30. Dezember 2010

früher war alles besser

leere Drohung

Assange droht mit Veröffentlichung aller Dokumente, geistert es durch alle abschreibewilligen Medien.

Da nur Praktikanten im Einsatz sind, wird diese Drohung natürlich nicht hinterfragt. Sowas ist immer noch Leyendecker und Prantl vorbehalten. Doch auch die halten still. Wie der Spiegel.

Niemand empört sich mehr, niemand ist mehr an Depschen interessiert, wikileaks ist Kinderkram von gestern.

Assange hat sich grandios verspekuliert, in seinem Glauben, die großen Medien seien ihm zu Diensten und würden ihrer journalistischen Pflicht nachkommen und die verifizierten und in den historischen Kontext eingeordneten Depeschen veröffentlichen.

Nix hat der Spiegel gemacht, außer ein paar Biertischparolen gedruckt, die eh schon jeder kannte, der es nie wissen wollte. Ansonsten ist der Strom der Dokumente erstaunlicherweise vesiegt. Und das Empörungsmagazin in Hamburg macht das, was am besten kann. 250.000 Depeschen im Giftschrank horten und wieder Boulevard für Universitätsabbrecher aufschreiben. Nur nicht an den Schlaf der Welt rühren.

Und jetzt ratet mal, wieviel Depeschen der Spiegel inzwischen verwurstet hat, um so das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Ich weiß es nicht. Aber bisher sind nicht mal 2000 Dokumente zugänglich. Da läßt sich ruckzuck ausrechnen, wann das letzte Blatt Papier im Netz auftaucht. Pi über Daumen ungefähr 10 Jahre, sofern es bei dem Tempo von ca. 2000 Blatt pro Monat bleibt.

Tja, Herr Assange, Medien haben ein Eigenleben, das mit ihren Wünschen nicht kompatibel ist. Jeder Internetnutzer in Deutschland über dem geistigen Anspruch von Gesichtsbuch oder Zwitscher hätte ihnen freiwillig mitgeteilt, daß man mit dem Papier des Spiegel nicht mal mehr Fenster putzt. Man will ja schließlich Durchblick haben.

Ich wünsche mir jedenfalls keine Total-Veröffentlichung (Welt).
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P.S.: Ich sehe gerade, daß im heise-Artikel ein Blogeintrag von Florian Rötzer verlinkt ist, der das ähnlich wie ich beschreibt.

Blutbad nach Sturmangriff



Dieser Tage haben wir ja den Schneeüberfall des via Norddeutschland angreifenden Winters miterleben müssen, der mangels Interesse der Taliban an dermaßen beschissenem Angriffswetter nunmehr als Ersatz für die Terrorpropaganda herhalten muß. Blutbäder finden woanders statt, nur nicht im Reichstag. Im Schnee z.B., wie das brisante Foto oben beweist. (rechte obere Ecke)

keine Haßpropaganda

Haßpropaganda

Ich hasse das.

29. Dezember 2010

Bauernregel für harte Winter

Die Wetterzeitung droht uns mit einem langen und harten Winter im Januar.

Im Januar schlägt der Winter weiter zu

Nach einer alten Bauernregel war das auch nicht anders zu erwarten: „Kommt weiße Weihnacht, wird der Winter lang und hart!“


Da fällt mir eine noch viel ältere Bauernregel ein.

Kommt heiße Maid nachts, wird der Pimmel lang und hart!

Pornoscanner mit hoher Fehlerquote

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es ist noch eisig Luft nach unten

Aus den herbeiorakelten Minus 30 Grad ist ja leider nichts geworden. Da geht noch was, wenn es gerade mal schlappe -23,4 Grad im Kosmonautendorf waren.

28. Dezember 2010

Ergänzung zu meiner Danksagung

Als hätte ich's geahnt, daß das ein meldepflichtiger journalistischer Knaller wird. Hab mir ja nicht umsonst für 2011 Gutscheine statt guter Wünsche erbeten.

Die Weltrevolution kommt via Internet

Schade, daß ich das nicht mehr erleben werde. Dauert mir entschieden zu lange. Und wenn sie kommt, kann ich den PC ja ausschalten. Dann kommt sie woanders.

Alles andere vor diesem Satz, es ist der letzte des Interviews, ist durchaus lesenswert.

Oskars Empfehlung

Jürgen Reents

Seine Empfehlung sei, »überflüssige Interviews« zu unterlassen, sagte Lafontaine im Interview mit der »Welt«. Daran ist mehr wahr, als der Interviewte vermutlich selbst meinte.

