Ich bin jedes Mal auf's Neue darüber erstaunt, wie einfach es ist, Schmeißfliegen ans Tageslicht zu zerren.
Pawlow sein Hund, 1905
4. April 2012
Propagandistischer Zweitschlag - der Schreckschuß des Sturmgeschützes
Da schlage ich die news auf, um mal zu schauen, wie das literaturbeflissene Volk der Dichter und der Denker den lyrischen Erstschlag verdaut hat und staune nicht schlecht. Die Schreibtischtäter wurden im Morgengrauen von des Vordichters hammerharter Reimware dermaßen überrascht, daß sie keines klaren Gedankens fähig, zum publizitischen Gegenschlag ausholten.
SPIEGEL-ONLINE 04. April 2012, 13:07 Uhr
Grass-Gedicht über Israel
Lyrischer Erstschlag
Ein Kommentar von Sebastian Hammelehle
Das Gedicht war noch feucht, ob seiner Länge nur unvollständig rezipiert, da hat das Sturmgeschütz aufmunitionieren lassen und einen gewaltigen Schreckschuß ausgelöst, der sich nach audiophiler Analyse als Getöse von Knallerbsen entpuppt.
Ach ist das ein Spaß, auf der Galerie zu sitzen, und sich genüßlich reinzuziehen, wie sie sich gegenseitig die Schädel einhauen.
Erst dachte ich, wenn das der Spiegel so aufschreibt, dann holen sie auch gleich den Strick und knüpfen den Grass am erstbesten Geäst auf Bornholm auf, wie es typisch deutsch und üblich war, mit einem Schild um den Hals, "Ich bin ein Judenfreund". Äh. Jetzt hab ich mich im Zeitalter vertan, Judenfeind natürlich. Soweit reicht die Chuzpe der gratismutigen Haßprediger dann auch wieder nicht. So üben sie sich doch lieber im Schreckschießen mit dem Sturmgeschütz.
Wir würden nicht in Deutschland leben, wenn nicht jede Waschküche auch ihre eigene Waschanleitung offerieren würde, da es gilt, das deutsche Internet wieder porentief rein zu bekommen. Ein Auswahl der prosaischsten Schreckbeschüsse des Blechtrommlers (n-tv) folgt:
Israelkritik: Günter Grass' seltsames Verhältnis zu den Fakten - Welt Online - vor 2 Stunden
Historiker Wolffsohn über Grass-Gedicht "Der Mann ist die Summe seiner Vorurteile" - Spiegel Online - vor 2 Stunden
So falsch liegt Günter Grass - Spiegel Online - vor 2 Stunden
Grass' "letzte Tinte" transportiert NS-Stereotypen - Welt Online - vor 2 Stunden
Eine Erläuterung: Was Grass uns sagen will - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung - vor 2 Stunden
Michel Friedmann zu Günter Grass: Gedicht ein „aggressives Pamphlet der Agitation“ - FOCUS Online - vor 6 Stunden
Grass und das antisemitische Stereotyp in Versform - Welt Online - vor 5 Stunden
"Ach, Grass" - Spiegel Online - vor 45 Minuten
Günter Grass dichtet gegen Israel: Was wirklich gesagt werden muss - STERN.DE - vor 2 Stunden
Empörung über Schriftsteller: Grass schweigt: Er will sich nicht für Gedicht rechtfertigen - Hamburger Abendblatt - vor 3 Stunden
Grass' Israel-Gedicht macht Ärger: Blechtrommler unter Beschuss - n-tv.de NACHRICHTEN - vor 5 Stunden
Ja, wenn ich mir das so durchlese, komme ich unweigerlich zu dem Schluß: Es mußte mal gesagt werden. Was auch immer.
Nur nebenbei, mein persönlicher Favorit bei den Waschanleitungen entstammt der FAZ. Deswegen auch der Fettdruck.
Lassen wir Grass über die Sache wachen. Äh, wachsen, denn ich habe ein ganz anderes Problem. Warum klappt es bei Grass auf Anhieb, was bei Gabriel nicht geklappt hat?
siehe auch: Rettet die regionalen Dialekte. Wie die AG junge Dichter einmal ein Gedicht von Günter Grass ins Anhaltinische übersetzte.
