13. Februar 2011

im Spiegel der Diktatur

Bange Frage des Sturmschreibers der Demokratie, die in diesem Blog bereits hinreichend beantwortet wurde und damit keiner weiteren Diskussion bedarf. Herrn Gebauer (36), der extra nach Kairo ausgereist wurde, ist entgangen, daß das Militär die Macht bereits ergiffen hat. Er schreibt also wieder mal grandiosen Nonsens auf.

Ägypten ist eine Militärdiktatur.

so ist nunmal die Zeit

Kairo kehrt zurück zur Normalität

Nach 18 Tagen Ausnahmezustand braust wieder der Verkehr um den Tahrir-Platz..., während das Militär die Verfassung außer Kraft setzt.


Aha, Militärdiktatur ist in Kairo Normalität. Gut, zu wissen.

Militärputsch in Ägypten jetzt amtlich bekannt gegeben

stern

Ägyptens Militär löst Parlament auf und setzt Verfassung aus

teilte die Armeespitze in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung mit.


Die Militärjunta in Ägypten macht halt das, was immer als erstes gemacht wird, wenn das Militär die Macht übernimmt.

wenn ein Diktator neidisch ist

30 Jahre lang diktierte Gottschalk der Nation, wie sie sich des Samstags Abend zu unterhalten habe. 30 lange Jahre mußte das deutsche Teilvolk, das die Fernbedienung nicht zu bedienen weiß, die Melange aus Langatmigkeit, Langeweile und Schleichwerbung ertragen, ehe der Diktator der Samstagabendunterhaltung auf Grund äußerer Umstände zum Rücktritt gezwungen wurde.



Ausgerechnet heute feiern wir unser 30jähriges Jubiläum. Obwohl es mich persönlich schon ein bißchen ärgert, daß Mubarak mich knapp geschlagen hat.

Ja, so ist das, wenn Diktatoren neidisch sind, auch wenn Gottschalk sich ganz dem Stil Mubaraks verpflichtet fühlt.

Er werde, so Gottschalk, seine Amtsgeschäfte noch bis zur Wahl eines Neuen im Sommer wahrnehmen. Das klingt wie die letzten Worte vom "Mann großer Weisheit mit einem festen Blick für die Zukunft" (Westerwelle) und "guten Mann" (McCain), der seiner präsidialen Verantwortung bis zu den Wahlen nachkommen wollte. Aus diesem Vorhaben wurde jedoch nichts. Ein Militärputsch beendete die präsidialen Ambitionen keine 24 Stunden nach Mubaraks Erklärung.

12. Februar 2011

Obamas Markenzeichen

Matt Damon

Es ist Obamas Markenzeichen, auf die falschen Leute zu hören.

Ergänzend fügte er etwas später noch hinzu:

Sobald die Kinder das Haus verlassen, müssen sie selber entscheiden - und das können sie nur, wenn sie kritisch denken und andere respektieren.

Das klingt wie Sehnsucht nach einer perfekten Welt.

Nein, perfekt sollen die Kinder gar nicht sein, aber wenn der Präsident sagt, er müsse demnächst dieses oder jenes Land bombardieren, dann sollen sie nicht einfach nur sagen: Wunderbar, wann geht es los, Herr Präsident?

Käßmann für Autofahrt im Suff belohnt



Zivilcourage zeigt Frau Käßmann dann, wenn sie den Preis für Zivilcourage ablehnt, denn mit Zivilcourage hatte ihr Rücktritt nichts zu tun.

Ich kann ich mich auch nicht daran erinnern, daß die Käßmann überhaupt jemals Zivilcourage gezeigt hätte. Vielleicht sind da andere jedoch besser als ich informiert. Die können mir ja dann ein Belegexemplar schicken.

Jahresrente von Frau Lierhaus - Zwangsgebühren bei der Arbeit



Schlimm, was dem dumpfbackenen Volk vorgeführt wurde, die Dreistigkeit, sich aus dem prall gefüllten Gebührensäckel eine staatliche, äh stattliche Lebensversicherung auszubezahlen (lassen), statt den Rechtsweg mit dem Krankenhaus bis zu Ende auszufechten, und sich dafür das moralische okay des Fernsehvolkes einzuholen.

So schamlos und unverfroren hat sich die öffentlich-rechtliche Gebührenmafia meines Wissens noch nie präsentiert. 450.000 Euro für nichts tun, das hat was von mafioser Kriminalität. Ein Platz an der Sonne läßt sich mit dem Salär locker finanzieren.

psychologische Hilfe für tote Kadettin



BILD hat mal wieder klammheimlich eine Peinlichkeit bereinigt und das Anreißerbild ausgetauscht. Der Text ist der gleiche.

http://bilder.bild.de/BILD/Home/2011/02/12/a-gorch-fock__19603835-1297506958-1.jpg

11. Februar 2011

Militärputsch - Ägypter jubeln

Manchmal versteckt sich die Wahrheit in viel Redundanz. Bei der Zeit hab ich alles Überflüssige mal weggelassen.