Wiederholung als Mutter der Weisheit

Ich bemühe mich gar nicht erst, mir was aus den Hirnporen zu schwitzen. Das haben andere bereits getan.

Matthias Wedel

Ja zur Zensur

In Ungarn werden ab Januar die Medien geknebelt (ein Pilotprojekt mit Fördergeldern der EU)...

Was den Kleber betrifft, würde ich mir ein solches Medienknebelgesetz auch hierzulande wünschen. Fernsehnachrichten, die nicht mehr verplaudert und eingespeichelt werden dürfen – dafür lohnt es sich schon, auf Pressefreiheit zu pfeifen...

Meine »Agenda« ... wäre kurz: SuperIllu verbieten, die ich für ein dreckigeres Blatt halte als BILD. SuperIllu fordert seit zwanzig Jahren ihre Leserschaft auf, den Rückfall in die Barbarei als »Glücksfall der Geschichte« zu lobpreisen, den Anschluss der DDR an das Mutterland für eine Revolution zu halten, sich an »schönen Erinnerungen an unser Leben in der Diktatur« die Füße zu wärmen und Helmut Kohl in allen ostdeutschen Stuben einen Hausaltar zu errichten. Sie ist ein durch und durch ideologisches Organ zur Gehirnwäsche an den Ossis und hat sich bereits den quirligen ARD-Sender MDR unterjocht.

Eine Gefahr für die Pressefreiheit stellt das Medienknebelgesetz (MKG) schon deshalb nicht dar, weil sich hierzulande alle Zeitungen und Sender bereits heute freiwillig an die Sprachregelungen halten, die Regierungssprecher Seibert ausgibt...

Über Weihnachten und bis Neujahr waren beispielsweise nur zwei Themen erlaubt: »Weihnachtsbräuche und das Jesulein« ... und »Plötzlicher Kälteeinbruch und mörderischer Schneefall«... Damit hat die Presse eine Disziplin an den Tag gelegt, wie sie nicht einmal die Prawda in der stalinschen Sonderperiode des verschärften Klassenkampfes nach Innen erreicht hat.

27. Dezember 2010

dem Klimawandel geht die Puste aus



Ein Schlag mitten ins Gesicht der Weltklimakonferenz. Selbst BILD weiß nicht mehr, was Klima und was Wetter ist. Was nun und vor allem wohin wandelt. Das Klima ist irre geworden, das Wetter hat sich verirrt und BILD blickt nicht mehr durch.

Diplom-Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst: „In den vergangenen Tagen haben sich die Temperaturen etwas 'verirrt'.“

Nun soll ihm, diesem irre gewordenen Klima, neues Leben eingehaucht werden. In persona eines Programme Manager, Communications and Media Relations. Die Stelle sei zum 15. Februar 2011 anzutreten, heißt es in der Job-Offerte.

Hauptaufgabe sei, so weiter

Under the overall guidance and supervision of the Secretary of the IPCC, the incumbent will perform the following duties:
(a) Direct and manage the media and outreach services of the IPCC, focussing on the role, work and results of the IPCC through efforts targeted directly to the media and the general public, in collaboration with key partners, in particular, governments, academics, inter-governmental and non-governmental organizations.


Ich übersetz das mal in schräges Deutsch.

Hey Leute, wir haben die Klimawandel-Propaganda dermaßen gründlich verkackt, daß wir einen neuen Propagandachef brauchen, der das alles wieder auf Vordermann bringt. Unter der weisen Führung von El Jefe des Weltklimarates möge er dawai dawai rabotan: Die Mediendienste des Weltklimarates auf Linie bringen und deren Ausflüsse den Medien und der Öffentlichkeit im direkten Kontakt vermitteln.

Außerdem sollen die Kontakte, insbesondere zu Presse, Fernsehen und Rundfunk vertieft werden, als auch die führende Rolle der Bedeutung im Bereich der sozialen Medien, worunter der Weltklimaratspersonalrat twitter, facebook und blogs versteht, wahrgenommen werden. (Punkt f)

Dann macht mal.

Haßpropaganda

Ich hasse das.

Lady Gaga unten ohne

Zumindest möchte es BILD seiner strunzdämlichen Leserschaft so verklickern. Nichtssagender Text mit nichtssagenden Bildern.

Wenn es trotzdem interessiert. Das verwendete Foto gibt es in oppulenter Größe ohne die Dümmlichkeiten der BILD hier. Noch.

