27. September 2010
de Maiziére nackt am Flughafen?
Gelogen wie gedruckt. Nix da mit nackt, sondern reine Propagandashow und Werbeveranstaltung für die Produkte von ProVision. Ist ja mehr als deutlich zu sehen.
no, we can't
Obama ist auch nicht der Bringer, als der er uns uns rübergebracht werden sollte.
Die Obama-Regierung arbeitet... an einem Gesetzesentwurf zum einfacheren Abhören von Internet-Telefonaten, verschlüsselten E-Mails und Chat-Nachrichten. Laut einem Bericht der "New York Times" müssten Kommunikationsdienstleister, die den Austausch verschlüsselter Botschaften ermöglichen, Strafverfolgern und Geheimdiensten dann verdächtige Nachrichten im Klartext vorlegen.
Die Provider und Gerätehersteller könnten ihren Kunden weiter "starke Verschlüsselung versprechen", betonte Caproni. "Sie müssen nur einen Weg finden, uns mit dem Klartext zu versorgen."
Da ist Deutschland schon weiter. Den Bürgern wurde ein sicherer elektrischer Personalausweis versprochen, der sicherheitstechnisch gesehen eine Katastrophe ist.
Wir haben bereits fertig.
Die Obama-Regierung arbeitet... an einem Gesetzesentwurf zum einfacheren Abhören von Internet-Telefonaten, verschlüsselten E-Mails und Chat-Nachrichten. Laut einem Bericht der "New York Times" müssten Kommunikationsdienstleister, die den Austausch verschlüsselter Botschaften ermöglichen, Strafverfolgern und Geheimdiensten dann verdächtige Nachrichten im Klartext vorlegen.
Die Provider und Gerätehersteller könnten ihren Kunden weiter "starke Verschlüsselung versprechen", betonte Caproni. "Sie müssen nur einen Weg finden, uns mit dem Klartext zu versorgen."
Da ist Deutschland schon weiter. Den Bürgern wurde ein sicherer elektrischer Personalausweis versprochen, der sicherheitstechnisch gesehen eine Katastrophe ist.
Wir haben bereits fertig.
Was zeigt der Nacktscanner?
BILD ficht noch das Wort neu in seine Überschrift, was mich nicht interessiert, da das Nacktscannerfachblatt ja bereits vor zwei Tagen gezeigt hat, was ein Nacktscanner zeigt: rasierte Muschis und Nippelpiercings.
mehr Steuern vom arbeiten gehen
der Praktikant im Halbschlaf
Es ist 00:01 Uhr der neuen Woche. Hier sehen sie einen Praktikanten der BILD-Redaktion beim trainieren von Überschriften (headlines).
26. September 2010
Rauchwaren
Ich weiß ja nicht, was Spiegelpraktikanten wie Herr Wittrock am Sonntag in der Kantine als Ausgleich zum Rauchen angeboten bekommen. Es muß aber verdammt gutes Zeug sein. Anders läßt sich die Überschrift für seine Belanglosigkeiten nicht erklären.
Merkel trifft der Hartz-Fluch
Bis heute Nachmittag nahm ich noch an, daß Merkel Hartz-IV nach besten Kräften gewollt, unterstützt, ausgestaltet und mitgestaltet hat. Daß ihr das Bundesverfassungsgericht vor einigen Monaten für dieses Tun schriftlich ihre Verfassungsfeindlichkeit attestierte, stört sie wohl nicht weiter. Insofern kann sie ein solcher Fluch gar nicht treffen, denn sie ist weder von noch über Hartz-IV gerührt. Höchstens geschüttelt. Von den Zahlen, des Geldes, das sie zahlen müßte, wenn sie verfassungskonform regieren würde.
