24. November 2006

Blechredner



Das bietet uns SPON heute als Blechredner an. Sicherheitshalber von einer Agentur und fernab der Heimat abgelichtet.

Dabei ist es von der Hauptstadtredaktion des Hamburger Magazins nicht allzuweit, um gleich eine ganze Galerie von Blechrednern besichtigen zu können.

Ein guter Ausgangspunkt ist z.B.:
http://www.bundestag.de/mdb/bio/index.html

Mir fallen allerdings noch etliche andere Galerien ein.

hängt die Boten

SPIEGEL ONLINE - 24. November 2006, 18:07
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,druck450628,00.html
BRIEF AN SIEMENS-MITARBEITER
"Schlimme Nachrichten richten großen Schaden an"

Zusammen mit Vorstandschef Klaus Kleinfeld schrieb Pierer in einem Brief an die Mitarbeiter: "Die schlimmen Nachrichten über immer neue Einzelheiten, die sich aus den bisherigen Ermittlungen ergeben, richten großen Schaden an."

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Vollkommen überfordert die beiden Topmanager. Also doch Nieten in Nadelstreifen.

Dabei ist es so einfach: Hängt die Boten! Dann gibt es auch keine schlimmen Nachrichten mehr, die Schaden anrichten können.

genial

SPIEGEL ONLINE - 23. November 2006, 15:14
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-450361,00.html

Wowereit bei Bürgermeister-Wahl durchgefallen

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    ND 24.11.2006, S. 6

345 Euro reichen fürs Leben



Ergänzend heißt es dazu im Internet:

345 Euro reichen fürs Leben

Müntefering begrüßt Urteil

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering hat die Bestätigung der Hartz-IV-Regelsätze begrüßt. "Ich finde es natürlich gut, dass das Urteil so ausgegangen ist", sagte der SPD-Politiker in Berlin. Die Entscheidung der Kasseler Richter habe ihn nicht überrascht, da der Regelsatz von 345 Euro monatlich plus Wohngeld sorgfältig berechnet worden sei.

"Das ist ja keine willkürliche Festsetzung, sondern das gründet sich auf eine Einkommens- und Verbrauchsstatistik", sagte er zur Begründung. "Da wird genau festgestellt, was ist die Basis für ein Existenzminimum."

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Kann durchaus sein, daß das rechtens ist, wie die Richter feststellten. Gerecht ist es trotzdem nicht. Diese hochbezahlten Robe tragenden Quacksalber haben wieder einmal nachgewiesen, daß sie zwar von Tuten (oder eher Tröten) Ahnung haben. Blasen kennen sie allerdings auch nur aus den Polizeiprotokollen, weil da oftmals drin steht "die Polizei hat einen blasen lassen".

Hartz-IV führt zur sozialen Ausgrenzung. Und das sogar vollautomatisch. Wegen der 345 Euro.

Und wenn sich das ZDF dann erdreistet, genau das als behauptende Überschrift auf eine ihrer vielen Internetseiten zu setzen, dann zeugt das nur davon, wie staatstragend und -nah das Zipfelmützen- und Dumpfbacken Fernsehen ist.

Daß der Asozialminister das Urteil begrüßt und beklatscht, bedarf eigentlich keiner herausgehobenen Erwähnung. Das ist nunmal sein Job. Alles andere würde ihn machtpolitisch untragbar machen.

Eines sei ihm noch mit auf den Weg gegeben. Sorgfalt ist beim Rechnen schlichtweg impliziert, sonst wäre es nicht Rechnen sondern Zahlenrätseln.

Mit der zitierten Aussage tritt er also zum wiederholten Male den Nachweis seiner Überforderung an. Der Mann ist und bleibt eine intellektuelle Niete, denn erforderlich wäre eine am durchschnittlichen Bedarf orientierte Berechnung. Die von ihm als Behauptung angeführte "Einkommens- und Verbrauchsstatistik", bezogen auf Hartz-IV, ist bereits in ihren mathematischen und statistischen Grundlagen fehlerhaft angelgt. Das kann er sich bei Gelegenheit mal von einem Mathematiker oder Statistiker erklären lassen. Ich bezweifle allerdings, daß er das versteht.*

Ein Aspekt verdient allerdings Beachtung. Der Asozialminster steht für ein Rechenwesen, das als Ergebnis gerade mal die "Basis für ein Existenzminimum" ausweist.
Das ist eine glasklare Ansage.

