16. Juni 2010

manchmal ärgere ich mich ja

So, wie soeben geschehen, als es mir wie Schuppen aus den Haaren bröselte, warum ich nicht selber auf diese geniale Wortschöpfung gekommen bin.

Es gibt sie schon länger, doch erst seit heute hat sie das nötige Luftballongewicht, um als Stern am Himmel der Worthülsen seine Bahn zu ziehen.

De Maizière fordert Schulterschluss der Demokraten

Der Blick in die Kugel zeigt uns etwas von der Genesis des Spruches.

Christoph Matschie mahnt einen Schulterschluss der Demokraten an
Bündnisgrüne fordern Schulterschluss der Demokraten in Zossen
Landrat lobt den Schulterschluss der Demokraten
Gegen Nazis brauchen wir den Schulterschluss der Demokraten
OB Fenrich begrüßt "Schulterschluss der Demokraten gegen Rechtsextremismus"
„Wolfsburger Schulterschluss der Demokraten“
Zeichen für Toleranz: Der Schulterschluss der Demokraten
Schulterschluß der Demokraten üben!
Schulterschluss der Demokraten im Wahlkampf
Uwe Maag weiter: "Dabei ist der Schulterschluss der Demokraten bitter nötig
Es ist Zeit für einen Schulterschluss der Demokraten: egal, welcher Kultur.
achtete Aznar auf den staatsmännisch-überparteilichen Schulterschluss der Demokraten gegen die Gewalt
WM-Kurzpässe: De Maizière fordert Schulterschluss der Demokraten
Schulterschluss der Demokraten, Parteienstreit untereinander vermeiden.
Im Kampf für unsere Demokratie brauchen wir den Schulterschluss der Demokraten.
...
Spätestens hier war es mit dem Schulterschluss der Demokraten zu Ende.


Bleibt mir abschließend nur übrig, mich von dieser abweichenden Meinung vollkommen zu distanzieren:

...die können sich den Schulterschluss der “Demokraten” sonst wo hinschieben!

live and let tröt

Thomas Hummel

Wenn die Afrikaner (oder die europäischen, asiatischen, südamerikanischen Gäste) in die Tröte blasen wollen, dann sollen sie halt in die Tröte blasen. Dagegen massenhafte Proteste zu organisieren, ist schlichtweg lächerlich.

Hitler-Moderationen weiten sich aus

Handelsblatt

COMEBACK
Stefan Aust kauft den Nachrichtensender N 24


Na das wird ein Comeback für den Chefmoderator von N24 und ZDF. Da werden wir uns ja in Bälde 24 Stunden Nonstop-Führerfernsehen reinziehen können.

Verwaltungsfußballer

Ich habe bisher gar nicht gewußt, daß es neben Stürmer, Mittelfeldspieler, Torwächter, Libero, Ausputzer (gib's den noch?) oder rechter Verteidiger noch den Typus des Spielstandsverwalters gibt, den Verwaltungsfußballer. Seine Hauptaufgabe besteht darin, eine keine Niederlage zu verwalten.

Wenn das 10 von 10 Feldspielern machen, dann verkommt Fußball zu einem Verwaltungsakt. Dem rollenden Ball hinterher schauen ist genauso spannend, wie dabei zuzuschauen, wenn Verwaltungsakten über den Flur gerollt und treffsicher im zugehörigen Zimmer platziert werden.

Verwaltungsfußball ist auch genauso sportlich wie Aktenrollern. Er ist die perfekte Mischung aus Spannungsgehalt eines Tatort-Krimis und zielorientierter Aktenplatzierung.

Sie werden platziert, die Bälle. Fragt sich nur wann? Denn nur dann muß man auch vor der Glotze sitzen.

Angsthasen



Da war doch mal was?

Und da ist noch was.

15. Juni 2010

aus dem Nachlaß meines Vaters

Die Studenten an der Uni Rostock haben ihn Gauki genannt.

Sonderangebot zur Fußball-WM

Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern im Netz, die alle Highlights und alle Tore bei der Fußball-WM auf jeweils einer DVD anbieten, kann ich ein deutlich besseres Angebot machen, sofern das am Kap so weiter geht.

Ich biete euch alle Hochlichter und Tore zusammen auf einer 1,44" Diskette an.
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Ach ja, liebe Redakteure des Internetservers vom ZDF. Die aktuelle Begegnung lautet nach offiziellem FIFA-Code BRA - PRK, im vollen Wortlaut Brasil - Korea DPR (Demokratic People's Republic) und in deutsch Brasilien - Korea DVR (Demokratische Volksrepublik).



Sie lautet nicht Brasilien - Nordkorea, wie ihr es behauptet.



Aber vielleicht gibt es ja doch einen elend großen stinkreaktionären Haufen von Nazis in der Sportredaktion des ZDF, wie vorgestern behauptet wurde.

Überraschung

Damit hab ich nun gar nicht gerechnet, daß die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden.



