22. Januar 2011

the strong leftward shift of the Social Democratic Party (SPD)

Der scharfe Linksruck in der SPD soll im Oktober/November 2009, gleich nach der Bundestagswahl, stattgefunden haben. Meinte Hoyer zu Depeschenmülleimer Murphy. Außerdem, so erfahren wir rückblickend, außerdem habe Steinmeier keine Perspektive mehr in der Politik, da die SPD extrem schnell jene Positionen aufgeben werde, für die sie steht, und sich nach links bewegen wird. Demzufolge werde Steinmeier nicht all zu lange Fraktionsvorsitzender sein.

Soso. Da hat sich also der Hoyer von der FDP beim Ami ausgeheult. Und was ist passiert? Nichts von all seinen Weissagungen. Die SPD hat keine einzige ihrer früheren Positionen aufgegeben, ist keinen einzigen Millimeter nach links gerückt, nicht mal extrem langsam und Steinmeier stümpert weiter vor sich hin.

Da haben wir endlich mal eine erste knackige Enthüllung: FDP-Politiker ist zu doof im Kaffeesatz zu lesen und gen Zukunft zu orakeln. Einfach nur peinlich, was für Schnarchnasen in diesem Land das Sagen haben.

zum 1. Jahrestag wird reingefeiert

So ziemlich vor einem Jahr hatten wir wochenlang die unreifen Unteroffiziere im Bayerischen, die ihre Untergebenen zu Rollmops auf Leber mit Kirschlikör eingeladen hatten, diese jedoch, so hieß es dann wohl, lieber Schnitzel klassisch mit Bier haben wollten und sich bei den Vorgesetzten beschwerten. Aus Mangel an ordentlichen Themen stürzte sich die Meute unkundiger Journalisten auf dieses Thema und... Genau. Die Welt drehte sich weiter, und nichts ist passiert. Der Skandal versandete im Sande.

Ziemlich 1 Jahr später wird reingefeiert und reingeschreiben. Die damaligen Artikel werden recycelt und mit den Worten "Gorch Fock" bestückt. Den besten Kracher schießt die "Welt" ab.

Alan Posener, dar Marinestratege des Blattes, versteigt sich zu der Totschlagzeile

Das fragwürdige Menschenbild der deutschen Marine

Das könnte glattweg der Titel des kurzen historischen Abrisses der deutschen Kriegsmarine von den Anfängen bis zur Gegenwart sein. Mich würde ja brennend interessieren, wie er kaiserliche, fachistische, deutsch-demokratische und deutsch-revanchistische Marine unter seinen menschenfeindlichen Hut gezaubert kriegt.

Geschundene Kadetten, geschmacklose Sex-Wetten und ein gefühlloser Kapitän – die Berichte von der "Gorch Fock" klingen ungeheuerlich.

So fängt das Lamento an. Brauch ich gar nicht weiter lesen, denn da weiß ich, der hat nicht gedient oder will sich gerade andienen.

Jetzt mach ich mal wieder den directors cut, so Posener den Käpt'n korrekt zitiert. Die könnte aber auch von mir sein. Wer weiß das schon.

"Als Junge bin ich auf Kirschbäume im Garten des Nachbarn geklettert und war auch schnell genug wieder runter, wenn der kam. Die motorischen Fähigkeiten haben abgenommen, die Jugend sitzt nicht mehr im Kirschbaum, sondern eher vorm Computer.“

Aber, so muß ich hinzufügen, aber ich habe etwas weggelassen, nämlich die brillante Hinführung zu dieser Aussage.

Wenige Wochen nach dem Unfall äußerte er sich abfällig über die Kletterfähigkeiten der Rekruten:

Posener vergaß allerdings die Erörterung, warum und in welchen Punkten dies eine abfällige Äußerung sein soll.

Das hamburgische Schwesterblatt des Abends versteigt sich gleich zu der Aussage "Bundeswehr in der Krise".

Ist mir ja alles egal. Was viel schlimmer ist, daß der Guttenberg nun vollkommen durchdreht und nichts besseres als die gleiche Reaktion weiß, wie beim lustigen Tanklasterbombardieren. Entlassung und Schiff verschrotten, Ende der Diskussion.