Nur zur Erinnerung, vor zwei Tagen war es noch eine Drohung.

nun, wo er weg ist

da kann man auch todesmutig die finale endgültige Schlußwahrheit schreiben. In Wirklichkeit war Mubarak ein Tyrann. Der Dank für diese erschütternde Erkenntnis gilt den Aufschreibern Florian Gathmann, Severin Weiland und Ulrike Putz, die sich nun, da alles ausgestanden ist, aus der Deckung ihres Hamburger Schreibtisches hervor gewagt haben. Endlich darf man es ungefährdet und öffentlich sagen.
Solche Schreiber braucht das Land.

sowas nannte man früher Militärputsch

Im Kleingedruckstem heißt es, Militär reißt Macht an sich.



In der Breitmaulpropaganda heißt es Rücktritt.

Suleiman: Mubarak hat Rücktritt erklärt (BILD)
Der ägyptische Präsident Husni Mubarak tritt nach Angaben seines Stellvertreters zurück. (welt)
17.05 Sensationelle Nachricht von Omar Suleiman: Präsident Hosni Mubarak ist zurückgetreten. (Zeit)

usw.

Denn eine Rücktrittserklärung von Präsident Mubarak liegt bisher gar nicht vor.

Ist halt wie hierzulande, ein exaktes Spiegelbild.

Bundesbank-Präsident Axel Weber wird nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert am 30. April aus seinem Amt scheiden. (welt)

Bundesbank-Präsident: Merkel will Weber heute zum Rücktritt drängen (welt)


Wer ist damit gemeint?

"Grotesk, wie der alte Mann auf seinem Stuhl klebt"

die Deutschen erst recht

Jetzt ist es klar: Präsident Mubarak tritt nicht zurück! Die Ägypter sind wütend...

Die Deutschen erst recht, wenn man die Reaktionen des "politisch-medialen Komplexes" begutachtet.

die Sorgen der Bundesregierung

Die Bundesregierung sei sehr besorgt, dass die Proteste friedlich bleiben und weiter zugelassen werden.

Endlich traut sich mal einer aus der Deckung und sagt, worum es wirklich geht. Holt die Schießgewehre und Baseballschläger raus und schlagt euch gegenseitig die Schädel ein. Die deutsche Regierung möchte, so der Regierungssprecher Seibert laut BILD, Krawalle und Demonstrationsverbote, also exakt jene in Deutschland praktizierte Form schlagfertiger Demokratie.

Verfassungfeinde dürfen weitermachen

Das Bundesverfassungsgericht hatte den Verfassungsfeinden im Deutschen Bundestag aufgetragen, zum 1. Januar 2011 eine verfassungskonforme Gesetzgebung zu Hartz-IV in Kraft zu setzen.

Wir haben 11, den Tag im Februar, doch bisher hat sich nichts getan. Die Verfassungsfeinde dürfen weiterhin und ungestraft ihren verfsasungsfeindlichen Bestrebungen nachgehen.

10. Februar 2011

Präsident Mubarak zurückgetreten

Der Präsident Autokrat Despot Diktator Pharao Potentat Mubarak ist zurückgetreten.

Meint zumindest RIA Nowosti um 00:08 Uhr Moskauer Zeit (22:08 MEZ).

Sag ich mal so. Mubarak hat zurückgetreten. Den Westen kräftig ans Schienbein bzw. in die Eier. Die Ägypter sind ihm egal, die jubeln eh bald dem nächsten Despoten zu.



Potentat

Um uns endgültig zu verwirren und uns im Sauseschritt der Zeit jede Orientierung zu rauben, führt die Sueddeutsche auf die Schnelle den Begriff des Potentaten ins Feld. Der war wohl für Mubarak noch frei. Der ist in den letzten zwei Wochen vom Präsidenten über den Autokraten via den Despoten zum Diktator als auch Pharao schlußendlich zum Potentaten mutiert. Das nenne ich eine steile Karriere in so kurzer Zeit. Hab ich was vergessen? Ach ja, die Schlagzeile der Sueddeutschen. Wie in Zeiten tiefster Freundschaft zwischen dem ägyptischen und deutschen Volk.

Angriff auf den Potentaten



update 22:00 Uhr

Genial, absolut genial, wie es der autokratische Pharao geschafft hat, daß dem Edelschwätzer des deutschen Staatsfernsehens, Herrn Kleber, die Kinnlade runterklappt und er seine Sprachlosigkeit mit Gewäsch maskiert. Gerade als der Kleber eine wichtige Staatsmeldung vortragen wollte, fuhr ihm der Mubarak mit seiner Widerrede in die Parade. Herrlich.

Glatte Note 1 von mir für diese Show. Besser hat noch keiner die westliche Schmierenkomödie der letzten 14 Tage demaskiert. Das konnte nur Mubarak selber, genau so, wie er es getan hat.