Genau, und die Armen kaufen sich ein iPhone, weil sie sich einen DSL-Telefon-Anschluß nicht leisten können, wie uns das Fachmagazin für Armseligkeit offenbart.



Das geht jetzt seit mindestens 1000 Jahren so.



Wird Zeit, daß daran was geändert wird.

mehr Platz auf der Festplatte mit Sony




Ja wer hätte das gedacht. Da will man sich schnell mal zum persönlichen Gaudium die runde Fußballwelt auf deinröhre reinziehen, doch große Fehlanzeige. Frank Schöbel hat zu DDR-Zeiten seine Lieder also nicht nur im Fernsehen (DFF) und bei Amiga eingesungen, er war auch heimlich in Japan und hat dort für spätere Zeiten produziert, um dem Sony-Konzern ein kleines Zubrot zu sichern. Und der putzt jetzt das Netz. Gründlich. Im Index von deinröhre ist nichts mehr zu finden, was vor einem halben Jahr noch problemlos abrufbar war. Im Index der Kugel sind zwar noch Treffer gelistet, doch die führen ins Nirvana.

Mit Sony hat man also mehr Platz auf der Festplatte.

youtube gehört google. Das sei hier am Rande erwähnt. Zu deutsch, google kantet einen guten teil deutscher Kulturgeschichte aus dem Netz. Weil Sony es so möchte.

Die Konsequenz der Geschichte?

Ich kaufe keine Musik von Sony, da weiß ich, was ich habe.



Ole Ole, when germans sing...

Interestingly, the German Democratic Republic (to some of the audience better known as East Germany, yes the evil part on the right hand side of your 1950s map of Germany) also launched a record featuring schmaltzy Frank Schöbel but not its First Eleven. Unfortunately, the song “Ja, der Fußball ist rund wie die Welt” (isn’t there a hidden eternal truth in that line?) was not only banned by the SED from being played at the 1974 opening ceremony but also banned by Sony Music Entertainment from being uploaded on Youtube. Honi soit qui mal y pense.

14. Juni 2010

dem geschenkten Gaul ins Maul geschaut

Ich habe am 1. April einen O2-Surfstick geschenkt bekommen, einschließlich 5 mal tagesflache Rate zum Ausprobieren.

Den Stick werde ich wohl wegschmeißen, wenn ich bis Ende Juni die 4 Restraten durchgetestet habe.

Ich konnte förmlich dabei zuschauen, wie jedes Bit einzeln im Internet abgeholt und ausführlich geprüft wurde. Sofort lossurfen in ungeahnter Geschwindigkeit, das hatte was. Ich wußte gar nicht, daß der Datentransfer im Internet dermaßen langsam vollzogen werden kann. Da war ja mein erstes 14,4er Creatix-Modem eine Rakete gegen das, was O2 einem hier bietet.

Tja, war wohl ein Aprilscherz, lieber Medienkonzern.

Wieviel Blödsinn paßt in einen Absatz der Sueddeutschen?

Das frage ich mich, als ich den aus der New York Times übersetzten Unfug las.

Lithium, Eisen, Gold: Die USA haben in Afghanistan gigantische Mineralreserven entdeckt. Das Pentagon schätzt ihren Wert auf eine Billion Dollar - das verarmte Land könnte zum "Saudi-Arabien für Lithium" werden.

US-Geologen haben in Afghanistan einem Zeitungsbericht zufolge riesige Mineralvorkommen mit einem Schätzwert von fast einer Billion Dollar entdeckt. Die Vorräte an Kupfer, Lithium, Eisen, Gold und Kobalt reichten aus, um das von Kriegen und Bürgerkrieg zerstörte Land zu einem der weltweit führenden Rohstoff-Exporteure zu machen, sagte der US-Kommandeur für die Region, General David Petraeus, der New York Times vom Montag.


Genau darum ging es schon, als die Sowjetarmee in dem Land stationiert war. Das sind also keine neuen Erkenntnisse. Sie erhellen aber, worum es den Konzernen der USA wirklich geht.

Im übrigen hat die Sueddeutsche da was verwechselt. The New Yorker, das ist die sriöse Zeitung in den USA. Die sind fast immer treffsicher und liegen laum daneben.

TAZ lobt Reichsparteitag im ZDF

Stilsicher eingebräunt ist die heutige TAZ voll des Lobes. Die Zeitung erhebt die Übertragung des Spiels der "zaubernden Elf" im ZDF, dem Ereignis vollauf gerecht werdend, in den Rang eines Reichsparteitags.

Beleibt noch Luft nach oben. Sollten die deutschen Fußballer Weltmeister werden, wird die TAZ sicherlich irgend etwas mit Endsieg schlagzeilen. Soviel Ehre für Zauberer muß sein.

Daß ich das noch erleben darf.

Wahnsinn, TAZ!