Auch an ihn geht deswegen der Vorschlag, daß er doch sehr wohl bittschön eine parlamentarische "Intitiative zur Keulung Langzeitarbeitsloser" einbringt. Damit auch das rechtens ist. Man könnte ja ein Zeitfenster festlegen. 3 Jahre Hartz-IV, also Existenzminimum+Mite-Warmwasser, das ist noch tragbar. Ab viertem Jahr wird gekeult, zuzüglich einer Widerspruchsfrist von 4 Wochen.

Müntefering ist nichts weiter als ein menschenverachtendes machtbesessenes Politmonster.
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* Am Beispiel der PISA-Studie mal deutlich gemacht:


24.11.06 | Bildungssplitter
PISA-Daten doch nicht ganz falsch

"(ND-Meyerhöfer) Vergangene Woche sorgte die massive Kritik des Münchener Physikers Joachim Wuttke an der PISA-Studie für Furore. Der Datenspezialist hatte unter anderem behauptet, alle Aufgabenschwierigkeiten bei PISA seien fehlerhaft berechnet worden. Dies nahm Wuttke jetzt zurück...
Der Befund richtig gerechneter Daten ist beruhigend. Zwar erfahren wir aus PISA nichts Neues, ...zwar testet der Test nicht, was er testen soll und die Theorie drumherum ist nur Fassade, aber immerhin sind die fehlerhaft erhobenen Daten richtig zusammengerechnet."

Soweit zum Thema sorgfältige Berechnung.

Ergänzungen

    ND 24.11.2006, S.6
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SPIEGEL ONLINE - 23. November 2006, 09:14
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-450226,00.html
NEUER GEFÄNGNISSKANDAL
Häftling zwang Mitgefangenen, sich die Pulsadern aufzuschlitzen


Das ist kein neuer Gefängnisskandal. Das ist Gefängnis. Zur Erinnerung an SPON noch einmal in ihrer eigenen Schreibe. Wie bereits in dieser Anmerkung erwähnt.
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Und weil sich ein ganzes Land, also vor allem die Medien und die Politiker, die einen Kuli oder ein Mikro vor ihrer Nase sehen, weil vor allem die sich dieser Tage wundern, allen voran der Wunderknabe Stoiber, hier einige ergänzende Informationen:

Ein echter Loser

"Dass der Täter nicht nur ein emotional verwirrter Geist (wie unter Pubertierenden in diesem Alter üblich), sondern obendrein auch ein "echter Loser" war, hat er selbst auf eindrucksvolle Weise demonstriert. Nicht einmal seine Tat hat er, anders als sein prominenter Vorgänger, "ordentlich" hingekriegt - trotz großmäuliger Ankündigung im Netz. Zum Glück für jene, die seine Opfer gewesen sind oder hätten sein können."

"Ich will R.A.C.H.E" - der vollständige Abschiedsbrief
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SPIEGEL ONLINE - 23. November 2006, 13:21
URL: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,450221,00.html

Amokläufer verschickte Video mit Tatankündigung an Freunde

Internet-Kontrolleure sollen versagt haben

Nach Informationen der "Neuen Presse" soll Sebastian B. in einem Internet-Forum seinen Amoklauf angekündigt haben. Dieses Forum soll von jugendschutz.net kontrolliert werden. Jugendschutz.net hat dem Bericht zufolge am 27. Oktober in einem Brief den Betreiber des Suizidforums, auf dem sich Sebastian B. drei Wochen vor der Tat ausgelassen haben soll, wegen jugendgefährdender Inhalte abgemahnt.

