16. Juli 2010

Und wen hat die Jepsen mißbraucht?

Guttenberg kneift den Schwanz ein

und flüchtet von der Front, weil es da im Krieg lebensgefährlich ist.

15. Juli 2010

unsere Besten - die tagesaktuelle Abschreiberliste

Das Original geht so.

BILD schreibt diesen Text Buchstabe für Buchstabe von AFP ab, ohne die Agentur zu nennen.

Im Kleingedruckstem steht dann der statistische Trick, den man nach Belieben anwenden kann, um jedes gewünschte Egebnis zu erzielen. Bzw., was nicht mitgeteilt wird, ist ja auch interessanrt.

1. Man verzichte darauf, die Datengrundlage incl. der Meßmethoden und statistischen Verfahren öffentlich zu machen.

Ich z.B. habe zwei Thermometer im Schatten vor der Hütte liegen, ein analoges und ein elektrisches. Beide zeigen die gleichen Werte an, wie meine Kontrollmessungen ergaben. In den vergangen 4 Wochen haben sie jedoch penibel genau immer drei Grad mehr angezeigt, als ein fast drei Kilometer entferntes elektrisches Thermometer, das ich ebenfalls mehrmals die Woche zu Gesicht bekomme. Wenn ich losradel sag ich z.B. am Telefon "bei mir sind 33 Grad". Dann kommt prompt die Antwort "bei mir nur 30".
Der in meinem elektrischen Thermometer gespeicherte Höchstwert der letzten Wochen beträgt übrigens 38,2 Grad. Das nur nebenbei.

2. Man benutze einen "Drei-Monats-Zeitraum April bis Juni" als Vergleichsreferenz. Das macht sich möglicherweise besser, als z.B. Februar bis März oder September bis November. Drei Monate klingt auch besser als 2 oder 1 Monat. Wenn, ja wenn der Juni so kochend heiß war, wie behauptet, dann fließt dieses Ereignis natürlich ebenfalls in den ganz zufällig gewählten April bis Juni Zeitraum mit ein. Abschreibende Redakteure sind aber zu doof, das zu erforschen.

3. Es gab große Regionen auf der Erde, da war der umgekehrte Effekt zu beobachten. Es war schlichtweg deutlich kälter als im statistischen Mittel. U.a. in Nordeuropa, wie uns AFP verrät.

Also, merkt ihr noch was oder ist euer Hirn von der Hitze schon auf das Niveau der Drosophila geschrumpft?

Ich gestehe, daß ich spät abends noch Abkühlung suchte und deswegen bis kurz vor 9 bei leider immer noch lauschigen 27 Grad ein Stündchen radeln war, was mir auf dem Tacho einen neuen Höchstwert von 46 km/h bescherte, den dritthöchsten Wert seit Beginn der Messungen vor vielen Jahren und höchstem diesen Jahres. Angenehm war es nicht, nur mitten im Wald tolerabel, da, wo keine Sonne mehr schien. Aber möglicherweise hat es doch dafür gesorgt, das meine Synapsen wieder etwas knackiger klappern als vorher. In den gut beheizten Praktikantenstuben scheint das nicht so zu sein. Da klappern nur die Mäuse beim zusammenklicken der Klickstrecken für den nächsten Tag.

alt, aber immer noch gut

Ich habe keine Ahnung, warum die Tomaten aus dem Raketenwerfer in den tagesaktuellen Tickermeldungen der Welt mit aufgetaucht sind. Vielleicht, weil die Meldung zu gut ist.

das gibt's doch gar nicht - ein linker Polizist

RBB

Ein Berliner Polizist ist wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen vom Dienst suspendiert worden.

Der Beamte stehe im Verdacht, die Bewohner vor der Räumung eines Hauses in der Brunnenstraße in Mitte in einer E-Mail informiert zu haben. Er habe sich als Sympathisant der linken Szene ausgegeben.

auch dreist gelogen ist immer noch nicht wahr

BILD schert aus dem einheitlichen Mediengejammer, das eigentlich nur die widergekäute BKA-Nölerei ist, dahingehend aus, als daß sie meinen, Löschen sei unwirksam.

Das ist schon sehr dreist an der Presseerklärung des BKA und dem von der Welt abgeschriebenen Artikel vorbeigelogen.



