6. Februar 2012

Junge Welt: wir lernen deutsch

Mit der Zeitung "Junge Welt" üben wir uns heute im Gebrauch der deutschen Sprache, in zweierlei Hinsicht, dem formalen Aspekt der korrekten Anwendung von Rechtschreibung und Grammatik zur Vermeidung von Zweideutigkeiten, dem inhaltlichen insofern, da dessen Abhandlung vermieden wurde.

In bestimmten Fällen sei laut Weichert beispielsweise eine gemeinsame Strafverfolgung von Polizeien und Geheimdiensten richtig. Bei der Einführung einer »Neonazidatei« geschehe diese Aufhebung des Trennungsgebotes »für einen guten Zweck«.

Zwei Sätze. Beide falsch.

Im ersten Satz plädiert Weichert für die Strafverfolgung von Polizeien und Geheimdiensten. Dafür bin ich ja schon lange, nur hört niemand auf mich. Man könnte ja ein Zeichen setzen und die Totalversager in Sachen NSU vor einen Kadi zerren. Das beträfe genau die Intention Weicherts, also Polizeien und Geheimdienste. Wird aber nicht passieren.

Der zweite Satz steht für sich, wird von der "Jungen Welt" so hin- statt auseinander genommen. Das habe ich von dieser Zeitung allerdings nicht anders erwartet.

Weichert plädiert für die Erodierung des bundesdeutschen Rechtsstaates, er befürwortet Strafverfolgung und Rechtsprechung nach Nase, Bauch­um­fang und Körbchengröße, denn nichts anderes bedeutet seine Forderung, gemeinsame polizeiliche und geheimdienstliche Maßnahmen zuzulassen, wenn sie einem guten Zweck dienen. Justiziabilität nach Beliebigkeit, Zeit­geist, Konformität, ja, so hätten sie's gerne. So funktioniert aber der kümmerliche Rest von Rechtsstaat nicht.

Aber ein Zweck, der unheiliger Mittel bedarf, ist kein heiliger Zweck...
Karl Marx

Übel, ganz übel, was der Weichert rausgehauen hat, so die Zeitung korrekt wiedergab, was er sagte.

Maxl bedankt sich artig bei der Vagina von Paris Hilton

Maxl, die Stammleser dieses tierfreundlichen Blogs wissen das, Maxl hat es als Australodeutscher Mihigru mit teilweise fremdenfeindlichen Ver­haltensweisen nicht gerade leicht in deutsche Land. Im Blog fristet er eine Nischendasein, ganz wie zu Hause, wo sich der Großteils seines Lebens in einer kleinen Ecke des großen Wohnraums abspielt.

Maxl muß hier immer dann einspringen, wenn im Internet nichts Ver­nünf­tiges läuft, nur Schrott vertickert wird, der Blogautor keine Lust hat, sonstige Widrig­­­keiten des Lebens übertüncht werden müssen oder einfach mal so ein Post rausgerotzt werden soll, damit überhaupt mal was über Maxl im Internet steht.

Die Zugriffszahlen der Beiträge über, von und mit Maxl bewegen sich regel­mäßig, sag ich mal, im gehobe­nen einstelligen Bereich. Will heißen, das sind die direkten Seitenzugriffe auf den jeweiligen post, wahr­schein­lich aus einem feedreader oder ander­weitig generiert. Der Inte­ressen­ten­kreis für Geschichten aus Maxls Leben ist also sehr überschaubar. Das kann ebenfalls relativ leicht an den Zugrif­fen der verfilmten Lebensgeschichte Maxls geprüft werden. Tierporno ja, da wurde raufgeklickt, was das Zeug hält. Der schnöde Alltag eines Vogels hingegen interessiert niemanden so richtig.

Doch dieser Tage lief alles anders. Die Zugriffe auf den letzten Artikel zu Maxl explodierten geradezu, haben sich über das Wochenende verfünf­facht. Auf der Spurensuche nach diesem Phänomen war die Ursache schnell gefunden. Die Richtigstellung zur Vagina von Paris Hilton hatte die Festplatten der Google-Server zum Glühen gebracht. Wenn ich es recht verstanden habe, hatte shortnews die Meldung der BILD verwurstet und dortselbst der zweite Kom­men­­tator auf den in diesem Blog vorhan­denen Beitrag verlinkt. Beinahe aus dem Stand heraus hat die Vagina von Paris Hilton den dritten Platz der ewigen Weltbestenliste des Blogs erklom­men, klimmt weiter und wird wohl noch heute Abend die herz­lichen Tittengrüße von Indira überholen. Zum ersten Platz wird es nicht reichen, da fehlt noch ein ganze Menge.

