29. August 2006

ungeheuerlich

Bis heute Mittag dachte ich noch, das Internet sei ein Hort der Nächstenliebe, des Anstands und der Moral. Mit Ausnahme der vom Spiegel enthüllten Ungeheuerlichkeit, daß es im selbigen vor Bombenbaubastelanleitungen nur so wimmelt. Ich habe mich auch redlich befleißigt, derer fündig zu werden, bin mir allerdings ob der immensen Menge in meinen Preferenzen nicht mehr schlüssig, so daß ich das Thema nicht weiter verfolgen werde. Zumal es im Baumarkt und der Apotheke um die Ecke doch nicht alle Materialien zu erwerben gibt, die ich benötigen würde.

Bis heute Mittag war für mich die Internetwelt also noch in Ordnung. Es vermittelte mir Geborgenheit, Sicherheit und Lebenshilfe, wenn ich verzweifelt nach Problemlösungen suchte.
Dann las ich allerdings:

SPIEGEL ONLINE - 29. August 2006, 18:18
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-434203,00.html

Terror im Internet
Al-Qaidas deutsche Lautsprecher

Von Yassin Musharbash


Und nun weiß ich nicht mehr weiter. Jetzt gibt es den Terror nicht nur auf deutschen Bahnhöfen, in Bastelanleitungen, sondern nun auch im Internet.

Ich bin ernsthaft am Überlegen, nicht mehr ins Internet zugehen, wenn sich die Terroristen inzwischen da rumtreiben. Bahnhöfe meide ich schon.

Es sieht wohl so aus, daß das Internet nicht nur für die Verbeitung von Häkelanleitungen und Kochrezepten genutzt wird. Wenn ich diesen Artikel ernst nehme, dann sollen wohl auch Mitteilungen der "irakischen Qaida" veröffentlicht worden sein.

Btw, damit ist ja zumindest geklärt, daß Al Kaida eine weibliche Person ist, die aus dem Irak kommt.

SPON hat, wie in solchen Fällen zu 99% üblich, vor lauter Exklusivaufregung vergessen, die Quelle bekanntzugeben, unter der diese Mitteilungen nachgelesen werden können. Mit einem 404-Fehler inzwischen nicht mehr erreichbar, war das http://gimf-deutsch.blogspot.com.

Und dann geht die Märchenerzählerei wieder los.

"Mindestens drei Sicherheitsbehörden ist die deutsche "GIMF"-Seite übrigens bekannt: 'Wir schauen von Anfang an mit drauf', sagt ein Beamter. Sie halten es schon wegen des Umfangs des Materials für nicht unwahrscheinlich, dass die Betreiber mehr als eine Person sind. Mehr als beobachten können sie sie aber nicht.

'Wir werden uns die Seite nun sehr genau anschauen', kündigte 'Google Deutschland'-Sprecher Keuchel im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE an. 'Man muss gucken, ob die Inhalte gegen unsere Nutzungsbedingungen und deutsches Recht verstoßen, damit wir sehen, ob wir eine Handhabe haben, die Seite zu löschen.'

Etliche Experten bezweifeln allerdings, dass ein Sperren von Pro-Dschihad-Seiten Erfolg verspricht - mittlerweile gibt es Tausende von ihnen, und für jede gelöschte entstehen zwei neue. 'Man könnte vielleicht ein paar Leute erwischen', sagt etwa Thomas Hegghammer, ein anerkannter Experte für al-Qaidas Aktivitäten im Internet. 'Aber man wird nie in der Lage sein, den gesamten Fluss radikaler islamischer Propaganda einzudämmen.'"


Da haben wir es wieder. Ein Beamter sagt, ein Sprecher muß gucken und ein anerkannter Experte äußert sich.

Der Wunsch des Autoren wurde erhört. Die Seite wurde wahrscheinlich vom Beamten und Sprecher abgeschaltet, nachdem sie ein Expertenmeinung gehört dazu erhört haben.

Hab ich also am heutigen Tage doch noch was dazu gelernt in meinem Leben. Thomas Hegghammer ist ein anerkannter Experte für al-Qaidas Aktivitäten im Internet. Wußte ich nicht.

Und nur ganz nebenbei, beim Spagat zwischen Freiheit für dänische Karikaturen und Zensur für islamische Verkündungen hat sich der Spiegel in diesem Jahr förmlich den Arsch aufgerissen, daß dessen journalistisches Fäkulat wie explosiver Durchfall aus dem Redaktionsgedärm rauskrachte.