Mensch Guttenberg, hamse nich jehört? Sie sind jefordert. Schnappense sich ihre Tussi und den Kerner, ab in nächsten Jet und live von der Rückfahrt berichtet, daß ist es, was die Opposition von ihnen verlangt. Wir wolln wissen, wie drastisch die Details aus der "Bild"-Zeitung (Spiegel) in Wirklichkeit waren.

Nun denn, schauen wir mal, ob die deutschen Medien in der Lage sind, gleich eine ganze Saubande durchs Dorf zu treiben, den Sarrazin, die Kommunisten und die Bundeswehr.

siehe auch: Gorch Fick: Leiden auf Lustreisen

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lange nichts vom Klima gelesen

Wenn alle dürfen, dann darf auch telepolis in Gestalt von Florian Rötzer, als Überbringer der Nachricht, nicht fehlen. Da der Klimawandel momentan mangels Pressemitteilungen ausfällt, muß man auf andere Quellen zurückgreifen. Und die gehen dann so.

Wirken sich Kriege oder Epidemien auf das Klima aus?

Nach einer Studie von Meteorologen haben sich historische Ereignisse wie die Invasion der Mongolen auf das regionale Klima ausgewirkt

beiben

beiben

Alles bleibt, wie es ist. Die technischen Schwierigkeiten auf welt-online im Broder-Artikel dauern an. Nun ist auch noch ein Kommentar über die Nacht verdunstet. Wahrscheinlich zu hohe Temperaturen im Serverraum, schätze ich mal. Da passiert dann sowas.

21. Januar 2011

Stefan Warbeck, Programmchef, hat erbsengroße Eier

Meint zumindest "Setzen 6!" in seinem Kommentar.

Das depublizierte Dokument befindet sich zum allgemeinen Genuss und Verdruss irgendwo im Internet. Es ging um die Meinung dieser Dame.

Kachelmann wettert

Es bedarf zweier Erwachsener, um diese dürre Meldung in die Welt zu setzen.

Ist es nicht rührend?

Ist es nicht rührend, mit wieviel Anteilnahme die deutsche Presse die Entwicklung von Die Linke seit 4 Wochen medial begleitet? Die Linke auf allen Kanälen, was die Tintentanks der Füllfederhalter hergeben. Nun sorgt sich sogar der Tagesspiegel um die zukünftigen Wahlergebnisse der Linken. Mit einem Inhalt, der sich gewaschen hat. Wie mein Einkaufsbeutel. Gewaschen und voller Luft.

Herr Broder,

[update 19:50 Uhr]
Aufgrund von technischen Schwierigkeiten beibt die Kommentarfunktion vorerst geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis
[/update]
[anmerkung]
Die technischen Schwierigkeiten beziehen sich ausschließlich auf Broder. Andere Artikel der welt können problemfrei kommentiert werden.
[/anmerkung]
ich habe ja des öfteren betont, daß mir nur ca. 10% ihrer schriftlichen Auslassungen in den Kram passen, weil sie mit Sachkunde und dem nötigen Biß verfertigt worden sind. Und weil sie einer der an einer Hand abzählbaren Schriftsetzer sind, die sich den Luxus einer eigenen Meinung leisten (können). Bei 90% ihrer Schriftsätze hätte ich jedoch etliche Anmerkungen zu schlampiger Recherche oder schlampigen Gedankengängen machen müssen, was ich mir um meiner Restlebenszeit willen erspart habe.

Nun greifen auch sie, weil es alle anderen ja auch machen, das Thema Gysi und der NDR auf. Darin behaupten sie u.a.

Kommunisten [glauben] an die klassenlose Gesellschaft in der Diktatur des Proletariats.

Es ist kaum zu glauben, was sie da schreiben. Es stimmt nämlich nicht.

Wer allerdings nach der Ausstrahlung der Dokumentation „Die Akte Gysi“ im Mitternachtsprogramm der ARD vergangenen Donnerstag noch immer daran glaubt, Gysi habe nicht im Interesse der Staatsmacht gehandelt...

Ich hab die Sendung nicht gesehen, weil mich das nicht interressiert, aber als DDBRD-Bürger weiß ich zweierlei. Wer sich in seinem früheren Leben gegen die Staatsmacht gewendet hat, den hamse am Arsch jehabt. Dito heute. Also nix neues. Nix anderes.

