22. März 2010

Obermann geh du voran

manager-magazin

Während die Deutschen Telekom Milliarden in schnelle Internet- und Mobilfunknetze investierte, kassierten die Anbieter der Inhalte die hohen Renditen - Google , Apple und Co.
Diese Ungleichgewicht will Obermann nun ausbalancieren. "Wir können nicht alles umsonst anbieten", argumentiert der Telekom-Chef, "zahlen müssen diejenigen, die die Netze stark beanspruchen". Wer besonders datenintensive Premiuminhalte anbietet, soll demnach eine Gebühr entrichten. Je mehr Bandbreite ein bestimmter Web-Dienst benötigt und je öfter er genutzt wird, so die Logik, desto mehr soll der jeweilige Anbieter bezahlen. Neben den Internetkonzernen soll die Regelung große Filmstudios betreffen, die hoch auflösende Videos über das Web anbieten.


Ja dann kassier doch, du Schnarchnase und laber nicht solchen Blödsinn. Oder frag mal deinen Technik-Vorstand, welche Einnahmen der Konzern aus Durchleitungsentgelten erzielt. Das sind erhebliche Summen, die Backbone-Betreiber so kassieren.

Arsch auf Topf - kriminelle Medien

Lesen Sie mehr zu den Themen "Kriminalität" und "Medien" hier. (Zeit)

so schnell geht das - Oettinger ohne Nachrichtenwert

schöner petzen

Laut BILD soll das Vorrecht der Deutschen, alles an die Boulevardmedien petzen zu dürfen, von Google dahingehend unterwandert werden, daß der schnöde Deutsche zukünftig seine eigenen Bilder in Google-Streetview hinzufügen darf.

Google-Streetview ist so und so schon außerordentlich gefährlich, wie Ministerin Aigner ständig beteuert, denn wer sich das anschaut erkennt auf einmal, daß die Welt aus Straßen und Häusern und Autos usw. besteht.

Wenn jetzt noch die Nachbarschaftsstreitereien bildlich dargestellt werden sollen dürfen können, ist das eine erhebliche Verletzung des Urheberrechts von BILD an solchen Nachrichten und wird von der deutschen Regierung entschieden bekämpft werden, hieß es aus dem Kanzleramt. Das deutsche Internet bleibt deutsch, denn im deutschen Internet gelten immer noch die deutschen Regeln.

21. März 2010

Demenzidylle Schweiz

Daß die Schweiz in Finanzangelegenheiten eine Demenzidylle ist, haben wir in den letzten Monaten von den Qualitätspraktikanten ausführlich referiert bekommen.

Daß sie dies auch aus medizinischer Sicht sein soll, das versucht uns die diensthabende Wochenendpraktikantin des Spiegel, Annette Bruhns, zu verklickern.

Das Demenzproblem läßt sich auch viel einfacher lösen. Meine hochbetagte, schwer demente und knapp 90jährige Tante hat sich vor 14 Tagen mit einem beherzten Sprung aus der obersten Etage eines deutschen Demenzidylls verstorben.

oh my god

Vulva - Bild auf der Hauptseite

via fefe

Nicht ein einziger der deutschen Comedians oder Kabarettisten hat das auf dem Kasten, was das deutsche Volk freiwillig von sich preisgibt. Lachmuskelkrampf ist garantiert. Das ist ganz großes deutsches Feuilleton, wie es keine Tageszeitung zu liefern imstande ist. Besser geht es nicht.

Das ist ja wohl nicht euer Ernst!? Als ich heute auf die Hauptseite kam musste ich mich fast übergeben. Sicher ist die vulva ein schönes Thema und der Artikel bestimmt auch sehr schön recherchiert, aber muss mir gleich soeine beharrte F**** in die AUgen springen. Ich finde das ist kein besonders angenehmer Anblick... Kann man vllt. das Bild zu einem...weniger expliziten tauschen?
(nicht signierter Beitrag von 78.52.238.252 (Diskussion | Beiträge) ) von 00:23, 21. Mär. 2010 (CET), nachgetragen von: SchirmerPower 00:49, 21. Mär. 2010 (CET), siehe [3]
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Vulva-Tagesbild

Ich arbeite gerne hier mit, aber ich möchte mich über das widerliche Tagesbild beschweren. Mein Gott die Zeiten der absoluten Provokation und anything goes sind doch schon seit 1968 vorbei. Deutschland sollte doch ein wieder ein Land der Kultur seit der Postkarten Maler Episode werden. Schönheit ist immer auch Wahrheit und der Mensch stammt nicht vom Affen ab. Gruß und nichts für ungut. Zur Kenntnisnahme.