Denn nimmt man die im Artikel dürftigen Beispiele, dann gehört jede zweite Polizeimmeldung wegen ihrer explizizen Gewaltdarstellung verboten. Und wenn die Polizei mal ihren Schnabel hält, schildern die Blockwarte der Nation es BILD und SPON und die verbreiten es im Internet.

Sagt ein anerkannter Experte für deutsche Schrifttumsaktivitäten im Internet.

28. August 2006

TV abgeschaltet

München (ots) - Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat beim Landgericht Leipzig ein Urteil gegen den Internetdienst "onlinetvrecorder.com" erwirkt. Der Internetdienst fungiert als virtueller Videorecorder, der Nutzern eine Auswahl von Fernsehprogrammen über einen eigenen elektronischen Programmführer (EPG) unentgeltlich anbietet. Nach dem Urteil des Leipziger Gerichts ist es onlinetvrecorder künftig untersagt, Programme zu speichern, zu vervielfältigen, öffentlich zugänglich zu machen oder Dritten zu übermitteln.
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Wurde ja auch Zeit, daß ein Gericht endlich die Verbeitung dieses Unfugs verbietet.

Wenn ich Scheiße sehen will, dann schau ich mir das Original an und glotze ins Klo. Und nicht PRO7.

Siehe auch eine korrespondierende Auffassung dazu.

mir wird schlecht

Das "TV-Highlight des Jahres" (TV Digital): "TORNADO - Der Zorn des Himmels" begeistert die deutsche Presse und das Ausland
28.08.2006 - 12:31 Uhr
München (ots) - "Jetzt dreht das Fernsehen richtig auf!" (TV Movie) Der ProSieben-Zweiteiler von teamWorx ("Die Luftbrücke", "Dresden", "Die Sturmflut") begeistert weltweit...

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Ich kenne weder TV-Highlights, noch teamWorx, noch eine Luftbrücke, Dresden sehr wohl, denn da hab ich drei Jahre gewohnt, und eine Sturmflut hab ich auch noch nicht erlebt. Einen Untergang schon. Aber nicht gesehen.

Ich muß wohl am Arsch der Welt wohnen, denn hier begeistert nichts. Schon gar nicht PRO7.

Mir wird schlecht.
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Das Bild zur highlightigen Ankündigung ist übrigens dilletantisch gemacht. Schlecht freigestellt und schlecht verfremdet. Schaut man sich die veränderte Version an, sieht man sogar den Mann mit seiner Würstchenbude ohne Angstschlotterei vor dem drohenden Wirbel an der Sigessäule.


27. August 2006

neues aus dem Plattenbau



26.08.06

PLATTENBAU

Nach fünf Jahren hat Bob Dylan wieder ein Studioalbum veröffentlicht... und es wieder selbst produziert... Und daran hat er sehr gut getan... Sein Produzentenjob bestand in erster Linie darin, nichts zu tun, außer zehn schöne Lieder aufnehmen. Ohne Effekt-Getüftel und sonstigen Schnickschnack. Das Ergebnis steht dem jetzt 65-Jährigen ausgesprochen gut.

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Hört sich verdammt schweinegut an.

Exquisit zum Abtropfen geeigent. Abtropfen lassen. Von dieser ganzen Terrorflüsterei aus dem Terrorium.

Für mich bereits jetzt das Album des Jahres, denn wer will ihn noch toppen?

nu hamwa den Salat

SPIEGEL ONLINE - 27. August 2006, 09:37
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-433758,00.html

Verhinderte Bahn-Attentate
Terrorverdächtige suchten im Internet nach Bombenplänen

Die verhinderten Kofferbomber haben Spuren im Netz hinterlassen: Im Internet suchten zwei der Terrorverdächtigen nach Anleitungen zum Bombenbau - und wurden fündig. Generalbundesanwältin Harms sieht eine neue Form des Terrorismus.
Wer danach sucht, der findet sie problemlos: Im Internet kursieren etliche mehr oder weniger professionellen Pläne zum Bau von Sprengsätzen aller Art.
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SPIEGEL ONLINE - 27. August 2006, 13:19
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-433777,00.html

Terroralarm in Deutschland
BKA-Chef sieht Anschlagsgefahr gebannt

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Herjeminej, ist das Internet aber auch sowas von gefährlich.

