21. Juli 2010

so funktioniert die Deppen-Mail (de-mail)

Zum Briefgeheimnis, das nun ins Internet verlagert wird (Gerdes), meint Thomas Lapp:

Das System funktioniere wie ein Brief, der bis zu zweimal unterwegs geöffnet und in ein neues Kuvert gesteckt werde...

Damit ist alles wieder auf Anfang. War ja nie anders. Erst hat die Stasi ihn geöffnet und verschlossen und dann der Verfassungsschutz und vice versa.

Die Welt kommt wie so oft ein halbes Jahr zu spät mit dem gut abgelagerten Artikel.

Wie ernst ist die Lage?

Richtig dramatisch ist sie nicht, noch nicht.

Meint der Klimatologe Müller-Westermeier in der nachhaltigen Ökologiezeitung TAZ.

Will man den Artikel ausdrucken, verbraucht der zwei DIN-A4-Seiten inclusive Toner und Strom. Kopiert man den Text in ein Schreibprogramm seiner Wahl, paßt die Klimatologenklatsche auf eine Seite.

Endstation Vorurteil

Warum ich auf die Endstation gekommen bin? Kathrin Haimerl durfte heute in der Sueddeutschen gepflegte Vorurteile pflegen, indem sie sich als Prozeßberichterstatterin tarnte.

Thor Steinar vs. Storch Heinar heißt der Prozeß. Das ist an sich vollkommen unwichtig, weil unwichtig.

Wichtig ist, daß Frau Haimerl auf Thor Steinar verlinkt, was uns zu einer Sammelseite auf dem Portal der Sueddeutschen führt und damit nicht weiter hilft.

Das Projekt Endstation rechts ist ebenfalls verlinkt, zum Original, weil, das sind die Guten. Auch das hilft uns nicht weiter, denn dort erreichen wir das Ende des Inernet. Bei der Endstation rechts ist Endstation, denn hier geht es nicht mehr weiter.

Und dann lese ich da noch den schönen Textbaustein:

Thor Steinar ist das Label, das mit seinem Logo und mit den Schriftzügen auf seinen Shirts, pardon, "T-Hemden", gerne auf die germanische Mythenwelt anspielt und in der rechtsextremen Szene hoch im Kurs steht.

Einen Beweis für diese These bleibt sie natürlich schuldig.

Armani ist das Label, das mit seinem Logo und mit seinen Schriftzügen gerne in der modernen Mythenwelt spielt und bei Diktatoren hoch im Kurs steht.

Das mußte mal aufgeschrieben werden.

Dito lesen wir heute in der Welt von "bei Anhängern der rechten Szene beliebte Marke Thor Steinar" und erfahren im Kleingedrucksten, also ziemlich weit am Ende des Artikels, bis wohin ein vernünftiger Nutzer des Internet die Seite gar nicht runterrollern würde, also da lesen wir: Brandenburgische Staatsanwälte sahen darin (Logo Thor Steinar - d.A.) eine große Ähnlichkeit mit dem Symbol der Waffen-SS und leiteten ein Verbotsverfahren ein, das inzwischen allerdings eingestellt wurde.

Wozu also der ganze Aufriß, wenn Thor Steinar legal, nicht kriminell und nicht dem Nazireich zugeneigt ist?

Das ist vollkommen egal, denn heute dürfen alle mal ran.

Der stern klärt uns im Gegensatz zur Welt darüber auf, der brandenburgische Verfassungsschutz bezeichnet die Mode gar als "identitätsstiftendes Erkennungszeichen" der rechtsextremen Szene.

Die TAZ, Stimme der genderisierten feminsitschen nachhaltigen Zukunft, darf nicht fehlen und schreibt von Marken wie Thor Steinar, die in der rechten Szene beliebt sind. Nur stammt deren Artikel bereits vom 22.05. d.J.

Auffallen bei allen Publikationen, wenn man sie mit der der TAZ vergleicht, wie fast wortwörtlich die gleichen Floskeln aufgeschrieben wurden.

Schaut man sich mal im Laden von GröMaZ um, setzt schnell Ernüchterung ein. Nicht lustig, wenig inspirierend, farblich häßlich. Da bietet jeder Merchandisingshop einer Rockband mehr Phantasie, Satire und (alt)modischen Schnickschnack.

Endstation rechts? Nein - überhaupt

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20. Juli 2010

greenday

geraubte Ehre?

