19. September 2016

das Doping der Anderen - da lacht der Bär



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Was Google nicht kennt, das gibt es auch nicht. Sie haben mehrere Tage gebraucht, um das seitens der Weltdopingagentur unterstützte Doping­system wieder aus dem Gedächtnis der sportliebenden Völker zu löschen, währenddessen die Bären eine neue Höhle suchten.

Sie haben ganze Arbeit geleistet, Spiegel und stern, Jens Weinreich auf reisen geschickt, damit er sich nicht den deutschen Anhängern pillen­induzierter Hochleistungen widmen muß. Es wundert nicht, wenn der selbsternannte beste Dopingforscher der Welt in Schweigen verfällt.

Das Thema Doping ist in den deutschen Medien ein Tabu. Deutsche Sport­ler dopen nicht. Wenn Hartings Diskusscheibe mühelos und wie von selbst auf Siegerweite fliegt, wie die Bergsteiger den Mount Everest hinauf, wenn sie auf Dex sind, so haben andere Sportler Puste ohne Ende.

Der russische Staatschef Wladimir Putin hatte am Freitag die Situation kommentiert, indem er sagte, Russland lehne das, was die Hacker tun, ab. Trotzdem rief er dazu auf, sich mit den Informationen, die die Hackergruppe besorgt hätte, auseinanderzusetzen.



Dann machen wir das und widmen uns den Informationen, die über Julian Justus und Laura Siegemund verfügbar sind. Es sei exemplarisch am Beispiel von Frau Siegemund erklärt, wie Doping funktioniert.



Mit stolz geschwellter Brust verkündete die Deutsche Dopingagentur, daß auf Grund ihrer intensiven Lobbyarbeit ab 2015 bestimmte inhalative Beta-2-Agonisten von nun an nicht mehr verboten sind, um auch schwerkranken Mitbürgern den Weg zur olympischen Goldmedaille zu ebnen.

Die inhalative Anwendung der Substanzen Salbutamol, Salmeterol und Formoterol ist nicht mehr verboten. Ihr Einsatz muss aber auf dem Doping-Kontrollformular erwähnt werden. Weitere Hinweise finden Sie auch unter 'Neues für 2015'. Salbutamol darf allerdings nur bis zu einer maximalen Dosis von 1600 µg pro 24 h (je nach Präparat bis zu 8 Hübe bzw. bis zu 16 Hübe am Tag) angewandt werden. Und auch Formoterol darf nur bis zu einer maximalen Dosis von 54 µg pro 24 h angewandt werden.

Salbutamol wird gerne als jene Substanz bezeichnet, mit denen Tour de Dope - Sieger gemacht werden. Das stimmt leider nicht ganz, ungefähr schon. War früher zahlreiche Anhänger französischen Landschaftsradelns Asthmatiker, so gesundeten sie über den nächsten Winter, als Salbutamol verboten wurde, um nun doch wieder an Spray nuckeln zu dürfen.



Da der Autor selber im Interesse der Dopingmafia, also Nada, an einem vom Bundesgesundheitsamt genehmigten Pillentest zur Wirk­samkeit von Dopingmitteln teilnahm, der u.a. die erwähnten Wirkstoffe umfaßte, ist er auch profunde über deren Wirkung im Bilde.

Insofern seien unbedarfte Leser und Interessenten über die Wirkung der Pillen, mit denen Sieger gemacht werden, informiert. Auf medizinisches Kauderwelsch wird weitestgehend verzichtet. Das Salbutamol gab es damals mit dazu, auch wenn es kein Gegenstand der Forschung war, mußte auch am Ende wieder abgegeben werden. Die Lexika seien außen vorgelassen, da sie nur das medizinische Basiswissen vermitteln, nicht auf die leistungssteigernde Wirkung ein­gehen.

Salbutamol ist ein Spray, Notfallmedikament, das bei einer akuten Veren­gung der Bronchien inhaliert wird, um binnen Sekunden den Krampf der Bronchialmuskultaur zu lösen und so die Atemleistung zu verbessern. Anschließend können weitere medizinische Maßnahmen notwendig sein. Für Asthamtiker ist das Medikament (oder artverwandte mit gleicher Wirkung) lebensnotwendig, da es im Ernstfall über Tod oder Leben entscheidet. Ein Asthamanfall ohne verfügbares Spray kann den Tod bedeuten oder schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen, da der Körper, insbesondere das Gehirn zeitweilig ohne oder mit sehr geringer Sauerstoffversorgung auskommen muß.

Der praktische Einsatz des Sprays beim Doping kann sich wesentlich auf drei Arten vollziehen, wobei die Tagesdosisleistung nur im Ausnahmefall überschritten werden sollte, auch wenn das Überschreiten keine Problem nach sich zieht.