Merkel trifft der Hartz-Fluch
Bis heute Nachmittag nahm ich noch an, daß Merkel Hartz-IV nach besten Kräften gewollt, unterstützt, ausgestaltet und mitgestaltet hat. Daß ihr das Bundesverfassungsgericht vor einigen Monaten für dieses Tun schriftlich ihre Verfassungsfeindlichkeit attestierte, stört sie wohl nicht weiter. Insofern kann sie ein solcher Fluch gar nicht treffen, denn sie ist weder von noch über Hartz-IV gerührt. Höchstens geschüttelt. Von den Zahlen, des Geldes, das sie zahlen müßte, wenn sie verfassungskonform regieren würde.
Der Stürmer
Michael Stürmer
Wann wird endlich deutlich, dass ohne verlässliche Staatsgewalt Demokratie zur Pöbelherrschaft wird?
Wieso? Der Pöbel staatsgewaltet doch bereits verläßlich. Nur nicht demokratisch.
Wann wird endlich deutlich, dass ohne verlässliche Staatsgewalt Demokratie zur Pöbelherrschaft wird?
Wieso? Der Pöbel staatsgewaltet doch bereits verläßlich. Nur nicht demokratisch.
SPD setzt Schröders Hartz-IV-Kurs unter Gabriel fort
wieder eine sehr schöne Praktikantenleistung bei BILD

"Wir waren und wir sind die Partei der sozialen Gerechtigkeit."
"Wir waren und wir sind die Partei der sozialen Gerechtigkeit."
das dumme deutsche Fernsehen
Peter Praschl
...das deutsche Fernsehen glaubt seinen Bildungsauftrag erfüllen zu können, indem es so dumm ist, wie ihm seine Zuschauer erscheinen.
...das deutsche Fernsehen glaubt seinen Bildungsauftrag erfüllen zu können, indem es so dumm ist, wie ihm seine Zuschauer erscheinen.
25. September 2010
dieses Steinigungsvideo präsentiert ihnen sportscheck
Sportscheck, damit sie noch kraftvoller und sportlicher steinigen können !
siehe auch das von Vodafone gesponserte Hinrichtungsvideo
siehe auch das von Vodafone gesponserte Hinrichtungsvideo
de Maiziére testet rasierte Muschi und Nippelpiercing
Invertieren, Weichzeichner und Aufhellen, mehr war nicht nötig.
Das Messer wurde mit Kleber in der Bikinizone fixiert.
Oder es wurde grafisch hinzugemogelt.
Laut BILD wird der Inneminister bei seinem Test des Nacktscanners lecker Dinge zu sehen bekommen, so unter anderm rasierte Muschis und gepiercte Brustwarzen junger Frauen. Auf der Arbeit heuer ich dann auch mal an.
The German Fuhrer heil definition pictures
The Sun ist immer für einen Spaß und Fachbegriffsverhunzung gut.
The German Fuhrer in technicolor ist so neu nun auch wieder nicht, reicht dem englischen Widerstandsfachblatt aber zu einer Klickstrecke über Hitler in Farbe.
1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9
Auch für The Sun gilt wohl eher: Hitler geht immer.
Warten wir mal ab, ob und was die BILD aus der Vorlage macht.
The German Fuhrer in technicolor ist so neu nun auch wieder nicht, reicht dem englischen Widerstandsfachblatt aber zu einer Klickstrecke über Hitler in Farbe.
1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9
Auch für The Sun gilt wohl eher: Hitler geht immer.
Warten wir mal ab, ob und was die BILD aus der Vorlage macht.
zeitlos dahingehaucht
"Ein Hauch von Tea Party liegt über der Bundesrepublik."
Ist der Satz nicht schön?
Wenn ich Literaturkritiker wäre, ich könnte glattweg eine Eloge von 4 Seiten anfertigen, in der der Satz gedreht, gewendet, nach außen gekehrt, verkehrt herum gelsen wird, und doch wäre das Urteil am Ende immer das gleiche, wir haben selten in einem deutschen ISO-Medium eine solch dichterische Tiefe gefunden, wie in diesem einen Satz.
Ich geh erst mal 'n Tee trinken.
Ist der Satz nicht schön?