Interessanter ist allerdings der Blick nach hinten.

Ich weiß gar nicht, was nun bei rausgekommen ist, als es darum ging, ob Lady Gaga nun eine Lady oder eben keine ist. Sie wird pingeligst genau beobachtet und jeder Hinweis ist der auf solche Informationen angewiesenen Teilmenschheit willkommen.

So macht man eine halbwegs korrekte Recherche, meine Herren BILD-Redakteure. Eure Mist könnt ihr in die Tonne treten.

Wer mal ein Foto von Lady Gaga unten (fast) ohne sehen will, um sich an der Diskussion beteiligen zu können, der besuche diese Seite, denn das hat uns BILD bisher verschwiegen.

Handentspannung ist besser als nüscht


heißer Furz

Dieter Krogmann 17:50 27/12/2010

... die WikiLeaks-Veröffentlichungen ...

... dass es sich hier nur um einen heißen Furz der US-Geheimdienst-Propaganda handelt.

Andererseits konnte man den Verbündeten, die in der nahen Vergangenheit nicht in der Spur des kriegslüsternen außenpolitischen Vorgehens der USA bleiben wollten und sich kritisch gegenüber den USA verhalten haben, mit den Veröffentlichungen mal so richtig gegen das Schienbein treten! Und all das kann man scheinheilig auf den bösen WikiLeak-Betreiber schieben.

Selbst der Papst bekam sein Fett ab.

Wie lange noch will sich die Welt mit dieser Posse an der Nase herumführen lassen?

Chaos mit Ansage

SPIEGEL ONLINE 27. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Bahn
Ausfall mit Ansage


Ich hatte ja am arbeitsfreien Wochenende noch einmal die Gelegenheit, mir ausführlich erklären zu lassen, wieso die Bahn in Nöten ist. Mein Rehkeulennachbar zur Rechten erzählte das so.

Vor einigen Wochen stand sein Chef in der großen Lokomotivenganzmachhalle, rieb sich freudig die Hände und meinte: So, nun kann der Winter kommen.

Wieso? Drehen sie sich mal um. Einmal ganz rum, um 360 Grad.

Ja und?

Hier sieht's genauso aus wie voriges Jahr. Da kann alles kommen, was will, nur nicht der Winter.


Erläuternd fügte er dann hinzu, daß die Chefs heutzutage alles Buchhalter sind. Da gibt es niemanden mehr mit ingenieurtechnischem Sachverstand, der fundierte Entscheidungen treffen kann. Die Entscheidungen werden nach Buchhaltungsstand getroffen.

Da muß z.B. ein Stromkontaktgeber ausgetauscht werden. Der sei nicht da, muß also bestellt werden. Es würde allerdings einer mit den und den Leistungsmerkmalen gebraucht.

Gibt es sowas?

Nö, muß angefertigt werden. Kostet 100 Euro, hält aber 20 Jahre.

Und der normale Ersatz?

Kostet 50 Euro und hält 2 Jahre.

Ja, aber wenn es den gewünschten nicht gibt, dann wird der lieferbare bestellt und eingebaut.

Alles klar, hören wir in zwei Jahren wieder voneinander.


Das soll heißen, daß es wesentlich nur 2 Naturereignisse und ein technisches für Bahnchaos gibt. Eisregen und Tornados. Da kann auch die beste Bahn nichts machen. Hinzu kommen plötzlich auftretende technische Pannen, wie sie überall passieren. Der Rest ist verwaltete Mangel- und Profitwirtschaft.

Im weiteren Verlauf des Essens wärmt man sich mit Erinnerungen an alte Ostzeiten (Eisenbahnmagazin aus Hamburg), als die Deutsche Reichsbahn auch im Winter fuhr.

Wetterwandel immer extremer

Nachdem die Vorhersagen der Wetterwandler schon für das arbeitsfreie Wochenende weitestgehend unzutreffend waren, schlägt der Wetterwandel nun gnadenlos zurück und will die verfehlten Planziele doch noch erreichen. Statt Minus 20 Grad, werden nun einfach Minus 30 Grad auf die Schippe gehauen und wir auf die Schippe genommen. Unterm Strich stimmt's dann doch wieder.

Danksagung

Liebe Leute, die ihr mir vor einem Jahr die besten Wünsche für 2010 geschickt habt. Das hat alles nix gebracht. Schickt mir für 2011 also Geld, Gutscheine (außer Tankgutscheine), Zigaretten und mich selbst auf Urlaub in den warmen Süden.