16. Februar 2007

Drohung

SZ 17.02.2007
Lafontaine droht offen mit Koalitionsbruch

Falls der Berliner Senat das milliardenschwere Institut an eine Heuschrecke verkauft, muss die Linkspartei die rot-rote Koalition verlassen, sagt Oskar Lafontaine.

Na dann



und dann Zeitung lesen.

14. Februar 2007

Gleichgültigkeit

http://www.dieneueepoche.com/articles/2007/02/14/89321.html

Gleichgültig zu sein, sei eine wichtige Voraussetzung, um in Zeiten der Globalisierung gewappnet zu sein, erklärte Harald Schmidt. Er sei ein großer Zapper und sehe wahnsinnig gerne Lokalfernsehen mit Schwerpunkten wie „Unbeschränkter Bahnübergang“ und „Streichelzoo“.

13. Februar 2007

Blödsinn des Tages

SPIEGEL ONLINE - 13. Februar 2007, 17:11
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,466203,00.html
TERRORISMUS
Übertritte zum Islam beunruhigen Polizeigewerkschaft

Mit Sorge beobachtet die Gewerkschaft der Polizei die wachsende Zahl von Menschen, die in Deutschland zum Islam übertreten: In Konvertiten-Kreise gebe es Leute, "die sich besonders beweisen wollen", sagte Gewerkschaftschef Freiberg. Sie seien eine Gefahr.

Baden-Baden - "Das ist die größte Bedrohung, die wir kennen, das muss man immer wieder hervorheben", sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg.

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Hervorhebung von mir

Der Tag hat zwar noch einige Stunden, so daß ncoh etliches hinzukommen kann.

Obiger Artikel verdient mehrere Anmerkungen. In einem großen Müllbehälter (Internet) wird ausschließlich obige Quelle ausgewürfelt, wenn man nach inhaltlichen Kriterien dieser Äußerung sucht.

In welchem Kontext, aus welchem Anlaß und vor welchem Personenkreis wurde also diese Äußerung gemacht?

Davon abgesehen, ist es ziemlich abstrus, Konvertiten als größte Bedrohung darzustellen.

Dann sind die "rund 5.000 Kirchenaustritte im Bistum pro Jahr" eine noch weitaus größere Bedrohung.

Zitat:

"Die größte Bedrohung unseres Zeitalters sind atomare, chemische oder biologische Waffen in den Händen von Terroristen und den Diktatoren, die ihnen helfen."

So kann man das auch sehen.

Davon abgesehen, wurde heute sicher noch weitaus mehr Blödsinn im Internet endgelagert, aber darum kümmere ich mich nicht weiter.

leichte Pornografie

SPIEGEL ONLINE - 13. Februar 2007, 17:25
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,466198,00.html

Liberale fordern Freigabe von Pornografie für Jugendliche

Leutheusser-Schnarrenberger: In der Sache allerdings halte sie den Vorschlag "für nicht unproblematisch". Sie sehe Abgrenzungsprobleme, etwa bei der Frage, ob nur "leichte Pornographie" freigegeben werden solle.

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Gibt es auch schwere Pornografie?

oder

Was versteht die Dame eigentlich unter und von Pornografie?
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Ich lese gerade, daß es leichte Pornografie gar nicht gibt.

SPIEGEL ONLINE - 13. Februar 2007, 18:12
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,druck-466149,00.html

Das Ende des Pornofilm-Verleihs

"Sexfilme sind schwer jugendgefährdende Medien und damit auch ohne eine eigene Überprüfung durch uns automatisch indiziert", sagt eine Sprecherin der "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" (BPjM)...

Erlaubnis

SPIEGEL ONLINE - 13. Februar 2007, 17:37
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,druck-466072,00.html
GESUNDE SIESTA
Mittagsschlaf verlängert das Leben

Die Botschaft der Studie ist eindeutig: "Wenn Sie sich erlauben können, eine Siesta einzulegen, dann sollten Sie das auch machen", sagte Dimitros Trichopoulos von der medizinischen Hochschule in Athen.

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Das sollte aus genannten Gründen auch gemacht werden, wenn keine Erlaubnis vorliegt.

Servicewüste

Auch ich wohne in dieser Servicewüste, kann aber postives berichten.