Wenn ich Literaturkritiker wäre, ich könnte glattweg eine Eloge von 4 Seiten anfertigen, in der der Satz gedreht, gewendet, nach außen gekehrt, verkehrt herum gelsen wird, und doch wäre das Urteil am Ende immer das gleiche, wir haben selten in einem deutschen ISO-Medium eine solch dichterische Tiefe gefunden, wie in diesem einen Satz.
Ich geh erst mal 'n Tee trinken.
Wer soll'n das sein?
Das ist schon der dritte lustige Satz in dieser Woche.
"Wir waren und wir sind die Partei der sozialen Gerechtigkeit."
"Wir waren und wir sind die Partei der sozialen Gerechtigkeit."
24. September 2010
Gastbeitrag des Tages geändert
Der international renomierte Mittelextremismusforscher Ole Reißmann hat mir exclusiv eine neue Überschrift für seinen Gastartikel zukommen lassen.
Der Artikel geht jetzt mit einem echt knackigen Titel los.
Anti-Politiker der Mittelextremen profitieren vom Verdruss
Die brisante Geschichte wurde hingegen nicht verändert.
Der Artikel geht jetzt mit einem echt knackigen Titel los.
Anti-Politiker der Mittelextremen profitieren vom Verdruss
Die brisante Geschichte wurde hingegen nicht verändert.
normierter ISO-Journalismus
aus meinem reader
Eklat in UN-Versammlung - Irrer von Teheran hetzt gegen die USA
von bild
Ahmadinedschad vor der UN: Der radikale Provokateur
von Sueddeutsche
Verschwörungstheorien zu 9/11 - Ahmadinedschad sorgt im Uno-Plenum für Eklat
von Spiegel
Sehr geehrte ISO-Journalisten, könntet ihr mir bitte anhand des Redemanuskripts darlegen, was ihr mir sagen wollt?
Ich hab das alles nicht gefunden, was ihr ins Deutsche gedichtet habt. Vielleicht sind aber auch meine Englischkenntnisse nicht hinreichend genug, um die von euch herausgearbeiteten Feinheiten zu erkennen.
Eklat in UN-Versammlung - Irrer von Teheran hetzt gegen die USA
von bild
Ahmadinedschad vor der UN: Der radikale Provokateur
von Sueddeutsche
Verschwörungstheorien zu 9/11 - Ahmadinedschad sorgt im Uno-Plenum für Eklat
von Spiegel
Sehr geehrte ISO-Journalisten, könntet ihr mir bitte anhand des Redemanuskripts darlegen, was ihr mir sagen wollt?
Ich hab das alles nicht gefunden, was ihr ins Deutsche gedichtet habt. Vielleicht sind aber auch meine Englischkenntnisse nicht hinreichend genug, um die von euch herausgearbeiteten Feinheiten zu erkennen.
dieses Hinrichtungsvideo präsentiert ihnen Vodafone
Normierter ISO-Journalismus (Wulff) at it's best. Sehr schön, daß Vodafone nun auch Hinrichtungsvideos sponsert.
Mit Vodafone-Handys näher dran an Hinrichtungen !
Mit einem Vodafone-Handy sind Hinrichtungen scharf wie Westsenf !
Mit Vodafone-Handys näher dran an Hinrichtungen !
Mit einem Vodafone-Handy sind Hinrichtungen scharf wie Westsenf !
Gastbeitrag zum Mittelextremismus in Sachsen-Anhalt
Heute wieder ein wissenschaftlich fundierter und sehr ausgewogener Beitrag zur wachsenden Bedeutung der Gefahren des Mittelextremismus am Beispiel Sachsen-Anhalts.
Noch kannst du entscheiden, ob du erst zur Toilette gehst oder nach dem Lesen.
