für Afghanistan.

Na das ist doch mal was verbindliches. Soldaten, Polizeiausbilder und Geld als Entwicklungshilfe für die Taliban. Die werden sich die Hände reiben.

25. Januar 2010

Vorstellungsvermögen

Hier mal was, woran mein Vorstellungsvermögen scheitert.

WELT ONLINE: Können Sie sich Sigmar Gabriel auf einer Demonstration gegen Merkels Regierungspolitik vorstellen?

Maas: Aber hallo!

WELT ONLINE: Und Frank-Walter Steinmeier?

Maas: Natürlich.