Seit über einem Jahr habe ich versucht, bei einem großen Telefonanschlußanbieter meinen bestehenden Telefonanschluß zu kündigen und nur noch einen Draht ins Internet zu beauftragen.

Der wiederum wollte mir zig mal verklickern, das gehe nicht, denn wenn man ins Internet will, dann brauche man auch einen Telefonanschluß.
Ist bei DSL natürlich fürchterlicher Unfug, aber die brauchen nun mal die Knete vom Telefon.

Habe ich als Anfang Dezember jemanden gefunden, der sagte, das stimme im Prinzip schon, aber wenn sie uns beauftragen, dann brauchen sie den Telefonanschluß nicht bezahlen. Hab ich sie beauftragt und den Auftrag nach 8 Wochen widerrufen, weil sich nichts tat.
Am 1. Februar wiederum beauftragte ich einen anderen Anbieter. Und siehe da, es geht vollkommen geräuschlos, schnell und problemfrei.

Nicht mal 14 Tage dauerte es, ich surfe mit doppelter Geschwindigkeit als vorher und habe keinen Telefonanschluß mehr.
Und spare so jährlich über 300 Euro für eine Telefonleitung, die ich kaum benutzt habe.

Es gibt also vereinzelt Oasen. Auch in der Servicewüste.

leichtere Heimlichkeit

SPIEGEL ONLINE - 13. Februar 2007, 10:06
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-466020,00.html
VERFASSUNGSURTEIL
Gesetzgeber muss Vaterschaftstests erleichtern

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass heimliche Gentests zur Überprüfung der Vaterschaft unzulässig sind... Die Richter gaben dem Gesetzgeber auf, bis Ende März 2008 einen Weg zu eröffnen, um solche Tests zu erleichtern.

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Heimliche Gentests sind unzulässig, müssen ab 2008 jedoch leichter durchführbar sein.
Na fein.

Verdacht

http://www.mdr.de/sport/andere_sportarten/4118798.html

Eiskunstlaufen
Eislauf-Vize unter Stasi-Verdacht


In der deutschen Eiskunstlauf-Szene kehrt in Sachsen Stasi-Verstrickungen keine Ruhe ein. Noch sind die Wogen um den Stasi-belasteten Trainer Ingo Steuer nicht geglättet, da droht dem Verband ein neuer Skandal. Mit dem Vize-Präsidenten der Deutschen Eislauf-Union (DEU), Johannes Wehr, soll einer der schärfsten Steuer-Kritiker nun ebenfalls für den DDR-Geheimdienst gespitzelt haben.
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Verdacht? Skandal? Das klingt ja wie Mord, Totschlag, Landesverrat. Dabei waren die doch nur Informanten.

06.02.07
»Steuer ist ein Bauernopfer«
Biathlon-WM: Interview mit Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang
Wie sehen Sie den Fall Ingo Steuer, dem man die Tätigkeit als Eiskunstlauf-Trainer unmöglich machen will?
Er ist ein Bauernopfer. Wenn man an einer ehrlichen Aufarbeitung interessiert gewesen wäre, hätte man auch an die Großen wie Schalck-Golodkowski oder Markus Wolf herangehen müssen. Doch die haben nur angedeutet, bei Bedarf über bundesdeutsche Politiker oder Wirtschaftsbosse zu plaudern. Und von manchen mit der Aufarbeitung Befassten hat man den Eindruck, dass sie dies als krisenfesten Beamtenjob sehen.


Da paßt die brandaktuelle meldung wie die Faust aufs MDR-Auge.

SPIEGEL ONLINE - 13. Februar 2007, 13:26
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-465777,00.html

Große Koalition gegen Stasi-Aufarbeitung im Bundestag

Von Severin Weiland

Wer ist Täter, wer Opfer? Aus Furcht vor Missverständnissen lässt der Bundestag eine mögliche Stasi-Mitarbeit der Abgeordneten nun doch nicht untersuchen. Die Fraktionsgeschäftsführer der Großen Koalition glauben, ein Gutachten würde mehr Fragen aufwerfen als Klarheit schaffen.

12. Februar 2007

Rechthaberei

Wo Putin Recht hat, da hat er nunmal Recht.

