26. Oktober 2010

zügige Widerspruchsbearbeitung bei google-Straßenglotz

Wie der Postillon zu berichten weiß, werden die Widersprüche gegen das Straßenglotzen auf google zügig bearbeitet und die Fassaden beanstandeter Häuser entfernt.

Auch in Berlin sind die Widerspruchsbearbeiter fleißig am Werkeln und machen Häuser vollkommen unkenntlich.

Canon-Werbung

Hier mal ein sehr schönes Beispiel aus der Welt der Werbung. Canon kann's ja egal sein.

Das Bild kommt ganz ohne Werbung aus und sagt trotzdem alles.

Dank an den Boston Globe.

geht dem Westen bloß nicht auf den Leim

Nun wiener ich schon den dritten Tag am doppelseitig haftenden Superteppichklebeband, nur um der Forderung des westdeutschen Gesetzgebung nach einwandfreier Übergabe an den nicht vorhandenen Ostmieter gerecht zu werden.

An einer kleinen Katastrophe hat sich wieder mal gezeigt, daß der Kapitalismus in keiner Sekunde an die Zukunft denkt, an die Folgen, die sein schändliches Tun der Menschheit bringt. In diesem Falle mich zum verzweifeln, ich, der vor 20 Jahren ganz einfach anzuwendendes und toll klebendes Papier von der Rolle untern Teppich klebte. Klebt auch heute noch toll und interessiert die Hersteller überhaupt nicht.

Glaubt den Versprechen und Einlassungen der kapitalistischen Werbeversprecher keine Sekunde, denn ihr werdet es bereuen. "Klebt super" heißt zwanzig Jahre später, seine wertvolle Restlebenszeit in erheblichen Umfang mit total sinnlosen Säuberungsarbeiten zu verbringen. Die interessiert nur euer Geld, jetzt und sofort. Was in zwanzig Jahren sein wird, das ist dem Kapitalisten vollkommen schnuppe.

Magath macht in Fußballorigamie

Laut Fußballzeitung ist die Karriere von Magath zu Ende. Stattdessen faltet er nun Party-Profis zusammen.

25. Oktober 2010

langer Rede kurzer Sinn

Sehr geehrter Herr Krempl. Ich habe keine Zeit für langweiligelängliche Artikel. Kurz und gut, ihr Überschrift hätte wie folgt artikuliert werden müssen:

BKA besteht weiterhin auf Befugnisse und die technische Infrastruktur für eine umfassende Zensur.

Fotostrecke: Ex-DSDS-Star schwer verletzt

Mit dieser Schlagzeile beglückt uns das wöchentliche Fotomagazin am Morgen des Montags. Da schlag ich die Wochenzeitung mal ganz schnell wieder zu.

Elendsbilder in Klickstrecken sind nichts für mich.

Da zieh ich mir lieber die brandaktuelle 2-Minuten-Meinung aus dem Führermagazin (s. 79) rein:

Hitler hatte die Hosen voll

24. Oktober 2010

Raucher müssen Dreckschleudern finanzieren

Die Schutzgeldmafia um Pate Westerwelle hat entschieden, daß die Raucher ihre Lebensabendalimentierung löhnen sollen.

Im Politsprech heißt das laut aktuellen Mafiamagazin:

Bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt einigten sich Union und FDP darauf, dass milliardenschwere Vergünstigungen für Unternehmen teilweise bestehen bleiben sollen.

Im Gegenzug sollen aber Raucher stärker zur Kasse gebeten werden.


Da freuen sich die Dealer mit ihren mobilen Verkaufsläden für Rauchwaren.

Erklärung zum Peronalausweis



Die BamS kann ja erklären, was sie will, aber den Peronalausweis brauche ich nicht.

23. Oktober 2010

Fernsehtip der Woche

Heute um 23:30 auf ARD-Retro die Ziehung der Lottozahlen von 1990, 42. Spielwoche.

Weltmeinung - hitlerlos



Ich schon, aber solange all die Möchtegernhitlers im Land ihr Ding tun dürfen, solange werden wir wohl die Hitlerei wirklich nicht mehr los.

Bin ich OBI oder was?

Ich habe ja noch Restarbeiten zu erledigen und stolpere täglich über Fehler, die vor 20 Jahren begangen wurden. Als der Westen noch frisch roch, wurde billige Auslegware feilgeboten. Die passenden Fixiermittel gleich dazu, entweder Teppichkleber oder doppelseitiges Klebeband.

Die Zimmer mit Teppichkleber sind weitestgehend vom Kleber befreit, da reichte Warmwasser, Geduld und Schnauze voll.

