12. März 2011

wozu man eigentlich ein Handy braucht

Ich hatte ja mal geschildert, daß ich mich schleunigst aufmachte, eine neue Handykarte zu besorgen, als mein Vater schon fast im Sterben lag. Die hat insofern gute Dienste geleistet, da sie ähnlich wie von den afrikanischen Handynutzern benutzt wurde, nämlich nur, um aus dem Schlafzimmer im Wohnzimmer anzurufen, so daß Hilfe aneilen konnte.

Im April vorigen Jahres, nach seinem Ableben, hat mir meine Mutter das alles übergeholfen, sie braucht sowas nicht.

Habe ich ihr Mitte der Woche dann doch eines meiner Althandys vorbereitet und ins Krankenhaus gebracht. Siehe da, eine kurze Erklärung, wie das funktioniert und schwuppdiwupp konnte ich heute die Karte aufladen. Ist aber immmer noch deutlich preiswerter, als den Spielautomaten im Krankenhaus mit den Renteneuro zu füttern, denn diese Telefonkosten fußen auf Mondpreisen. Außerdem ist sie so unabhängiger beim Telefonieren.

Also, geht ja doch, daß sich technikferne alte Leutchen mit moderner Technik arrangieren, was prompt zur Nachfrage führte, ob sie sich nicht auch so eine Homenummer zulegen soll, wie ich sie habe. Sie braucht doch dann keine Telekom mehr.

Genau. Erkenntnisgewinn bringt so ein praxisbezogener Schnellkurs also auch noch.

Hoffen auf die Kernschmelze

Die deutschen event-Kanäle teilen pünktlich zur Brotzeit mit, daß die von ARD und BILD für den heutigen Tag angekündigte Kernschmelze nun doch nicht stattfindet, da die russische Regierung einem solchen Ereignis erst mal eine Absage erteilt hat. Gemeinsam mit dem Greenpeace-Atomexperten Tobias Münchmeyer hat der katastrophaleKatastrophen-Sender N24 jedoch kundgetan, daß es noch Hoffnung gibt, da die Japaner nicht in der Lage seien, einen Gau zu kontrollieren.

Damit können sich die laut Minister Röttgen seit dem Morgen vorliegenden Hinweise, dass in dem japanischen Reaktor eine Kernschmelze im Gang sei doch noch bewahrheiten und das deutsche Katastrophenszenario umgesetzt werden.

Hätten sie nun noch mitgeteilt, wann die Kernschmelze live übertragen wird, dann hätte ich mich eventuell auch hinreißen lassen, mir diese reinzuziehen. Hamse nich, ergo beschäftige ich mich mit sinnvollen Dingen. Orakeln ist nicht meine Stärke.

Doch jetzt kommt es noch viel dicker. Wie das Erdachsenfachblatt mitteilt, haben die Japaner mit ihren Atomkraftwerken einfach mal so die Erdachse verschoben und somit den Lauf der Welt verändert. (Spiegel) Jetzt ist mir auch klar, warum ich heute beim Radeln den Eindruck hatte, mich in Schieflage fortzubewegen.

Wegen der 10 Zentimeter bin ich jedoch kaum in Sorge. Genau vor einem Jahr hatten wir das schon einmal. Die von deutschen Forschern entwickelte Erdachsenrückmaschine hatte in kurzer Zeit alles wieder ins Lot gebracht.
Also, kein Grund zur Panik.

das ist Russenpropaganda

RIA Nowosti

Ein Reaktor des infolge des jüngsten Erdbebens betroffenen japanischen Atomkraftwerks Fukushima-1 wird nach Expertenschätzung nicht explodieren.

"Wir sind zum Schluss gelangt, dass es nicht zu einer (unkontrollierten) Kettenreaktion kommt", sagte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Sergej Kirijenko, am Samstag bei einem Treffen mit Regierungschef Wladimir Putin in Moskau...

Dabei versicherte Kirijenko dem Regierungschef, dass Informationen aus Japan objektiv und durchaus glaubwürdig seien.

SPD-Atom-Experte Gabriel zum Gau

SPIEGEL ONLINE 12. März 2011, 16:54 Uhr
SPD-Chef Sigmar Gabriel
"Der GAU ist eine reale und konkrete Gefahr"


Der Atom-Experte der SPD, Sigmar Gabriel, hat dem Fachblatt für Atome ein Interview mit obiger Überschrift erteilt.