Gysi selbst.. mochte sich in der Sendung nicht äußern.

Warum sollte er?

Dafür versuchte er die Ausstrahlung mit rechtlichen Mitteln zu verhindern...

Irrtum. Er hat den Ankündigungstext zur Sendung erfolgreich moniert. Um die Ausstrahlung der Sendung ging es gar nicht. Noch nicht.

Nun ist Gysi nicht verpflichtet, zu den Vorwürfen, die gegen ihn erhoben werden, Stellung zu nehmen, jeder Beschuldigte darf die Aussage verweigern, kein Verdächtigter muss sich selbst belasten.

Herr Broder, ich glaub, sie sind im falschen Film. Herr Gysi ist weder beschuldigt noch angeklagt, noch Verdächtiger in irgendeiner bei Gericht anhängigen Sache. Mithin, sie konstruieren sich hier ein katholisches Glaubensgebäude, von dem sie selber glauben, es stürze nicht ein. Pust und weg.

Gysi sagt, er habe weder „willentlich“ noch „wissentlich“ mit der Stasi zusammengearbeitet. Das hört sich wie ein Teilgeständnis an.

Das hört sich genau nach dem an, was Gysi gesagt hat, nach nichts anderem, schon gar nicht nach einem Geständnis.

Und was das Fehlen einer Verpflichtungserklärung angeht: Es ist nicht das einzige Dokument, nach dem bis heute vergeblich gesucht wird. Der Führerbefehl zur Endlösung der Judenfrage und der Befehl, Flüchtlinge beim Übersteigen der Mauer zu erschießen, gehören auch dazu.

Na, Herr Broder, jetzt hamse aber 'n richtich dicken Puller inne Hose. Judenvernichtung, Schießbefehl und Verflichtungserklärung für das MfS in einem Schriftzug genannt, da geht ihnen doch garantiert der Schuß in der Hose los.

Einen Führerbefehl zur Endlösung der Judenfrage muß es nicht zwingenderweise gegeben haben, es ist ein Sammelsurium derartiger Befehle sehr gut dokumentiert, das genau das zur Folge hatte.

Im übrigen, falls es ihnen entgangen sein sollte, Herr Broder.

Seit 65 Jahre entweicht aus den Schornsteinen der NS-Vernichtungsmaschinerie kein Rauch mehr, und die heutigen, sich "demokratisch" nennenden Politiker nehmen sich das Recht heraus, Akten über die Täter geheim zu halten und uns die Wahrheit zu verschweigen. Sie verkünden es und gehen zur Tagesordnung über. Das ist unerträglich. (Gabi Weber)

Einen Befehl, Flüchtlinge beim Übersteigen der Mauer zu erschießen, den gab es nicht. Zumindest nicht staatlicherseits in der DDR. Für Einzelfalle, die bereits vor Gericht verhandelt wurden, kann ich mich da nicht so verbürgen, aber das sollte recherchierbar sein, da ja so ziemlich alle Fälle nach 1990 vor Gerichten der bundesdeutschen Justiz verhandelt wurden. Das strenge Rückwirkunsgverbot wurde übrigens für diese und andere Fälle, sofern es sich um Bürger der DDR handelte, aufgehoben.

Die Regierungen kommen und gehen. Gysi aber bleibt, was er schon immer war: Diener vieler Herren und dabei immer Anwalt in eigener Sache.

Ja und? Wie vielen Haßblättern haben sie sich, Herr Broder, in ihrem Leben denn eigentlich schon angedient und sind immer das geblieben, was sie waren? Sind sie nicht erst kürzlich vom Spiegel zur Welt gewechselt?
Was soll mir das also sagen? Daß sie dumm sind? Schlauer als Gysi? Oder daß man, wenn man sich schon andient, dies immer auf der richtigen Seite der Barrikade tun sollte?

Herr Broder, möglicherweise haben sie ein Gläschen zu viel koscheren Weines gesüffelt, was der Logik des Denkens abhold ist, den Glauben in die eigene Schriftstärke jedoch ungemein belebt. Ihr Aufsatz ist dermaßen dünn, sie hätten den Praktikanten bei welt-online anweisen müssen, ihn in Extra Black zu setzen, damit er wenigstens ein bißchen Substanz hat.