Die Sachlage stellt sich momentan so dar, daß Maxl im Windschatten von Paris Hiltons Muschi eine ordentliche Klickrate einfahren konnte und, mit früheren Beirägen verglichen, auf enormes Interesse stieß. Ich habe Maxl den Sach­ver­halt berichtet. Eitel wie ein Gockel tat er so, als ob ihn das überhaupt nicht interessiere. Trotzdem bedanke ich mich namens Maxl ganz artig bei der Vagina von Paris Hilton, die zum regen Interesse am Leben von Maxl beitrug.



Festbrennweite 35 Millimeter, Blende 8, ISO 100, manueller Fokus

das wollen wir gar nicht wissen, du Ferkel

Warum uriniere ich beim Sex?

Stoppuhr oder Schuhsohle? Was ist hier gemeint?

Russenkälte Schuld an Kriegsniederlage der deutschen Wehrmacht



Fabian Hartmann kommt das Verdienst zu, in Anbetracht der anhal­ten­den Russenkälte, also aus aktuellem Anlaß, daran zu erinnern, was der wahre Grund für die verheerende Kreigsniederlage der deutschen Wehr­macht war. Die Russenkälte war dran Schuld. Mit zwingender Logik und messerschafen Schlüssen weist der Autor nach, daß die Schlacht vor Moskau unter Zuhilfenahme von Lammfellhandschuhen, Funktions­unterwäsche und wärmenden Nerzmänteln anders verlaufen wäre.

Hätte der 2. Weltkrieg im Saale stattgefunden, oder wäre er ausschließlich mittels der Meßtischblätter in den Generalstäben geführt worden, die Deutschen wären eindeutig als siegreicher Sieger vondannen gezogen.

Doch weil sich die Russen illegalerweise die Kälte zunutze machten, lief alles ganz anders. Wie, wollen sie wissen? Das sehen sie demnächst im Führerfunk.

die häßliche Fratze des Kältekriegs


5. Februar 2012

Ronnie O'Sullivan ist fix und alle

Nicht nur daß Stephen Maguire bärenstark war, Ronnie war nach hinten raus noch viel bärenstärker und hat das aussichtslose Match gedreht. Dem hat irgendwer gesagt, daß er das Ding in Berlin unbedingt holen muß, denn das Tempodrom ist die beste Spielstätte, die es gibt. (O'Sullivan)

Siehe dazu auch den Kommentar, der sich maßgeblich mit dem Internet der Dinge beschäftigt, Dingen, die per Internet möglich gemacht werden.

Noch heute ärgere ich mich über die extrem lückenhafte Snooker-Übertragung vom Wochenende. Halbfinals und Finale, und die Tage vorher wurde ja einiges übertragen. Es ist wirklich lächerlich. Und sogar die Wiederholung heute fing mit einer halben Stunde Verspätung an - wie gestern Abend eben. Und es wurde ja wirklich nur von Eurosport gezeigt. Sonst wenn mal wieder alles andere wichtiger ist als Snooker, gehe ich über zattoo und schaue auf bbc. Das kann ich wirklich empfehlen, kostet nichts, und sosehr ich die Kommentare von Rolf Kalb immer geschätzt habe - es ist kein Vergleich. Einfach extrem viel sachkundiger, die Engländer!

Wer hat Europa fest im Griff?



Nein, nicht die Merkel, wie ihr jetzt denkt, weil's die Zeitungen jeden Tag so aufschreiben. Oder ihr Gauleiter, äh Sparkommissar.



Der einzige, der sowas auf dem Kasten hat, das ist der Winter. Wird Zeit, daß der generell das Zepter europäischen Handelns übernimmt.



Bei der Gelegenheit fällt mir auf, daß mit dem neuen Schriftlogo der Zeitung was nicht in Ordnung ist. Das führende S stört unheimlich. Es sieht nicht harmonisch aus. Ich hab's schnell mal überprüft. Es ist spiegelidentisch. Egal, wie man es dreht und wendet, es kommt immer das gleiche S raus. Da hat sich der Schriftentwickler vertan.