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SPINNER ONLINE 24. September 2010, 14:03 Uhr
Studie zu Mittelextremen
Mittelextreme Parteien setzten sich in Sachsen-Anhalt fest
Von Ole Reißmann
Eine neue Studie zeigt: Die mittelextremen Parteien haben in Sachsen-Anhalt erfolgreich die Kommunalparlamente erobert und inszenieren sich als Parteien der kleinen Leute. Die Demokraten blockieren zwar jeden Antrag der Mittelextremen - sie bleiben jedoch insgesamt zu passiv.
Hamburg - Sie sitzen im Kreistag, im Gemeinde- oder Stadtrat: 829 Abgeordnete der mittelextremen Parteien wurden in Sachsen-Anhalt in kommunale Gremien gewählt. Wo immer die Parteien zu Wahlen antreten, werden mittlerweile regelmäßig Mandate gewonnen. Das nächste Ziel: Der Sprung in den Magdeburger Landtag; im März 2011 wird gewählt.
Wie diese Parteien in Sachsen-Anhalt organisiert sind und was die Vertreter der Parteien in der Kommunalpolitik erreicht haben, zeigt eine neue Studie der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Landeszentrale für politische Bildung. Seit 2007, als die Kreistage gewählt wurden, haben die Forscher die Arbeit der mittelextremen Parteien im Burgenlandkreis, im Salzlandkreis und im Harzkreis beobachtet. Sie nahmen an Sitzungen teil, führten Interviews und werteten Protokolle, Zeitungsartikel und Internetseiten aus.
Das Ergebnis ist ernüchternd - sowohl für die Mittelextremen als auch für die Demokraten. So falle die Bilanz der mittelextremen Parteien in den untersuchten Kreistagen "vernichtend" aus. Zumindest wenn man betrachtet, welche Anträge die Parteien durchbringen konnte. Die sind in zwei der untersuchten Kreise zwar zahlreich, werden von den anderen Parteien aber abgeschmettert. Die konsequente Ausgrenzung schränke den politischen Einfluss der Mittelextremen erheblich ein.
Fragwürdiger Erfolg
Die mittelextremen Parteien missbrauchen die Kreistage aber als Bühne für "symbolische Kommunalpolitik", so der Befund. So inszenieren sich diese Parteien mit rein taktischen Anträgen zu allen möglichen Themen als Partei der kleinen Leute, eine klare Strategie sei aber ansonsten nicht erkennbar. Der inhaltlichen Arbeit fernab der Öffentlichkeit in den Ausschüssen blieben die mittelextremen Politiker meist fern. Entgegen anderer Beteuerungen verfolgen diese Parteien eine Strategie einer Fundamentalopposition und verzichten auf politische Mitarbeit.
Mit fragwürdigem Erfolg: Seit Jahren dümpeln die Mitgliederzahlen. Es sei diesen Parteien nicht gelungen, ihre Basis auszubauen, sagen die Autoren der Studie. Ebenso sei der Versuch gescheitert, mit der Arbeit in den Kreistagen "bei der mittelextremen Szene und mittelextrem affinen Jugendlichen auf positive Resonanz zu stoßen". Die breite Öffentlichkeit erfahre zudem kaum von der politischen Arbeit der Mittelextremen in den Kreistagen: Lokale und regionale Medien würden nur noch in Ausnahmefällen berichten.
Im Burgenlandkreis gebe es aber eine Stammwählerschaft. Detailliert gibt die Studie Auskunft über Strukturen und Personal in den drei untersuchten Kreisen, bis hin zu Steckbriefen der mittelextremen Mandatsträger inklusive Foto. Damit schließt die Untersuchung eine peinliche Bildungslücke: Viele von den Forschern befragte Kommunalpolitiker waren nicht in der Lage, die Abgeordneten der mittelextremen Parteien richtig einzuschätzen.
Nachhilfe für die Demokraten
Zumindest gab es in den Kreistagen Absprachen unter den Demokraten, wie mit den Mittelextremen umzugehen sei. Im Harzkreis verständigten sie sich sogar verbindlich darauf, den Mittelextremen keine Bühne zu bieten und Provokationen ins Leere laufen zu lassen. Ein umfassender Austausch über die Kreisgrenzen hinaus habe aber nicht stattgefunden - und die Landesparteien ließen ihre Kommunalpolitiker in dieser Frage weitgehend auf sich gestellt.