* --Bene16 06:14, 21. Mär. 2010 (CET)


Es geht um den Vulva-Artikel nebst diesem Bild. Oder war es das?

Ich hingegen finde, es ist ein angenehmer Anblick.

20. März 2010

au Backe

Im Geheimdienst ihrer Majestät

Ich hatte ja angedeutet, in Kürze etwas postives über Ian Rankin bloggen zu wollen.

Die Kürze ist nun abgelaufen.
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Ian Rankin
Der diskrete Mr. Flint
1. Auflage Taschenbuchausgabe, 2008
copyright by Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2006
350 Seiten und 7,95 € (D)
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Wer etwas über die Geheimen, die Spitzel und Schnüffler wissen möchte, liest entweder Spiegel oder Focus und erschaudert ob deren amoralisches und undemokratisches Handeln. Sofern es sich um die Stasi oder Homos beim BND handelt.

Oder er kennt jemanden, der bei denen arbeitet und einen Schlag aus seinem segensreichen Schaffen erzählt, was wiederum nicht für ihn spräche, denn dazu sind sie ja geheim und verschwiegen.

Eine dritte Möglichkeit besteht darin, sich mit der richtigen literaturnobelpreisfeindlichen Schriftstellerei zu versorgen und daraus seinen Erkenntnisgewinn zu ziehen.

Das ist die spannendste und erholsamste der Varianten, denn nur in der Literatur stößt man auf die Wahrheit, nichts als die Wahrheit.

Abseits von seinem schottischen Wallander-Pendant John Rebus hat sich Rankin auch einiger kleiner Schreibübungen befleißigt, von denen die zu besprechende wohl herausragt. Hier wird das Innenleben des Geheimdienstes beleuchtet, seine Verkommenheit, Überflüssigkeit, Ineffizienz, Intrigenspinnerei, Abhängigkeit, also all das, was der gewöhnliche Boulavardblattleser bisher nur von der Stasi kennt.

Wie es sich für einen wahrheitsliebenden Sohn der Krone gehört, wird alles ausgeblendet, was diesem Anliegen nicht gerecht wird. Übrig bleibt nur noch der Dreck, aber der reicht für 350 flüssig zu lesende und spannende Seiten.

Mr. Flint ist Observant. Der beste Beobachter, den sie haben. Bei einem Auftrag wird er gelinkt. So gelinkt, daß es gefährlich für ihn werden kann. Ab dieser Erkenntnis ist er in seiner besten Form gefragt, denn er spielt nun gegen die eigenen Leute, die ihn auf's Kreuz legen wollten. Welche das sind, daß muß er rauskriegen, sonst kriegen sie ihn.

Tja, wer hätte gedacht, daß sich ein Geheimer seiner Majestät mit einem irischen Terroristen verbündet, um die Dreckschweine aus dem Amt zu fegen? Mr. Flint macht es. Und wer hätte gedacht, daß die IRA vom Geheimdienst mit Waffen und Geld versorgt wird?

Beim Lesen des Romans wird man um einiges schlauer und schafft deshalb seine gesammelten Spiegelartikel über die Stasi in den Papiercontainer zur Wertstoffwiederaufbereitung.

Wobei, soviel schlauer bin ich leider doch nicht geworden, denn ich habe jeder Regierung der Welt schon immer jede Schweinerei zugetraut und bis zum Beweis des Gegenteils auch erstmal unterstellt.

Fazit. Alle sind mindestens genauso schlimm wie die Stasi. Auch in England. Wenn ich Rankins Schilderungen vertrauen kann.