Letztlich formulieren sie es aber durchaus trefflich, Herr Broder. Wer glauben will, soll glauben. Ich z.B. habe mich mein ganzes Leben aus Glaubensfragen rausgehalten. Wenn jemand zu mir käme, der glaubt, sie seien ein Arschloch, ich würde ihn in seinem Glauben lassen. Katholentümelei ist nicht mein Ding.

verschwörungstheoretisches Briefgeheimnis

Sehr schöne Verschwörungstheorie von Peter Muehlbauer.

...dass die Briefe teilweise von einem afghanischen Privatunternehmen transportiert wurden. Was dabei genau geschah, liegt zwar noch im Dunkeln - aber es braucht nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, dass die Taliban eventuell einem militärischen Vorteil aus der Privatisierungsideologie ihrer Gegner zogen. Genauso gut möglich ist aber auch eine Weitergabe an das Organisierte Verbrechen, das damit Persönlichkeitsprofile von Soldaten erstellen oder diese zur Mitwirkung bei Schleusungen oder beim Opiumhandel erpressen könnte.

ich klau mal meine Kommentare

Zuerst lest ihr euch mal durch, warum der Sarrazin der Biermann unserer Tage ist. Das haben in mühevoller Kleinarbeit die Presse-Plattheiten-Quäler (PPQ) recherchiert und erschöpfend dargelegt.

Ich habe dazu viel zu lange Kommentare verfertigt, wo doch in der Klassenfrage eigentlich nur Zustimmung oder Ablehnung erforderlich wäre.

Ich war dazumal auf Urlaub von der Fahne und hab wohl die ersten zehn Minuten Biermann gesehen. Fand es schnarchlangweilig und bin schlafen gegangen.

Eine Woche später hatte ich die Gelegenheit, das vollständige Transkript der Sendung abschreiben zu können, was ich dann in Auszügen auch tat. Diesen Schriftsatz nahm ich dann mit zurück in die Kaserne, um sachbezogen über den Fall mit den Leuten diskutieren zu können, was eigentlich sehr großen Anklang fand.

Zwei Tage später hatte ich dann eine Einladung zu einem Gespräch. In der Kreisleitung der SED! Mit zwei jungen Burschen, wenig älter als ich, die sich das Zimmer wohl auch nur ausgeborgt hatten.

Nachdem ich versprach, keine weiteren Kopien mehr davon zu haben und mich an die Regeln der Diskussion zu halten, war der Fall für mich erledigt, nicht ohne mir die Bemerkung zu erlauben, daß das Transkript vom ZK der SED an die Gliederungen verteilt worden war, um mit Sachkunde argumentieren zu können. Sie dürfen sich gerne dort erkundigen, und ich wundere mich eigentlich, warum sie es noch nicht haben.

Der Fall hatte keine weiteren Folgen für mich, nur die Lehre für die Zukunft, mich ab und zu bei solchen Begegnungen der unheimlichen Art auf das Gotteshaus in Berlin zu berufen. In allen Fällen, es waren insgesamt derer drei, habe ich anschließend meine Ruhe gehabt, denn im Vorhof der Hölle anzurufen, das hat sich dann doch niemand getraut.

Heute passiert punktgenau das Gleiche. Eine Sachdebatte ist nicht erwünscht, wer nicht der Staatsräson folgt, der wird weggebissen. Die Bewertung des Sachverhaltes wurde gleich mit dem ersten öffentlichen Satz auf die katholisch-moralische Ebene gehoben, und auf der wird sie bis um heutigen Tag hin und her geschoben.

Will sagen. Individuell gab es damals schon verschiedene Reaktionsmöglichkeiten, nichts tun, weil es eigentlich Schwachsinn ist. Siehe oben. Medial gab es nur eine, da per order mufti verkündet und nicht mehr revidierbar. Der Mann gehört gehenkt.

Nur ganz nebenbei. Ich habe Biermann damals als Vollidioten mit nur mäßig künstlerischem Blut in den Adern bezeichnet, der nur einer Kunst nachhängt, der Lebenskunst. Diese Auffassung habe ich bis zum heutigen Tag nicht geändert.

Wenn mir die berühmte Frage gestellt werden würde, was ich denn von Biermann auf die Arche Noah mitnehmen würde, um es für die zeit nach der Apokalypse zu bewahren, wäre meine ANtwort eindeutig.