10. Februar 2007

Blasen ist Macht



Kann dieser Herr Burks nicht mal darüber einen Artikel verfertigen? Macht ist doch was Politisches. Und von Tuten und Blasen haben die doch keine Ahnung.

Internet-Experte

Diesmal mache ich es kürzer. Ich habe bei einem der Findeanbieter nach "internetexperte burkhard schröder" gesucht und "ungefähr 37" Treffer in 0,21 Sekunden ausgewürfelt bekommen.

Die Suche nach "internet-experte burkhard schröder" liefert ungefähr 35 Ergebnisse in 0,24 Sekunden.

Eine qualitative Bewertung erspare ich mir natürlich. Die Ergenisliste ist eh sehr dünn und erinnert an die Selbsreferenzierungen von SPON, die schnell mal einen Experten küren, wenn es der Wirkung des Artikels dienlich sein muß.

Was Burks seit Ende Januar zu Fragen der EDV verfaßt hat, spottet inzwischen aller Beschreibung. Er macht sich voll zum Rudi. Aber das ist sein Problem.

In seinem Artikel Wie schütze ich mich vor dem Bundestrojaner? zitiert er den Fragen-Katalog der TAZ und setzt statt dessen seine Antworten dagegen. Seiin Fazit des TAZ-Artikels lautet: "Das war der dämlichste Artikel der taz, den ich jemals gelesen habe. "

Burks sollte nicht mit Steinen werfen, wenn er im Glashaus sitzt, denn ich kenne inzwischen an die 5 bis 7 Artikel binnen 10 Tagen, die noch dämlicher sind, als jener der TAZ.

Die Krone seiner Technik-Ignoranz als auch Blödheit ist allerdings die "Kurze Burksche Einführung in die Grundlagen der Steganografie für Linux" vom heutigen Tage.

Ich werde die Burksche Anleitung auf keinen Fall befolgen. Ich bin doch nicht blöd.
Ich kenne diese Kindergartenspielereien schon seit den seligen SCP-Zeiten* (4. Absatz) und kann jedem nur anraten, dem Internet-Experten Burkhard Schröder größtes Mißtrauen entgegenzubringen, sobald er kluge Ratschläge für die Computernutzung erteilt.

Burks ist sicher alles mögliche, aber keinesfalls ein Internet-Experte, wie er sich genüßlich selbstreferenziert.
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* Zu SER-2D-Zeiten ging das natürlich noch nicht, dafür haben ich das teil allerdings anderweitig an die Lastgrenzen geführt und nenne noch ein sehr schönes Beatlespporträt mein Eigen, das ich dem Rechner entlocken konnte. Und dieses Bild bestand nur aus Text.
Gleiches kann ich zum D4A sagen.

7. Februar 2007

Technikjournalismus



Das sind unsere Journalisten. Und solch ein Schwachsinn kommt raus, wenn der Chef sagt, schreib mal was zur Google-Zensur (ab).
Scheiße, jetzt muß ich auch noch zum Internet was schreiben, hab so schon genug zu tun, denkt sich das arme Schwein.
Und so ein Text ist dann das Ergebnis.

Unsicher sind jene Seiten, auf denen unbemerkt Links zu Porno-Angeboten platziert werden.

Horrido, das ist aber heftig. Porno-Angebote im Internet. Ja pfui aber auch.

Ist der Schluß erlaubt, daß bemerkte Links zu Porno-Angeboten sicher sind?

Also suche ich mal nach dem Namen Petter Hegre und klicke auf den ersten Treffer.

Lapidar wird ihm zugeschrieben: "Hegre ist bekannt durch gewagte Aktfotografien. Seine Bilder sind teilweise sehr provokativ exhibitionistisch, teilweise derb und pornografisch und lassen sich allesamt dem Genre erotische Fotografie zuordnen."

Muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Seine Bilder sind zwar zum Teil pornografisch, aber allesamt erotisch.

Schnell einen Umweg zu seiner homepage und ich traue meinen Augen kaum.

Zwei Klicks und ich sehe diese Startseite:



Originalgröße via Klick oder andere Linkaufrufmöglchkeiten.