NSU: Nazi-Braut höchstwahrscheinlich ausgetrickst

Ei der Daus, wer hätte gedacht, daß immer wieder neue Neuigkeiten auf dem Markt der Gerüchte gehandelt werden. An diesem Wochenende sind Spiegel und Focus gleichauf und vertickern jeweils eine eigene Version dessen, was ihnen von frustrierten Ermittlern durchgestochen oder vom Chefredakteur angewiesen wurde.

Spiegel lasse ich mal außen vor, das ist mir echt zu doof, was die heute dem Volk zumuten. Eine Zwickauer Zelle ohne Terror. Wo gibt's denn sowas?

SPIEGEL-ONLINE 05. Februar 2012, 16:18 Uhr
Zwickauer Zelle

BKA stellt 64 Mietverträge für Leihwagen sicher


Der Focus geht lustigerweise so:

Mit einem Trick aus der Kriminaltechnik haben Ermittler Beate Zschäpe als Brandstifterin von Zwickau überführt.

... höchstwahrscheinlich ...


Mein Gott, da haben sie dem heißen Feger (BILD) jetzt aber ordentlich eingeheizt. Die Ermittler. Höchstwahrscheinlich. Mit ihrem Trick.

Was Max Weber unseren Politikern raten würde?

Der Artikel ist Produkt der Phantasie des Autoren, da Weber dazu nicht befragt werden konnte. Max Weber ist tot. Er kann nichts mehr raten.


Guttenberg for Bundeskuchenminister

Der Internetsachverständige und -vorschlagsberechtigte der EU wurde heute zum Bundeskuchemminister ernannt und hat deswegen seine Homepage einem Relaunch unterzogen.

In deutsch würde das fürchterlich klingen, Neustart der Heimatseite.

haha - Sport

Ronnie O'Sullivan versenkte spektakulär eine Rote von links unten nach rechts oben und schaut sich anschließend das Disaster an. Keine Fortsetzung.

Seit gefühlt 5 Jahren ist der Punk des Snooker wieder mal in einem Finale. Und das in Berlin. Es hat sich wohl selbst bis zu ihm durchgerüchtet, daß man hier unbedingt das Finale bestreiten und wenn es geht, auch gewinnen muß. Wegen die amazing atmosphere.

Stephen Maguire spielt allerdings bärenstark und wird das Match wohl holen. Heute, am späten Abend.

So geht das Internet der Dinge, von dem alle immer reden. Es macht Dinge möglich, die tv-mäßig nicht möglich sind. Hier, im Internet, werden sie geholfen.

update: Nun auch den Qualitätsmedien aufgefallen.

Feine englische Sitten beim Snooker im Tempodrom.

BSI-Empfehlungen für den Cyberkrieg

Das BSI hat sich nach dem DNS-Desaster erneut einem kleinen Fettnäpchen gewidmet.

Für jene, die nicht wissen, warum der DNS-Check ein Desaster war. Der gemeine Bürger in seiner ganzen Gemeinheit assoziiert das BSI immmer noch noch mit dem BND, aus dem es einst ausgegründet wurde, und unterstellte den staatlichen Wächtern für Sicherheit, sie würden mit diesem DNS-Test den Bundestrojaner unters Volk jubeln, weswegen die meisten Bürger die Prüfung ihrer DNS-Konfiguration unterließen. Besser hätte auch ich nicht den Ruf dieses Hauses darlegen können, als es mit diesem Praxistest gelang.

Im übrigen war das Angebot des BSI erstens ungefährlich und zweitens sehr ernst gemeint. Das nur nebenbei.

Nun gut, das etwas kleinere Fettnäpchen, bei dem wieder mal der feuchte Wunschtraum eines Beamten die Federführung des Füllers übernahm, umfaßt Ratschläge für die Konfiguration eines sicheren Windows-PC. Darin heißt es u.a.:

So sollten Sie beispielsweise darauf achten, dass Ihr Internet-Provider Sie aktiv vor Internet-Kriminalität zu schützen versucht.

Grauenhaftes Deutsch. Das zum ersten. Und der innige Wunsch als Vater des Gedanken. Das zum zweiten. Das Geschäftsfeld eines Internet-Providers besteht ausschließlich in zwei Dingen, der Verschaffung des Zugangs zum Internet und dem Durchleiten aller von mir angeforderten Daten. Mehr nicht.