Da in den vergangenen vierzehn Tagen mehrfach täglich auf diesen Bombensuchundfindenscheiß hingewiesen wurde, hatte ich mich auch in die Suchwüste von Kugel, Jawho und Meikrosaft begeben.

Ich habe also nach diesen Anleitungen gesucht. Problemlos gefunden habe ich sie nicht. Ich habe sie schlichtweg gar nicht gefunden. Dafür einen Haufen Schrott. Datenmüll zu Hauf, der mich in meinen Bemühungen nicht weiter bringt.
Ist wie bei den festgenomemnen Kofferträgern.
Die haben sich, nach höchstamtlicher Auskunft, im Internet freizügig mit Anleitungen bedient, ihren Koffer nach Anleitung gefüllt und passiert ist nichts. Geht mir genauso. Wobei ich in größeren Dimensionen denke. Unter 'ner Atombombe mach ich es nicht.

Wat nu?
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Ausführlicher und mit Linksammlung zur eigenen Meinungsbildung bei Burks. Mit einer Anmerkung.

Er schreibt: "Wie dämlich muss man eigentlich sein, um Chef des Bundeskriminalamtes zu werden? So etwas ist DDR-kompatibel: Alles erst einmal verbieten."

Die Frage kann ich beantworten. Saudämlich. Mit der DDR-Kompatibilität, das stimmt allerdings so nicht. Burks würde sich wundern, wenn er wüßte, was da alles erlaubt war und falls dochmal verboten, trotzdem gemacht wurde. An der Stelle kotzt er auch bloß sein altes Feindbild aus. Es sei ihm gegönnt.
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Am besten ist, wir basteln uns selber a Bomb. Wie es geht, ist im folgenden ausführlich dargestellt.



Quelle: http://www.watashi.ch/blog_files/5/irans_atombombe.jpg

Und auf dem Niveau der Volkshochschule finden wir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hier: http://www.zum.de/dwu/umapke.htm

26. August 2006

wollt ihr die Totale?

Artikel ohne namentliche Kennzeichnung erschienen am Sa, 26. August 2006
http://www.welt.de/data/2006/08/26/1012171.html?prx=1
© WELT.de 1995 - 2006

Terrorbekämpfung
Deutsche wollen überwacht werden

71 Prozent der Bundesbürger sprachen sich für die Ausweitung der Videoüberwachung aus. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact.

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Mag ja sein, aber die entscheidende Frage stellt auch "Die Welt" nicht.

Wollt ihr die totale Überwachung?

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Es gilt sehr stark anzuzweifeln, daß sich 71% der Bundesbürger dafür ausgesprochen haben, denn im Original der Pressemitteilung steht etwas ähnliches, aber anders.

Merkwürdig an der Angelegenheit sind zumindest mehrere Dinge:
  1. "Für die repräsentative Umfrage hat INNOFACT am 22. und 23. August insgesamt 1.009
    Deutsche im Alter von 16 bis 59 Jahren befragt." Dann haben gerade mal 716 Befragte einen solchen Wunsch geäußert.
    Davon abgesehen ist in der Soziologie eine Stichprobe von 1009 Menschen eben nicht repräsentativ, auch wenn das immer wieder gerne behauptet wird. So bei Infratest oder in der Wikipedia.
    1000 deswegen, weil sie deutlich preiswerter bei vertretbarer Fehlerrate zu realisieren ist als eine echte Stichprobe mit z.B. 2o00 Befragungen. Erheblich mehr Aufwand (Kosten und Zeit für die Befragung und Auswertung), dafür allerdings nur noch etwa die halbe Fehlerquote wie bei 1000 Befragungen.
    Also, die Zahlen darüber schwanken von Soziologieprofessor zu Soziologieprofessor, aber ab ca. 2500 geht man davon aus, daß eine sehr solide Stichprobe mit geringer Fehlerquote vorliegt.
    Das aber nur ganz nebenbei.
  2. Was wurde denn eigentlich gefragt? Eine soziologische Befragung, deren Methodik nicht offengelegt ist, ist schlichtweg für die Mülltonne. Ist auch eine Regel, die von Uni zu Uni leicht differiert, aber trotzdem akzeptiert wird.
  3. Wieso wurden nur Deutsche befragt, wenn hierzulande mehrere Millionen Bürger wohnen, die nicht in der BRD geboren wurden?
  4. Wer ist eigentlich INNOFACT, daß die auf einmal einen solchen Stellenwert genießen?
Wenn ein Meinungsforschungsnstitut eine solche Pressemitteilung veröffentlicht, dann gehört ihm schlichtweg die Lizenz entzogen. Die Inkompetenz wurde ja hinreichend nachgewiesen.

