4. August 2010

wie ich bereits vorgestern schrieb

ist das erstens kaum eine Meldung wert, gegenüber den Bildern des Boston Globe pillepalle und schon immer so gewesen.

Ich erwähne das alles nur, weil mir einige Dummschwätzer Moskau im Rauch als Sensation verkaufen wollen und es als journalistisch meldepflichtig einstufen.

die Zeitungen von morgen kurz zusammengefaßt

Die in Duiburg zugewiesenen Schuldigen waren es nicht, denn es war alles korrekt.

Rufen im Wald

Es nervt echt, Alice – es ist Zeit, abzutreten.

das Wichtigste aus der heutigen Welt

13:12|Reset-Möglichkeit
Sieben Experten können jetzt das Web neu starten

14:54|Sonnenbad
Auch ein nackter Po wird weniger braun

die Bluthilde erklärt euch den Techno

Helde Benjamin, früher als kulturjuristische Wissenschaftlerin tätig, trauert ganz kurz und erklärt euch dann die proletarischen Wurzeln des Techno, seine wachsende Rolle der Bedeutung in den Klassenkämpfen unserer Zeit und seine revolutionäre Sprenkraft. Oder so ähnlich. Verstanden habe ich es nicht :-), mich dafür prächtig amüsiert.

Lest euch das gefälligst selber durch.

zur Disziplinierung des Genossen Ernst

äußert sich die Schweizer NZZ. Ernst soll vom Genußmenschen zum Parteiarbeiter umgemodelt werden. Früher nannte man das Erziehung. Heute, wo Erziehung nur noch in einschlägigen Instituten von gut ausgebildeten Damen durchgeführt wird, müssen wir demzufolge mit dem Kommentar von Hans Schwinger zu bett gehen:

Daß sich die NZZ an derartigen Kampagnen beteiligt, ist enttäuschend.

Foto: Carlos Kellà

Draußen waren lauschige 23 Grad und bedeckter Himmel, so daß sich gemütlich eine ordentliche Strecke wegradeln ließ. Während ich mich also sportlich ruinierte, ruinierte der Foto-Praktikant bei BILD seine journalistische Zukunft. Denn statt sich darauf zu konzentrieren ansehnliche Bilder in ansehlicher Größe auszuwählen und diese auf den Internetserver zu hieven, wurde er damit beauflagt, eine Klickstrecke mit 106 Briefmarken zusammenzustellen, regardless of quality.

Unter der reißerischen Überschrift

DIE BESTEN BILDER VOM SHOOTING:

habe ich zumindest bis Bild Nr. 3 durchgehalten und dann entnervt abgebrochen, weil Carlos Kellà Schrott unansehnlichen Schrott produziert hat. Ich verlinke jetzt mal nicht, weil ich mich der ästhetischen Fortbildung meiner Stammleserschaft verpflichtet fühle, aber die Webseite dieses Carlos Kellà ist ein einziger digitaler Müllhaufen, seine Bilder sind dumm und ohne jede Aussage.

Aber damit ist er ja bei der BILD vollkommen korrekt aufgehoben. Das ist die Plattform, die er braucht.

Wer sich schöne Bilder anschauen möchte, geht zu den keine Klickstrecken big pictures des Boston Globe.

Homo-Heirat all over the world

Waldbrände in Rußland, geniale Bilder

friedlicher und humanitärer Wiederaufbau und Brunnenbohren in Afghanistan, Juli 2010, Achtung, nichts für schwache Nerven, da nicht vom Völkerrecht gedeckt, wobei das hier für Schwachnerver geeignet ist.

Diese beiden allerdings nicht.

http://inapcache.boston.com/universal/site_graphics/blogs/bigpicture/afghan_07_30_10/a34_24310877.jpg

http://inapcache.boston.com/universal/site_graphics/blogs/bigpicture/afghan_07_30_10/a13_24367277.jpg



Tja, ob die Zeit damit Recht hat und die Ölpest ihr dreckiges Gesicht verliert, das kuckst du dir mal auf dem aktuellen Material zur Ölverschmutzung an und gehst dann zur Zeit zurück und schreibst denen was ins Stammbuch. Noch sind die Kommentare geöffnet.

Westerwelle verteidigt Schreibtischmörder der Bundeswehr

liest du hier

„Die Rechtslage ist eindeutig diesbezüglich. Wir müssen wissen, dass gegnerische Kämpfer in einem nicht internationalen bewaffneten Konflikt in dem vom humanitären Völkerrecht gesteckten Rahmen gezielt bekämpft werden können und auch dürfen.“

Westerwelle vergaß bei der Gelegenheit, da ihm mal wieder etliche Leute zuhörten, zu erwähnen, worin erstens diese Rechtslage besteht und woraus deren Eindeutigkeit hervorgeht.