Ein Kapitel der Studie gibt deshalb "Empfehlungen zum Umgang mit den mittelxtremen Parteien in kommunalen Gremien". Die seien als Diskussionsgrundlage zu verstehen, so die Autoren. Unter anderem fordern sie die anderen auf, nicht mit den Mittelextremen zusammen zu arbeiten, sie aber auch nicht völlig zu ignorieren. Auch geben sie Hinweise, wie Kreistagssitzungen nicht zur Bühne für die Mittelextremen werden, ohne dass demokratische Spielregeln eingeschränkt werden müssen.
Nachhilfe für die Politik - denn die Forscher attestieren den demokratischen Mandatsträgern eine weitgehend passive Haltung im Umgang mit den Mittelextremen. Die wissen die Politikverdrossenheit der Wähler gegenüber dem Staat für sich ausnutzen. Dem könne entgegen getreten werden, wenn man die Bürger wieder verstärkt in politische Entscheidungen einbeziehe. Das Fazit der Forscher: "Mehr Demokratie wagen" sei ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen Mittelextremismus.
Denn 1998 stellten die Wähler in Sachsen-Anhalt einen traurigen Rekord auf: 88 Prozent der Stimmen gingen an die Mittelextremen, bisher das beste Wahlergebnis der mittelextremen Parteien.
Aber ein Ziel ist schon erreicht: In der Kommunalpolitik sind mittelextreme Parteien fest verankert.
Pascal Begrich, Thomas Weber und Roland Roth: Die mittelextremen Parteien in den Kreistagen Sachsen-Anhalts. Herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der Hochschule Magdeburg-Stendal.
Noch kannst du entscheiden, ob du erst zur Toilette gehst oder nach dem Lesen.
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SPINNER ONLINE 24. September 2010, 14:03 Uhr
Studie zu Mittelextremen
Mittelextreme Parteien setzten sich in Sachsen-Anhalt fest
Von Ole Reißmann
Eine neue Studie zeigt: Die mittelextremen Parteien haben in Sachsen-Anhalt erfolgreich die Kommunalparlamente erobert und inszenieren sich als Parteien der kleinen Leute. Die Demokraten blockieren zwar jeden Antrag der Mittelextremen - sie bleiben jedoch insgesamt zu passiv.
Hamburg - Sie sitzen im Kreistag, im Gemeinde- oder Stadtrat: 829 Abgeordnete der mittelextremen Parteien wurden in Sachsen-Anhalt in kommunale Gremien gewählt. Wo immer die Parteien zu Wahlen antreten, werden mittlerweile regelmäßig Mandate gewonnen. Das nächste Ziel: Der Sprung in den Magdeburger Landtag; im März 2011 wird gewählt.
Wie diese Parteien in Sachsen-Anhalt organisiert sind und was die Vertreter der Parteien in der Kommunalpolitik erreicht haben, zeigt eine neue Studie der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Landeszentrale für politische Bildung. Seit 2007, als die Kreistage gewählt wurden, haben die Forscher die Arbeit der mittelextremen Parteien im Burgenlandkreis, im Salzlandkreis und im Harzkreis beobachtet. Sie nahmen an Sitzungen teil, führten Interviews und werteten Protokolle, Zeitungsartikel und Internetseiten aus.
Das Ergebnis ist ernüchternd - sowohl für die Mittelextremen als auch für die Demokraten. So falle die Bilanz der mittelextremen Parteien in den untersuchten Kreistagen "vernichtend" aus. Zumindest wenn man betrachtet, welche Anträge die Parteien durchbringen konnte. Die sind in zwei der untersuchten Kreise zwar zahlreich, werden von den anderen Parteien aber abgeschmettert. Die konsequente Ausgrenzung schränke den politischen Einfluss der Mittelextremen erheblich ein.