Die verantwortlichen Inkompetenzler heißen in diesem Falle:

Karsten Polthier (Sprecher)
Dr. Stefan Niebrügge
Ralf Kahsmann

und

die gesamte Redaktion der Welt, die so einen Mist auch noch falsch und kritiklos abschreibt.

Anmahnung

SPIEGEL ONLINE - 25. August 2006, 23:05
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-433675,00.html

Atomkraftwerke
Minister mahnt Risiko in Brunsbüttel an

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Da hat der Praktikant des nächtens aber wieder tüchtig Mist abgeschrieben. Wenn er wüßte, was eine Anmahnung ist, dann hätte ihm kotzeschlecht werden müssen.

nach Anmahnung liefert als Ergebnis:

1. Erinnerung an eine Verpflichtung.

Ich versuch gar nicht erst auszuphantasieren, daß die das in Brunsbüttel ernst nehmen könnten. Stattdessen geb ich Entwarnung.

25. August 2006

Irrsinn

25. August 2006, 20:22
URL: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,433664,00.html

Irrsinn im Straßenverkehr
Autofahrer erschoss Drängler

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Wieso Irrsinn? Ein Haufen "Irrsinniger", wie Spiegel meint, das ist doch die Normalität im deutschen Straßenverkehr. Wenn die wüßten, wie oft ich mir schon so 'ne Art mobilen schwenkbaren Autofahrerwegpuster am Fahrradlenker gewünscht habe.

Michael Douglas hat dies übrigens vor Jahren in "Falling Down - Ein ganz normaler Tag" geschauspielert.

fundamentaler Nährboden

25. August 2006, 15:43
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-433555,00.html

Kofferbomber
Kiels Nährboden für Islamisten

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Schon wieder das Stichwort Kofferbomber, ohne einen Nachweis dafür. Der Artikel selbst fischt aus der trübsten Propagandasoße, die offensichtlich in der Spiegel-Kantine zur Zeit gereicht wird.

Im Text heißt es, nach all der aufgewärmten wir-sind-die-Guten-Brühe, ganz am Ende:

Zumindest aber ergibt sich das Bild eines - wenn auch nicht nachgewiesenen operativen -, so doch mentalen Netzwerks islamistischer Fundamentalisten... In Kiel gibt es einen Nährboden, auf dem diese Auswüchse gedeihen konnten.

Was soll denn dieser Müll? Nichts nachgewiesen, aber sicherheitshalber zwei DIN-A4-Seiten ins Intenet expediert.

Folgt man der Logik der Autoren, dann möchte ich nicht wissen, was in Hamburg, München und sonstwo gedeiht.

Man kann es auch sehr klar sagen: Es ergibt sich das Bild eines - nachgewiesenen operativen und mentalen Netzwerks strammdeutscher Fundamentalisten... In der Spiegel-Redaktion gibt es einen Nährboden, auf dem diese Auswüchse gedeihen konnten.

Die Schriftführer des o.g. Spiegel-Autographen seien deshalb abschließend lobend erwähnt. Sie heißen Florian Harms und Alexander Schwabe.

wozu die Aufregung?

25. August 2006, 07:51
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck433497,00.html

Terrorgefahr

Deutsche fürchten keine Anschläge

Auch nach den fehlgeschlagenen Bombenattentaten in deutschen Regionalzügen, bleibt die Mehrheit der Bevölkerung gelassen. 68 Prozent der Deutschen glauben nicht, dass sie persönlich von einem Anschlag betroffen werden könnten.

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Und wozu habt ihr dann den ganzen Mist der vergangenen Tage zusammengeschrieben, wenn alles nichts gefruchtet hat?