Die deutschen Qualitätsinterviewer wiederum vergaßen vor lauter Verzückung, an dieser Stelle nachzuhaken und haben stattdessen den Stuß aufgeschrieben und an ihre Redaktion gekabelt. Ist ja auch viel leichter, sein Geld zu verdienen. Daß diese Lumpenhunde nicht nachgefragt haben, könnte ja noch tolerabel sein, daß sie die Aussage nicht nach ihrem völkerrechtlichen Gehalt recherchiert haben, das ist unverzeihlich und saudumm von denen.

Halten wir unterm Strich fest, daß Westerwelle wie weiland die Faschisten den politisch motivierten Mord befürwortet, um seine eigene politische Verderbtheit zum Endsieg zu verhelfen.

Ach, ich sehe gerade beim Blick in die Kugel, daß Westerwelle und Nazis noch nicht so gut gelistet ist, muß ich mir noch irgendeine Satz ausdenken, der Westerwelle, Faschisten und Nazis in einem Atemzug nennt. Fällt mir über Nacht sicherlich noch was ein, was ich morgen schon wieder vergessen habe.

nochmal die dumme Suedddeutsche

Verletzung von Arjen Robben
"Er hätte auf die WM verzichten sollen"


Die sind ja so dumm bei der Sueddeutschen. So eine Überschrift kann nur von Leuten kommen, die noch nie ein WM-Finale gespielt haben.

Auf meine Person umgemünzt hieße das, er hätte auf seine Radeltouren verzichten sollen.

Liebes-Aus bei keiner Liebe

BILD hat heute wieder was vom Heiratsmarkt.

Liebes-Aus! TV-Star Andrea Kathrin Loewig ist wieder solo

Im Text korrigiert der TV-Star (BILD) dann jedoch die BILD-Zeitung.

„Wir haben es leider nicht geschafft, aus unserer Verliebtheit eine Liebe wachsen zu lassen.“

Es gab also gar keine Liebe, die hätte Aus gehen können.

Rauchen ist lebensgefährlich

Der Vorkämpfer für einen rauchfrei nachhaltigen Erdball, Sebastian Frankenberger, hat am eigenen Leib erfahren müssen, daß Rauchen Leben und Gesundheit gefährden kann. Mit dem Mut und der Kampfkraft eines am Hindukusch operierenden Bundeswehrbataillons stürmte er, ein Fernsehteam im Schlepptau, ein von Rauchern bevölkertes Festbierzelt als sei es die Höhle des Lasters schlechthin, bevölkert von schmauchenden Talibans.

Mutig bahnte er sich im Rauch der nikotingeschwängerten Luft einen Weg zu einem freien Platz, um unter der Dunstglocke bayerischer Verderbtheit eine ordentlich eingeräucherte Schweinshaxe zu verspeisen. Doch das Vergnügen wurde ihm verleidet. Als Blockwart blauen Dunstes hat er sich ja bewährt, dieser Luftikus, aber mit der eingeräucherten Schweinshaxe, das muß er noch üben.

Er wurde ob seines anrüchigen Auftreitts von den rauchenden Festbiertrinkern unmißverständlich aus dem Festbierzelt hinausgeworfen, wie die Sueddeutsche in einer rührseligen Homestory zu berichten weiß.

"Es gab Buhrufe", sagt Frankenberger zu sueddeutsche.de. Dann sei er "unter dem Applaus der Bedienungen aus dem Festzelt katapultiert" worden. Er habe sich der Anweisung gefügt, sagt Frankenberger. "Ich wollte nicht provozieren, ich habe mich auch nicht provokant verhalten. Im Gegenteil, ich habe versucht, zu deeskalieren."

Stimmt nicht, sagt indes Festzeltwirt Werner Pongratz. Der Waldkirchener schildert das Geschehene anders: Frankenberger hätte sich mit den Kameras in der Mitte des Festzelts postiert und demonstrativ Interviews gegeben. Die Volksfest-Besucher hätten sich dadurch regelrecht provoziert gefühlt. "Ich habe Herrn Frankenberger dann gebeten, das Festzelt zu verlassen - zu seiner eigenen Sicherheit", sagt Pongratz...

Doch selbst im Kirchenstaat gilt das Rauchverbot nicht ausnahmslos: Die Weihrauchfässer dürfen die Ministranten weiter schwenken.


Ganze zwei DIN-A4-Seiten ist es den Hausfrauen in der Redaktion der Sueddeutschen wert, für eine nicht gerade spannende Geschichte zu verplempern. Dafür war sie provokant. Das ist ja auch was. So wollen wir das Qualitätsmagazin Sueddeutsche haben. Geschichten, die zwar nicht das Leben aber ein pfiffiger Redakteure aufschreibt. Von Hausfrauen für Hausfrauen.

Käßmann macht jetzt auf Sozialethik

Keine weiteren Fragen mehr, Sir. So ist das nunmal, wenn der Gärtner bockt.