Am 2. November habe der 18-Jährige im Internet-Forum waytodeath.com auf die Frage, was er jetzt am liebsten tun würde, angekündigt: "Mir SP (Sprengstoff) besorgen, meine 45 und 12er Vorderlader laden, und Leute umlegen." Laut Forumsregeln wird sofort die Polizei informiert, sobald konkrete Taten angekündigt werden. Der Betreiber habe aber nicht reagiert, berichtet das Blatt
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SPIEGEL ONLINE - 23. November 2006, 17:44
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,druck-450400,00.html

Schüler stellten "Todesliste" ins Internet

Zwei Schüler in Osnabrück haben sich einen geschmacklosen Scherz zu einem schlechten Zeitpunkt erlaubt: Sie sollen eine Todesliste ihrer Lehrer erstellt und als Bild auf die Webseite eines Mitschülers geladen haben. Nun ermittelt die Polizei.


Soviel zu den Themen Jugendschutz bzw. Internetkontrolle.
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SPIEGEL ONLINE - 23. November 2006, 19:19
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-450421,00.html
TERROR-ERMITTLUNGEN
Verdächtiger nennt Frankfurter Anschlagsplan "Spaß" und "Action"

Einer der sechs Terror-Verdächtigen von Frankfurt hat sich erstmals öffentlich geäußert - und bestritten, dass die vorige Woche gefasste Gruppe einen Anschlag auf ein Flugzeug plante. Alles sei nur "Spaß" gewesen. Die "Süddeutsche" berichtet, die Bundesanwaltschaft habe den Fall aufgebauscht.
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SPIEGEL ONLINE - 23. November 2006, 17:37
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-450370,00.html
KNAST IN DEUTSCHLAND
Foltern, raufen, randalieren

Von Julia Jüttner

Ein Jugendlicher zu Tode gefoltert, ein weiterer Mann nur knapp vor einem erzwungenen Selbstmord gerettet - trauriger Gefängnisalltag? Die Zustände in deutschen Haftanstalten haben sich nach Einschätzung von Kriminologen in den vergangenen 20 Jahren dramatisch verschlechtert.

voll daneben

DER SPIEGEL 47/2006 - 20. November 2006
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,druck-449840,00.html
KULTURKAMPF
Der Fehlbare

Von Alexander Smoltczyk

Mit seiner Regensburger Rede hat Papst Benedikt XVI. fast eine globale Krise ausgelöst. Die Geschichte des Konflikts erzählt viel über die Hilflosigkeit des Vatikans gegenüber der Gegenwart.

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Es handelt sich hier mitnichten um einen Kulturkampf. Der findet täglich an den Kassen der Kulturtempel bzw. auf den Brettern, die Kultur bedeuten, statt. Oder bereits im Vorfeld beim Blick in die eigene Geldbörse.

Und mitnichten handelt es sich um Fehbarkeit oder gar Hilflosigkeit gegenüber der Gegenwart.

Es handelt sich bei der Regensburger Rede des deutschen Oberhirten um knallharte Machtfragen.

Zitat: "Er hat gesagt, was er und die von ihm abhängigen Heiligkeiten denken. Danke für die klare Botschaft. Ach ja, es war eben keine Panne, auch wenn für deren Begründung etliche Bytes auf SPON vollkommen sinnlos verkleckert werden."

Deswegen zur Wiederholung: Vollkommen sinnlos haben SPON und Spiegel hier Arbeitszeit verkleckert.

Beziehungen aufs Spiel setzen

SPIEGEL ONLINE - 24. November 2006, 00:21
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-450433,00.html

Russischer Ex-Spion nach Vergiftung gestorben

"Litwinenko ist nicht die Art Person, für die wir bilaterale Beziehungen aufs Spiel setzen würden", sagte SWR-Sprecher Sergej Iwanow.

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Das impliziert ja, daß es durchaus Personen geben könnte, wegen derer man bilaterale Beziehungen aufs Spiel setzt.

Oder zu gut deutsch. Ich traue jeder Regierung dieser Welt jedwede Schweinerei zu.

Halbwissen

SPIEGEL ONLINE - 23. November 2006, 23:17
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-450419,00.html

Kloeppel und Engelke an Sintflut und Hausratten gescheitert

Wenn man sich unsicher sei, "tuschelt man lieber erst und tauscht sich mit jemandem aus, der ähnliches Halbwissen hat", sagte Anke Engelke.

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Genauso ist es.