SPIEGEL-ONLINE 04. April 2012, 13:07 Uhr
Grass-Gedicht über Israel
Lyrischer Erstschlag
Ein Kommentar von Sebastian Hammelehle
Das Gedicht war noch feucht, ob seiner Länge nur unvollständig rezipiert, da hat das Sturmgeschütz aufmunitionieren lassen und einen gewaltigen Schreckschuß ausgelöst, der sich nach audiophiler Analyse als Getöse von Knallerbsen entpuppt.
Ach ist das ein Spaß, auf der Galerie zu sitzen, und sich genüßlich reinzuziehen, wie sie sich gegenseitig die Schädel einhauen.
Erst dachte ich, wenn das der Spiegel so aufschreibt, dann holen sie auch gleich den Strick und knüpfen den Grass am erstbesten Geäst auf Bornholm auf, wie es typisch deutsch und üblich war, mit einem Schild um den Hals, "Ich bin ein Judenfreund". Äh. Jetzt hab ich mich im Zeitalter vertan, Judenfeind natürlich. Soweit reicht die Chuzpe der gratismutigen Haßprediger dann auch wieder nicht. So üben sie sich doch lieber im Schreckschießen mit dem Sturmgeschütz.
Wir würden nicht in Deutschland leben, wenn nicht jede Waschküche auch ihre eigene Waschanleitung offerieren würde, da es gilt, das deutsche Internet wieder porentief rein zu bekommen. Ein Auswahl der prosaischsten Schreckbeschüsse des Blechtrommlers (n-tv) folgt:
Israelkritik: Günter Grass' seltsames Verhältnis zu den Fakten - Welt Online - vor 2 Stunden
Historiker Wolffsohn über Grass-Gedicht "Der Mann ist die Summe seiner Vorurteile" - Spiegel Online - vor 2 Stunden
So falsch liegt Günter Grass - Spiegel Online - vor 2 Stunden
Grass' "letzte Tinte" transportiert NS-Stereotypen - Welt Online - vor 2 Stunden
Eine Erläuterung: Was Grass uns sagen will - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung - vor 2 Stunden
Michel Friedmann zu Günter Grass: Gedicht ein „aggressives Pamphlet der Agitation“ - FOCUS Online - vor 6 Stunden
Grass und das antisemitische Stereotyp in Versform - Welt Online - vor 5 Stunden
"Ach, Grass" - Spiegel Online - vor 45 Minuten
Günter Grass dichtet gegen Israel: Was wirklich gesagt werden muss - STERN.DE - vor 2 Stunden
Empörung über Schriftsteller: Grass schweigt: Er will sich nicht für Gedicht rechtfertigen - Hamburger Abendblatt - vor 3 Stunden
Grass' Israel-Gedicht macht Ärger: Blechtrommler unter Beschuss - n-tv.de NACHRICHTEN - vor 5 Stunden
Ja, wenn ich mir das so durchlese, komme ich unweigerlich zu dem Schluß: Es mußte mal gesagt werden. Was auch immer.
Nur nebenbei, mein persönlicher Favorit bei den Waschanleitungen entstammt der FAZ. Deswegen auch der Fettdruck.
Lassen wir Grass über die Sache wachen. Äh, wachsen, denn ich habe ein ganz anderes Problem. Warum klappt es bei Grass auf Anhieb, was bei Gabriel nicht geklappt hat?
siehe auch: Rettet die regionalen Dialekte. Wie die AG junge Dichter einmal ein Gedicht von Günter Grass ins Anhaltinische übersetzte.
Grass am Broder-Pranger
Für den Bundespranger reicht es noch nicht, doch Broder hat schon mal angefangen und Günter Grass als nicht ganz dicht, aber Dichter beschrieben.
Wenn Grass der Prototyp des gebildeten Antisemiten ist (Broder), dann ist Broder der Archetyp des ungebildeten Pöblers.
Was mal gesagt werden mußte.
Wenn Grass der Prototyp des gebildeten Antisemiten ist (Broder), dann ist Broder der Archetyp des ungebildeten Pöblers.
Was mal gesagt werden mußte.
Katzenbilder bei Die Anmerkung
Das Internet sei für Katzenbilder gemacht worden, las ich irgendwann mal. Für Kätzchen.
Da wollen wir nicht nachstehen und zeigen die niedlichen Maikätzchen.
Da wollen wir nicht nachstehen und zeigen die niedlichen Maikätzchen.
3. April 2012
Erwachsenenverarsche
Wie, um mir zu beweisen, daß ich Recht habe, werde ich von der ARD im Internet verarscht. Der mit der Verblödungssteuer finanzierte Sturz Honeckers darf aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden.