Daß Internet-Provider Organe der Kriminalitätsbekämpfung sind, geht so aus keinem einzigen für Deutschland geltenden Gesetz hervor. Genau das ist es aber, was diverse Lobby-Vereine und das BKA möchten, daß die als billige Hilfssherrifs staatlicher und privatwirtschaftlicher Schnüffelpraxis agieren sollen.

Es sollte sich auch bis ins BSI herumgeschwiegen haben, daß es keine Internet-Kriminalität gibt. Es gibt ja auch keine Telefonkriminalität.

Da gehe ich letztens in den Keller, die Tür offen stand. Steht der Nachbar an seinem Lattenrost und fummelt sich ein neues Schließblech auf die Tür.

Warum denn das?

Na hier wurde doch schon öfter eingebrochen, der Nachbarin haben sie Getränke geklaut und mir eine Sackkarre.


Sicher, eingebrochen wurde hier, zwei Mal. Vor 14 Monaten. Da war das mit dem Getränke- und Sackkarrenklau.

Nehmen wir ein anderes Beispiel der letzten Wochen. Eine ältere Dame wurde von einem forschen Burschen angerufen, sie möge so schnell als möglich die 6000 Euro für das Auto überweisen, sonst werde sie verklagt. Die ältere Dame ist noch flink im Kopf und machte sich bei diversen Leuten sachkundig, was dazu führte, daß die Kripo ins Haus schneite. Fazit. Wechseln sie die Telefonnummer und lassen sie sich nie mehr in irgend ein Verzeichnis eintragen. Geben sie die Nummer nur jenen, die sie auch benötigen.

Einen Tag nach dieser Weissagung der nächste Anruf. Das Autohaus bemängelte immer noch den Zahlungsrückstand, würde sich aber in seiner unendlich großen Kulanz vorerst mit 250 Euro zufrieden geben.

Der Telefon-Provider hatte nichts, aber auch gar nichts unternommen, um die Telefonkundin aktiv vor Telefon-Kriminalität zu schützen. Er hat es nicht mal versucht.

Soviel zu den Blütenträumen, die uns das BSI durch die Hintertür auf's Auge drücken will. Nur ein kriminalitätsbekämpfender Internet-Provider ist ein guter Provider. So hätten sie's gern.

mit Lärm gegen Lärm



Schalldruck mit Schalldruck bekämpfen, das ist noch gar nicht so lange üblich. Es war wohl eine Erfindung pfiffiger Ingenieure von Sennheiser und artverwandten Firmen, die das Prinzip für die Reduktion uner­wünsch­ter Geräuschpegel im Flugzeugbetrieb erfanden. Piloten sollten klar und deutlich hören können, wenn sie via Kopfhörer im Dialog mit den Flugleitzentren standen.

Schwupps war die Idee geboren, den allgemeinen Geräuschpegel via Mikrofon gegenläufig ins Nutzsignal einzuspeisen, um ihn so zu löschen und nur noch die wichtigen Audioinformationen an das Ohr des Flugzeuglenkers zu leiten.

Das haben die Krakeeler in Schönefeld tief verinnerlicht, daß man Lärm mit Lärm bekämpfen kann.

Mehrere ... Menschen haben in Berlin ... gegen Fluglärm demonstriert.

In Berlin ... versammelten sich nach Angaben der Organisatoren rund 300 Demonstranten in der Abflughalle des Flughafens Schönefeld. Sie skandierten Rufe wie „Lärm macht doof“ ...


Wir nehmen den Satz mal so, wie er ist, das sprachliche Seziermesser zur Hand und schauen nach, was sich in seinem Inneren verbirgt. Frankfurt habe ich mal rausgelöscht, interessant ist nur Berlin.

Eigentlich demonstrieren sie ja gegen was weiß ich, wohl kaum gegen Fluglärm, denn sie protestieren gegen ein Ereignis, daß noch gar nicht stattfindet, fern in der Zukunft liegt und keine praxisrelevanten Daten hergibt. Noch nicht. Eine adäquate Beschreibung des Sachverhaltes wäre also anders zu formulieren.

Mehrere ... Menschen haben in Berlin ... gegen den ab Juni zu erwartenden Fluglärm demonstriert.

Jetzt komme ich auf die einleitende Bemerkung des Welt-Artikels zurück, die da lautet:

Tausende demonstrieren an den Flughäfen Frankfurt und Berlin-Schönefeld gegen den Ausbau – und verursachen so viel Lärm, dass Schalter geschlossen werden müssen.