Von Biermann? Gar nichts. Aber die ND-Ausgaben nach seinem Konzert, die würde ich schon mitnehmen.
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Ich sag mal so. Es gibt ja durchaus einen Parallelfall, der jenseits von Gut und Böse ist. Udo Lindenberg. Auch Liedermacher, bei dem ich lange nachdenken müßte, wann er der deutschen Volkskunst etwas Bleibendes hinzugedichtet hat, und nordische Großfresse, was Seltenheitswert besitzt, da das nordische Geblüt eher schweigsam daher kommt. Den größten Teil seines Lebens hat er sich auch als Lebenskünstler umgetrieben und ist dabei nicht schlecht gefahren. Nur mit Nena hatte er ohne Zweifel die bessere Granate im Bett und 'ne echte Rampensau an der Angel, die ihm künstlerisch eigentlich hätte was beibringen können. Hat sie aber nicht. Oder er war lernresistent.

Wenn von Udo Lindenberg in den Medien die Rede ist, dann nur mit zwei Dingen. Erstens habe er den deutschen Rock erfunden. Zu einer Zeit, da ostdeutsche Bands ihre verrückten Fans schon lange mit deutschem Gegröle zunölten, was aber egal war, da man es sprachlich nicht von den nachgespielten Led Zeppelin Songs unterscheiden konnte.

Medial wichtiger ist aber immer noch seine Sonderfahrt nach Pankow, bei der schlichtweg unter den Tisch fallen gelassen wird, daß das Original von Glenn Miller um zehn Klassen besser ist. Sie ist medial deswegen wichtiger, weil man auch 20 Jahre nach dem Ableben der DDR, Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen kann, um der nun quietschlebendigen DDR im Jahre 2011 den endgültigen Todesstoß zu versetzen.

Funktioniert immer und all over the world.

Weil's einfach zu schön ist und in meinem Land verfügbar.

Die Redaktion entscheidet, was interessant ist...

So, nun liegt die erste Depeschenempörung der Welt auf dem Tisch. Eingelullt in qualitativ hochwertigem Journalismus, empört von Clemens Wargin und kommentiert von Geld-Börse (Ich bin auch für Sabotage-Aktien!), heißt es:

Die Welt blickt mit Sorge auf das iranische Atomprogramm.

Das lässt sich geheimen US-Depeschen entnehmen, die der "Welt" vorliegen.


Leider ist es Freitag am Nachmittag und keine Kompetenz mehr in der Redaktion erreichbar, die uns, also mir, einen Link auf das Original des Diplomatengeschwätzes zur Verfügung stellen kann.

Bis dahin müssen wir uns vertrösten.



Achja, liebe BILD-Redakteure. Ich weiß nicht, ob ihr den abgeschriebenen Artikel auf welt-online überhaupt gelesen habt. Enthüllt haben die bisher gar nichts. Und wikileaks auch nicht, denn bisher wird uns das Dokument (some [TEXT REMOVED BY AFTENPOSTEN ]) ja vorenthalten.

Ich sag ja, wir warten drauf.

politische Mathematik

Ich kriege heute eine Abstimmungsbenachrichtigung, ich möge mich gefälligst per Votum an irgend einer Wasserfrage beteiligen. Im Handbuch zur Abstimmung finde ich dann diese Aussage.

Ergebnis des Volksentscheids (des Volksentscheides! heißt das)

Der Gesetzentwurf ist durch Volksentscheid angenommen, wenn die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zugleich mindestens ein viertel der zum Abgeordnetenhaus von Berlin WahlberechtigtenInnen (hier hamse das Innen vergssen)zustimmt.


Mathematisch betrachtet ist das Gesetz bei 12,5% der Wahlberechtigten plus 1 Stimme durch.

Könnta vajessen. Ick bin jejen Mindaheitendiktaturn.

20. Januar 2011

24 Stunden weniger

Zeit als Liam Neeson hat Russel Crowe, um seine Frau aus dem Knast zu holen und samt Sohn für immer zu verschwinden.

Der Plot ist schnell erzählt. Seine Frau wurde zu 20 Jahren wegen Mordes verknackt. Ob zu Recht oder Unrecht, das verrate ich an dieser Stelle mal nicht, denn im Film gibt es zwei Szenen, die eine herausragende Bedeutung für diese Bewertung haben. Andererseits ist es ohne jede Bedeutung, denn Russel Crowe glaubt an ihre Unschuld und will sie da wieder rausholen. Reicht ja eigentlich als Plot vollkommen aus.