Fragwürdiger Erfolg
Die mittelextremen Parteien missbrauchen die Kreistage aber als Bühne für "symbolische Kommunalpolitik", so der Befund. So inszenieren sich diese Parteien mit rein taktischen Anträgen zu allen möglichen Themen als Partei der kleinen Leute, eine klare Strategie sei aber ansonsten nicht erkennbar. Der inhaltlichen Arbeit fernab der Öffentlichkeit in den Ausschüssen blieben die mittelextremen Politiker meist fern. Entgegen anderer Beteuerungen verfolgen diese Parteien eine Strategie einer Fundamentalopposition und verzichten auf politische Mitarbeit.
Mit fragwürdigem Erfolg: Seit Jahren dümpeln die Mitgliederzahlen. Es sei diesen Parteien nicht gelungen, ihre Basis auszubauen, sagen die Autoren der Studie. Ebenso sei der Versuch gescheitert, mit der Arbeit in den Kreistagen "bei der mittelextremen Szene und mittelextrem affinen Jugendlichen auf positive Resonanz zu stoßen". Die breite Öffentlichkeit erfahre zudem kaum von der politischen Arbeit der Mittelextremen in den Kreistagen: Lokale und regionale Medien würden nur noch in Ausnahmefällen berichten.
Im Burgenlandkreis gebe es aber eine Stammwählerschaft. Detailliert gibt die Studie Auskunft über Strukturen und Personal in den drei untersuchten Kreisen, bis hin zu Steckbriefen der mittelextremen Mandatsträger inklusive Foto. Damit schließt die Untersuchung eine peinliche Bildungslücke: Viele von den Forschern befragte Kommunalpolitiker waren nicht in der Lage, die Abgeordneten der mittelextremen Parteien richtig einzuschätzen.
Nachhilfe für die Demokraten
Zumindest gab es in den Kreistagen Absprachen unter den Demokraten, wie mit den Mittelextremen umzugehen sei. Im Harzkreis verständigten sie sich sogar verbindlich darauf, den Mittelextremen keine Bühne zu bieten und Provokationen ins Leere laufen zu lassen. Ein umfassender Austausch über die Kreisgrenzen hinaus habe aber nicht stattgefunden - und die Landesparteien ließen ihre Kommunalpolitiker in dieser Frage weitgehend auf sich gestellt.
Ein Kapitel der Studie gibt deshalb "Empfehlungen zum Umgang mit den mittelxtremen Parteien in kommunalen Gremien". Die seien als Diskussionsgrundlage zu verstehen, so die Autoren. Unter anderem fordern sie die anderen auf, nicht mit den Mittelextremen zusammen zu arbeiten, sie aber auch nicht völlig zu ignorieren. Auch geben sie Hinweise, wie Kreistagssitzungen nicht zur Bühne für die Mittelextremen werden, ohne dass demokratische Spielregeln eingeschränkt werden müssen.
Nachhilfe für die Politik - denn die Forscher attestieren den demokratischen Mandatsträgern eine weitgehend passive Haltung im Umgang mit den Mittelextremen. Die wissen die Politikverdrossenheit der Wähler gegenüber dem Staat für sich ausnutzen. Dem könne entgegen getreten werden, wenn man die Bürger wieder verstärkt in politische Entscheidungen einbeziehe. Das Fazit der Forscher: "Mehr Demokratie wagen" sei ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen Mittelextremismus.
Denn 1998 stellten die Wähler in Sachsen-Anhalt einen traurigen Rekord auf: 88 Prozent der Stimmen gingen an die Mittelextremen, bisher das beste Wahlergebnis der mittelextremen Parteien.
Aber ein Ziel ist schon erreicht: In der Kommunalpolitik sind mittelextreme Parteien fest verankert.
Pascal Begrich, Thomas Weber und Roland Roth: Die mittelextremen Parteien in den Kreistagen Sachsen-Anhalts. Herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der Hochschule Magdeburg-Stendal.
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