24. August 2006

Überschlag

Die Ereignisse überschlagen sich z.Z. dermaßen, daß man gar nicht mehr nachkommt. Oder besser: Die Berichterstattung darüber.
Zu den Ereignissen hab ich mich in den Anmerkungen ja gar nicht geäußert.
Insofern schien es angeraten, einige Anmerkungen noch mal zu überarbeiten. Das betrifft vor allem die oberfiesen Schwindler in ihrer Würstchenbude.

Desweiteren erkläre ich nochmal den Unterschied zwischen Video- und Telefonüberwachung.

klare Worte

24. August 2006, 11:46
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-433128,00.html

Polizei testet biometrische Überwachung

Von Jens Todt

"In die westliche Gesellschaft integrierte Einzeltäter oder autonome Kleingruppen sind vielleicht ideologisch an größere Netzwerke gebunden, nicht jedoch zwingend in logistischer Hinsicht. Wenn sie der Polizei bisher unbekannt und darüber hinaus bereit sind, ihr Leben bei einem Anschlag zu riskieren, sinken die Chancen der Ermittler, Anschläge zu verhindern, dramatisch. Unauffällig lebende Selbstmordattentäter sind durch Technik kaum zu identifizieren.

Flächendeckende und technisch ausgereifte Videoüberwachung hätte selbst bei ausgereifter Biometrie-Technik in diesem Fall nur einen einzigen Vorteil: Man wüsste nachträglich, wie das Gesicht desjenigen aussieht, der Dutzende unschuldige Reisende mit in den Tod genommen hat."

23. August 2006

Schwindler

23. August 2006, 09:48
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-433059,00.html

Schäuble will Internet schärfer kontrollieren

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Das hat Schäuble so aber nicht gesagt.

Er will sie, bezogen auf das Internet, verstärken und bei der Bahn und im Luftverkehr intensivieren. So steht es jedenfalls in der ZEIT.

Viel schärfer ist allerdings wieder mal der Zungenschlag, der dem folgt.

"Das Internet gilt als beliebtes Forum von Extremisten, die im virtuellen Raum Anleitungen zum Bombenbau austauschen und auf Hetzpropaganda zugreifen können."

Das kommt unmittelbar hinter einem Zitat von Schäuble. Und dazu hat er sich nun überhaupt nicht geäußert. Hier ist wieder mal der Wunsch der Vater des Gedanken.

Dafür hat er was anderes gesagt, worauf der Spiegel wieder mal nicht eingeht: "An den Londoner Attentatsplänen hat mich schockiert..."
Offensichtlich hat Schäuble genaue Kenntnisse über die Attentatspläne, sonst hätte er es ja so nicht gesagt.
Hier müßte eigentlich die Investigation (oder Investition? ... Inventur?, weiß ich jetzt auch nicht), also diese Daumenlutscher sollen sich an den Schäuble ranmachen und ihm diese Pläne entlocken, damit das nächste Woche abgedruckt werden kann. Die würden mich ja auch mal interessieren.

Aber strohdoof, wie die beim Spiegel nun mal sind, trauen die sich da nicht ran und schreiben lieber was über das gefährliche Internet. Nach dem bombigen Interview gestern, das mich sehr stark an Dynamitharry erinnert hat, und das bei den Grimmedingsda einen Sonderpreis für seine K(n)ackigkeit bekommen müßte, schieben sie einen Tag danach zum wiederholten Male die Chemibaukastenbomben nach, damit auch der letzte Dödel begreift, wie gefährlich das Internet wirklich ist.

Das Internet ist u.a. deswegen so gefährlich, weil sich Spiegel-Online und ähnlich gestrickte Seiten zensurresistent, frei zugänglich und ohne Alters- und Intelligenzeinschränkung abrufen lassen. Weil sie ungestraft ihren geistigen Sondermüll im Internet deponieren dürfen und das Internet so zu einer großen digtalen Müllhalde verkommen lassen.
Denn ich weiß es nicht, woher die das mit diesen beliebten extremen Forum haben. Sie behaupten es zwar, beweisen es aber nicht.

Hätten sie mich vorab gefragt, dann wäre ich geneigt, denen mal unter der Hand die wirklich beliebten Foren zukommen zu lassen. Die sind auch ganz schön extrem.

Behaupte ich mal. Beweis kann ich liefern.

vollkommen zu Recht

SPON mault schon wieder: "Für den DDR-Geheimdienst galt der "Blechtrommel"-Autor stets als Gegner der Sozialismus."