Unter Veröffentlichungen gibt es zwei Links. einer verweist auf seine Angetraute und der andere auf eines seiner erfolgreichsten Fotomodelle. Und dort heißt es: "Bělonohá steht seit ihrem 16. Lebensjahr als Modell vor der Kamera. Mit 18 begann sie ihre Karriere als Nacktmodell, wobei sie zunächst unter Pseudonym in Erscheinung trat (z. B. als Dajen, Deborah, Jenny Smile, Diana Celeste, Marketa Michaels u.a.); aus dieser Zeit stammen auch die wenigen Fotoserien und Kurzfilme mit pornografischem Inhalt, die jedoch offiziell bestritten werden."

Oben rechts, das ist diese Marketa.
Wat nu RBB?

Spekulanten

SPIEGEL ONLINE - 07. Februar 2007, 21:26
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-464992,00.html
BLUTBAD IN SITTENSEN
Zwei Festnahmen und viele neue Fragen

Am Tag drei nach den brutalen Morden geht damit das Spekulieren weiter.

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Wieso?
Ich spekuliere doch gar nicht.

Burks schreibt Murks

Muß man zu allem eine Meinung haben? Muß man nicht. Deswegen ziehe ich sogleich das Fazit und überlasse der Lesershaft, ob sie sich weiter mit dem Thema beschäftigt.

Burkard Schröder, Berliner Journalist und fleißiger Blogger, hat sich in den Augen von Kennern tüchtig blamiert und seine vollkommene technische Unbedarftheit unter Beweis gestellt.

Ausgangspunkt ist nicht seine Kolumne Verdeckter Zugriff auf Festplatten vom 06. Februar.

Warmgeschrieben hat er sich mit Nonsens in seinem Blog, ehe er zum großen Schreibangriff überging.

Am 30.01. die erste Übung.

Am 02.02. sein zweiter Anlauf.

Mittlerweile gibt es zwei heiß diskutierte Foren zu seinem Trojaner-Schriftsatz.

Burks-Forum
Telepolis-Forum

Statt das Thema zu beenden und sich nicht weiter zu blamieren, setzt er immer noch was drauf und demonstriert mehr und mehr seine technische Unwissenheit und Ahnungslosigkeit.

Ich selber habe keine Lust, mich mit diesem Schwachsinn zu beschäftigen. Burks mag ja ein zuweilen sehr guter politischer Journalist sein. Als technischer Journalist ist und bleibt er schlichtweg eine Niete.

Bleibt festzuhalten, was bereits am 31.01., anläßlich seines ersten Schreibversuches, erwähnt wurde: Soweit ich das beurteilen kann, handelt es sich um nette Rechtschreibübungen. Wie früher in der Schule. Hauptsache alle Wörter sind richtig geschrieben. Auf den Inhalt kommt es nicht an.

Davon abgesehen, spannend geschrieben sind sein Pamphlete schon. Ich hab mich köstlich amüsiert.
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Also gut, extra für Burks greife auch ich mal zur Feder und denke mir eine schöne Geschichte aus. Nur für Burks sei vorab erwähnt. Zeitgemäße Mobiltelefone sind auch nur Computer und laufen unter dem Betriebssystem blablub mit der Software blubbla.

An etlichen Haltestellen eines Personennahverkehrsunternehmes sind derzeit riesige Werbeplakate eines Schokoriegel-, Zuckerbrausen- oder Keksfabrikanten angebracht. Was genau für ein produkt beworben ist, weiß ich gar nicht mehr.
Auf unterer Drittelhöhe blinkern bunte Lichter, zumindest nächtens. Dadurch ist es mir erst aufgefallen.

Der Text geht ungefähr so. Hol dir den aktuellen Klingelton.

Halte dein Handy an das Blinklicht.
Aktiviere Bluetooth.
Gebe den Sicherheitscode ein (der steht daneben).

Und fertig haben. Schon hast du einen supergeilen, knallharten Klingelton, den deine spratteblöden Kumpel nicht haben.

Wenn ich gut gelaunt bin, bezeichne ich das als industriell organisertes Sozialphishing.
Wenn ich schlecht gelaunt bin, könnte ich der Meinung sein, hier bekommt man einen nervtötenden Piepston für lau.

Der Futtermittelhersteller wird sich über den Erfolg oder Mißerfolg dieser Werbekampagne ausschweigen. Ich gehe mal davon aus, daß sie funktioniert und etliche Menschen genau das gemacht haben, was da drauf steht. Bluetooth aktivieren und Klingelton raufladen.