Eine ebenfalls sehr zutreffende Zusammenfassung wie so oft bei Udo Vetter im lawblog.

Müsste es nicht umgekehrt heißen: Sage und schreibe 60 Prozent der beanstandeten Seiten werden innerhalb einer Woche gelöscht! Was sind die Russen, Amerikaner und Holländer doch für flotte Kerle; von denen können wir was lernen.

deutsche Spaßfußballer nur zweitklassig

Die FIFA hat endlich auch das Allstar-Top-Besten-Team der WM aufgestellt. Wie von Experten zu erwarten, gab es kaum Überraschungen. Die deutschen Safari-Kicker erweisen sich an der Weltelite gemessen als zweitklassig.

Gerade mal Lahm und Schweinsteiger haben es in die von Vicente Del Bosque virtuell trainierte Elf geschafft. Schweinsteiger hätte ich z.B. nicht gewählt.

Texas Chainsaw Massacre

Wie wurde der Jura-Student zum Kettensägen-Killer?

So befragt BILD heute seine Leserschaft, weil sie selber keine Ahnung haben und um Mithilfe bitten. Na da werden die doch geholfen.

Der hat sich illegalerweise den Film besorgt und ist so angefixt worden.

Herr Pfeiffer übernehmen sie.

Siehe auch Böse Filme zwischen Kunstfreiheit und Jugendschutz (1) und (2)

kleine Korrektur zur Besprechung ein Pressemitteilung

Ich wunder mich ja nicht mal mehr, daß heise, Spiegel und all die anderen in der langen Liste ziemlich merkbefreit die Quengelei der BKA-Presseerklärer wiedergeben. Wir haben ja vorgestern von einem Professor gelernt, daß die hohe Qualität der Mainstreammedien vor allem dadurch zustande kommt, daß sie alle das gleiche Thema beackern und voneinander abschreiben.

Halten wir fest. Verantwortliche des BKA jammern wie ein kleines Kind an der Supermarktkasse, weil es Süßes will. Das Süße ist in diesem Falle die Zensurermächtigung.

Und für Erwachsene lautet die Aussage: Das BKA fordert erneut die Ermächtigung für Zensurmaßnahmen.

14. Juli 2010

zur Wiedervorlage um die Jahrhundertwende

Deutschlands bester Klima-Experte (BILD) Prof. Mojib Latif (55) erklärt die gegenwärtige Wärme damit, daß es wärmer wird. Soweit haben wir das eigentlich auch ganz gut ohne ihn feststellen können. Was wir aber nicht wußten, das ist das folgende.

Latif geht sogar noch weiter: „Was wir jetzt erleben, ist erst der Anfang. Bis zum Ende des Jahrhunderts werden die Temperaturen – wenn nichts geschieht – um fünf bis sechs Grad steigen. Dann reden wir im Sommer von Hitzewellen mit fast 50 Grad hier in Deutschland.“

Na ich nicht. Ich graswurzel da schon einige Jahrzehnte vor mich hin.

Das kommt alles nur davon, weil der Kachelmann daran Schuld ist. Denn der Wetterexperte (BILD) sitzt im Knast und kann nichts für's Wetter machen.

Zeitlos

wir lieben feedback

Google, wir haben ein Problem.

picnik - dritter post

Es gibt auch eine hilfreiche Seite zu picnik. Für die gängigen Browser kann man sich eine Erweiterung installieren. Bin in chrome gerade am werkeln, aber da funzt die Erwiterung noch nicht ganz so elegant, wie die Bildbearbeitung selbst. Picnik kann keine Verbindung zu meinem picasa-Webalbum herstellen und zahnrädelt vor sich hin. Hergestellt wird da bei google nichts, dafür sinnlos Strom verbraucht. Und das bei der Hitze.