SPIEGEL ONLINE - 23. August 2006, 16:32
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,druck-433244,00.html
Stasi-Akte von Grass
Mielkes Katz-und-Maus-Spiel


Dann muß wohl doch mal das Original aus der FAZ vom 12. August zitiert werden:

"Im Buch beschreibe ich, wie unversöhnlich sich dort drei verschiedene Gruppierungen von Arbeitern gegenüberstanden: alte Nazis, Kommunisten und Sozialdemokraten. Unter Tage wurde heftig diskutiert und gestritten. Und am Ende standen oft Kommunisten und Nazis zusammen gegen Sozialdemokraten. So habe ich erlebt und später dann verstehen können, woran die Weimarer Republik zugrunde gegangen war: natürlich vor allem an den Nazis, aber auch daran, daß die Nazis und die Kommunisten gemeinsame Sache gemacht haben. Das war die Folge eines Komintern Beschlusses aus Moskau,der nicht die Nazis, sondern die sogenannten 'Sozialfaschisten', die Sozialdemokraten also, zum größten Feind erklärt hatte."

Erstens ist das gequirlte Scheiße, was er da als Entschuldigung für seine SS-Mitgliedschaft vor sich hin blubbert, zweitens läßt er hier auch noch mit 78 Jahren seinen Antikommunisten raushängen und drittens bleibt er den Beweis für seine Behauptung schuldig. Welcher Beschluß das nämlich war.

Davon abgesehen sehen seriöse Historiker den Übergang von der Weimarer Republik zur faschistischen Diktatur in Deutschland in einem etwas anderen Licht. Aber das nur nebenbei.

Bleibt festzuhalten, daß der Trompetenblechtrommler vollkommen zu Recht als Gegner des Sozialismus gegolten hat. Und als solcher gilt.

Videoüberwachung

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oberfies

23. August 2006, 09:41
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-433037,00.html

Terroralarm
Hatten Ermittler frühe Hinweise auf Anschläge?
Wussten deutsche Ermittler schon frühzeitig von geplanten Anschlägen in Zügen? Einem Zeitungsbericht zufolge sollen BKA und Geheimdienst im Juli entsprechenden Hinweisen nachgegangen sein.

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0. Eine Null vorneweg, weil der Einstieg in den Artikel eine journalistische Null ist. Auch hier wieder Fabulierkunst auf niedrigstem Niveau. Die Headline wird im Anrißtext nochmal wiederholt. Nur in leicht veränderter Frageform. Und diese veränderter Frage bringt auch ein Bedeutungsänderung mit sich. Denn zwischen "Hinweise haben" und von "Anschlägen wissen", da besteht dann doch eine sehr breite Deutungsspannweite.
Auf gut deutsch: Die bei SPON schreiben einfach nur Scheiße zusammen.

1. Also bei mir gab es keinen Terroralarm. Bis kurz vor eben jedenfalls.

2. Finde ich es absolut oberfies, daß BKA und Bundesanwaltschaft weder BILD noch Spiegel vorab über ihren Erkenntnisstand informiert haben, damit diese rechtzeitig publizistisch flankierende Maßnahmen ergreifen konnten. Unerhört und empörend, wie die freie Presse in diesem Land behandelt wird. So ist keine faire und faktenreiche Berichterstattung möglich. Das muß zukünftig geändert werden.

Und 3. klärt sich das Mysterium hinter der Fabulierkunst ja nun doch auf. Im Text heißt es dann noch: "Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge gab ein Kölner Taxi-Fahrer den entscheidenden Tipp auf den zweiten Verdächtigen." Es war nicht die Polizei, wie fälschlich von SPON berichtet, auch kein Würstchenverkäufer, wie von mir vermutet, sondern ein Taxi-Fahrer, wie BILD recherchiert hat. Und wenn die das schreiben, dann wird da wohl was dran sein.

4. "Die BKA-Sprecherin wies Berichte zurück, wonach deutsche Sicherheitsbehörden schon nach der Festnahme von Redouane E. H. Erkenntnisse über geplante Anschläge in Zügen gehabt hätten."

Das kann man im kleingedruckten hier nachlesen:

23. August 2006, 13:03
URL: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck- 433113,00.html
Ermittler prüfen Spur zu al-Qaida


Und auch hier wird wieder eine Überschrift aufgestellt, die mindestens zwei Mängel aufweist.

