21. Februar 2011

Penisse in Lehrerin

Guttenberg hat Blödsinn geschrieben

und verzichtet unter Schmerzen auf den Doktortitel.

„Ich habe diese Arbeit selbst geschrieben. Ich stehe dazu, aber ich stehe auch zu dem Blödsinn, den ich geschrieben habe.”

Nichts anderes habe ich im vorherigen Post behauptet.

Wie immmer, wenn es um aufgeschriebenen Blödsinn geht, marschiert der Spiegel zeitversetzt, aber stramm in der ersten Reihe, damit das Motto des Hauses mit Leben erfüllt wird: Spiegel-Leser wissen mehr Blödsinn. So steht dann auch geschrieben:

SPIEGEL-ONLINE 21. Februar 2011, 20:58 Uhr
Plagiatsaffäre
Guttenberg will Doktortitel zurückgeben


Wir, hier, vom wissenschaftlich exaktem Zitierblog korrigieren die Falschaussage von jok/dpa-AFX, aus der der Spiegel-Praktikant falsch zitierte, dahingehend, daß Guttenberg keinen Doktortitel zurückgeben will. Er wird fürderhin auf die Führung des selbigen verzichten. Das ist die Aussage, die er getroffen hat.

wi(e)der die "Schummel-Vorwürfe"

Gegen einen ghostwriter sprechen die in Stein gehauenen Worte, er habe die von ihm verfaßte Dissertation selbst abgeschrieben. Oder so ähnlich.

Liest man sich einige Seiten durch, kann da sehr viel Wahres dran sein, denn es handelt sich weitestgehend um politischen Schwachsinn ohne jeden Tiefgang. Das ist genau das, was Guttenberg bisher auch in der Öffentlichkeit abgeliefert hat, entspricht also exakt dem Niveau, das ich von ihm erwarte.

Wenn jemand beauflagt war, ihn von der Tipparbeit zu entlasten, dann ein Bruder im Geiste, derer es leider mehr als genug gibt, oder jemand, der auf die Schnelle leicht verdiente Euro einsacken wollte.

Noch tendiere ich zu erster Ansicht. Diese politischen Plattheiten hat er selber auf- und abgeschrieben, weil er es nicht besser konnte, kann und können wird. :-)

Nebenbei, viel spannender ist eigentlich die TV-Krimi-Frage, wie das erpresserische Patt zwischen KTG und seinem schreibenden Geist ausgeht. Der eine hat sich verquatscht und behauptet, er habe wochenlang in die Cherry-Tastatur gehauen, aber die 40 Kiloeuro will er zurück, woraufhin der andere sagt, kann er gerne zurückhaben, aber dann sagt er allen, daß er Geld genommen hat, was er wiederum nicht sagen darf, weil er dann auch zugibt, daß er als geistlicher Schreiber vollkommen untauglich ist und auf seine Geschäftsgrundlage uriniert. Äh, selbige ruiniert.

Spannend ist momentan eigentlich nur dieses Duell, das in den Medien nicht stattfindet. Das ist der spannendste Tatort aller Zeiten, der nie gedreht wird, weil er aus dem richtigen Leben ist.
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weitere "Schummel-Vorwürfe"Plagiatsvorwürfe in der BILD. Britney Spears klaut ganze Liedzeile bei den Bellamy-Brothers.

Noch viel mehr Schummeleien bei ppq.

Doctor's coming home

Nur eine spaßige Randnotiz, da Termine und Einladungen ja weit vor dem "Schummel-Verdacht" des Dr. jur. a.D. in Sack und Tüten waren.

Beim Alumnitreffen* der Rechts- und Linkswissenschaftler der Universität Bayreuth wird o.g. a.D. die Festrede zur Doktorandenehre, äh, Doktorandenehrung halten.

21. Mai 2011, 16 Uhr: Festrede und Doktorandenehrung im Audimax

Gastvortrag von Bundesverteidigungsminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg im Audimax
im Anschluss: Preisverleihungen für RW-Doktoranden (Karl-Schmidt-Preis, Carl-Gareis-Preis) & Empfang



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* In ihrer Mehrzahl sind die Alumni diejenigen, welche von einem anderen ernährt werden...
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Beim Korrekturlesen und der Verifizierung der Quellen ist mir aufgefallen, daß es sich laut BILD um "Schummel-Vorwürfe" in einer "Schummel-Affäre" handelt. Das ist korrekt. Denn bisher steht im Raum, er habe nichts kopiert. Die Gegenseite wirft ihm das aber vor. Die Redakteure bei BILD sind manchmal auch nur arme Schweine, die aufschreiben müssen, was ihnen der durchs Abitur gefallene Wagner postalisch übermittelte. Merken tut man's bis heute, daß der das Abitur nicht geschafft hat.