Das Klebeband klebt auch nach 20 Jahren wie huppatz. Fahr ich also am Nachmittag in meiner Unbedarftheit zum Baumarkt. Von Heimwerkelei verstehe ich genauso viel wie Westerwelle von der Außenpolitik und hab so viel Spaß dran wie Schäuble am finanzministern.

Ich habe also keine Ahnung, was ich will, davon eine ganze Menge, stürze in den Baumarkt und bin erschüttert. Gerade mal ein Männlein steht als Ansprechpartner zur Verfügung, was man aber lieber nicht machen sollte, denn der hat mit Bepreisung, Ware umschichten, Leute lenken schon genug zu tun, um mein Begehr nach Klebeandentfernung fachlich fundiert beantworten zu können.

Wurde ich in eine Reihe geschickt, in der eine Menge Reinigungszeug steht. Ich möge mir da das passende raussuchen. Was passend ist, hat er mir aber nicht verraten.

Die gehen wohl davon aus, daß ausschließlich fach- und sachkundiges Publikum das Heimwerkeridyll heimsucht, welches mindestens 20 Hobbybücher ihr eigen nennt und das Zuhausbastelnmagazin im Wochenabo in den Briefkasten gestöpselt bekommt. Ich bin da nur Störfaktor.

Na gut, ein paar vage Tips habe ich ja bekommen. Vereisungsspray und spachteln, oder Bremsanlagenpflegespray für's Auto. Das könnte ich auch mal versuchen.

Bin ich Obi oder was?

Heute würde ich sowas wieder wie in der DDR machen. ND großzügig auf dem Fußboden verlegen, weil das ist schön groß und Teppich rüber. Gut ist. Westkleister jeder coleur würde mir nie wieder in die Hütte kommen.

Im konkreten Fall der neuen Behausung habe ich gar nichts gemacht. Fußboden bleibt, wie er ist.

wie Deutschland funktioniert

Besser als BILD kann ich es auch nicht erklären.

22. Oktober 2010

Bilderrätsel

Ich habe keine Ahnung, was der Künstler mir sagen will, stells aber trotzdem mal rein. Einfach nur so. Damit's mal drin ist.

aus berufenem Munde

Harald Schmidt: Nazi ist kein Thema mehr.
Caroline Peters: Nee, nicht wirklich.


ab ca. 43:45

Zeitalter des in vollen Zügen lebens



Martens schreibt noch:

Kauft rechtzeitig alle Sachen, die ihr im Alter brauchen könnt und die haltbar sind, Kleidung, Möbel, Weinkeller, Cognac, Bücher, Musikanlage, das werden sie euch nicht wegnehmen, weil der Verwaltungsaufwand zu groß ist... Spart heimlich Geld, tut es ins Kopfkissen. Dort kriegt ihr zwar keine Zinsen, aber es wird nicht versteuert, keinerlei Abzüge, glaubt mir, at the end of the day fahrt ihr mit einem Kopfkissen besser als mit Banken und Versicherungen.

Genauso ist es. Mach ich schon seit 1990 und funktioniert prima.

ist ja Freitag, da tut ein Weltwitz gut

Westerwelle hält Multikulti für deutsche Realität

Na ja. Westerwelle hält sich ja auch für einen Politiker. Da kann schon mal so eine Bemerkung rausrutschen.

Welcome to the jungle

fefe

Demokratie ist deprimierend.

Fliegendreck

Ich bin ja zur Zeit nur auf Besuch im Internet, da andere Aufgaben Vorrang haben. Aber wenn es stimmt, was ich so im Vorbeilesen mitbekommen habe, dann besteht das Hobby des deutschen Innenministers in der Beschäftigung mit Fliegendreck.

Oder das Volk sei für ihn Fliegendreck. So genau habe ich mich da aus Zeitgründen nicht einlesen können.

Ihr könnt ihm ruhig glauben, ihr Arschlöcher, der meint das ernst.

Die sogenannte Arschlochgeste, ein Kreis aus Daumen und Zeigefinger, kostet den Beleidiger im Schnitt 750 Euro. (MDR)

21. Oktober 2010

Linkin Park - 1000 Sonnen

hart aber fair - für zehn Watt mehr

Hart war das Konzert. Sehr hart sogar. Fair war das Publikum zur Vorband (support act). Die schafften keine zwei Titel hinternanderweg zu spielen und betonten etliche Male, sie kämen aus Nordostengland. In Deutsch. Die Band überstand ihre halbe Stunde ohne Pfiffe und mit höflichen Applaus beim Abgang.

Ich weiß ja auch nicht, warum englische Nachwuchsschrammler immer wie The Clash klingen wollen müssen. Müssen sie eigentlich nicht.