So, jetzt hab ich mal das Firefox-Plugin installiert. Da funktioniert alles einwandfrei. Picnik beißt sich mit zähnernen Rädern sogar bis in mein picasa-Webalbum durch. Screenshot sichtbarer Bereich / ganze Seite ist ebenfalls möglich. Picnik ist also wirklich ein geiles Teil.

picnik - Bildbearbeitung für Arme in der Praxis

Ich habe, versteckt in den Kommentaren der Bildagentur PPQ ein Foto gefunden, das geradezu zur Fotobearbeitung reizt, weil nichts an den Bild stimmig ist. Bis auf das Motiv. Das Motiv des Fotografen, das Bild zu machen, war stimmig. Das Motiv, das er dabei erwischte, das stimmte auch.

Es handelt sich um den Berlinpankowblogger, der ein kürzlich stattgefundenes Gewitter ablichtete.

In der Hoffnung, seine Erlaubnis* läge vor, habe immerhin die ersten 15 Jahre meines Erdwurmseins in Pankow verbracht... Ich fang nochmal an. Ich möchte kurz noch einmal picnik für Arme vorstellen und habe mir dafür ein sehr schwieriges Foto ausgesucht.

Ich kann jetzt schon das Fazit vorwegnehmen. Picnik hat das Zeug zu einer echten Killerapplikation. Ist schon ziemlich ausgefuchst, was google gestern unters gemeine Volk geschleudert hat.

Bild original (by Ole Krüger), auf 1600px verkleinert.



Bild mit diversen Schiebereglern in picnik verändert, hier vor allem Sättigung und Färben (über Menü Effekte erreichbar)



Bild in häuslicher Fleißarbeit gestaltet und hochgeladen, kein picnik sondern ein ordentliches 5-Gänge-Menü-Programm... Wobei... Wenn man sich mit allen Fietschers in picnik eingefuchst hat, dann kommt es nahe an ein 5-Gänge-Menü heran, man muß nur wissen, wo die Macher die Turbogänge versteckt haben.


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* berlinpankowblogger // 14. Juli 2010 um 20:31

Die Anmerkung: Genehmigung erteilt. Schön hast Du das gemacht. Und warte ab, wenn ich erst mit meiner Lumix eins bin und dann auch noch die Fotos bearbeite…


Der Eigner des Fotos hat auch noch einmal Hand angelegt.

picnik - Bildbearbeitung für Arme und Faule

Ich will gerade in meinen (unsichtbaren) Picasa-Alben etwas Ordnung herstellen, da sehe ich eine kleine Veränderung. Da ich ausschließlich online mit Picasa-Webalben arbeite und nicht mit der Software, kann das eine Killerapplikation sein, die google freigeschaltet hat.

picnik - Die Bildbearbeitung für Faule, Arme und Daus. Ich brauche sowas nicht, aber vielleicht der andere oder eine.



Hier mal eine quick and dirty Bearbeitung, ohne lange nachzudenken.



Ich habe Bildkontrast und Schärfe mit den Schiebreglern verändert. Das kommt dann raus.

ein krachiger screenshot

Die Seite von eventim ist sehr ansprechend, da ich mir meinen Restwunschsitzplatz auf dem Saalplan aussuchen durfte. Wunschplatz war längst weg, blieb nur noch mittig unterm Dach übrig. Naja, da wo der Krach zuweilen in den Ohren manscht.

Im übrigen sind beide Veranstaltungen fast ausverkauft.

Ich verstehe nur nicht, was ich mich an Karten erfreuen soll. Eigentlich wollte ich mich beim Krachmachen als solches erfreuen.

das Wetter - reloaded

1. März 2010

Alle reden vom Wetter - wir nicht.

Hitzewallungen beim Spiegel

Der Praktikant beim Spiegel wurde auserkoren, die Presseerklärung der Deutschen Post so umzuformulieren, daß sie niemand mehr versteht, was ihm bei den derzeitigen Temperaturen auch vorzüglich gelungen ist. Die Deutsche Post führt nämlich ab sofort die "echte email" ein, die die Spaß macht, mit der man emailen kann und wer weiß, was sonst noch. Und als Bonus gibt es noch was oben drauf.

"Mit dem E-Postbrief bringen wir das Briefgeheimnis ins Internet", sagte Gerdes.

Nur verriet uns dieser Gerdes leider nicht, was das ist, das Briefgeheimnis.

Weiter im Text: Online-Briefe sollen den rechtssicheren Briefverkehr über das Internet ermöglichen, etwa zwischen Verbrauchern und Behörden oder Unternehmen. Die Bundesregierung muss hierfür aber noch die Regularien festlegen.