Ich hatte vorab auf etlichen unterschiedlichen Promoseiten Kritiken gelesen, die unterm Strich alle ähnlich abgeschrieben waren. Der Film habe Plausibilitätslücken, sei aber sehenswert. Hätte ich die Vorabkritiken nicht gelesen, wäre ich nicht hingegangen. So war ich da. Naja.

Ich fang mal so an. Die Jugenschutzwarte und Zensoren des Landes haben dem Streifen ein ab 12 Jahren geeignet angepappt und bezeichnen das Werk trotzdem noch als Thriller. Ich stand gerade an der Kasse, da bettelten zwei Knirpse um ihre Tickets, doch die Dame lies sich nicht erweichen, wollte irgendeinen Beleg sehen, woraus hervorgehe, daß sie auch 12 seien. Konnten sie nicht. Also mußten sie sich von dannen trollen.

Diese Alterseinstufung dient wohl dazu, unsere jugendlichen Mitbürger auf dem schweren Weg der sittlichen Reifung von Staates wegen an die väterliche Hand zu nehmen und ihnen auf dem beschwerlichen Weg zum Erwachsenwerden beizustehen. Nun ja, bei dem Film war das auch ratsam, die beiden Knirpse außen vor zu lassen, denn sie hätten einen ästhetisch grottenschlechten Film gesehen, wo so ziemlich alles falsch ist, was im Filmgeschäft falsch gemacht werden kann. Ich gebe der Kassiererin im konkreten Falle Recht, sie hat die Kleinen davor bewahrt, sich künstlerischen Schrott anzusehen, was man ja nur gutheißen kann, wenn man die Jugend von heute an knackige Edelthriller heranführen möchte. Der Film ist dazu nicht geeignet.

Will sagen, mit 2 Stunden und 15 Minuten ist das Teil arg in die Länge gezogen. Liam Neeson, übrigens mit einer kleinen und sehr feinen Gastrolle, hatte seine 96 Stunden in 90 Minuten gequetscht. Eigentlich in 60, zieht man die ersten 30 langweiligen Minuten von "Taken" noch ab.

Hier war es genau umgekehrt. Der Film hat einen knackigen Einstiegsdialog. Die Frau seines Bruders, Zahnärztin, und seine Frau können nicht miteinander und haben in der Gaststätte Zoff.

- Du baggerst doch sogar jetzt meinen Mann an.
- Ich bagger deinen Mann nicht an. Wenn ich den haben will, dann kriege ich ihn so. Fingerschnips.

Damit hat sie ohne Zweifel Recht.

Kurz danach im Auto mit seiner Frau beim Knutschen.

- Die Frau ist gefährlich und dürfte eigentlich gar nicht in der Oralchirurgie tätig sein. Da sitzt du wehrlos auf dem Stuhl, dann beugt sie sich über dich und du hast ihre Glocken im Gesicht hängen.

Entspricht ebenfalls zweifelsfrei der Wahrheit, denn die Frau war schon ein scharfes Zahnärztinnen-Geschoß.

Die Seguenz von Russel Crowe und Liam Neeson ragt im Film heraus, da spielen zwei auf Augenhöhe, die was können. Neeson ist ein Ausbrecherkönig und Crowe konsultiert ihn. Er möchte in Erfahrung bringen, wie man aus dem Knast rauskommt.

- Das ist leicht, da gibt es viele Möglichkeiten. Das Problem liegt darin, auch draußen zu bleiben und das möglichst lange, ohne erwischt zu werden.

Noch etwas später, als er seine neuen Pässe, Führerschein usw. in Empfang nimmt, meint der Ausweisverkäufer zu ihm:

- Du verkackst das, weil du es zu sehr willst.

Die wohl beste Szene irgendwann mitten im Film. Er ist auf Besuch bei seiner Frau im Knast. Dann sagt sie etwas, was den ganzen Film kippt. 30 Sekunden später der nächste Besuchstag, dann sagt er etwas, was den Film wieder zurück in die Spur holt. Ab diesem Augenblick, das ist etwa nach einer elendig langen Stunde, nimmt das Drama langsam Fahrt auf und wird zum Schluß hin durchaus ansehnlich und achterbahnmäßig.

