15. Februar 2021

Probeporno für die Gesangslehrerin

Am arbeitsfreien Wochenende im Wohnungsbüro habe ich mich heftig geärgert, als ich mitbekam, daß Sport in der Turnhalle ja doch stattfindet. Jetzt muß ich erst mal sehen, wie ich da so schnell als möglich wieder mit reinrutsche. Den Frust habe ich produktiv abgebaut.

Es ist mal wieder Zeit für einen heftigen Foodporn, dirty und versaut, wie es nur geht, zumal ich der Gesangslehrerin zu angemessenem Dank ver­pflichtet* bin, für den die Worte noch nicht erfunden sind, es kostengüns­tig in verbal rüberzubringen.

Wenn jetzt Faschingszeit ist, kann ich doch Pfann­kuchen mitbringen.

Ja, aber ohne Milch.

Das war gar nicht so einfach, denn auf meine Frage beim Bäcker, ob die ohne Milch sind, bekam ich nur ein Schulterzucken und die Blicke einer Ungläubigen zugeworfen. Ergo, da eh Langeweilezeit ist, muß man selber ran. Mit ohne Milch geht auch.

Also habe ich erst mal die Zutaten geholt. Vanille steht nicht auf dem Rezept. Schaden richtet die aber auch keinen an. Mit der einen Schote werden das die teuersten Billigpfannkuchen der Welt, denn der dm-Dro­gist ruft 5 Euro für eine Schote auf. Es sieht bei Mitbewerbern nur wenig besser aus, wenn man sich nicht auf billiges Aroma einlassen will. Flüssig­vanille, auch teuer, wäre aber die bessere Wahl gewesen, kann man sie gleich in der Hefesuppe mit einrühren.

Alles in allem artet die Herstellung in eine mittelschwere Sauerei aus, weil das Gelumpe besser klebt wie Merkels Büroleim, mit dem sie die Bau­mann an sich heftet.

Die erste Ladung ist fertig. Die sind dann alle mit Pflaumenmus bestückt worden.

Weil laut Rezept gerade mal 50 Gramm Zucker Verwendung fanden, habe ich sicherheitshalber noch etwas Alibizucker als Zugabe mit dreingegeben. Besser ist.

Die zweite Ladung (links) habe ich variiert. In einem sind Mandarinen und Pecannußsplitter drin, im nächsten nur Pekannußsplitter und im drit­ten wiederum Nüsse mit Pflaumenmus. Außerdem sind die 6 Pfannku­chen zu groß geworden. 8 Stück wärte die bessere Wahl gewesen und sieht auch noch nach mehr aus. Alles in allem kostet eines dieser Monster um die 1,40 Euro. Das geht eigentlich.

Pfannkuchen mit echter Mandarine schmeckt toll, mindestens dreimal besser als die furztrockenen Dinger vom Bäcker. Nußsplitter ist diskus­sionswürdig. Muß nicht, und wenn dochm dann sehr dezent. Variante zwei wäre, die Nüsse in der Kaffeemühle zu Pulver zu schlagen und das gleich unters Mehl zu mischen.

Der Probeporno wurde desterhalb gedreht, weil ich das noch nie gemacht habe und wissen wollte, ob das lecker wird und wie die Arbeitsschritte ab nach dem Ruhen des Hefeteigs sind. Ab da wird's säuisch. Geschmacklich tolle Teile. Dann kann ich jetzt den Porno drehen, da ich weiß, was ich anders machen muß.

Außerdem habe ich der Turnlehrerin noch eine Bestechungsmail geschickt. Wenn ich beim Sport sofort wieder ran darf, bringe ich selbstgemachten Pfannkuchen mit. Da sparen die beiden Damen** Mittagessen und Abendbrot. Die Antwort war verheißend. Ich soll mal vorbeikommen, dann schaut sie, wie sie mich eintakten kann.
--
* So ein Ärger, ich hätte das Angebot, daß sie mir auf dem Internetfernseher was vorturnt, doch annehmen müssen.

Nadja: „Es ist sehr ungewohnt. Man ist von der Technik abhängig, ob das WLAN gut ist. Die ersten beiden Stunden fand ich ziemlich unangenehm. Du musst auf den Bildschirm schauen und kannst dich selbst nicht richtig sehen. Als wir zum ersten Mal gemeinsam zum Chorus getanzt haben, hat unser Team das aufgenommen. Danach habe ich mir angeschaut, wie wir alle in unseren kleinen Kästchen auf dem Bildschirm tanzen. Das war toll.“
Wobei:
Nadja: „Video-chat ist toll, aber wenn man sich wieder spüren und riechen kann, wird es noch besser.“
Habe ich doch alles richtig gemacht.

Bei der Gelegenheit habe ich auch 30 Sekunden von dem Lied gehört, das sie auf den technsichen Stand des Jahres 2020 gebracht haben. Ist scheiße, aber egal, da für mich unwichtig. Da ist das aktuelle Video von Janet Devlin - Love Song (Visualiser) - um den Faktor 1000 besser, die Visualisierung sowieso. Außerdem hat sie einen netten nativen irischen Akzent.

Also, not to make excuses (but to *totally* make excuses) - I was the director, the lighting guy, the cameraman and the editor... so aye it is what it is :)

I clearly didn’t budget for wardrobe again haha but let’s face it, I’m hardly going to bathe with clothes on now am I? I’m not a complete weirdo...... Anyways, I hope you enjoy!

Die deutsche Kulturszene ist tot. Mausetot. Das war sie schon vor dem Wohnungsbürozeitalter. Corona ht es nur in aller Deutlichkeit kenntlich gemacht. Man vergleiche die Bravheit der keinen engel mit der Verruchtheit eines droganbhängigen, alkoholsüchtigen und depressiven jungen Mädchens.

But i have never written a love song.
Die alleine wuppt das ganze Schaffen der deutschen Popszene mal ganz locker. Momentan ist sie auf einer sauberen Lebensschiene, wie ich jüngst berichtete.

Gastautor

Es waren wohl auch britische Musikjournalisten – allen voran BBC Radio 1 Kult-DJ John Peel –, die für die westdeutsche Rockmusik den liebevoll-verächtlichen Begriff „Krautrock“ geprägt haben. Im Zweiten Weltkrieg war „Krauts“ ja das Schimpfwort der britischen und amerikanischen Alliierten für die deutschen Wehrmachtssoldaten und die Deutschen über­haupt. ... (in Analogie dazu schlage ich für den gegenwärtig populären deutschen Sprechgesang den Begriff „Kartoffelrap“ vor).

** Es handelt sich um zwei Trainerinnen. Insofern ist es mir unmöglich, dort mit nur einem Pfannkuchen aufzuschlagen und den Ratschlag feil­zu­bieten, sie mögen sich das gut einteilen und nicht alles auf einmal essen.