Laut Spiegel (19:14 Uhr), handelt es sich beim Stellungskrieg gegen Guttenberg um Vorwürfe der Texträuberei.

auch mir mangelt es an Respekt für Scholz

Nicht nur Frau Miosga muß sich vorwerfen lassen, Herr Scholz keinen bis sehr wenig Respekt für seinen Wahlsieg zu opfern. Kein Wunder, daß die Hamburger Schriftsetzer maulen.
ARD-Moderatorin Miosga hielt es am Wahlabend nicht für nötig, dem Wahlsieger Scholz zu gratulieren. Gerade dieser Politiker hätte es verdient.

Einem Wahlsieger gebührt Anerkennung und Respekt. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um einen knappen oder einen haushohen Wahlsieg handelt, wie ihn die SPD in Hamburg mit ihrem Spitzenkandidaten Olaf Scholz errungen hat.

Und es ist mehr als selbstverständlich, dass man dem Spitzenkandidaten zu diesem großartigen Erfolg gratuliert.
Nun, als Wahlsieg würde ich das Ergebnis von Scholz nicht bezeichnen. Immerhin wollten gerade mal 27,53% der wahlmündigen Bürger Herrn Scholz die Bürgermeisterkette umlegen sehen. Andersherum gesagt. Eine überwältigende Mehrheit von 72,47% der Wahlberechtigten haben sich nicht für Scholz entschieden. So etwas als Wahlsieg zu bezeichnen, das grenzt schon an vorsätzlichen Betrug.

Großartiger Erfolg? Scholz? Wann und wo soll der denn stattgefunden haben?

Scholz beste Eigenschaft, so las ich dieser Tage, soll darin bestehen, seine Aktentasche in stilvoller Eleganz über einen Behördenflur tragen zu können.

Frau Miosga hat Herrn Scholz genau jene Anerkennung zugedacht, die ihm gebührt. Mehr ist nicht passiert. Und eigentlich war das alles keinen Post wert. Gesagt werden mußte es trotzdem mal.


Bild: Denkmal für den unbekannten Aktentaschenträger, Funchal (Hafen), August 2002

20. Februar 2011

was Scholz nicht zugeben wird

Jede Wette, daß Herrn Scholz in Bälde eine Menge Politsprech entsprudelt, nur keine Entschuldigung. Denn, auch wenn es weit vor 18 Uhr ist, ich kann eines schon verkünden. Er wird nicht die Traute haben, zuzugeben, daß ihn 70% der wahlmündigen Hanseaten nicht auf dem Stuhle der Bürgermeisterei sitzen sehen wollen, insofern stelle er sich diesem Votum und zieht sich ins Privatleben zurück.

Stattdessen werden wir einen Strahlemann erleben, dem ein drittes Ei wächst.

19. Februar 2011

Spitzel beim Gipfel

Ian Rankin
Im Namen der Toten
1. Auflage Taschenbuchausgabe, Mai 2009
Goldmann-Verlag
587 Seiten
9,95 Euro
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Veit Medick und Marcel Rosenbach
Berlin schickte fünf Spitzel nach Schottland
SPON 19. Februar 2011
1 Seite
kostnix, nur Überwindung
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Inspektor Rebus at it's best. Ein hochrangiger Politker wird beim G-8-Gipfel in Glasgow ermordet.

Nein, anders. Während des Gipfels kommt ein Politiker bedauerlicherweise ums Leben. Rebus ist Polizist, seit 100 Jahren in schottischen Diensten und glaubt nicht an den bedauerlichen Unfall, der ihm verklickert wird, denn spätestens als ein Geheimdienst Ihrer Majestät involviert ist, ist für Rebus klar, daß in diesem Falle alles anders läuft oder zu laufen hat.

Der Krimi paßt auf geschätzte 15 der 587 Seiten. Um den Schluß zu verstehen, müßte man noch 1 Seite aus der anderen Handlung klauen.