Das Original ist übrigens von 1988 (!) und hieß "Watchman". Man hätte also zu deutsch ruhig "Der Observant" titeln dürfen. Aber deutsche Titelübersetzungen aus dem Englischen, das wäre schon wieder ein eigenes Feld der Literatur- und Filmkritik.

sie können's einfach nicht lassen

Diesen sprachlichen Blödsinn präsentiert ihnen der Spiegel.

FDP-Reiseaffäre weitet sich aus

Head of IT: You can break the internet!



If you type google into google you can break the internet.

ich hör's Pfeifferle schon aus'm letzten Loch pfeifen

heise

Wissenschaftler: Schädliche Wirkung von Porno auf Jugendliche ist Fiktion

Der Leipziger Sexualwissenschaftler Kurt Starke hält die schädliche Wirkung von Pornographie auf Jugendliche für nicht belegt. In einer von dem Erotikanbieter Huch Medien eingeholten Expertise, die heise online vorliegt, schreibt Starke, dass "eine schädliche Wirkung von Pornografie per se auf Jugendliche nicht belegt werden" könne. Den von Jugendmedienschützern ins Feld geführten möglichen "negativen Einfluss von Pornographie" nennt Starke eine "beliebte Fiktion ohne wissenschaftliche Substanz". Ein Verbot von einfacher Pornographie für Jugendliche, wie es der Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) vorsieht, lehnt der Forscher daher ab.

qualitätsvolles Verschweigen der Äußerungen

SPIEGEL ONLINE 20. März 2010, 12:46 Uhr
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,druck-684759,00.html
Hirtenbrief von Benedikt XVI.
Papst schweigt zu Missbrauch in Deutschland

SPIEGEL ONLINE 20. März 2010, 13:21 Uhr
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,druck-684767,00.html
Wortlaut
Auszüge aus Benedikts Brief zum Missbrauchskandal

schlaf Spiegel, schlaf

SPIEGEL ONLINE 20. März 2010, 10:31 Uhr
http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,druck-684688,00.html
Gesperrte Eisschnellläuferin
Pechstein will Eislauf-Union verklagen


Der Praktikant hat das wohl falsch vertütet, denn mit der Rubrik Wintersport hat die Meldung ja nichts zu tun. Und verpennt hat er das Thema auch. Wurde z.B. in diesem Blog bereits am 15.03. als abgehakt betrachtet.

die älteste Erfindung der Welt

Qualitätsschreibe gibt es nur in Qualitätsmedien. Da kann ich mit meinem bescheidenen Zeilenhonorar von Null Euro nicht konkurrieren.

SPIEGEL ONLINE 20. März 2010, 10:31 Uhr
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,druck-684698,00.html
Urmenschen
Aufrechter Gang ist 3,6 Millionen Jahre alt

Der aufrechte Gang wurde offenbar schon vor 3,6 Millionen Jahren erfunden.

Pflegeidylle Deutschland

Da weiß ich aber ganz andere Sachen zu berichten. Von Idylle und Eiapopeia keine Spur. Pflege ist anstrengend, nervig und traurig.

Die Serie stinkt nach Lobbyismus, was das Zeug hält.

19. März 2010

der Weltuntergang steht immer mehr bevor

Schaue ich in die unzensierten Neuigkeiten des Tages, dann steht der Weltuntergang immer mehr bevor, denn wenn immer mehr behinderte, bekloppte, fettleibige, Fahrrad klauende, wenig verdienende und anglizierende Hartz-IV-Kinder den Erdball bevölkern, dauert es bis zum Eintritt in das Zeitalter von Chaos und Barberei nicht mehr lange. Fehlen nur die immer mehr Koma saufenden Kinder und Internetjunkies, dann wäre der Tagesüberblick komplett.