So, lieber Burks, nun ist deine technische und soziale Phantasie gefragt.
Nur mal angenommen, in irgendeiner geheimen Behörde des Landes sitzt einer, der sich immer wieder neue Tricks ausdenken muß, um die Informationsbegehrlichkeiten seiner Vorgesetzten zufriedenstellend zu erfüllen?
Also gründet er einen neuen Futtermittelhersteller, kauft sich Werbeflächen mit Bluetooth, platziert einen scheiß Klingelton und eine spannende Software auf diesen und ruft einen Kumpel an, der ihm noch einen supercoolen Spruch als Handlungsanreiz erfinden soll.

Und fertig haben die Bluetoothschrotflinte.

Und nun die ganze Story noch einmal als Thriller.

Die Verwaltung des Bundestages entschließt sich, um die Wartezeit am Besuchereingang des Reichstages informativer zu gestalten, Bluetoothinfopunkte aufzustellen. Den Besuchern wird empfohlen, sich MMS-Bilder, Informationen und als Bonus die Präsidentenglocke als Klingelton auf ihr Handy zu schaufeln.

Zwischenfrage: Wie viele würden das liebend gerne und freiwillig machen?

Was die Bundestagsverwaltung kann, das können wir schon lange, denkt sich der Verfassungsschutzmitarbeiter Heimlich, läßt wegen des großen Andrangs noch fünf solcher Exemplare anfertigen und verteilt sie großzügig am Besuchereingang des Reichstages.

Den Rest der Geschichte überlasse ich der Leserphantasie.

Grundlagenstudium:

http://www.heise.de/security/artikel/print/81447
http://www.heise.de/security/news/meldung/print/83043

6. Februar 2007

Fachmann ?

SPIEGEL ONLINE - 06. Februar 2007, 18:56
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-464735,00.html
SCHWIERIGE ERMITTLUNGEN
War siebenfacher Mord ein Racheakt der Chinesen-Mafia?

Berndt Georg Thamm, Fachmann für organisierte asiatische Kriminalität...

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Der Artikel selbst ist uninterssant.

Ich habe aber die oben zitierte Aussage dreimal gekugelt.

Nr. 1 sagt:

Es wurden keine Inhalte mit Berndt Georg Thamm Fachmann für organisierte asiatische Kriminalität gefunden.

Suchtipps:
  • Vergewissern Sie sich, dass die Wörter richtig geschrieben sind.
  • Versuchen Sie, Suchbegriffe umzuformulieren oder Synonyme zu verwenden.
  • Versuchen Sie es mit weniger spezifischen Suchbegriffen.
  • Formulieren Sie Ihre Anfragen so präzise wie möglich.
Nr. 2 sagt:

Es wurden keine mit Ihrer Suchanfrage - "Berndt Georg Thamm Fachmann für organisierte asiatische Kriminalität" - übereinstimmenden Dokumente gefunden.

Vorschläge:
  • Vergewissern Sie sich, dass alle Wörter richtig geschrieben sind.
  • Probieren Sie andere Suchbegriffe.
  • Probieren Sie allgemeinere Suchbegriffe.
Nr. 3 sagt:

Wir konnten keine Ergebnisse zu Berndt Georg Thamm Fachmann für organisierte asiatische Kriminalität finden.

Vorschläge:

  • Prüfen Sie die Schreibweise.
  • Probieren Sie allgemeinere Wörter.
  • Probieren Sie unterschiedliche Wörter mit derselben Bedeutung.
  • Erweitern Sie die Suche, indem Sie weniger Wörter verwenden.
  • Stellen Sie eine Frage bei Yahoo! Clever.
Spaß beiseite. Unterschlage ich den Fachmann bei der Suche und versuche einen Zusammenhang zwischen Thamm und organisierter asiatischer Kriminalität herzustellen, ergibt sich ein anderes Bild:
Nr. 1 würfelt 6 Treffer aus
Nr. 2 ungefähr 31 und
Nr. 3 ungefähr 9
Die Qualität der Treffer habe ich stichprobenartig überflogen, sind etliche Dopplungen bei.