23. November 2006

Humor ist wenn Mann/Frau trotzdem lacht

Nachstehend eine email, die ich heute über einen fetten Veteiler zugestellt bekam. Der Absendername ist mir bekannt. Der Text wurde aus einer PDF-Datei extrahiert und weitestgehend layoutkonform in dieses Blog eingepaßt.

Die Erlaubnis zur Veröffentlichung wurde mir erteilt. Fehler in der Rechtschreibung und Grammatik wurden beibehalten. Aber nun gehts los.
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Liebe Mitstreiterinnen, liebe Mitstreiter,

während Ihr alle zwei Tage lang die berühmte Oppositionsbank gedrückt habt, hat unsere Stellv. Bundesvorsitzende wieder mal das Bedürfnis verspürt, die interessierte oder sollte ich besser schreiben die amüsierte Medienwelt mit einer Presseerklärung beglückt. Dazu einige Anmerkungen und Fragen.

Viel Spaß und herzliche Grüße
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Nachstehende kritische Randglossen zu einer Presseerklärung. Sind Sie wohl so gut, nach Durchlesung, zur Einsicht andere mitzuteilen. Ich bin überbeschäftigt und muß schon weit über das Arbeitsmaß hinausschießen, das mir ärztlich vorgeschrieben ist. Es war mir daher keineswegs ein "Genuß", solch langen Wisch zu schreiben. Doch es war notwendig, damit später meinerseits zu tuende Schritte von den Parteifreunden, für welche diese Mitteilung bestimmt ist, nicht mißdeutet werden.*
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In der Presseerklärung** "Gemeinsam für das Recht auf Selbstbestimmung und gegen jegliche Art von Gewalt an Frauen" der stellvertretenden Vorsitzenden der Linkspartei.PDS, Katja Kippimg, vom 23.11.2006 heißt es u.a.:

Die schlimmen Tatsachen zeigen jedoch, dass Frauen und Mädchen in aller Welt nach wie vor unter den bestehenden, männlich geprägten Strukturen zu leiden haben.
Was will sie mir damit sagen? Unter männlich geprägten Strukturen leiden neben Frauen und Mädchen des weiteren Greise, Jugendliche, Arbeitslose, Latinos, Schwarzafrikaner, Asiaten, Muslime, Christen, Atheisten, Kleinkinder sowie Wale, Delphine und der Thunfisch.

Die Mehrheit der zivilen Opfer in kriegerischen Auseinandersetzungen sind Frauen.
Dese Behauptung ist genau das, was sie ist, eine Behauptung, der jede Beweiskraft fehlt. Das Behauptungsniveau dagegen ist schon sehr hoch.
Soweit ich das auf Grund meiner begrenzten Möglichkeiten verfolgen kann, dann besteht die Mehrheit der zivilen Opfer in kriegerischen Auseinandersetzung vor allem aus Kindern, Frauen, Alten und Jugendlichen. Ohne eine mengenmäßige Aufschlüsselung.
Ansonsten hätte ich den Satz gerne mit Zahlen belegt, damit er zitierfähig belastbar ist.

Die Linke will nicht nur ökonomische, sondern alle Unterdrückungsverhältnisse überwinden, dazu gehört an vorderster Stelle die geschlechtsspezifische Ungleichheit.
Dazu fallen mir gleich zwei verwirrte Gedankenstränge ein.
a) Ach so? Wußte ich noch gar nicht. Und wieso hat die Linke das nicht gleich beschlossen? Oder hat sie es? Vor? Und könnte sie, wenn sie dann am Beschließen ist, nicht gleich noch verbindlich festlegen, daß ab sofort wieder, sagen wir mal, um die 23-27 Grad Celsius Tagestemperatur, höchstens schwacher Wind aus West bis Nordwest und viel Sonne, möglichst bis abends 21:23 eingeführt werden? Das käme mir sehr gelegen. Mir ist nämlich arschkalt. Und wenn ich auf den Monitor schaue, oder aus dem Fenster, kommt mir das kalte Grausen.
b) Ach du großer Schreck! Dann werd' ich mir mal sogleich meinen Pullermann abschneiden. Oder ich lasse mir eine Möse wachsen.
Die Trainingseinheiten im Fitneßstudio habe ich schon gebucht, damit ich statt meiner Hühnerbrust alsbald veritable Melonen vor mich her trage.