BILD mokiert sich über die anderen Qualitätsmedien, die den Tod Brunners beleuchten.

Unglaublich!
Wird dem toten Dominik Brunner die Ehre geraubt?
Medien spielen das Verbrechen am Münchner S-Bahn-Helden herunter

Der S-Bahn-Held starb, so erkennt die „Süddeutsche Zeitung“ zu Recht an, weil er ein „großes Herz“ hatte.


Sehr geehrte BILD-Redaktion, Herr Rath von der Sueddeutschen hat wohl Recht. Der Brunner hat sich schlichtweg zu Tode erschrocken. Mehr ist nicht passiert. Daß das von euch flugs errichtete nationale Heldendenkmal nun in Trümmern liegt, ist ja nicht meine Schuld, sondern eure. Wer in Luftschlössern lebt, darf sich nicht wundern, wenn eines Tages die Luft raus ist.

19. Juli 2010

Salz auf unserer Haut

Der Landfunk berät das schwitzende Bauernvolk und vergaß zu erwähnen, daß man das mit dem Pfund Meersalz in der Badewanne getrost vergessen kann. Und außer Rötungen und Pickel gibt es noch andere Diagnosen, die vom begrenzten Beratungsumfang des Deppenfernsehens nicht erfaßt wurden.

Ansonsten eine Binse, die ich seit Jahren jedem erzähle, der es nicht wissen will.



Meersalz kann man nur mit Meersalz ersetzen.
Also nichts wie hin.

nicht nur bei Kindern

TAZ

"Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen". Dieser Warnhinweis wird ab Dienstag auf Lebensmitteln EU-weit Pflicht - jedenfalls auf Produkten, die Azofarbstoffe enthalten.

Reinhard Wollf vergaß in seiner Gummibärchenschmäh die Erwähnung, daß dies auch auf Erwachsene zutrifft. Ich esse schon seit Jahrzehnten keine Gummibärchen. Wegen der Azofarbstoffe. Dann müßte man noch was zu Erdbeeren, Kirchen, Pflaumen und andere farbstoffhaltige Lebensmittel sagen. Im richtigen Leben ist das alles etwas komplizierter, als sich mit ein paar rot beampelten E-Nummern auf Lebensmitteltüten beschreiben ließe. Doch soviel Recherchezeit hat die TAZ nun wieder auch nicht.

wenn Allah die Gebete immer hört

dann ist es vollkommen wurscht, in welche Richtung man betet.

Verehrer höherer Wesen sind wohl ziemlich traurig dran.

McWissen

Natürlich Steffens!

Spaeth dran

Andreas Spaeth durfte für die Sueddeutsche eine Promo- und Tickermeldung zur Farnborough Air Show verwursten und Jubelarien auf die Firma Boeing verschriften, vergaß aber zu erwähnen, daß Rußland große Hoffnungen auf den Verkauf der MiG-35 und SU-35 setzt.

Auf selbiger Messe wurde auch mitgeteilt, daß Rußland die RS-24 in Dienst gestellt hat, die z.Z. modernste Interkontinentalrakete. Der Friede muß nämlich bewaffnet sein.

Eigentlich hat er den militärischen Aspekt der Show überhaupt unter den Tisch fallen lassen, was mich bei einem deutschen Qualitätsmedium nicht weiter verwundert und beunruhigt. Die sind eben so.

wie der Handel mit Spionen funktioniert

kann man auf RIA Nowosti nachlesen.

Laut Sicherheitsbehörden hat Russland zumindest 50 Austauschkandidaten.

Laut einem hochgestellten Mitarbeiter der Geheimdienste, der ungenannt bleiben wollte, werden Agenten wie Sypatschow, die besondere Informationen besitzen, die selbst in mehr als 20 Jahren nicht alt werden, fast nie ausgetauscht. Dies kann nur in Ausnahmefällen passieren. Das ist ein wahrer „Diamant" des Austauschfonds der Geheimdienste. Falls wichtige russische Agenten auffliegen, werden Sypatschow und andere große Spione für den Austausch herangezogen.

18. Juli 2010

Betthupferl



Schön, daß ich derart liebevoll betreut ins Bett hüpfen kann.
Es war höchste Zeit, daß das jemand mal aufgeschrieben hat. Ich hab zwar kein Wort verstanden, aber trotzdem danke, liebe Zeit. Alleine schon durch die Überschrift geht's mir wieder besser.