Der erste besteht darin, daß nicht erklärt wird, wer al-Qaida ist. Ich weiß es jedenfalls nicht, trotz langjährigen Konsums diverser Pressepublikationen.

In dem gesamten Artikel, und das ist dann der zweite Mangel, wird allerdings an keiner Stelle erwähnt, so es den oder die al-Qaida gibt, daß die Ermittler eine Spur zu ihm oder zu ihr prüfen.
SPON schreibt lediglich, daß einem anderen Verbindungen zu Herrn oder Frau al-Qaida nachgesagt werden.

Die Wahrheit ist sehr schlicht und, wie unter 2. erwähnt, den Spiegel betreffend oberfies: "Weitere Angaben wollte das BKA in Wiesbaden und die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe nicht machen, um das laufende Ermittlungsverfahren nicht zu gefährden."

22. August 2006

Astrologie

22. August 2006, 14:29
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,druck-432863,00.html

Direkter Beweis für dunkle Materie entdeckt

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Dafür hätte nicht die Astronomie herbei bemüht werden müssen. Ein astrologischer Blick in diverse Publikationen des Spiegel-Verlages der vergangenen Tage hätte genügt, um diese Feststellung treffen zu können.
Ein fünftel allerdings, so wird die Menge in dem Artikel beziffert, das kommt schon hin.

Fabulierkunst

22. August 2006, 12:54
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-432836,00.html

Kofferbomber
Polizei identifiziert zweiten Attentäter

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ist jetzt auch der zweite mutmaßliche Attentäter bekannt. Nähere Informationen liegen dazu noch nicht vor.

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Mögen euch die Finger abfaulen, die Tastaturen verrotten und die Kupferkabel ins Internet oxidieren. Für diesen Datenmüll müßte eigentlich eine Strafsteuer eingeführt werden.
Weil: Die Lagerung geistigen Sondermülls im Internet ist verboten.
Und SPON lagert hier eine Menge von dem Zeug.

Nähere Informationen liegen zwar nicht vor, aber schon wieder wird einem Kofferbomber, der nunmal keiner ist, attestiert, die Polizei habe ihn identifiziert. Frag ich mich, wenn keine Infos vorliegen, woher der Spiegel dann weiß, daß die Polizei ihn identifiziert habe? Vielleicht war's ja ein Würstchenverkäufer.

Noch schwachsinnigger sind allerdings die exclusiven "Bilder eines Terrorverdächtigen" und deren Bildnebenschriften. Ich kriege das Grauen. Aber nicht in dem Sinne, wie SPON es möglicherweise beabsichtigte.


Bild 1: Mit nicht allzu großem Elan scheint sich Youssef Mohamad E.H. an der Fußballpartie zu beteiligen.
Also, das sieht mir aber nicht wie ein Fußballspiel aus. Scheint eher ein Balgerei zu sein.


Bild 2: Er hält sich eher im Hintergrund...
Im Hintergrund seh ich ein Haus.


Bild 3: ...und wird nur selten in Ballnähe fotografiert.
Woher wissen die denn das? Zufälligerweise hat er den Ball am Fuß.

Stellen sich ein paar wenige Fragen. wie oft wurde er in seinem jungen Leben fotografiert? wie oft dabei beim Fußball? Und wie oft wurde er dabei mit einem Ball abgelichtet?

Wer sich mal in Sport- und Actionfotografie versucht hat, wozu die Müllmänner und -frauen beim Spiegel wohl nur wenig Affinität besitzen, der weiß, wie ungeheuer schwierig es ist, ein einziges vernünftiges Bild zustande zu kriegen. Die Erfolgsquote liegt da bei weit unter einem Prozent. Man hätte ja nur mal in der Bildredaktion nachfragen brauchen. Die müssen sowas eigentlich wissen.

Wenn das die also die Bilder von Terrorverdächtigen sind, dann kann ich dem Spiegel Beweise kiloweise liefern.

Mülltonnenjournalismus, das ist es, was uns zur Zeit vorgeführt wird, wühlen im Dreck bis zum geht nicht mehr, irgendwas ekelerregendes wird sich schon finden. Denn es muß gefunden werden.

21. August 2006

oligophrene Schreiber

21. August 2006, 22:34
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-432799,00.html

Zeitungsbericht
Kofferbomber-Spur weist zu Islamisten

Drei Tage nach der Festnahme des mutmaßlichen Kofferbombers Mohamad E.H. werden immer mehr Details über den Mann bekannt...