Herr Gabriel, falls sie es noch nicht mitbekommen haben, weil sie pausenlos vor der Glotze hängen, es hat hier weit und breit kein Erdbeben, keinen Tsunami und keine explodierenden Atomkraftwerke gegeben. Die warmen Außentemperaturen sind darauf zurückzuführen, daß der Frühling ausgebrochen ist, wie ich auf geradelter Hin- und Rückfahrt zum Krankenhaus feststellen konnte.

Der Gau ist also weder eine reale, noch eine konkrete Gefahr.

Für Japan wiederum sind sie schlichtweg nicht zuständig, soweit mir bekannt ist. Überlassen sie es also den Japanern und den von ihnen georderten Helfern, mit der Katastrophe umzugehen. Sie, Herr Gabriel, gehören nicht zum notwendigen Expertenkreis.

Mit unfreundlichen Grüßen
Atomino

mit reichlich Verspätung

und hyperventilierender Berichterstattung schließt sich BILD meiner Meinung an und legt nun fest, daß es der Atom-Gau ist, nachdem sie sich bei einem Ex-Chef der Bundesatomaufsicht eine Zweitmeinung eingeholt haben. Jaja, als ob sich Atome beaufsichtigen lassen.



Ich war derweil mal im Krankenhaus und mußte als erstes die Frage beantworten, was denn in Japan passiert sei. Meine Mutter habe auch nur beiläufig davon gehört. Konnte ich erst mal nur mitteilen, daß es sich wahrlich um eine große Katastrophe, also zwei, handelt, um ein Erdbeben mit seinen Folgen und kurz darauf ein Tsunami mit verheerenden Zerstörungen. Das Fernsehen mache sicherlich auf hektischer Brennpunktberichterstattung, auch wenn hier alles ruhig und friedlich ist und überhaupt nichts passieren wird.

Das sieht denen ähnlich, ist wahrscheinlich schlimm, wie die wieder agieren, war ihre Antwort.

Den größten Teil meiner Berichterstattung nahm dann Maxl, der in Pflege befindliche Piepmatz, ein, der justamente sogar Henry Maske k.o. schlagen würde. Morgen dazu mehr in diesem Kino.

ARD und BILD einigen sich auf Kernschmelze

Ich habe keine Ahnung, ob es gerade einen Dauerbrennpunkt oder nur die erleben-sie-die-Apokalypse-live-Ticker gibt, weil wichtigere Dinge zu tun. Aber damit das Drama einen ordentlichen und forcierten Verlauf bekommt, wird schon mal die Kernschmelze verkündet. Dranbleiben, gleich erfahren sie mehr. Allerdings nicht in diesem Blog. Hier sind die Maxl-Wochen, und nur Maxl ist der Star der Sendung.

Sehr geehrter Atlas Verlag

Erstens teile ich ihnen auf diesem Wege mit, daß ich kein Abo für ihre Modelle abschließen werde.

Was den "W 50" auf ihrem Werbeprospekt betrifft, es war keineswegs ein Highlight des "W50", daß der Fahrer den Reifendruck während der Fahrt über einen Regler dem jeweiligen Gelände anpassen konnte. Das Vermögen besaß nur eine bestimmte Baureihe, auch Latsch genannt, weil diese Typen Latschenreifen hatte.

Qualitätsschlagzeile

SPIEGEL ONLINE12. März 2011, 11:42 Uhr
Angeschossene US-Abgeordnete
Ärzte feiern Fortschritte bei Giffords Genesung


Ja. Gefeiert wurde sicher beim Fastfoodlieferanten.

Maxl im Spaßbad

Bevor dieses Cäsium-Dingsda an seinem Fenster vorbeirauscht, hat sich Maxl nochmal ein ordentliches Bad in der Butterdose gegönnt. So macht der Weltuntergang wenigstens Sinn, mit Abfeiern im Spaßbad. Außerdem hilft das ja, wie wir noch aus der NVA-Zeit wissen. Nach der Atomübung ging es ab unter die Dusche, und die Welt war wieder in Ordnung.

es ist ein Atomgau

Sehr geehrte verfolgen-sie-die-aktuellen-Ereignisse-live Aufschreiber. Es handelt sich bereits seit gestern um einen Atomgau, falls ihr es immer noch nicht mitbekommen habt. Es ist also vollkommen überflüssig, über die Angst vor dem Atomgau zu schreiben, denn die Angst davor, die war vorgestern. Seit gestern ist die Kacke einfach nur noch am Dampfen.