Uuups, lese ich da richtig? Es gibt noch keine Regularien? In Deutschland? Einen rechtsfreien Raum? Ja pfui aber auch.

Egal entscheidend ist die Zukunft, denn das neue System mache E-Mails "genauso verbindlich, vertraulich und verlässlich" wie herkömmliche Briefe auf Papier.

Ach ja, wie unkompliziert und schön war es doch in früheren Zeiten.

ePOST - Der Email-Service der Deutschen Post

Liebe ePOST Kunden,

zum 01.03.2005 haben wir, wie am 18.10.2004 angekündigt, den Betrieb des ePOST-Portals eingestellt. Alle eMails und Kundendaten haben wir inzwischen gelöscht.

Wir verabschieden uns von unseren Kunden mit den besten Grüssen und einem herzlichen Dankeschön für die langjährige Treue,

Ihr ePOST Team


Wenigstens genauso lustig wie der Spiegel-Praktikant ist der bei BILD, denn dort heißt es:

Was macht den Service sicherer als normale E-Mails? Alle Absender werden bei der Anmeldung einmalig in einer Poststelle per Ausweis identifiziert...

Warum die Absenderidentifizierung elektrische Postbriefe sicherer macht als normalo emails, das erschließt sich mir jetzt nicht, wird jedoch alsbald ausführlich erklärt werden.

Interessant ist, was BILD über das Sicherheitsbonusfeature "Briefgeheimnis im Internet" (Gerdes) aufgeschrieben hat.

E-Mail kommt als Brief an: Der Brief wird online geschrieben und abgeschickt, die Post druckt ihn aus...

Brief kommt als E-Mail an: Der Absender schickt einen Brief an eine Servicestelle der Post, diese scannt ihn ein...


Erinnert mich alles irgendwie an China, wo ja die eine Hälfte der arbeitenden Bevölkerung an den staatlichen Firewalls sitzt und jedes Bit zweimal umdreht, das die andere Hälfte gesendet oder angefordert hat.

13. Juli 2010

der neue Weltmeister auf dem Cover des Kicker

Am Sommermärchen für Erwachsene wird weiter geschrieben und phantasievoller Lyrik freier Lauf gelassen. Im aktuellen Fachmagazin wird der neue Weltmeister auf dem Titel vorgestellt und seine Zukunft anorakelt. So hat man das Ergebnis der WM per Titelcover derart hingebogen, wie man es gerne gehabt hätte. Und das bei einer Zeitschrift, die vorgibt, Ahnung zu haben.

Wenn eines Tages doch mal die Aliens auf dem Planeten landen und nur dieses eine Heft finden, dann glauben die ernsthaft, Deutschland ist 2010 Weltmeister geworden. Kann man nur hoffen, daß die in Spanien landen. Eventuell wird da nicht ganz so doll gelogen.

viel Einfalt

Sensationell, was Professor Christoph Neuberger ausgeforscht hat. Wäre ich alleine nie im Leben drauf gekommen.

So vielfältig, wie Informationsangebote im Internet erscheinen, sind sie in Wirklichkeit nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), die am Dienstag in Potsdam vorgestellt wurde. "Die Gleichung 'Vielzahl ist gleich Vielfalt' geht nicht auf..."

Vor allem Ableger traditioneller Medien hielten auch online ihre führende Position. Viele Texte würden mehrfach verwertet. Zudem griffen die Anbieter häufig Themen von Konkurrenten auf.


Bisher dachte ich eigentlich, Spiegel und BILD, Sueddeutsche und Junge Welt, Titanic und Eulenspiegel, das sei irgendwie alles unterschiedlich und von hoher Qualität. Nun kommt ein Professor dahergeschlichen und behauptet, daß die alle das gleiche schreiben, weil sie voneinander abschreiben. Deinröhre, tittentorrent, Elektropost, kostengünstige Musik, Filme und Bücher, Kaufhäuser usw. gibt es im Internet überhaupt nicht und man sollte drüber nachdenken, vielleicht eine eigene Meinung zu äußern.

Unterm Strich sozusagen viel professorale Einfalt im Internet. Ich bin erschüttert.