..., weil oft sexuelle Ausbeutung das Ziel des Frauenhandels ist.
Und was sind die anderen Ziele?

Wir fordern für Männer und Frauen die gleiche soziale Sicherheit, gleichen Lohn, gleichen Zugang zu Bildung und Einkommen, selbstständige Erwerbsarbeit für alle Menschen, Gleichstellung in der Politik sowie in allen Bereichen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens.
Nur ganz nebenbei, ich habe keine Lust, selbständig erwerbstätig zu sein.

Ansonsten fällt mir dazu nichts mehr ein. Nur ein Spruch:
"Beim Lesen muss man sich was vorstellen können…" (Quelle: http://www.bibel.de)

Und ein ellenlanges Zitat aus der Bibel***:

"Doch "alle Gesellschaftsglieder" und "das gleiche Recht" sind offenbar nur Redensarten.

Ich bin weitläufiger auf den "unverkürzten Arbeitsertrag" einerseits, "das gleiche Recht", "die gerechte Verteilung" andrerseits eingegangen, um zu zeigen, wie sehr man frevelt, wenn man einerseits Vorstellungen, die zu einer gewissen Zeit einen Sinn hatten, jetzt aber zu veraltetem Phrasenkram geworden, unsrer Partei wieder als Dogmen aufdrängen will, andrerseits aber die realistische Auffassung, die der Partei so mühvoll beigebracht worden, aber Wurzeln in ihr geschlagen, wieder durch ideologische Rechts- und andre, den Demokraten und französischen Sozialisten so geläufige Flausen verdreht.

"Von diesen Grundsätzen ausgehend, erstrebt die deutsche Arbeiterpartei mit allen gesetzlichen Mitteln den FREIEN STAAT - UND - die sozialistische Gesellschaft; die Aufhebung des Lohnsystems MIT dem EHERNEN LOHNGESETZ - und - der Ausbeutung in jeder Gestalt; die Beseitigung aller sozialen und politischen Ungleichheit."

Anstatt der unbestimmten Schlußphrase des Paragraphen, "die Beseitigung aller sozialen und politischen Ungleichheit", war zu sagen, daß mit der Abschaffung der Klassenunterschiede von selbst alle aus ihnen entspringende soziale und politische Ungleichheit verschwindet.

Dixi et salvavi animam meam. (Ich habe gesprochen und meine Seele gerettet.)

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Ich kann nur meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, daß die verantwortlichen RedakteurInnen in deutschen Medien diese Presseerklärung genauso behandeln, wie 99% aller anderen, die den Parteivorstand oder die Linksfraktion verlassen, indem sie diese mit generöser Geste im Papierkorb versenken.
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* frei nach: Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms
http://www.ml-werke.de/marxengels/me19_013.htm

** vollständiger Text
http://sozialisten.de/presse/presseerklaerungen/view_html?zid=34585

*** Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms
http://www.ml-werke.de/marxengels/me19_013.htm

schon wieder falsch

SPIEGEL ONLINE - 23. November 2006, 13:34
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-450338,00.html

Union und SPD einig über Stasi-Unterlagengesetz

...Ab kommendem Jahr sollen nur noch höhere Beamte, Politiker und Richter auf eine frühere Tätigkeit bei der Stasi überprüft werden.

Die Koalitionsfraktionen einigten sich ferner darauf, den im ursprünglichen Gesetz aus dem Jahr 1991 verankerten Verjährungsgrundsatz zu streichen...

Vaatz und Thierse betonten, dass mit der Neuregelung kein Schlussstrich unter die Aufarbeitung der SED-Diktatur gezogen werde.

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Es geht also nicht um Unterlagen, sondern um Personen. Das sind vollkommen verschiedene Dinge. Das eine ist Literatur, das andere das Leben.

Und bezüglich Vaatz und Thierse habe ich eine Frage, um meine Unkenntnis etwas aufzuhellen: Welche SED-Diktatur? Und was hat das mit Arbeit zu tun?

kein Geständnis

Janet Jackson - Sex im Flugzeug

Das ist kein Geständnis sondern eine Offenbarung.