Gute Nacht Deutschland

einer der wahrsten Sätze über Qualitätsmedien

Selten habe ich so wahre Worte über die Arbeitsweise und Funktion von Qualitätsmedien gelesen wie im medienkritischen Magazin BILD.

Doch jetzt schürt eine Zeitung Zweifel...

keine neuen Vorwürfe

BILD möchte seinen immer wachsamen Blockwarten heute neues zur Spionage verklickern.

Unter der Überschrift "Neue Vorwürfe gegen Russen-Spionin" lautet die Frage im Anreißer-Foto:

Agentin 00Sex auch eine Geldschmugglerin?

Die Artikelüberschrift geht so.

Gehörte „Agentin 00Sex“ zu Geldschmuggler-Ring?

Dann wird dreist drauf losgelogen, daß sich die Stahlbewehrungen des Springer-Hochhauses biegen.

Dass sie im Auftrag des Kremls die USA ausspionierte, hat die sexy Russen-Spionin Anna Chapman (28) bereits gestanden.

Insgesamt sei angemerkt. Bereits am 29. Juni wurde in diesem Blog auf die Geldwäschevorwürfe Bezug geommen. Daran ist also nichts Neues. Und es ist auch nichts bewiesen, sondern bisher nur behauptet.

Die sexy Russen-Spionin hat auch nichts gestanden, schon gar nicht, daß sie für den Kreml spionierte. Wenn ich den amerikanischen Medien Glauben schenken kann, insbesondere den Aussagen des Justizministers, dann hat sie sich vor einem Richter schuldig bekannt, obwohl sie keine Geheimnisse nach Rußland übermittelt hat (Eric Holder). Das war die Voraussetzung für den vorher eingefädelten Deal, daß sie sorgenfrei ausreisen darf.

Mithin, wir drehen die ganze Geschichte einfach mal um.

Die Amis wollten endlich in Rußland einsitzende hochkarätige Spione freipressen. Das funktioniert aber nur, wenn man genügend Material hat, eine solche Aktion einzufädeln.

Der US-Nationalsicherheitsrat hat die Liste der Personen, die die USA freibekommen wollte, bereits am 18. Juni erstellt, zehn Tage vor den Festnahmen der russischen Spione. Dazu gehören der ehemalige Oberst der SWR-Spionageabwehr, Alexander Saporoschski, der ehemalige Oberst des Militärnachrichtendienstes GRU, Sergej Skripal, der ehemalige FSB-Oberst Gennadi Wassilenko und der Wissenschaftler Igor Sutjagin.

12 Russen gegen 4 amerikanische Spione und beide Seiten waren's zufrieden. Und sehr überraschend dann die namentliche Liste der Russen, die ausgetauscht wurden. Ich gehe davon aus, daß die USA-Regierung keine x-beliebig einsitzenden Russen freipresst, nur damit diese von den Gefängnisqualen erlöst werden. Die wissen noch einige Dinge zu erzählen. Die US-Administration ist nämlich alles andere als ein Sozialverein für im Leben gescheiterte Gestalten.

So wird ein richtiges Paar Schuhe aus der ganzen Geschichte.

Wenn es also Neuigkeiten zur Agentin 00Sex zu vermitteln gibt, dann die:

Angelina Jolie wird Ende Juli in Moskau ihren "CIA"-Thriller "Salt“ vorstellen. Laut Medienspekulationen möchte die Hollywood-Diva bei der Premiere die nach dem russisch-amerikanischen Spionageskandal berühmt gewordene Anna Chapman sehen.

Doch wie korrekt bezeichnet, handelt es sich um Medienspekulationen.

Götter und kleine Erdlinge

Das waren damals Götter und wir kleine Erdlinge, die noch ganz am Anfang standen. Sie spielten gerade ihr "***"-Album ein und wir saßen ihnen kleinlaut und ehrfürchtig gegenüber.

Sucht euch die Auflösung dieses Sonntag-Rätsels selber.

Der Zweck heiligt die Schlagzeile

Was dem Spielemagazin BILD nicht in den Kram paßt, wird medial abgemahnt. So eine Studie über den Streßabbau beim Killer spielen. Sie ist schon deswegen irre, weil sie nicht das von BILD gewünschte Ergebnis gebracht hat.

Bereits der Einstieg in den Artikel ist sehr suggestiv und kaum wertneutral.