Soso, mit Lärm den Lärm bekämpfen. Schalter müssen schließen.

Da kann man den Demonstranten nur beipflichten. „Lärmen macht doof“.

Väterchen Frost schlägt wieder zu

Das wäre die Formulierung, die ich gewählt hätte, wenn ich es hätte für die qualitätsmediale Presse aufschreiben müssen. Ich wurde aber nicht gefragt. Deswegen haben sich die Redakteure für die Beschreibung eines ganz normalen Winters auf jene Sprachregelung geeinigt, die den Ostdeutschen geläufig ist und den Westdeutschen gemuttermilcht wurde.

Das mit der Russenkälte hätte ja auch sachlich-nüchtern formuliert werden können.

Endlich: Der Winter ist da!
Dank euch, ihr Sowjetschneeflocken.


das große Wochenendrätsel

Heute nur eine Frage.

Welche Partei kennt als einzige den Ausweg aus der Finanzkrise?

Auch ich gehöre zu jenem immens großen Personenkreis, der bisher keine Kenntnis davon hatte. Nun weiß ich's ja, da das Rätsel gelöst ist.

4. Februar 2012

Richtigstellung zur BILD: die Vagina von Paris Hilton

BILD offeriert den nach Wärme dürstenden Menschen einen tiefen Einblick in die Vaginaregion von Paris Hilton. Die radaktionelle Anstren­gung unter dem Titel Einmal ohne Höschen, immer ohne Höschen wird jedoch durch ein verpixeltes Foto konterkariert, womit wir nicht in der Lage sind, den Wahrheitsgewalt der Meldung zu überprüfen.

Hierzu stelle ich fest. Das von BILD verwendete Foto in unverpixelter Form läßt in keiner Weise erkennen, ob Paris Hilton etwas unter dem knappen Rock trägt. Die katholisch-züchtige Zensur in der Bericht­erstat­tung der BILD hätte nicht sein müssen, da es an dem Foto nichts zu zensieren gibt. Höchstens etwas zu bemäkeln. Doch das ist ein anderes Thema.

Maxl: Die Grenzen der Toleranz



Wir Menschen sind in unserem Toleranzvermögen begrenzt. So auch der australodeutsche Fremdenfeind Maxl. Er lehnt prinzipbedingt alles Fremde ab. Tapeziert wird nicht (Hager), auch wenn es zu seinem Besten wäre.

Manchmal ist er fürchterlich tolerant. Manchmal zickig bis höchst intolerant. Ihm fehlt es am nötigen Toleranzvermögen, um auf die Widrigkeiten des All­tags angemessen zu reagieren. Am liebsten hat er es, wenn jeder Tag wie ein Arsch ist, sagen wir mal Mittwoch. Oder Donnerstag. Abweichungen davon kann er nicht leiden. Das stört sein Beisichsein, denn eigentlich ist er mit sich und dem Leben, das fristen muß, ganz zufrieden.

Da schwebe ich in seinen Luftraum ein, gerade daß eine Sekunde Zeit blieb ihm meinen Besuch anzukündigen. Maxl, du kriegst Besuch, der Stänkerer kommt.

Das interessierte ihn nicht die Bohne, denn er saß gerade zu Tisch und vertilgte Edelkorn. Er schaute kurz auf, sah wie ich geschwinden Schrittes in das Zen­trum seines Reiches vordrang und schwupps saß er in der Tür des Käfigs, um rechtzeitig die Flucht antreten zu können, obwohl meiner­seits noch wenigstens zweieinhalb Distanz zu überwinden gewesen wären, hätte ich die Absicht gehegt, ihn flinken Fußes in seiner Behausung einzusperren. Ich hatte diese Absicht nicht. Trotzdem ist Maxl bei der Aussicht auf ein paar Stunden Karzer intolerant wie kein zweiter. Einsperren geht schon mal gar nicht. Ob beabsichtigt oder nicht, ist da völlig wurscht.

Vor lauter Schreck ließ ich mich eingemummelt wie ich war, in den nächst­stehenden Sessel fallen und verhielt mich ganz ruhig. Maxl nahm dies zur Kenntnis und beendete sein Mittagsmahl. Nachdem er wieder seinen Beobach­tungs- und Spielplatz außerhalb des Käfigs eingenommen hatte, kam der Stän­kerer doch noch zu seiner Stänkerei. Zuerst wurde Frieden ohne Waffen ge­schaf­fen, sprich die obligatorische Musikstunde zelebriert. Da ist Maxl tole­rant wie kein zweiter. Annäherung bis auf wenige Zentimeter möglich und hoch konzentriertes Aneignen des Lehr­stoffes. Da ist der kleine Racker voll bei der Sache.