Oder wieder mal absoluter Schwachsinn, den SPON bereitwillig weitergereicht hat.

Oder einfach nur Neid. Und Anerkennung zugleich. Wie bei mir.

Rebellen im Netz

DER SPIEGEL 47/2006 - 20. November 2006
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,druck-449621,00.html
INTERNET
Rebellen im Netz

Die riesige Zahl kritischer Online-Tagebücher macht autoritären Staaten... schwer zu schaffen. Denn solche "Blogs", die sich im Sekundentakt vermehren, stellen Öffentlichkeit über totgeschwiegene Ereignisse her.
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Genau!

Fällt mir auf Anhieb Burks ein. Burkhard Schröder, der rebellische berliner Journalist und Blogger.

Wunderkerze

Vielleicht sollte man sich in diesem Land ja doch wundern?



Hauptsache deutscher Docht! Welch eine Erleuchtung.

22. November 2006

xu bunt?

Ich hab die Faxen dicke. Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu (alles 6.10 edgy), nichts davon eignet sich so richtig für den heimischen Desktop.

Erstens muß man an etlichen Sicherheitseinstellungen drehen, damit das eine oder andere Schmankerl geht.

Zweitens ist root deaktiviert, was zwar einfach zu beheben ist, aber bei allen drei Distributionen einen unschönen Nebeneffekt hat.

Installiere ich die CD, dann kann ich mich auch an einem Terminal anmelden. Auf dem ist aber nichts zu erkennen, weil die Schriftart in einer tief kackbraunen Farbe dargestellt wird, die fast mit dem Hintergrund verschmilzt.

Das ist mir dann doch xu bunt.

Installiere ich nur ein Grundsystem, dann ist es auf dem Terminal wie unter Linux gewohnt: blau, gelb, rot usw., je nach Dateityp.

Die deutsche Lokalisierung kann nur als mangelhaft bezeichnet werden.

Und absolut haarsträubend ist die sogenannte community im Internet, die einem gerne bei Problemen behiflich ist. Schrott ist das, wenn man toilettenpappierlange Logs durchgehen soll, um in der vorletzten Zeile dann zwei Worte anders zu schreiben. Zu ca. 95% wird nur gesülzt, konkrete Hilfe ist selten.

Ich habe 36 Stunden versucht, eine Fernsehkarte (PVR 350) zum Laufen zu kriegen, nur um unter dem Strich festzustellen, daß es gar keine Fernsehsoftware gibt, die die Karte unterstützt. Hab es dann selber rausbekommen und war verblüfft, wie einfach das ist und wie genial sie dann zu bedienen ist. Und genau dieses Beispiel kann man sich mal vornehmen, um via Kugelsuche echte Linuxianerhilfe zu erhalten, um das Teil in Betrieb nehmen zu können. Fündig wird man kaum.

Ich habe keine Lust, mich tagelang mit den Unzulänglichkeiten und Systemmängeln zu beschäftigen, um ein System aufzusetzen, daß meinen Bedürfnissen genügt. Da spielt es keine Rolle, ob es Gnome, KDE oder XFCE ist. Die Desktopumgebung kann die Mängel am System nunmal nicht ausbügeln. Sie setzt ja auf mangelhafte Systeme auf.

Die Linuxer haben einen feinen, scheinbar kleinen, in der Praxis jedoch sehr großen Unterschied nicht begriffen. Durch die Bank weg über alle Distributionen und (BSD-)Systeme: Es gibt einen Unterschied zwischen heimischen Desktop-PC und beruflichen Arbeitsplatz-PC. Bill Gates hat ja nicht umsonst eine Home- und eine Pro-Edition seiner Fenstersoftware unter die Völker der Welt gechleudert.

Es tut auch in diesem Lager Not, eine Linux-Home-Edition zu entwerfen, die den Bedürfnissen und Gegebenheiten eines heimischen PC und Anwenders gerecht wird. Einfach nur ausgewählte Programme unter der System- und Sicherheitsvoraussetzung Linux zuzsammenszustellen ist es eben nicht. Denn auch das ist eben nur Linux. Linux mit ausgewählten Programmen. Das darunter liegende Sicherheitskonzept hat sich ja nicht geändert.