Und was macht man als pharaoner Potentat? Man verarscht die Welt, denn die hat sich darauf geeinigt, daß ab 21 Uhr zurückgetreten wird. Man tritt aber nicht einfach 21 Uhr von der Bühne ab.

Feuer im Bordell

Durch den Rauch erlitten zehn Prostituierte und drei Polizisten Vergiftungen.

Ah ja. Zehn Prostituierte und drei Polizisten im Bordell.

der größte Geheimdiensterfolg seit einem halben Jahr

Vor einem halben Jahr wurde uns von den Qualitätsmedien verklickert, in den USA sei der größte Spionagering Rußlands seit Ende des kalten Krieges durch die unermüdliche Arbeit des FBI enttarnt worden. Nur im Kleingedrucksten hieß später, eigentlich sei der Agentführer mit einer Namensliste stiften gegangen, was Putin zu einigen derben Äußerungen bezüglich der Lebenserwartung und -qualität des selbigen veranlaßte.

Dann konstruieren wir uns jetzt mal ein schönes Verschwörungstheorem, das nicht mal fefe im Angebot hat, obwohl er doch auf solche Dinge steht.

Nehmen wir mal an, wikileaks ist den Machthabern und Artverwandten ein Stachel im Arsch, weil sie es sich nicht mehr ganz so bequem in ihren Sesseln machen können, wie sie es eigentlich möchten, denn immerhin hat wikileaks diverse Schmutzwäsche öffentlich aufgehangen, ohne sie vorab zu waschen.

Und nehmen wir mal an, daß demzufolge diverse Geheimdienste der Welt mit entsprechenden Gegenmaßnahmen beauftragt wurden, um diesen Sumpf unkontrollierten Informationsabflusses trocken zu legen.

Nehmen wir uns das tagesaktuelle Ergebnis, dann war die Operation von Erfolg gekrönt. Wikileaks existiert nicht mehr und ist nur noch damit beschäftigt, in den nächsten 20 Jahren täglich 5 bis 10 Protokolle von Diplomatengeschwätz zu veröffentlichen.

Hauen wir jetzt in diesen Topf mit rein, daß sich gestern jemand dahingehend geäußert hat, er habe alle Dokumente, die wikileaks mal gehortet hatte, gestohlen und sicher verwahrt, dann rundet sich das Bild zu einem Ganzen. Fügen wir noch hinzu, daß derjenige es bis heute auch nur bei Drohungen mit Ankündigungen belassen hat, die von ihm präferierte Enthüllungsplatform auch nur ein leerer Torso ist, dann ergibt das alles auf einmal Sinn.

Operation erfolgreich beendet, whistleblower-Szene kalt gestellt.

Das ist doch mal eine Verschwörungstheorie, die selbst mir gefällt und Potential für einen knackigen Hollywood-Schinken hat.

So ein Mist fällt einem ein, wenn man geschlagene drei Stunden beim Arzt sitzt, um die wieder aufgetretene Stuhlgangsbeschleunigung nun doch ärztlich abklären zu lassen. Irgendwie muß man ja die Zeit rumkriegen. Mit den ausgelegten Lesezirkel-Publikationen funktioniert das leider nicht, denn die hießen Spiegel, focus und stern.

Ahja, der screenshot kommt ja wie bestellt. Der Verschwörer heißt wohl Daniel D. Da weiß BILD wieder mal mehr als ich.

Gar lustig zu lesen, die Auseinandersetzung zwischen Kristinn Hrafnsson und Daniel D.

Ersterer sagt. He was also never a computer scientist, or computer security expert...
Daniel D. antwortet: I hold two degrees in computer science and worked for around 6 years as a network security engineer. Do you need copies of the degrees?

Zu deutsch. A sagt: Er war nie Computerwissenschaftler oder Experte für Computersicherheit.
B. entgegnet: Ich habe zwei Abschlüsse in Computerwissenschaften und arbeitete ca. 6 Jahre als Angestellter für Netzwerksicherheit.

B geht also überhaupt nicht auf die von A aufgestellte Behauptung ein, führt stattdessen ins Feld, daß er Papiere hat und mal arbeiten war, was impliziert, daß ich A mehr Glauben schenke. Überprüfen kann ich es ja nicht.

9. Februar 2011

Platz an der Sonne abgelehnt

Erster grandioser Mißerfolg mit dem neuen Botschafterin für einen Platz an der Sonne. Kaum ist Frau Lierhaus als Werbeikone inthronisiert, gibt es die erste Absage. Ein ägyptischer Altpharao hat einem sonnigen Alterswohnsitz in Deutschland abgelehnt, weil er dies unter den gegebenen Umständen als Abschiebehaft betrachtet. Typisch Ausländer. Kaum sollen sie in ihre politische Heimat transferiert werden, unternehmen sie alles, um der Abschiebehaft zu entgehen. Also nichts neues unter der Sonne.