Das mit den Vorbands ist auch so eine Sache, die man sich überlegen sollte. Oftmals vollkommen überflüssig, manchmal hilfreich. In wenigen Fällen kann man sich sogar die Hauptband sparen. Ging mir mal bei U2 im Olympiastadion so. Die Vorband war Klasse und hat ordentlich Dampf gemacht (Die Toten Hosen), dann kam U2 und langweilte sich ins Konzert rein. Bin ich nach dem dritten Titel aufgestanden und nach Hause gefahren. Damals, vor 20 Jahren, ging das noch. Die Preise waren halbwegs erträglich.

Gestern bin ich zwar nicht aufgestanden, weil leicht infektiös und fürchterlich mit Katarrh gehandicapt, doch auch im Sitzen habe ich ein Konzert vom anderen Stern erleben dürfen. Linkin Park hatte zum Auftakt ihrer Welttournee in die bekackte O2-World zu Berlin geladen und einen kometenhaften Start hingelegt.

Kurz nach 21 Uhr ging der Krawall los. Au Scheiße, dachte ich nach den ersten beiden Akkorden, jetzt kommt schon wieder so 'ne Klangbrühe hier hochgeschwappt, das kann ja sehr anstrengend werden. Aber denkste. Beim dritten Titel war die Anlage und damit die gesamte Halle eingepegelt und knackiger Sound durchpflügte die Luft, hin- und wieder von leicht süßliche Düften begleitet. Da ging wohl eine Tüte durch die Reihe vor mir. Es geht also doch, die Halle von O2 mit wohlfeilem Klang zu befüllen, es müssen nur die richtigen Leute am Steuerpult sitzen.

Mit einer sehr guten Setlist bot Linkin Park vier verschieden Alben dar, die sie mittlerweile auf ihrer Schaffensliste versammelt haben. Besonders gefallen hat mir "No more sorrow", das unter heftigstem Schlagstockeinsatz aller Bandmitglieder zelebriert wurde. Edel, sehr edel. Einen solchen Schlagstockeinsatz halte ich für sehr tolerabel, bei anderen bin ich da eher skeptisch.

Gestutzt habe ich, als "Crawling" dargeboten wurde, einstmals einer der härtesten Vorträge der Band. Gestern kam er als Schlager der Woche daher. Man kann erahnen, um wieviel härter sie ihrer beiden letzten Alben aus den Boxen scheuchten. Unter Einsatz von 10 Watt mehr. Das, so denk ich mal, geht kaum mit Ökostrom, das, so schien mir, geht nur mit Atomstrom, denn welche andere Herstellung von Strom kann schon in dermaßen kurzer Zeit dermaßen viel Watt bereitstellen, mit denen gestern Abend geklotzt wurde. Im Gegensatz zur Meinung von Herrn dpa, der wohl beim Pinkeln seine Agenturmeldung verschickte, gab es allerdings keinen ruhigen Titel während des Konzerts.

Der Unterschied zur glanzlosen Vorband bestand dann u.a. auch darin, daß die Amerikaner ihr Konzert 90 Minuten am Stück durchgezogen haben, keine Gequatsche zwischendurch, kein "Guten Abend Berlin, wir lieben eure Stadt" und solches Gesülze, kein überschwenglicher Abschied. Like Bob Dylan. Like I like it. Fast. Denn selbst Bob Dylan läßt sich ja inzwischen zu einem "Guten Abend Berlin" hinreißen. Mit Linkin Park passiert das nicht.

Vor fast zweieinhalb Jahren notierte ich im kulturellen Teil des Blogs:

Linkin Park ist das Beste, Härteste, Brachialste und Krachigste, was die USA zur Zeit im Auslandseinsatz haben.

Die härteste Band der Welt ist Linkin Park. Und diesen Platz kann der Band momentan niemand streitig machen.


Dazu stehe ich immer noch und setze als Berliner einen drauf. Vielleicht sind Linkin Park zur Zeit die beste Band der Welt. Zumindest solange Die Ärzte pausieren.

Konzert-Wertung: keine Wertung, da es sich jeder Richterskala entzieht

Und in ca. 4 Wochen kann ich mir auch das Bootleg auf meine Kiste ziehen. Die 10 Euro sind sehr gut vorgeschossen. Nur nebenbei, das gestrige Ereignis hätte durchaus für den offiziellen Tourmitschnitt gereicht. Den Fehler der letzten Tournee mit dem total abgefuckten englischen Mitschnitt (Kent - Project Revolution) würden sie damit nicht mehr wiederholen.