Aber Rettung naht, es gibt ja noch diesen Buchladen im Amazonas. Dort kann man als erstes Drogen von Wolfgang Metzner und Berndt Georg Thamm (Neu & gebraucht ab EUR 0,99) kaufen. 5 weitere Artikel beschäftigen sich mit Drogen und gerade mal ein Buch geht von der Mafia.

Für einen ausgewiesenen Fachmann organisierter asiatischer Kriminalität ist das summa summarum etwas dürftig.

Nundenn, nachdem SPON uns also wieder mal einen Fachmann vorgestellt hat, der so per Internetrecherche nicht zu finden ist, taucht gegen Ende des Artikels wieder mal eine gute alte Bekannte auf: die Dunkelziffer, die sich mittlerweile zu einem Feld gemausert hat.

Über Schutzgelderpressung, die als Motiv für das brutale Massaker für möglich gehalten wird, habe das LKA "keine verlässlichen Zahlen". Lediglich "vereinzelte Fälle" seien bekannt. "Wir vermuten ein sehr großes Dunkelfeld", so Federau.

Was will mir Pattre sagen?



Wer ist Pattre?
Abgesehen davon, daß diese Aussage mein Vorstellungsvermögen sprengt.
MEHR gibt es bei einem Klick übrigens auch nicht in Erfahrung zu bringen.
Ich muß ja nicht alles verstehen.

Märchen im IT-Zeitalter

dradio.de
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/590511/drucken/

INTERVIEW
06.02.2007

BKA-Präsident: "Internet ist das Tatmittel der Zukunft"
Ziercke hält Online-Durchsuchung für unerlässlich

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Das ist so ein gequirlter Stuß, der da abgelassen wird, daß ich keine Lust habe, das ganze ausenanderzupflücken.

Die Textbausteine kenne ich nun seit Jahren. Bis auf Gesetzesverschärfungen ist bisher aber nichts weiter passiert.

Er denkt. (Das hätte er mal wirklich machen sollen.)

Ich denke die Polizeipraxis benötigt zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus und der organisierten Kriminalität... auch die Online-Durchsuchung... Wir müssen mit dem technischen Fortschritt Schritt halten können, wenn skrupellose Kriminelle ins Internet ausweichen und dort ihre Anschlagsplanung, ihre kriminelle Handlung vorbereiten.

Wir finden heute im Internet Bombenbauanleitungen, wir finden Anschlagspläne, wir finden Aufträge für die Durchführung von Anschlägen, Propaganda, die Ideologisierung, also die Rekrutierung junger Menschen zum Dschihad als Suizidattentäter. Das Internet ist das entscheidende Kommunikationsmittel des internationalen Terrorismus und die Szene arbeitet hoch konspirativ. Das heißt sie arbeitet verdeckt. Sie verschlüsselt, sie anonymisiert...


Jetzt das sprachliche Nonplusultra. Dieser Satz wird in die Lehrbücher der Schauspielschulen Eingang finden (müssen).

Wenn dort Beweise vorhanden sind für solche Anschläge, für solche Anschlagsplanungen, für Propaganda, dann muss ich in der Lage sein, die Netzwerke des Terrorismus auch auf diese Art und Weise zu zerschlagen. Wenn ich nur mit Telefonüberwachungsmaßnahmen komme und von Vornherein weiß, dass man ins Internet ausweicht, oder wenn ich weiß, dass ich ins Milieu nicht eindringen kann mit verdeckten Ermittlern, gleichzeitig aber das Problem habe, dass Anschläge vorbereitet werden, dann muss ich, um sozusagen vor die Lager zu kommen, um Gefahren auf der einen Seite abzuwehren, aber auch Beweise zu verdichten, damit auch eine Strafverurteilung stattfinden kann, im Internet bei solchen Menschen jedenfalls, die schwerkriminell sind, mit einem richterlichen Beschluss natürlich, nicht Polizei auf eigene Veranlassung hin, eine solche Durchsuchung durchführen.

Nun ein herrlicher Schenkelklopfer für Leute wie mich, die von EDV ein bißchen Ahnung haben. Nichts entlarvt diesen Internet-Versteher besser als der folgende Unfug. Die tiefgründige Erkenntnis aus der Giftküche der EDV lautet:

Wir haben im Internet eine dramatische Entwicklung. Ich glaube die Öffentlichkeit hat das noch gar nicht so richtig wahrgenommen. Wir haben eine dramatische Zunahme an so genannten Trojanern. Was früher so genannte Viren waren, läuft jetzt über Trojaner.