Im fast letzten Bild des Films ahnt man, was Russel Crowe antrieb. Seine Frau kommt aus dem Bad. Der Regisseur oder Kameramann hatte ihr wohl in einer langen Diskussion abgerungen, auf einen BH zu verzichten. Ihre Brustwarzen zeichnen sich sehr deutlich auf dem eng anliegenden T-Shirt ab. Lieber die eigene Frau unter sich im Bett als eine Zahnärztin über sich auf dem Stuhl.

Klappe.
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Ich fang nochmal an. "72 Stunden" ist ein Film, dem es an der Grundsubstanz mangelt, einem ordentlichen Drehbuch. Das merkt man vorne, hinten, oben, unten, an allen Ecken. Gerettet hat ihn Russel Crowe. Ich hätte nie für möglich gehalten, daß eine Personality-Show einen Film so zusammenkitten kann, daß man sitzen bleibt und das Ende abwartet. Normalerweise wäre ich aufgestanden und gegangen. Aber Crowe spielt nicht normal. Er drückt jeder Szene einen, seinen glaubwürdigen Stempel auf, auf daß alle anderen Akteure blaß und unscheinbar bleiben. Je besser du die anderen erniedrigst, desto größer erscheinst du selbst.

Liam Neeson, Elizabeth Banks und !Überraschung! Brian Dennehy, als sein Vater, spielt er allerdings nicht an die Wand. Das findet auf Augenhöhe und in gegenseitigem Einvernehmen statt.

Zu deutsch, der Film ist sehr zwiespältig, auf der bis 10 geschlossenen Kritikskala so eine 4 oder 5. Mehr nicht. Haben die insgesamt 14 Besucher wohl auch so gesehen, zwei ältere Damen mal ausgenommen, die gleich beim Rausgehen von einem wunderbaren Thriller sprachen.

Der Film soll wohl in den USA gefloppt sein. Berechtigt. Eine Besuchsempfehlung kann ich nicht abgeben.

die Irrungen der Ulrike Putz



Langer Rede, kurzer Sinn, in ein paar Wochen ist das hin.

in der Hölle der Löwin

Manchmal ist Sippenhaft eben doch nicht so schlecht.

Ja.

Und manchmal, aber nur manchmal, haben Frauen ein kleines bißchen Haue verdient.

Z.B. Dagmar Rosenfeld für obigen Satz. Der gehören die Rosenstiele ...

krude Thesen - directors cut

Liebe Qualitätspraktikanten. Ich gehe mal davon aus, das Magazin für krudes Deutsch hat die folgenden Zitate korrekt archiviert. Da ihr die von mir gestellte Aufgabe, Merkel mahne mehr Demokratie von Ben Ali an, nicht gelöst habt, hier die nächste Prüfung.

Formuliert aus den hier gesammelten Zitaten einen Text in krudem Deutsch, der redaktionellen Interessen entspricht und ethisch ist.

Eine erster Entwurf der englischen Soziologenvereinigung "Political Provocative Questions" (PPQ) liegt bereits vor.

"I am Thilo Sarrazin from Börlin"

"Germany is doing itself away".

"The brightest people get the fewest babies".

"In Deutschland werden Türken und Araber nicht mehr diskriminiert als Italiener und Polen."

"Ich möchte, dass Sie sich integrieren. Wenn Sie Ihr Kopftuch tragen wollen, ist das Ihre Entscheidung. Aber wenn Sie es tragen, sollten Sie nicht überrascht sein, wenn Sie als etwas Fremdes in der Umgebung angesehen werden. Diejenigen, die in Deutschland ein Kopftuch tragen, sondern sich freiwillig vom Mainstream ab. Es ist Ihre Entscheidung, ein Kopftuch zu tragen und in Deutschland zu wohnen. Sie könnten genauso gut in den USA oder der Türkei wohnen."

"Wenn ein Mädchen in Berlin-Neukölln ein Sommerkleid trägt, wird sie von Türken und Arabern diskriminiert - das ist eine Tatsache in diesem Land".

"Orientalen neigen dazu, mit ihren Gefühlen zu spielen, und lieben es, Schuldgefühle bei anderen zu wecken. Das ist ein Zitat einer türkischen Frau".