Ich wollte mir, da es heute frei nach dem Motto Ganz Deutschland spricht über Margot Honecker ging, das Teil reinziehen, um mir jenes Urteil bilden zu können, das andere noch vor der Sendung des Films fertig hatten. Oder mein eigenes. Ich wollte mir selber eine Meinung bilden, was für ein Produkt einer der besten Dokumentarfilmer in Deutschland (3. April 2012/MG, NDR Presse und Information) abgeliefert hat.
Geht nicht.
Geht doch. Im Internet, da werden sie geholfen. So kann ich mich doch noch irgendwann mit Der Sturz. Honeckers Ende. beschäftigen. Falls es mich aus Langeweile mal überkommen sollte. Lust habe ich keine.
Übrigens, was Honeckers Ende betrifft, da kann ich zuverlässig Auskunft erteilen. Er hat die Politbürositzung vorzeitig verlassen, ist mit hängenden Schultern und sichtlich erschöpft zu seinem Auto im Hof geschlurft und vondannen gefahren worden. Unspektakulär, doch für den Kenner dieser Szenerie so gespenstisch, daß er diesen Umstand bis zu seinem Tode immer wieder mal erwähnte. Denn für ihn, der die Abfahrtszeremonie oft zu Gesicht bekam, war in diesem Augenblick klar, daß sich der eine oder andere Genosse auf Gosse reduziert hatte. Genosse und Gosse, das ist schon nah beieinander.
2. April 2012
echte Männerfreundschaft
Na, das nenne ich mal ein schönes Beispiel für echte Männerfreundschaft.
sueddeutsche.de 02.04.2012, 19:14
V-Leute in NPD-Führungsgremien
Verfassungsschützer halten noch Kontakt zu ihren Spitzeln
Von Tanjev Schultz
Das Ende der Zusammenarbeit müsse "abgefedert" werden - womit offenbar auch letzte Honorare oder Abfindungen gemeint sein können.
sueddeutsche.de 02.04.2012, 19:14
V-Leute in NPD-Führungsgremien
Verfassungsschützer halten noch Kontakt zu ihren Spitzeln
Von Tanjev Schultz
Das Ende der Zusammenarbeit müsse "abgefedert" werden - womit offenbar auch letzte Honorare oder Abfindungen gemeint sein können.
Erwachsenenpädagogik
Ich kann jetzt nicht definieren, was das ist genau ist. Ich kann es dafür an einem Beispiel deutlich machen. An einem Dokumentarfilm.
Ein Dokumentarfilm ist im besten Falle das, was das Wort besagt. Eine Dokumentation. Mehr nicht. Im schlechtesten Falle ist es eine kommentierte Dokumentation, also ein Kommentarfilm.
Für einen Dokumentarfilm sollte als Werbung ausreichend sein, wenn man z.B. sagt: Heute kommt 'ne Doku, die muß man gesehen haben. Das ist ein Knaller.
Sollte.
In der Bundesrepublik Deutschland funktioniert das anders. Erwachsenen ist nicht zu trauen, sie sind unmündig und müssen deswegen an die Hand genommen werden. Dafür sind die Magazine zuständig, wie z.B. das Hamburger Magazin für Erwachsenenpädagogik.
SPIEGEL-ONLINE 02. April 2012, 12:03 Uhr
ARD-Doku über Margot Honecker
Die furchtbare Frau
Von Stefan Kuzmany
Die Frage "Was stimmt hier nicht?" löse ich gleich selbst auf. Die Doku heißt Der Sturz. Honeckers Ende.
Herr Kuzmany ist sich nicht zu blöd, den deutschen Erwachsenen, also erziehungsbedürftigen Bürgern, gleich die Waschanleitung mitzuliefern. Damit nichts schief geht.
Lesen müßt ihr die anderthalbseitige Bedienungsanleitung für die Filmkonsumtion schon selber. Ich habe darauf verzichtet, da ich zur seltenen Gattung jener Menschen gehöre, die sich selber eine Meinung bilden. Ich brauche keine Waschanleitung*.
Die ARD, die den Film zu verantworten hat, macht es sich noch viel einfacher, mit der Waschformel für Eilige.
Nazi-Opfer und Alleinherrscher, spießig und machtbewusst: Honecker war ein ideologischer Hardliner, der 1961 den Aufbau der Mauer koordinierte und dessen Regime als Unrechtsstaat für Mauertote, Schießbefehl, Stasi und Zwangsadoptionen stand.
Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, ist selber Schuld. Was der Führer für die Welt, das war der Honecker für Ostdeutschland. Meint die ARD.
Da fällt mir ein schönes Gleichnis ein. Helmut Schmidt ist ungefähr im gleichen Alter wie Margot Honecker und in etwa genauso altersstarrsinnig, wird dafür allerding fast im Monatstakt vor eine Kamera gezerrt, um den Mitmenschen mit seinem unmaßgeblichen Gelaber wertvolle Restlebenszeit zu stehlen.
Nun kann man sich ja mal der Mühe unterziehen und recherchieren, welche deutschen Qualitätsmedien erstens eine Bedienungsanleitung für dessen Reden ans Volk herausgegeben oder zweitens diese als das bezeichnet haben, was sie in Wirklichkeit sind, überflüssige und wenig zielführende Belanglosigkeiten eines alten Mannes.
Da es dem medialen Vergessen anheimfällt, sei daran erinnert, daß die FDGO unter Bundeskanzler Schmidt per Sondergesetzgebung zur Rechtsstaatsdiktatur umgebastelt wurde. Ganz ohne Not. Und es sei daran erinnert, daß es in den letzten 60 Jahren maßgeblich die Sozen waren, die jedes Gesetz initiiert oder durchgewunken haben, das der Festigung des diktatorischen Charakters der repressiven Demokratie dienlich war. Äh, repräsentativen.
Ich bin da ganz bei Altkanzler Helmut Schmidt, der vom Magazin für Erwachsenenpädagogik so zitiert wird:
"Mitleid mit Menschen, die eine Diktatur inszeniert und aufrechterhalten haben, muss man nicht übertreiben."
Genau. Mein Mitleid mit Schmidt-Schnauze ist streng limitiert.
-----
* im Sinne von Anweisung für die Gehirnwäsche
Ein Dokumentarfilm ist im besten Falle das, was das Wort besagt. Eine Dokumentation. Mehr nicht. Im schlechtesten Falle ist es eine kommentierte Dokumentation, also ein Kommentarfilm.
Für einen Dokumentarfilm sollte als Werbung ausreichend sein, wenn man z.B. sagt: Heute kommt 'ne Doku, die muß man gesehen haben. Das ist ein Knaller.
Sollte.
In der Bundesrepublik Deutschland funktioniert das anders. Erwachsenen ist nicht zu trauen, sie sind unmündig und müssen deswegen an die Hand genommen werden. Dafür sind die Magazine zuständig, wie z.B. das Hamburger Magazin für Erwachsenenpädagogik.
SPIEGEL-ONLINE 02. April 2012, 12:03 Uhr
ARD-Doku über Margot Honecker
Die furchtbare Frau
Von Stefan Kuzmany
Die Frage "Was stimmt hier nicht?" löse ich gleich selbst auf. Die Doku heißt Der Sturz. Honeckers Ende.
Herr Kuzmany ist sich nicht zu blöd, den deutschen Erwachsenen, also erziehungsbedürftigen Bürgern, gleich die Waschanleitung mitzuliefern. Damit nichts schief geht.
Lesen müßt ihr die anderthalbseitige Bedienungsanleitung für die Filmkonsumtion schon selber. Ich habe darauf verzichtet, da ich zur seltenen Gattung jener Menschen gehöre, die sich selber eine Meinung bilden. Ich brauche keine Waschanleitung*.
Die ARD, die den Film zu verantworten hat, macht es sich noch viel einfacher, mit der Waschformel für Eilige.
Nazi-Opfer und Alleinherrscher, spießig und machtbewusst: Honecker war ein ideologischer Hardliner, der 1961 den Aufbau der Mauer koordinierte und dessen Regime als Unrechtsstaat für Mauertote, Schießbefehl, Stasi und Zwangsadoptionen stand.
Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, ist selber Schuld. Was der Führer für die Welt, das war der Honecker für Ostdeutschland. Meint die ARD.
Da fällt mir ein schönes Gleichnis ein. Helmut Schmidt ist ungefähr im gleichen Alter wie Margot Honecker und in etwa genauso altersstarrsinnig, wird dafür allerding fast im Monatstakt vor eine Kamera gezerrt, um den Mitmenschen mit seinem unmaßgeblichen Gelaber wertvolle Restlebenszeit zu stehlen.