Berlin - Angehörige des in Kiel festgenommenen mutmaßlichen Kofferbombers Youssef Mohamad E. H. unterhalten einem Bericht des "Tagesspiegels" zufolge Verbindungen zu der in Deutschland verbotenen Islamistengruppe Hisb ut-Tahrir al Islami (Partei der islamischen Befreiung). Mehrere Mitglieder des Clans von Youssef Mohamad E.H. seien "problematisch", berichtete die Zeitung unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise.

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Angekündigt werden Details. Soll ich die mir nun selber aus den Fingern saugen, wie diese Schreiberlnge ihre Artikel?

Ich will sie wissen, diese Details. Rückt endlich eure Infos raus.

Und dann beruft sich SPON auf ein Zeitung, die sich wiederum auf Sicherheitskreise beruft. Und Mohamed wird auch gleich noch zum Kofferbomber befördert, der er gar nicht war oder ist. Nicht mal mutmaßlich.
Und was "problematische" Menschen sind, das wird auch offen gelassen.
Ich jedenfalls soll wohl einer sein, wurde mir so mehrfach und unabhängig voneinander von verschiedenen Personen gesagt.
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Zusammenfassung und Schluß. Das Leben geht auch ohne den Spiegel-Terror weiter.

Was Schmierenkomödianten sind, das ist dem einen oder der anderen vielleicht geläufig.
Wer die Schmierfinken sind, das sei für die Anmerkungen Würstchenjournalismus und der Unfug geht weiter hiermit nachgeholt.

Festnahme des Kofferbombers - Entscheidender Hinweis kam aus dem Libanon
dab/yas/dpa/AFP

Terrorfahndung - Jagd auf den zweiten Bombenleger
als/dpa/AFP/AP

Terrorangst - Videoüberwachung wird ausgeweitet
anonym

Zugbomber von Köln - Freundlich, unauffällig, fromm
Alexander Schwabe

Terrorverdacht - Haftbefehl gegen mutmaßlichen Bombenleger
jol/dpa/AP/ddp/AFP/rtr

Terrorgefahr - Wovor uns ein handwerklicher Fehler bewahrte
Henryk M. Broder

Anti-Terror-Datei - Gesamtbild aus vielen Mosaiksteinchen
Moritz Küpper

Terrorplot von London - Justiz klagt elf Verdächtige an
aki/reuters/dpa/AFP/AP

Das absolute highlight

Sprengstoffexperte im Interview - "Die Bomben waren dilettantisch gebaut"
Das Interview führte Sönke Klug

Kofferbomber - Spuren nach Hamburg und Mülheim
Alexander Schwabe und Brenda Strohmaier

Zeitungsbericht - Kofferbomber-Spur weist zu Islamisten
fok/AFP/dpa/AP

Diagnose: schwere Form der Oligophrenie

Äpfel und Birnen

Darf man, sukzessive frau, Äpfel und Birnen miteinander vergleichen?
Das ist nicht die Frage.
Ich sehe das pragmatisch und gehöre nicht zwingend zu den Leuten, die empört aufjuchzen, so es passiert. Oder wenn jemand fragt: "Ja darf man denn das miteinander vergleichen?"
Desgleichen, was die Aufrechnungsarithmetik betrifft, die den gleichen Kern hat.

Ich habe soundso keinen Einfluß drauf, und Äpfel und Birnen werden nun mal verglichen seit es vergleichende Menschen gibt, die Äpfel und Birnen kennen. Und das wird wohl auch ewig so weiter gehen.

Burks hat eine eine nette Abhandlung über Grass geschrieben, in der es u.a. heißt:

"Grass' Gestammel, warum er seine Mitgliedschaft in der SS verschwiegen hat, gleicht doch genau dem Gefasel, das man von ehemaligen Stasi-Spitzeln und anderen typisch deutschen Charaktermasken hört, wenn sie enttarnt werden."

Mit Verlaub gesagt, die Stasi-Spitzel, wie er schreibt, sind, im Gegensatz zur Waffen-SS, nicht mit Panzern und Schießgewehren bewaffnet mordend und brandschatzend durch Europa gezogen.

So viel Anerkennung für diese Leistung muß sein.