Killen „Killerspiele“ Stress und Frust? Gewalt-Spiele machen aggressiv! Nicht nur in Deutschland vertreten viele Politiker und Jugendschützer diese Meinung. Eine neue Studie aus den USA behauptet nun etwas völlig anderes.

Ja, so ist das nun mal. Meinungen und Wissenschaft haben nichts miteinander zu tun. Aber BILD weiß Abhilfe.

Viele andere Studien weisen aber auch einen Zusammenhang zwischen virtueller und realer Gewalt nach.

Auch das ist aber nur eine Meinung und wissenschaftlich nicht gedeckt, denn dann hätte BILD ja die Hälfte dieser vielen Studien zitieren können.

Bereits im März 2009 war von den Autoren der jetzigen Studie das Ergebnis einer Metaanalyse derartiger Studien veröffentlicht worden, die zu einem niederschmetterndem Ergebnis kam, dass viele Studien zu Mediengewalt und Aggression vor allem aufgrund ideologischer oder politischer Anschauungen durchgeführt werden. Zufällig vereinten sich hier die Agenden konservativer und linker Kreise zu einem "Perfect Storm" des politischen Opportunismus.

Conclusions

Results from the current analysis do not support the conclusion that media violence leads to aggressive behavior. It cannot be concluded at this time that media violence presents a significant public health risk.

17. Juli 2010

Wie krank ist das denn?

via heise

Heute wieder mal aus der Reihe dümmer geht's immer.

Kriminalbeamte fordern Ausweispflicht für das Internet und verdeckte Ermittlungen in sozialen Netzwerken

Die Dummheit hat einen Namen. Klaus Jansen.

„Was wir brauchen, ist ein verlässlicher Identitätsnachweis im Netz. Wer das Internet für Käufe, Online-Überweisungen, andere Rechtsgeschäfte oder Behördengänge nutzen will, sollte sich zuvor bei einer staatlichen Stelle registrieren lassen müssen.“

„Inzwischen steht das Gewaltmonopol des Staates auf dem Spiel.“

Internet habe sich zum größten Tatort der Welt entwickelt

offene und verdeckte Ermittlungen im Internet

Polizei das Recht bekommen, „Trojaner, Viren und Schadprogramme von privaten Rechnern entfernen zu dürfen“

„Attacken auf die digitale Infrastruktur des Landes können sich ähnlich verheerend auswirken wie atomare Angriffe.“

„Reset-Knopfs für das Internet“, mit dem das Kanzleramt Deutschland im Ernstfall sofort vom Netz nehmen könne.

der große Tag des Führers

Heute ist wieder einmal der große Tag des Führers im deutschen Fernsehen. Ich weiß zwar keinen plausibel erklärbaren Grund dafür, ist aber auch egal, Führerfernsehen läuft immer wie geschmiert.

Zuerst wird der Versuch unternommen, ihn umzubringen. Das wird wohl schief gehen, denn leider stehen dafür nur 90 Sendeminuten auf 3SAT zur Verfügung. Vielleicht ist es jedoch nur das Training für den 20. Juli, an dem das Unterfangen stattfinden soll, denn so heißt die Reportage.

Aber, so wissen wir ja, der Führer wird leben. Er moderiert quicklebending auf seinem Haus- und Hofsender, da für den Abend das große Führerfest bereits angekündigt ist. Aus seiner Ermordung am Nachmittag wird also nichts.

Sage und schreibe über 8 Stunden kann der hitzgebeutelte Deutsche heute seinem Lieblingsmoderator zuschauen. Geheimnisvoll und nebulös heißt es:

Umfangreiches Filmmaterial der als 'Geheime Reichssache' klassifizierten Verfahren wird in dieser Form erstmals ausgestrahlt.

Da werde ich doch gleich mal losziehen und Nachschub an Erdnüssen und Schokolade holen. Ist bitter nötig, denn bereits um 0 Uhr geht es weiter. Gerade mal vier Stunden nach der Tagesschau können wir uns schon wieder die "Gesichter des Bösen" reinziehen. Na wenn das nichts für ein verregnetes Wochenende und einen für den Monat Juli 2010 viel zu kalten Sommertag ist.

Tag der offenen Tür

Heute morgen gegen 01:30 Uhr waren noch 32 Grad vor meiner Hütte.

Jetzt regnet es und die überschaubare Anzahl von 22 Grad wartet darauf, hereingelassen zu werden. Also mach ich auf Tag der offenen Tür und lasse sie herein. Vielleicht kommen sie ja alle.