Unfaßbar, wie blöd die Blöden sich selbst in einer Katastrophe gebieren.

11. März 2011

Maxl in Psycho

So, heute ist Maxl heimisch geworden, denn er hat sein Bimmelglöckchen malträtiert. Schnabelboxen vom Feinsten.

Ich habe ja keine Ahnung,was der Bursche macht, wenn ich außer Haus bin. Ich vermute mal, er schnarcht mächtig einen weg, um mir bei Wiederkehr zu beweisen, was für ein toller Bursche er ist.

Steck ich in den Kopf in die Stube, blinzelt er erst mal, braucht ein paar Sekunden, erzählt irgendwelchen Scheiß, den ich eh nicht verstehe, um dann in die vollen zu gehen. Dann wird sich bis zur Erschöpfung verausgabt. Wie ein Recke keckert er seinen Erfolg in den Raum, wenn er einen Adler verjagt hat. Adler sind alle Vögel, die größer und stärker als er sind, rein theoretisch. Ein Angstflug auf die höchste Beobachtungsposition im Zimmer, ein mörderisches Geschrei, der Adler ist weg. Anschließend erfolgt ein umfänglicher Report über diese Heldentat. Ich lasse ihn in dem Glauben, da es sinnlos ist, ihn davon zu überzeugen, daß die Thermonfenster den Hauptteil der Leistung einheimsen, daß er noch am Leben ist.

Möglicherweise ist er aber auch nur ein Mensch, somit ein Sonnenanbeter und bekommt einen Vogel, sobald die Sonne verschwunden ist, was in den letzten Tagen häufiger passierte. Bei Sonne ist er agil wie wasweißich, ackert den ganzen Tag ohne Pause. Wolken am Himmel versetzen ihn in Schockstarre. Er mag dann nur noch ruhen.

Am Abend hat er dann auf Psycho gemacht. Mal sehen, wer von uns beiden den Längeren hat. Ich hab den Längeren. Mußte er dann auch einsehen. Ohne Zwang und Druck landete er mit einer Stunde Verspätung in seinem Käfig, Licht aus, anschleichen, Türe zu, fertig. Licht an, damit er seinen Napf findet und sich den Bauch ordentlich vollschlagen kann.

Eines muß ich noch zurücknehmen, weil es so nicht stimmt. Für seine Hirse macht er zwar eine Menge, aber nicht zwingenderweise Kanzler, Volk und Vaterland verraten, denn heute war ihm sein Bimmelglöckchen weitaus wichtiger als die Hirse, an die er doch noch mit großer Verspätung und viel Genußfreude ran ist.

10. März 2011

spendabler Staat

Die im Bundestag vertretenen Parteien haben 2009 insgesamt rund 127,7 Millionen Euro an staatlichen Mitteln erhalten. (BILD)

Deutlich über hundert Millionen für schrottige Politik. Unfaßbar.

Streik der Lokfüher

Bei all dem Gedöns und Geschrei in den Qualitätsmedien ist es wohl notwendig, kurz mal zu erklären, worum es eigentlich geht.

Die Deutsche Bahn bezahlt ihre Lokführer eigentlich relativ gut. Die gefühlten 70 anderen Bahnunternehmen speisen ihre Lokführer im Vergleich dazu mit Hungerlöhnen ab. Die verdienen dort ca. 66% von dem, was die DB zahlt.

Der Streik, der eben auch die Lokführer der DB einbezieht, kann nur so funktionieren, denn wenn die außen vor bleiben, merkt ja keiner was, weil die Zugausfälle der anderen im Verspätungs- und Ausfallrauschen untergehen. Die Lokführer der DB wurden sozusagen als Geiseln genommen, um Ziele für alle anderen durchzusetzen. Darum geht es, um nichts anderes.

So, und nun sucht euch mal diese knappe Erklärung in den Qualitätsmedien.

Deutsche, wettet nicht bei Deutschen!

Deutschland führt den Hartz-IV-Stern ein, um der staatlichen Vormundschafts- und Aufsichtspflicht besser nachkommen zu können, nachdem ein Gericht feststellte, daß es verboten sei, Wettscheine von Hartz-IV-Empfängern anzunehmen, da Wetten auf Niederlagen des FC Bayern zwar sicher wie eine Bank sind, dennoch nicht zur Grundsicherung gehören. Beiläufig wurde noch festgestellt, daß dies ebenso auf Alkoholika und Tabakwaren zutreffe.

