Von Mirjam HauckWie ein Thermomix für Kaffee
Guter Kaffee daheim? Manche schwören auf Vollautomaten, andere lieben Siebträger oder Filterkaffee.
Das Produkt ist Schrott und preislich Overkill. Kein Mensch braucht daheeme einen Kaffeeautomaten mit integrierter KI (Kaffeeintelligenz?)für 2.500 Euro. Keiner. Auch kein Milliardär mit zu viel Geld, das er loswerden möchte.
Im Grunde geht es um kostenlose Werbung für eine völlig aus dem Ruder gelaufene Branche. Es geht um ein Werbeverbrechen des Süddeutschen Beobachters, der wieder mal weggeschaut hat, wo es genau hinzuschauen galt. Die Schleichwerbung gehört in das weite Feld der Esoterik, hier Kaffeeesoterik. Esoterik ist in Deutschland eine Branche mit Milliardenumsatz. Mit der legt sich nichtmal der Süddeutsche Beobachter an.
Deswegen nochmal zusammenfassend, was man für guten Kaffee daheim benötigt.
1. Guten Kaffee.
2. Ein Zubereitungsmethode, mit der aus 1. ein wohlschmeckender Kaffee entsteht.
3. Die Gerätschaften dafür.
Unterm Strich heißt das für die meisten Kaffeetrinker, daß der Kaffee so aufgebrüht wird, wie man es im Elternhaus gelernt hat, denn da hat man Kaffeetrinken gelernt.* Das schmeckte.
Ich habe mich erst spät auf das experimentelle Feld gewagt und drei Dinge für ausreichend befunden.
1. Kaffe als Bohne aus einer Röstmanufaktur. (Es geht auch der von dm.)
2. Aeropress
3. DeLonghi Dedica (Ersatzweise Siebträgermaschinen, die teilweise unter 100 Euro bei Aldi, Lidl und anderen Kaufmannsläden im Angebot sind)
Alles andere ist Überprofit, der vom Staat zugunsten der darbenden Bevölkerung eingezogen gehört, wie die Spritprofite auch.
* Ich habe seit vielen jahren dieses Jahr wieder mal Rondo (kandierte Industrieröstung) getrunken. Der machte sich sowohl in der Aeropress als auch Dedica erstaunlicherweise recht gut. Kann man trinken. Zucker ist Geschmacksträger, und der Röster spart jede Menge teuren Rohstoff, wenn er Kaffee mit Zucker substituiert.