1. Angenommen, man weiß um eine sportliche Herausforderung, die eine große Atemleistung erforderlich macht. Schach wird es also nicht sein, werden manche jetzt denken. Irrtum, Schach fordert sogar essentiell eine hohe Atemleistung, da bis zu 25% Sauerstoff vom Hirn verbraucht werden. Wenn man um diese Herausforderung weiß, nimmt man das Spray unmittelbar in Vorleistung, da es in Sekunden die Atemwege weitet und so eine bessere Versorgung mit Sauerstoff ermöglicht. In den ersten 15 bis 30 Minuten nach Einnahme hat man regelrecht Flügel. Dann läßt die Wirkung relativ schnell nach, um nach spätestens 2 Stunden verflogen zu sein. Die Wirkdauer ist maßgeblich von der physischen Leistung in der Zeiteinheit abhängig. Sie kann also bereits nach 30 Minuten aufgebraucht sein, wenn man Gewichte stemmen muß.

2. Im normalen Alltag ist eine physische Leistungssteigerung erforderlich, um eine Situation zu bewältigen. Dann nimmt man das Spray, um den Schwächepunkt zu überwinden. Das Ziel ist wiederum die Erhöhung der Atemeffizienz über den Zeitraum der zu erbringenden Leistung.

3. Man hat eine physische Herausforderung ohne den Einsatz des Sprays vollzogen ist nun aber schlapp wie ein Spaghetti, das 2 Stunden im kochenden Wasser zugebracht hat. Dann pfeift man sich die Dosis rein, um schneller zu regenerieren, denn auch hier werden Wunder bewirkt, die keine sind, denn wieder geht es nur um die Weitstellung der Bron­chien, damit mehr Luft angesaugt werden kann. Die Erholungs­phase des Körpers setzt früher ein, was einem natürlich Vorteile gegenüber den Konkurrenten bringt.

Es sind alle drei Einnahmeszenarien gleichzeitig möglich, in Erwartung, während und nach einer sportlichen Herausforderung, ganz nach Belieben.

Mit Salbutamol kann je nach Tageszeit, verschlungenem Frühstück, Wetter und Laune eine bis zu 10% höhere Leistung in einem begrenzten Zeitraum erzielt werden. Aufmerksame Leser wissen sofort, daß man damit natürlich nicht die französische Dopingtour gewinnen kann, wenn die Wirkdauer maximal 2 Stunde anhält. Salbutamol war also immer nur einer der Seiteneffekte, der die Sieger machte.

Hinzu kommt, daß die Wirkung bei voll austrainierten Sportlern deutlich geringer ist, aber noch groß genug, daß sie genau die Reifenstärke Vor­sprung für den Etappensieg bringt.

Die Einnahme von Formoterol hat das gleiche Ziel, funktioniert allerdings etwas anders. Die Wirkdauer des Medikamentes beträgt etwas mehr als 12 Stunden, dann muß nachgelegt werden, um die Weitstellung der Atem­wege aufrecht zu erhalten. Für gewöhnlich werden also 2 Dosen in 24 Stunden eingenommen. Formoterol kann ohne Nachteile zeitweilig überdosiert werden. Auch vier Dosen pro Tag sind problemlos möglich und helfen, die Strapazen physischer Mühsal besser zu ertragen.

Formoterol dient der langfristigen Unterstützung der Atemleistung, wohingegen Salbutamol als Notfall- bzw. Bedarfsspray eingesetzt wird. Beide Medikamente können kombiniert werden, wobei Formoterol der Dauermedikation dient, Salbutamol oben drauf den Leistungsschub bringen muß.

Genau damit sind wir beim eigentlichen Problem und kehren zu Frau Siegemund zurück. Bei ihr war über den Zeitraum von 4 Jahren die tägliche Gabe von Formoterol und Salbutamol medizinisch indiziert.

Wer über Jahre diese Medikamente zur Dauermedikatin benötigt ist für Hochleistungssport untauglich, da schwer an den Atemwegen erkrankt oder ein Betrüger, der sich seinen Konkurrenten gegenüber einen erlaub­ten Vorteil erschleichen möchte, weil er ohne die Einnahme der Broncho­dilatoren fast jedes Match gegen die stärkere Konkurrenz verlieren würde.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß es für das Doping der Atem­leistung inzwischen deutlich bessere Möglichkeiten gibt.

Der aufmerksame Leser weiß nun, warum es in den deutschen Medien keine Auskunft zum deutschen Staatsdoping gibt. Weil es flächendeckend mit Medaillenambitionen über all die Jahre durchgezogen wurde. Jens Weinreich, übernehmen sie, denn der Olympiasieg ist billig erkauft, da der Einsatz fachkundiger Physiotherapeuten, die ähnliche Leistungssteige­run­gen aus schlaffen Körpern hervorzaubern können, deutlich teurer in den Büchern bilanziert wird. Letztlich kommt es auf das Gesamtpaket des Trainings an, in dem das Dope als Stimulanz oftmals überschätzt wird. Den Ausschlag für den Sieg gibt die punktgenaue psychisch-physische Einstellung, geht man bei den medikamentösen Stimulanzien von Waffen­gleichheit aus.