Phase zwei war der übliche Test auf Fremdenfeindlichkeit. Der Stänkerer hatte wieder mal das schwarze Ungeheuer mitgebracht und wollte diesmal eine Fest­brennweite austesten. Das ging schon mal gar nicht. Fluchtartig wurde der Baum verlassen und Schutz hinter allen Deckungs­mög­lich­kei­ten des Haus­daches gesucht. Egal, wie sich der Fotograf auch anzunähern versuchte, Maxl fand immer einen Weg, dem großen Einauge aus dem Weg zu gehen. Will heißen, da ich mit garstig Fanggerät die Fluchtdistanz deutlich unter­schritten hatte, geriet der Piepmatz in Panik und hatte Streß. Ein bißchen Streß braucht er aber. Das weiß er bloß nicht, weil er denkt, daß jeder Tag wie Mittwoch ablaufen muß.

Nun gut, es gab ja auch andere Motive in seinem reich, die beim Test mit der Festbrennweite nicht so rumzickten, diverse Pflanzen in der Mittags­sonne. Ergo wurden die aufs Korn genommen, so um die ISO 100, und Stück für Stückt auf die Speicherkarte transferiert. Das wiederum veranlaßte Maxl, dem Vorgang mit dem schwarzen Kasten eine höhere Aufmerksamkeit zu widmen, zu interessant war das, was da stattfand ud vor allem klickte. Er nahm nun wieder seine Beobachterposition als Verfassungsschützer ein, postierte sich neben dem Alarmglöckchen und registrierte jede Bewegung des Fotografen und jeden Klick. Notizen hat er keine gemacht, der merkt sich das alles und berichtet später.



Siehe da, ganz so schröcklich kann das mit dem Gerät dann doch nicht sein, da es gar lustige Geräusche macht, die es nachzuahmen gilt. Es dauerte nicht lange, Maxl hatte den Rhytmus raus, und so wurde jeder Spiegelschlag seitens Maxl mit einer kurzen Melodei goutiert. Und ab diesem Zeitpunkt war es auch etwas leichter, deutlich unterhalb der Fluchtdistanz an ihn heranzukommen und ihn per händisch bedienter Festbrennweite, ohne Autofokus, abzulichten. Ich mußte ihm nur den nötigen Zeitfond zur angemessenen Reaktion in Form des Singsangs geben. Am Schluß hatte er womöglich eine Ahnung, daß er hier auf Model machen sollte und verhielt sich dementsprechend. Flucht war nicht mehr nötig, dafür Posieren angesagt. Eigentlich eine schwierige Kiste, denn normalerweise benötigt man schon ein ziemlich langes Rohr, um Vögel streß­frei abzulichten. Mit einer Festbrennweite eigentlich ein Ding der Unmög­lich­keit. Trotzdem hat es geklappt.
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beide Fotos Brennweite 35mm (ca. 50 am Crop), Blende 8 und ISO 100.

3. Februar 2012

Fotobeweis: auch Frankreich erlaubt ein bißchen Folter

Ich habe sicherheitshalber eine Bildschirmfotografie angefertigt, ehe es sich die deutschsprachige Qualitätszeitung anders überlegt. Das Foto beweist eindeutig, daß auch in Frankreich ein bißchen Folter erlaubt ist. Ein bißchen zu viel, denn in Frankreich wird bis zum Tode gefoltert. Behauptet die Welt.

Richtigstellung zur Sueddeutschen

Die Sueddeutsche titelt heute um 18:55

Berliner genießen Schnee und Kälte

Hierzu stelle ich fest. Berliner genießen keinen Schnee und schon gar nicht die Kälte. Sie fluchen genauso über das Wetter, wie alle anderen auch. Mit einer Ausnahme. Maxl. Der hat seit einer Woche Sonne pur und denkt, jetzt wird's Frühling. Als ich ihn dieser Tage bei eitel Sonnenschein besuchte, führte er mir alle Indianertänze auf, die er im Repertoire hat, so erfreut war er ob der erlauchten Visite.