Fußball-ABC für Dummerchen

Katrin Müller-Hohenstein:

Für Miro Klose sei sein Tor, genauer der Fehler von Australien-Torwart Schwarzer (kam zu spät aus seinem Kasten) ein „innerer Reichsparteitag“ gewesen.
Das ist umgangssprachlich sicher eine gängige, wenn auch flapsige Redewendung...


Und morgen erklären wir euch einen anderen Spruch von einem anderen Reporter.

13. Juni 2010

Socceroos mauled* by Germany

* mauled ist einer der härtesten Bezeichner für eine vernichtende Niederlage



http://www.news.com.au/

Cahill carded as Germans routs Socceroos
World Cup Disaster

http://www.foxsports.com.au/story/0,8659,27266783-5019291,00.html

Australia lose 4-0, given soccer lesson, embarrassed by Germany in Durban

Sidney Herald Morning

Socceroos mauled by Germany
Socceroos crushed
Pim Verbeek’s team was completely outclassed 4-0 by a slick and skilful Germany.

Man sich in Australien auch das kleine Arschloch anschauen.

Und da hamwa wieder unser Grundproblem.

Die australische Klickstrecke der Bilder ist von den Motiven her dreimal besser als die Langweiler beim Spiegel.

Allerdings ist die Ablichtung des Spiels Australien gegen Deutschland in der Klickstrecke beim stern wiederum dreimal beser als die asutralische.

Herr Patalong

Wenn sie schon einen Roman zum Tröten-Killer schreiben, dann sollten sie auch ordentlich erklären, wie es geht. Man braucht einen mehrbandigen, per Zahlen fütterbaren EQ, in den die Werte eingetragen werden. Dann experimentiert man im live-Modus etwas herum, da die Frequenzen nicht so ganz hinhauen. Und weil die Tröterei ein sehr komplexes Signal ist, kriegt man's auch nicht perfekt auf die Reihe.

Mir persönlich vollkommen wurscht, da ich den Ton eh abdrehen würde, wenn ein westdeutscher Reporter ein Sportereignis beschreibt. Da bin ich falsch sozialisiert worden. Es hilft mir also nicht weiter, wenn sie folgende Lebensweisheit festhalten:

Aber wenn man mehrere Frequenzen und deren Obertöne ausfilterte, könnte man den Ton am Fernseher durchaus wieder anschalten. Seit man sich da nicht mehr ständig Marcel Reif anhören muss, lohnt sich das ja sogar.

Vuvuzela-Killer

Das hat ja lange gedauert. Zwei Tage brauchte die Hacker-Gemeinde, um einen steilflankigen Filter zur Absenkung der Vuvuzelatröterei zu entwickeln.

Für den Vuvuzela-Killer brauchen wir also nur einen steilflankigen Bandstoppfilter, der die entspechenden Frequenzen herausnimmt. Hierzu eignet sich im Prinzip jeder moderne Computer, der über eine Soundkarte mit geringen Latenzzeiten verfügt und entsprechende Software.

Erste Anwender sind schlichtauf begeistert.

openschnitzelgreen am 13.6.2010 um 15:04:26 Uhr:
Das Ergebnis ist beeindruckend.


Nur mal so nebenbei, das könnte die produzierende Anstalt auch. Oder ARD oder ZDF.

HBS teilte SPIEGEL ONLINE mit, bisher habe weder eine deutsche noch eine ausländische Sendeanstalt die Produktionsfirma direkt auf das Vuvuzela-Problem angesprochen. Doch selbst wenn das Thema zur Sprache käme - Hoffnung auf Besserung gibt es kaum. "Eine Eliminierung oder Filterung des Vuvuzela-Geräuschpegels ist technisch ohne eine Beeinflussung des Gesamtsignals nicht möglich", sagte eine Unternehmenssprecherin.

Ich habe mal mit den angegebenen Werten etwas experimentiert und diese Einstellung mit einem akzeptablen Ergebnis erhalten. Beeindruckend ist es allerdings nicht.



Recht hat er, der Unternehmenssprecher, die Qualität des Signals leidet schon sehr, weil es sich eben nicht um eine simple cut-off-Frequenz handelt.

kurzer Zwischenruf zur Abkühlung

Draußen sind 14 Grad. Innen 25.

Und es war Sommer...

von der Leyen lieben

Rüdiger Suchsland

Merkel oder wie ich lernte, von der Leyen zu lieben

Wenn man Angela Merkel genau zusieht, beginnt man Ursula von der Leyen zu lieben.

Demonstrationen

Peter Muehlbauer

Demonstrationen sind die Wallfahrten des 21. Jahrhunderts: Die Teilnehmer erhofften sich wie bei den katholischen Äquivalenten Veränderung in einer verzweifelten Lage, deren Beseitigung außerhalb ihres eigenen Machtbereichs liegt.

Hacker-Ethik

Hal Faber

Die letzten Zuckungen der gerne bemühten Hacker-Ethik sind lange her, der Mythos ist verblasst und die Leiche im Keller so mumifiziert, dass das Stinken aufgehört hat.