Das ist ein schwerer Schlag für all jene, die die 5 Euro Erhöhung an Monatssalär über hatten, weil sie nicht mehr auf einen Platz an der Sonne wetten, da sie nicht die Versehrtenrente von Frau Lierhaus finanzieren wollten.

Das Bundeskabinett habe den Sachverhalt einvernehmlich beraten und empfohlen, den Hartz-IV-Stern einzuführen, um so den zahlreichen kleinen Zeitungsläden, die mit dem Verkauf von Fahrkarten, Bierflaschen, Tabakwaren und Lotto-Scheinen gerade so über die Runden kommen, die Umsetzung dieser gesetzlichen Pflicht zu erleichtern. Bürger mit aufgepinntem Hartz-IV-Stern dürfen zukünftig nur noch eine Zeitung und zwei Fahrscheine erwerben.
-----
P.S. an die BILD. Es handelt sich mitnichten um ein Lotto-Verbot für Hartz-IV-Empfänger, sondern um ein Annahmeverbot für deren Lotto- und Wettscheine. Das macht einen Unterschied. Die Hartzies können zocken auf Deibel komm raus, nur nicht bei staatlichen Behörden.

9. März 2011

Gabriel mit Sinnestäuschung

Die Welt zitiert Herrn Gabriel, besser bekannt unter seinem Tarnnamen Pop-Beauftragter der SPD, mit dem Satz:

"Merkel hält am liebsten die Bevölkerung zum Narren"

Reingefallen, denn die Bevölkerung hör der Merkel gar nicht mehr zu. Wenn Herr Merkel jemanden zum Narren hält, dann sind es Leute wie sie, Herr Gabriel, die Multiplaktoren kruder Politik. Es handelt sich also gerade mal um etwas mehr als eine Handvoll Leute, die sich Merkel als Narren hält.

Maxl und die Nackedeis

Zuerst mal mußte ich Maxl heute beibiegen, daß sein Frauchen etwas länger in der Klinik zubringen muß, da einige Meßreihen noch unzuverlässige Ergebnisse bringen und somit einer Klärung bedürfen, was ihn nicht weiter sonderlich interessiert hat. Er war gerade mit seiner Hirse am Kämpfen.

Dann hab ich aus Mangel an Erfahrung den Untersatz einer Butterdose als Wasserreservoir auf den Käfig gestellt, weil ich die Vermutung hege, daß er an den Napf im Käfig nicht rangeht.

Was macht der Schlawiner? Betrachtet einen Butterdosenuntersatz als Spaßbad und saut die halbe Wohnung ein. 20 geschlagene Minuten hat der mit der Pfütze gerungen, bis er mit sich und dem Unheil, das er angerichtet hat, zufrieden war und andere sinnlose Beschäftigungen aufregender fand.

Hab ich ihm doch gestern zwecks sinnlicher Bespaßung ein paar Nackedeivideos aus dem Internet vorgeführt. Aber hallo, wie der vor lauter Verzückung den Kopf verdreht und mit den Augen gerollt hat. Das ist mir ein tüchtig versauter Bursche. Gottseidank, kann er ja nichts verraten und behält das für sich.

Der schönste Wettbewerb für ihn ist aber immer noch, wer schneller Hacken kann, ich auf der Cherry-Tastatur oder er mit seinem Schnabel. Ist ein komisches Duett, funktioniert aber ganz gut.

unbegründeter Verdacht bezüglich Spiegel

Hatte ich gestern den Verdacht geäußert, der Spiegel könne Ambitionen haben, ein seriöses Nachrichtenmagazin zu werden, dann läßt sich heute bereits mitteilen, daß der Verdacht jeder Grundlage entbehrt.

SPIEGEL ONLINE 09. März 2011, 15:02 Uhr
Politischer Aschermittwoch
Gaudi mit Guttenberg


In der pingeligst aufgelisteten Reihe der Dampfplauderer fehlt unter anderem Gysi, der mit seiner Aschermittwochsrede garantiert für Gejohle und Gelächter gesorgt hat, denn launig Spaß verbreiten, das kann er definitiv. Jemanden den Spaß verderben allerdings auch.