Eines der brillantesten Werke des Meisters subversiver Gesellschaftsbeschreibung, denn unter dem Alibi eines Politthrillers hat Rankin eine über 500 Seiten lange Expertise der Verkommenheit von Politikern und Innen verfaßt, die aus Gründen der Vermarktbarkeit im Buchhandel als Thriller feilgeboten wird.

Auf über 500 Seiten seziert Rankin den damaligen G-8-Gipfel, die Rolle von Geheimdiensten, Polizei und deren Spitzeln. Als Einzelkämpfer ist er verloren, aber er hat ein starkes Pfund in der Hand, seine polizeiliche Erfahrung. Dieses Pfund wechselt in einem deal mit dem Geheimdienstchef seinen Besitzer. Der hat anchließend nichts weiter in der Hand. Im Gegensatz Rebus. Der kann seinen finalen showdown an den Mann bringen.

Soll man 587 Seiten lesen, um auf einer halben Seite eine der excellentesten Lösungen eines Kriminalfalls zu erfahren? Ja, man soll dürfen, denn nebenbei erfährt man eine Menge über die Niederungen polizeilicher und geheimdienstlicher Tätigkeit. Alles natürlich streng nach den Regeln der Gesetze ... der Spannungsliteratur.

Soll man einen Spiegel-Artikel über Spitzel beim Gipfel lesen? Nein. Man erfährt nichts und wird nicht klüger. Bleibt also doch nur Rankin übrig, denn da erfährt man alles.

befremdliches Befremden

"Ich habe den befremdlichen Eindruck, dass die Polizei, die Justiz und die Stadtverwaltung das Demonstrationsrecht der Neonazis schützen, aber das Demonstrationsrecht der Demokraten dadurch einschränken", sagte Bundestags-Vize Wolfgang Thierse (SPD) SPIEGEL ONLINE.

Ich habe den befremdlichen Eindruck, daß Thierse dem im Grundegsetz verbrieften Recht auf Versammlungsfreiheit keinerlei Bedeutung beimißt. Der Mann ist eine Schande für die noch junge deutsche Demokratie.

Polizei, Justiz und Stadtverwaltung in Dresden tun gut daran, das Grundgesetz durchzusetzen.

zur Unzeit

Ergänzend zur Verlesung der Namen der Prinzenpaare, die beim Bundeskanzler, Frau Dr. Angela Merkel, geladen sind, vermeldet die Zeit erst heute den gestrigen Auszug der Journalisten aus der Bundespressekonferenz mit den folgenden Worten:

Der Regierungssprecher versucht tapfer weiter, das Routineprogramm abzuspulen – die Termine der Kanzlerin der nächsten Woche: "Am Dienstagmittag hält der Karneval im Kanzleramt Einzug ..."

Apropos, der Karneval im Kanzleramt, der ist längst da.

Zivilcourage im Kampf gegen Nazis

Der Innenministrant Sachsens hat es durch seine Zivilcourage im Kampf gegen die braune Pest sogar in die überregionale Presse geschafft.

„Man darf nicht von anderen Zivilcourage verlangen, wenn man selbst nicht mit gutem Beispiel vorangeht”, sagte Hövelmann. Er nahm am Vormittag im Haus der Gewerkschaften an einer öffentlichen Vorstandssitzung teil.

18. Februar 2011

wenn Guttenberg eine Erklärung verkackt

dann ist die Pressemeute noch höflich genug, dies zu verschweigen.

Kuckst du im Spiegel, die reuters korrekt als Quelle angeben. Oder bei BILD, die das gleiche Material von reuters in der rechten oberen Ecke mit ihrem Kackhaufen verunstalteten, um es als ihr Eigentum bezeichnen zu können.

Und kuckst du den Unterschied beim focus, die auch das Filmchen von reuters verwenden, aber etwas besser geschnitten. Um nicht zu sagen, genial aufbereitet.