19. Januar 2011

das krude Deutsch der Depeschen-Interpreteure

Ich hatte doch heute ganz kurz auf die sozialistische Rentenanstalt GAZPROM hingewiesen und da noch einmal nachgehakt. Das Original liegt uns ja als Kabel in der englischen Sprachfassung vor.

Die Depeschenempörer aus Hamburg hatten das Ding schon am 05. Januar auf der Rille und haben einen wahrhaft kruden Schatz deutscher Wörter ausgehoben, um ja nicht das mitzuteilen, was im englischen Original zu lesen ist. Ich beziehe mich mal nur auf genau die von mir verwendeten Stellen aus dem Cocktailpartygeschwätz (Merkel).


Der erste Absatz ist ja noch korrekt ins Deutsche übertragen. Der zweite schon glatt gelogen, denn laut Depesche haben die Amis nicht nachgehakt, sondern angemerkt (When we suggested), der Maximalprofit für Aktienbesitzer habe höchstes Unternehmensziel zu sein. Sie haben keine Frage gestellt, sondern festgestellt. Das ist ein erheblicher Unterschied. Oder absichtsvoll gelogen.

Der letzte Absatz ist dann so weit von der Wahrheit entfernt wie der Spiegel von qualitativ hochwertigem Journalismus. Die Diplomaten haben genau das nach Washington per Überschrift berichtet, was ich vorhin schon schrieb. GAZPROM ist eine sozialistische Rentenanstalt. Steht ja in großen Lettern über dem Kabel und ist eigentlich nur zu übersehen, wenn man 16 Dioptrien beim Abschreiben verwenden muß und die Brille verlegt hat.

Noch irgendwelche Fragen zur sorgfältigen journalistischen Aufbereitung der Depeschen? Nein? Sie ist einfältig statt sorgfältig? Sicher, aber ganz im Sinne der Welt: Die Redaktion entscheidet, was interessant ist und welche ethischen Richtlinien gelten.

q.e.d.

krude Thesen fremdsprachig noch kruder

Die Weißesten bekommen die wenigsten Kinder



Na, das ist doch mal ein sarrazinöser Leseschmaus, dem wir Erkenntisgewinn abnötigen können. Sarrazin war bei der BBC in einer Talkshow zu Gast.

Darin vertrete er drei Thesen. Eine davon laute: "The whitest people get the fewest babies".
... es machte ihm offensichtlich auch nichts aus, dass seine kruden Thesen in der fremden Sprache noch kruder klangen.
*

Ich übersetz das mal in krudes Deutsch. Er sagte nicht whitest, sondern brightest. Das ist schon ziemlich schräges Englisch und krudes Deutsch.

Und jetzt fällt ein Karton, der kaum zu glauben ist.

Die meisten Anrufer konnten besser Englisch als Sarrazin...

Da bin ich jetzt aber sowas von verdattert, daß es mir die Sprache verschlägt. In England können viele Anrufer besser Englisch als der Sarrazin? Das meint ihr doch nicht etwa ernst? Oder?

Den Link zu dem in krudem Deutsch angefertigten Artikel gibt es nur auf Anfrage, da ich Haßseiten im Internet nicht verlinke.
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*Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version dieses Textes stand, dass Thilo Sarrazin das BBC-Interview unter anderem mit dem Satz: "The whitest people get the fewest babies" eröffnete. Tatsächlich hat er aber "The brightest people" gesagt. Wir haben den Text entsprechend korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Anmerkung der Die Anmerkung: Ihrer Bitte kann nicht entsprochen werden, da ich den ganzen post neu anfertigen müßte. Nichts wird entschuldigt. Machen sie's wie früher, schreiben sie sich ihre Entschuldigungszettel selbst. Und wenn wir schon bei früher sind. Holen sie auch gleich den Rohrstock und prügeln sie dem kruden Journalisten, Carsten Volkery, damit mal ordentliches Deutsch ins Hirn. Der hat es nötig.

Harrys Selbsthilfeverein bebildert

Das psychologisch-psychiatrische Qualitätsmagazin (PPQ) hat die Lebensbeichte vom traurigen Komparsen Harry mit treffenden Bildern versehen und in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht.

Dafür gebührt öffentlicher Dank.