Immer mehr Kinder wegen Depressionen in Klinik - BILD - ‎Vor 6 Stunden‎
Dürener Krankenhaus muss immer mehr Schwerstkranke behandeln - Aachener Zeitung - ‎Vor 3 Stunden‎
Immer mehr amerikanische Kinder und Teenager haben mit Gewichtsproblemen zu kämpfen - ZEIT ONLINE - ‎Vor 3 Stunden‎
Immer mehr Opfer trauen sich zu reden - Stuttgarter Nachrichten - ‎Vor 9 Stunden‎
Immer mehr USB 3.0-Geräte auch ohne Intels Unterstützung - macnews.de - ‎Vor 6 Stunden‎
Immer mehr Fahrer flüchten - Frankfurter Rundschau - ‎Vor 10 Stunden‎
Immer mehr Drohungen gegen Richter - ORF.at - ‎Vor 4 Stunden‎
Immer mehr Fahrraddiebstähle - ORF.at - ‎Vor 10 Stunden‎
Krankenkassen-Manager verdienen immer mehr – der Normal-Bürger immer weniger - Firmenpresse (Pressemitteilung) - ‎Vor 10 Stunden‎
Immer mehr Hartz-IV-Empfänger im Regionalverband - Saarbruecker-zeitung - ‎Vor 4 Stunden‎
Immer mehr behinderte Kinder gehen in Regelschulen - Volksblatt Würzburg - ‎Vor 3 Stunden‎
Auch gebe es immer mehr Anglizismen in Fächernamen - sueddeutsche.de - ‎Vor 4 Stunden‎
Immer mehr Altglas zu neuen Flaschen - Mercurio Drinks (Pressemitteilung) - ‎Vor 6 Stunden


Und immer mehr Qualitätsjournalisten sind einfach nur Flaschen, die Nutzung der deutschen Sprache betreffend.

schönes Trollthema zum Wochenende

Google will ab sofort gegen Zensur kämpfen.

Das Unternehmen beharrt nun auf seinem neuen Kurs, weltweit entschiedener gegen Zensur vorgehen zu wollen. Google-Vizepräsident David Drummond sagte, immer mehr Länder bedrohten die freie Meinungsäußerung im Internet.

Na das wird aber spannend, wie die das auf die Reihe kriegen wollen.

Nervige Werbung für kulturelle Scheiße bald am Ende?

Wie heise berichtet, will die EU das Strafrecht im Rahmen des Anti-Piraterie-Abkommens ACTA deutlich verschärfen. Brüssel plädiert demnach dafür, Strafvorschriften auch gegen die "Anstiftung und Beihilfe" zur Verletzung von Rechten an immateriellen Gütern "im gewerblichen Ausmaß" zu schaffen.

Das wurde aber auch Zeit. Damit wird wohl der nervigen Werbung der Musik- und Filmindustrie für ihren Müll endlich ein wirksamer Riegel vorgeschoben, denn diese Industrie ist es ja wohl, die unsere lieben Kleinen dauernd dahingehend anfixen, Produkte zu kaufen, die niemand braucht, die meistens Müll sind und der Entwicklung Heranwachsender schaden (Pfeiffer).

wie sich Menschen halbtot schlagen

SPIEGEL ONLINE 19. März 2010, 17:27 Uhr
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,druck-684632,00.html
Umstrittener Extrem-Kampfsport
Ultimate Fighting im DSF verboten

So hatte der scheidende Direktor der nordrhein-westfälischen Landesanstalt für Medien, Norbert Schneider, gesagt, er glaube nicht, "dass man hinnehmen muss, wenn im Fernsehen Bilder zu sehen sind, wie sich Menschen halbtot schlagen."


Wenn man beim Frühstück nicht höllisch aufpaßt, dann bekommt man zum aufgebacken Brötchen und Rondo-Kaffee gleich noch brühwarm und mit ausführlichem Bildmaterial berichtet, wie sich die Menschen in aller Welt ganz und gar totschlagen und das vornehm verspeiste Brötchen zurück auf den Teller gekotzt. Da wird nicht nur halb totgeschlagen. Von zerfetzten Schädeln, Bäuchen usw. gar nicht zu reden.

Und wenn man seine samstägliche Ruhe gegen Unruhe tauscht, dann kann man das in der Nähe oder sogar in jedem Fußballstadion erleben. Und für die daheim Gebliebenen wird die Schlachtreportage später ausführlich in etlichen Wiederholungen gezeigt.

Die staatlichen Zensoren haben schon reichlich einen an der Waffel, daß nur die Gewalt erlaubt und genehm ist, die ihnen in den Kram paßt.