Sogar die Welt schafft es, ein ausgewogenes Spektrum an Belanglosigkeiten zu veröffentlichen, woran der Spiegel scheitert.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

8. März 2011

Deutschland einig Presseland

Liebe Qualitätspraktikanten, auch wenn ihr aus Mangel an Phantasie eine falsche Behauptung mit vier Worten ausdrücken könnt, statt euer Hirn zu bemühen und selber etwas zu erfinden, sei durch mich der Weg zum Licht der Erkenntnis aufgezeigt.

Hier erst mal der tagesaktuelle Guttenberg.

Blackout - Stromausfall legt Bundestag lahm
von bild - 14:58 (Vor 5 Stunden)
-----
Blackout in Berlin: Stromausfall legt Bundestag lahm
von spiegel - 12:07 (Vor 7 Stunden)


Das sind, zumindest was den Spiegel betrifft, gleich zwei Falschaussagen mit 7 Worten. Blackout in Berlin ist sowas wie ein Dauerzustand in der Stadt, deren Lebensäußerung.

Ich selber rege mich schon gar nicht mehr auf. Stand ich gestern auf dem S-Bahnhof, harrte des Zuges in die Stadt und hörte stattdessen den lustigen Spruch, wegen eines Weichenfehlers sei der S-Bahn-Verkehr erheblich gestört und unregelmäßig, es könne zu Verspätungen kommen. Genauso kam es natürlich auch.

Den Weichenfehler habe ich mir am Abend dann fachmännisch erläutern lassen. Der geht so, daß in Berlin im wesentlichen nur noch ein Stellwerk für den gesamten S-Bahnverkehr zuständig ist, das elektronisch gesteuert wird. Das hatte die Hüpfe gemacht, nicht die Weiche. Ein klassischer single point of failure. Nichts ging mehr. Nicht viel jedenfalls. Dazu kommt, daß es keine Fahrdienstleiter mehr gibt, die Mumm in den Knochen haben, weil sie ihren Job behalten wollen. Desweiteren ist der weit verbreiteten aktuellen Baureihe der S-Bahn seitens des Eisenbahnbundes-amtes strikt verboten, auf Sicht zu fahren, also bis an den Arsch des Vorgängerzuges heran, was ja in der DDR bei solchen Vorkommnissen durchaus üblich war. Am Signal ist prinzipiell Halt. Das hat mit den noch immer nicht behobenen Fehlern bei den Sandbehältern für die Bremsen zu tun. An dieser Anordnung führt kein Weg vorbei.

Dito für den Bundestag. Wer ein Konzept genehmigt, das nur eine einzige Stromzuleitung in das Gebäudeareal zur Folge hat, der gehört eingesperrt. Stellt euch vor, heute wäre der Kriegsfall zu entscheiden gewesen, hätte wegen Stromausfall verschoben werden müssen. Was für eine Peinlichkeit, wenn Deutschland wegen Stromausfall den Kriegseintritt verpaßt.

Und auch der zweite Teil der Aussage ist schlichtweg gelogen, denn die Lähmung des Bundestages ist, wie für die Stadt selbst, die vorherrschende Lebensäußerung des hohen Hauses. Wachkoma als Dauerzustand politischen Aktivismus. Daran haben wir uns ja auch längst gewöhnt. Nichts wird bewegt, weil sich niemand bewegt.

Der einzigen Aussage, der ich vollinhaltlich, hundertprozentig, Beifall klatschend und Jubel artikulierend zustimme, ist diese.

"Wir sind arbeitsunfähig", hieß es bei der Grünen-Fraktion.

Ich habe in meinem zwanzigjährigen Zweitleben noch nie eine solch zutreffende und prägnante Aussage über die Grünen gelesen. Und das auch noch im Spiegel, der sie wie viele andere von amz/flo/dpa/dapd geguttenbergt* hat. Wollen die etwa wieder ein seriöses Nachrichtenmagazin werden?
-----
* Bei über 2000 Treffern habe ich das Original der Aussage auf die Schnelle nicht finden können.

teures Vergnügen



Ja, so sind sie, die Berliner, finanzieren ihre Schlaglöcher selber und geben für die Bespaßung der Autofahrer 25 Millionen aus, damit die aus Mangel an eigener Knete das Fahrgefühl eines Lowriders vermittelt bekommen. Endlich mal eine Meldung über sinnvoll angelegte Steuergelder.