3. August 2010

Mekong-Delta

Als jemand, der selber auf dem Mekong einmal rauf und runter geschippert ist, auf allen Vieren durch die Gänge der unterirdischen Partisanenstadt bei Saigon kroch und in Da Nang im amerikanischen Krieglazarett zwei Tage lang mit einer Handvoll Drogen wieder zum Leben erweckt wurde, als ein solcher Mensch darf ich daran erinnern, daß Martin Sheen heute seinen 70. Geburtstag feiert. Oder auch nicht.

Nach Apocalypse Now hätte er sich eigentlich zur Ruhe setzen können, denn mehr an Lebensleistung kann man nicht bringen. Er gehört zu den ganz wenigen Künstlern, denen ich zubillige, mit einem einzigen großen Wurf ihr Restleben finanziell bestreiten zu dürfen. So viele gibt es da nicht.

schwerer Rückschlag für Die Linke

Wie die Parteizeitung Spiegel soeben mitteilt, wollen bundesweit beliebte und anerkannte Arbeiterführer aus der Linken austreten.

Bei den Dissidenten (Spiegel) handelt es sich um den Sigmaringer Kreisvorsitzenden Rainer Kalthofen und seinen Stellvertreter Karl Magnus Friedrich sowie um den Ravensburger stellvertretenden Kreisvorsitzenden Jürgen Angelbeck und den dortigen ehemaligen Kreisvorsitzenden Mirco Koalarczik.

Antiterrorkampf mit Jägern und AWACS

RIA Nowosti

Russisch-amerikanische Anti-Terror-Übungen für August angesetzt

Geübt wird gemeinsames Handeln zur Abwehr von internationalen terroristischen Bedrohungen. Eingesetzt werden Jäger und AWACS-Radarflugzeuge...


Dazu paßt ja dann diese Meldung wie Arsch auf Topf.

Russland lässt sich Streubomben nicht verbieten

Die UN-Konvention gegen Streumunition war am Sonntag in Kraft getreten. Doch Russland wolle auf diese Munition nicht verzichten, sagte ein Teilnehmer der Verhandlungen. Experten sagen, dass es keine Alternative für Streubomben gebe, weil sie preiswert und effizient seien. Doch Blindgänger gefährden oft Zivilisten.

2. August 2010

Lob des Tages

Das Lob des Tages gilt heute den Luftlandetruppen, die weltweit Spitze sind.

Der Chinese 2009 und 2010

Im Jahre 2009 rezensierte ich "Der Chinese" so.

Unterm Strich ist Mankells Roman trotzdem lesenswert, weil man große Teile schnell überblättern kann, um wieder beim eigentlichen Handlungsstrang, dem Massaker in Nordschweden, zu landen.

Das literaturunkritische Magazin Spiegel kritisiert ihn nicht, sondern lobpreist den Preis von 24,90 Euro.

Das macht vielleicht den Unterschied. Ich hab das Buch gelesen, jedenfalls einen guten Teil davon, der Literaturpraktikant beim Spiegel das Preisschild und den Autorennamen.

Bei fast 25 Euronen sollte man durchaus Vorsicht walten lassen. Ausborgen und nicht wiederbringen wäre die klügere Variante.

BILD ist behindert

Zumindest journalistisch behindert, dem bereits zum Feierabend vergangene Woche hatte ich verlinkt, daß neue Erkenntisse zum Flugzeugabsturz des polnischen Präsidenten vorliegen, die alsbald der polnischen Seite zur Verfügung gestellt werden und veröffentlicht werden sollten.

Sie werden den Piloten erschießen, wenn er jetzt nicht landet. Hat der Pilot wohl gesagt. Laut Flugschreiber.

Die Frage, ob Rußland die Ermittlungen behindert kann demzufolge nur als bösartig und hinterfotzig betrachtet werden.

Iran 2009

Per Zufallsfund bin ich auf Bilder aus dem Iran 2009 gestoßen. Lohnenswerte Ansichten.

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Moskau 1972

Ich war just zu dieser Zeit im Jahre 1972 für 14 Tage in Moskau. Kostete mich 35 Aluchips. Dafür gabs allerdings 10 Rubel. Mein Vater spendierte auch noch einige unter der Auflage, welche Münzen ich dafür wieder mitzubringen hätte. Und seinen Fotoapparat durfte ich mitnehmen.

Als wir auf den Leninbergen standen, wegen der schönen Aussicht über die Stadt eigentlich ein Pflichtbesuch, waren die Folgen der rings um Moskau lodernden Torf-, Wald- und Moorbrände schön zu sehen.

Ich erwähne das alles nur, weil mir einige Dummschwätzer Moskau im Rauch als Sensation verkaufen wollen und es als journalistisch meldepflichtig einstufen.

In der Bildmitte das Leninstadion und hinter dem Rauchvorhang der Datschenring der Stadt.



Oha, andere konnten auch nicht besser fotografieren als ich (Bild 1980). Andere wiederum schon (UdSSR 1972).