Guttenberg Dissertation - 1. Ergänzungsband erschienen

Fußnoten

Rudi Mentair schreibt dazu:

... wärmstens zu empfehlen! unverzichtbar bei der erstellung wissenschaftlicher arbeiten wie z.b. einer dissertation.

was sonst noch in der Welt passierte

welt

Die Mitglieder der Bundespressekonferenz verließen daraufhin aus Protest den Saal und empörten sich heftig über den Minister.

sueddeutsche welt

Als verlesen wurde, dass Angela Merkel am Dienstag Faschings-Prinzenpaare aus ganz Deutschland empfangen wird, reichte es den meisten: Sie verließen demonstrativ den Saal.

ehrliche und offene Worte eines Polizisten

Polizeichef Hanitsch: „Insgesamt erwarten wir weniger Beamte als letztes Wochenende, dafür aber deutlich mehr an Gewaltpotenzial.“

Weniger Polizeibeamte mit mehr Gewaltpotential. Ja, so schaut es zuweilen auf Demos in Deutschland aus.

wenn blinde Hühner Körner finden

Dann werden sie ihnen geklaut. So geschehen mit den Körnern von Deppendorf, der die "Schummel-Vorwürfe" (BILD) kommentierte.

Der Kommentar geht so.



Jetzt nimmt die Sache skurrile Züge an, die ARD zensiert ihren Chefkommentator.

Wäre es eine Eigenleistung, wenn ich mir Kopfhörer überstülpe und das gesprochene Wort nahe am Original zu Papier bringe? Eigentlich ist es belanglos, Deppendorf legt dem "Baron aus Bayern" und "politischen Talent" den Rücktritt nahe.
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So, nun geht er wieder mal.

was noch zu sagen wär

Schummel-Vorwürfe

Mehrheitlich scheint das Volk hinter dem Minister zu stehen - Tenor der meisten Kommentare:
Die Schummel-Affäre wird aufgebauscht, dahinter steckt eine Anti-Guttenberg-Kampagne mancher Medien.


Ja.

Um es überschaubarer zu machen, sollte man nicht mehr die Plagiate aufführen, sondern das geistige Eigentum von Guttenberg.

Heute im Bundestag:

- Wo find ich'n den Kopierer?
- Der ist heut nicht da, muß zu Hause Kopien sichten.

Rückendeckung

Merkel gibt Guttenberg Rückendeckung, hieß es um 08:56 Uhr.

Was Rückendeckung für das richtige Leben bedeutet, kann man hier oder auch hier nachlesen.

Die des frühen Morgens versprochene Rückendeckung sieht dann so aus, daß Guttenberg vorerst vorübergehend (sic!) auf den Doktortitel verzichtet.

Dr. jur. a.D. Karl G. hat auch gleich das Ergebnis der universitären Prüfung der gegen ihn gerichteten "Schummel-Vorwürfe" (BILD) bekannt gegeben.

Und ich werde gerne bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorübergehend, ich betone vorübergehend, auf das Führen des Titels verzichten, allerdings nur bis dahin. Anschließend würde ich ihn wieder führen.

Früher nannten man sowas Feigheit vor dem Feind. Im heutigen Politsprech heißt das wohl, sich der Verantwortung stellen.

Zoll enttarnt Produktpiraten

Der Zoll am Flughafen Kunduz hat einen Versuch von Produktpiraterie unterbunden. Der Beschuldigte Karl G. soll versucht haben, eine Charge von ca. 500 Büchern in Umlauf zu bringen. Wie aus Zollkreisen verlautet, handelt es sich dabei jedoch um Plagiate.

17. Februar 2011

in der Haut des anderen

Die Qualitätspresse hat ja gottlob eine neue Sau, die unter großem Gejohle durchs Dorf getrieben wird, verfehlt aber wieder einmal das Thema.

Ich möchte nicht in der Haut desjenigen stecken, der die Doktorarbeit fürvon Guttenberg aufgeschrieben hat. Nach allem, was bisher an knackigem Text extrahiert wurde, kann es sich keinesfalls um einen Geistschreiber handeln.

16. Februar 2011

Klimawandel immer extremer - Jahreszeiten werden abgeschafft

Die Russen haben es vorgemacht. Die leidige Sommerzeit wird abgeschafft. Nun geht es ruckzuck, den nächsten Schritt zu bewältigen. Oxfam, Weltretter und Robin Hoods der Moderne, will die Jahreszeiten abschaffen, wie die Wetterzeitung aus Hamburg berichtet.

Selbst aus der kleinkarierten Sicht ihrer Wetterkompetenz können die Experten bei BILD scharfsinnig extrahieren:

Überall auf der Welt schlägt das Wetter immer gnadenloser zu.

um in Windeseile aus den Meßwerten ihrer Wetterstation zu schlußfolgern

Frühling und Herbst verschwinden, Sommer und Winter werden immer extremer!

Kühne Idee, die sich die Oxfamer da ausgedacht haben. Mal sehen, ob die Russen da mitmachen.