March: Das heißt vom gläsernen Bürger mit einem gläsernen Computer sind wir noch weit entfernt?

Ziercke: Ich bin der Meinung, das ist eine Mähr. Wir setzen diese Instrumente sehr gezielt ein. Wir haben Evaluationen durch das Max-Planck-Institut bei der Telefonüberwachung, die ganz deutlich sagen, wie sensibel der Staat mit solchen Eingriffsmaßnahmen umgeht.


Nur zum letzten Satz eine Anmerkung. Wenn er solche Evaluation hat, ich habe sie nicht.

Am 29.04.2004 (!!!) hat der Bundesdatenschutzbeauftragte allerdings dazu Stellung genommen. Und das liest sich dann sehr anders, als es Märchenerzähler zielke weismachen möchte.
Wir haben den totalen Überwachungsstaat bereits. Zumindest was die gesetzlichen Grundlagen betrifft. Eigentlichen fehlen nur noch zwei. Das PFAG (Passagierflugzeugabschußgesetz) und das PPCAG (Privat-PC-Ausschnüffelgesetz).

P.S.: Wer ein klares Feindbild hat, der kann kein Rassist sein. Das einzige, was ich Ziercke deswegen nicht vorwerfen kann, ist, er seie ein Rassist, wie das folgende Zitat beweist.

Wir haben Tatbegehungsweisen, dass durch das Durchziehen einer Kreditkarte ganz automatisch, weil der PC in einer Nacht zuvor in einer Gaststätte, in einem Hotel oder in einem Supermarkt präpariert worden ist, Daten übertragen werden, um dann irgendwo in der Welt, sei es in China, sei es in Vietnam oder sonst wo, so genannte "white plastics" herzustellen, um damit dann die Bankkonten abzuräumen.

Vielleicht findet sich ja mal jemand, der ihm ins Ohr flüstert, daß die mit Abstand meisten Kreditkartenverbrechen in den USA und Südkorea, möglicherweise auch in Litauen, Estland, Rußland, Kasachstan, Brasilien, Argentinien usw. ihren Ursprung haben.
Und Südkorea ist zwar auch in Asien, aber nur ungefähr China oder Vietnam. Ganz grob gesehen.

nicht vor Ort

SPIEGEL ONLINE - 06. Februar 2007, 11:18
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-464540,00.html

Jung überraschend in Afghanistan - Tornados sollen im April starten

Überraschungsbesuch von Verteidigungsminister Jung in Afghanistan: Mitten in der Debatte über Aufklärungsflüge deutscher Tornados will er sich direkt im Land informieren. Morgen beschließt das Kabinett den Einsatz - schon im April könnte er starten.

Berlin - Laut Verteidigungsministerium besucht Jung das deutsche Einsatzkontingent der Isaf-Schutztruppe in Masar-i-Sharif im Norden des Landes. Vor einem möglichen Einsatz von Aufklärungsflugzeugen des Typs Tornado in Afghanistan, habe sich der Minister vor Ort ein genaues Bild der Lage verschaffen wollen, heißt es.

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Das ist aber nicht "vor Ort", denn die Tornados sollen im heiß umkämpften Süden zum Einsatz kommen.

5. Februar 2007

die Welt, in der wir leben

Raubtiertelefongesellschaft

SPIEGEL ONLINE - 05. Februar 2007, 15:24
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-464398,00.html
GESPRÄCHSBEDARF
Rentner rief 200 Mal den Notruf an

Ein Rentner aus Erlangen hat die Polizei mit penetranten Telefonanrufen genervt. Hunderte Male rief der Mann 110 an. Die kuriose Begründung: Er habe mit jemandem sprechen wollen - aus Langeweile.

Die Polizisten stellten schließlich das Telefon des Rentners sicher. Dabei stellte die Polizei fest, warum dem Mann der Anschluss gesperrt worden war:
Er hatte offensichtlich seine Telefonrechnungen bezahlt.
sne/dpa

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Sowas kommt vom Abschreiben, also wenn man billige Praktikanten beschäftigt.
Und justamente haben sie den sehr schönen Fehler bereits korrigiert.