Die Linuxer müssen lernen, wie Oma Lieschen zu denken, die bei Aldi den neusten PC (Linux-ready) ersteht und problemlos in Betrieb nehmen will.

Ich gebe Linux keine Chance, wenn die Distributoren nicht endlich diesen Unterschied zwischen heimischen Herd und Büroschreibtisch wahrnehmen und in den Distributionen berücksichtigen. Der Hype um Linux auf dem heimischen Desktop ist auch nur heiße Luft. Von mir aus die eines südafrikanischen Milliardärs. Zustande gebracht hat er jedenfalls bis jetzt noch nicht viel.

Ich kann warten. Und hab den ganzen Krempel wieder runter geschmissen. Wenn schon debian, dann gleich das Original. Das ist ehrlicher. "It will be released when it's done."

Also die aktuelle Testversion etch installiert. Und nun habe ich viel Zeit, mir ein kleines und feines eigenes System aufzubauen. Mit dem ich auch arbeiten kann. Leider nur zu 80%, weil essentielle Dinge unter Linux schlichtweg gar nicht gehen.

Die Erkenntnis ist also auch zum Jahresende, wie bereits im Frühjahr, ernüchternd aber klar.

Und andere haben das längst vor mir gewußt.

http://forum.ubuntuusers.de/topic/46965/0/print/

"die Xubuntu-Entwickler scheinen früher bei Ikea gearbetiet zu haben, denn auch hier ist der Kunde gefragt.
soll heißen man muss doch einiges an Arbeit investieren bevor man ein brauchbares System hat.

Das System belegt dennoch 1,8GB auf der Festplatte.
Da fragt man sich natürlich was da so viel Platz braucht."

kein Wunder

Ein Land, also die Leute in diesem Land natürlich, die dürften sich eigentlich nicht wundern, daß ein 18-jähriger Bengel voll aufmunitioniert in eine Schule marschiert und ein Massaker anrichten will.

Ein Land, dessen Soldaten fernab der Heimat mit Totenschädeln vor Kameras posieren hat es ja wohl kaum anders verdient.

Ein Land, in dem das meinungsführende Organ der zu kurz gekommenen Mittelschichtsintelligenz und Studienabbrecher schreiben darf
    SPIEGEL ONLINE - 22. November 2006, 17:17
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-450172,00.html
    BLUTTATEN
    Fernfahrer gesteht fünf Hurenmorde
hat immer noch nicht begriffen, daß Huren nichts weiter als Frauen sind. Ganz normale Frauen. Hier hat ein Deutscher schlichtweg ein Massaker an fünf Frauen verübt.

Wohlan:

SPIEGEL ONLINE - 22. November 2006, 16:13
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-450097,00.html
CSU-VORSITZENDER STOIBER
"Was zum Töten animiert, gehört verboten"


Na dann, Herr Stoiber, nehmse mal ganz schnell ihre Fratze aus dem Fernseher.

Jetzt weiß ich gar nicht, was verboten gehört: Fernsehen, Stoiber im Fernsehen oder Stoiber?

Definitiv der Spiegel, denn der animiert zu rein gar nichts, fordert aber ultimativ dazu auf, daß Töten zu lernen.

Ach ja, da fällt mir noch ein: "Lieber den 'Bullen von Tölz' als den 'Cop aus Manhattan'", sagte Stoiber. Von den anderen schrottigen Beispielen mal abgesehen, die sie noch erwähnten.

Weder noch.

Korrektur

Daß dies ein sehr musikfreundlicher Blog ist, bedarf keiner gesonderten Erwähnung. Ausnahmslos den jeweiligen Zupfern und Trommlern wohlgesonnen, wurden diverse Musikerreignisse dargestellt.

Im Plattenbau hieß es einst zu Bob Dylans modernen Zeiten: "Für mich bereits jetzt das Album des Jahres, denn wer will ihn noch toppen?"

Ich muß mich korrigieren. Am Freitag vergangener Woche erstand ich die DVDA "Love" mit neuen 5.1-Abmischungen von Beatlessongs.

Ein erlesener Hörgenuß nächtens um 1, wenn generelle Ruhe allerorten eingezogen ist. Das Album wird wohl die renomiertesten Preise aller Fachorgane abräumen, was Soundqualität, Abmischung und Präsentation betrifft.

Well done, Sir George Martin und Sohn Giles Martin.

Kann natürlich sein, daß es noch schönere Formen der Gehirnwäsche gibt. Die sind dann aber rar gesät.

Sorry, Mr. Dylan, das war jetzt nicht gegen sie gerichtet. Auch Modern Times bleibt in den Albencharts sehr weit oben angesiedelt.

Und sollten es die Rolling Stones noch rechteitig zum Jahresende hin schaffen, eine Tour-DVD auf die Ladentheken zu bringen, dann wird diese wohl auch ein hochkarätiger Kracher sein. Insofern relativiere ich die Aussage von damals dahingehend, daß es drei oder auch vier wirklich gute Alben dieses Jahr gab. Mehr waren es aber auch nicht.

21. November 2006

Vögel aufscheuchen



21.11.06
In die Hände geklatscht
Von René Heilig

Man hat sechs Leute festgenommen, fünf rasch wieder laufen lassen und neun Wohnungen durchsucht. Das war's. Und nun? Nun wissen wir alle mal wieder, dass die Terroristen mitten unter uns sind. Und die Terroristen wissen mal wieder, dass sie nicht alleine sind. Gemeinsame Erkenntnis: Trau keinem, es sei denn, jedem alles zu. Der jüngste Zugriff des BKA war offenbar eines von den üblichen Geheimdienst»spielchen«. Man kann es vergleichen mit dem Aufscheuchen lästiger Vögel. Jemand klatscht in die Hände, die Biester fliegen auf, gruppieren sich neu und lassen sich alsbald wieder nieder. Wo immer es ihnen gefällt.

keine Gefahr

SPIEGEL ONLINE - 21. November 2006, 10:23
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-449456,00.html
VERFASSUNGSSCHUTZ-CHEF FROMM
Die Verankerung der NPD muss uns alle beunruhigen"

SPIEGEL ONLINE: Wie gefährlich sind die Rechtsextremisten, besonders für die relativ junge Demokratie in Ostdeutschland?

Heinz Fromm: Die NPD stellt momentan keine Gefahr für das demokratische System dar, weder in Ost- noch in Westdeutschland. Sie ist jedoch eindeutig verfassungsfeindlich, da gibt es keinen Zweifel.

19. November 2006

Töten lernen

Erklärungsbedarf

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,druck-449361,00.html

"Die Sendung, die der Star wie zuvor Sabine Christiansen selbst produzieren wird, soll ähnlich viel kosten wie bei der Vorgängerin - nach Branchenschätzungen rund neun Millionen Euro jährlich. Allerdings wird Jauch pro Jahr etwa zwei Sendungen weniger produzieren."

Kann jemand erklären, was an der Christiansen 9 Mille wert ist? Also so viel kostet? Ihre Designerbrille? Oder Rock und Hose aus Paris? Oder Stromgeld?

9 Mille für dieses unerträgliche Gequake, das sprengt mein Vorstellungsvermögen.
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SPIEGEL ONLINE - 19. November 2006, 08:01
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,druck-449310,00.html
TERROR-PROPAGANDA
Mit Spaß fängt man Sympathisanten


Kann ich davon ausgehen, weil ich keinen Spaß mit diesem Staat habe, daß ich dann auch kein Sympathisant dieses Staates bin?

Ansonsten ist es wieder mal ein hübsches Beispiel, daß der Spiegel jeden Schwachsinn druckt, sofern entsprechende Reizwörter im Text gut verteilt sind. Fußball-WM schon vergessen? Mit Spaß wurde der Welt ein Deutschlandbild gezeigt, daß sich gen Jahresende als Vexierbild erweist.
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SPIEGEL ONLINE - 19. November 2006, 08:56
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-449352,00.html

Menschliche Schutzschilde stoppen israelischen Luftangriff

"Der Angriffsplan wurde verworfen wegen der vielen Leute dort", sagte der israelische Militärsprecher. "Wir unterscheiden zwischen unschuldigen Menschen und Terroristen."


Seit wann denn das?