Nun kann man sich ja mal der Mühe unterziehen und recherchieren, welche deutschen Qualitätsmedien erstens eine Bedienungsanleitung für dessen Reden ans Volk herausgegeben oder zweitens diese als das bezeichnet haben, was sie in Wirklichkeit sind, überflüssige und wenig zielführende Belanglosigkeiten eines alten Mannes.
Da es dem medialen Vergessen anheimfällt, sei daran erinnert, daß die FDGO unter Bundeskanzler Schmidt per Sondergesetzgebung zur Rechtsstaatsdiktatur umgebastelt wurde. Ganz ohne Not. Und es sei daran erinnert, daß es in den letzten 60 Jahren maßgeblich die Sozen waren, die jedes Gesetz initiiert oder durchgewunken haben, das der Festigung des diktatorischen Charakters der repressiven Demokratie dienlich war. Äh, repräsentativen.
Ich bin da ganz bei Altkanzler Helmut Schmidt, der vom Magazin für Erwachsenenpädagogik so zitiert wird:
"Mitleid mit Menschen, die eine Diktatur inszeniert und aufrechterhalten haben, muss man nicht übertreiben."
Genau. Mein Mitleid mit Schmidt-Schnauze ist streng limitiert.
-----
* im Sinne von Anweisung für die Gehirnwäsche
1. April 2012
Auch die UEFA?
"Und die UEFA?" fragten ängstliche Internetnutzer. "Auch die UEFA, Väterchen?"
"Auch die UEFA!" sagte stolz im Brustton der Überzeugung der Redner. "Das kommt oft vor!"
"Auch die UEFA!" sagte stolz im Brustton der Überzeugung der Redner. "Das kommt oft vor!"
Zitat des Tages
Ich bin nunmehr nicht der Einzige, der meint, man solle sich stets darüber im Klaren sein, wie doof sie uns wirklich haben wollen. Mein ständiges Nörgeln hier im Blog zeitigt Erfolg. Und ihr kommt nie drauf, in welcher Postille.
Von Arno Frank
Es genügt, ... uns nicht so dumm zu stellen, wie RTL und Rados uns gerne hätten.
Sag ich ja.
Daß ich das noch erleben darf, daß ein Unterschichtennagazin einem anderen die Tatsache der Verblödung vor den Latz haut...
Von Arno Frank
Es genügt, ... uns nicht so dumm zu stellen, wie RTL und Rados uns gerne hätten.
Sag ich ja.
Daß ich das noch erleben darf, daß ein Unterschichtennagazin einem anderen die Tatsache der Verblödung vor den Latz haut...
Maxl auf Friedenskurs
Heute habe ich was Neues über Maxl gelernt. Er kann auf Frieden machen, auch wenn er seiner Veranlagung nach eher fremdenfeindlich engagiert ist.
Ich hatte nicht viel Zeit, habe kurz meine Musikstunde bei ihm aboslviert, einen Schwatz gehalten, schon hüpft er in den Käfig und fängt an zu singen. Steht sein Frauchen auf und geht zum Fernseher, der gleich unterhalb des Käfigs steht, um den einzuschalten und Wetterbericht zu kucken. Maxl bleibt im Käfig sitzen und trällert einfach weiter, ohne Notiz von der fremdenfeindlichen Aktion zu nehmen.
Normalerweise muß man seinen Hintern nur 5cm lüpfen, schon sitzt Maxl auf der Stange in der Eingangspforte zu seinem Einfamilienhaus, um sich jede Fluchtoption offen zu halten.
Wie gesagt, ich hatte heute keine Zeit, erhebe mich, schon hört der Singsang auf, aber keine Bewegung Richtung Fluchttür. Ich drehe ihm den Rücken zu, schulter Fotoapparat und Rucksack, fängt der wieder an zu trällern.
Das ist ein Ding.
Auf dem Foto kann man den Kernbereich des Lebens von Maxl sehen. Hier nascht er gerade an seinem Golliwoog. Ansonsten hält er sich fast nur auf dem zuweilen singenden klingenden Bäumchen auf.
Ich hatte nicht viel Zeit, habe kurz meine Musikstunde bei ihm aboslviert, einen Schwatz gehalten, schon hüpft er in den Käfig und fängt an zu singen. Steht sein Frauchen auf und geht zum Fernseher, der gleich unterhalb des Käfigs steht, um den einzuschalten und Wetterbericht zu kucken. Maxl bleibt im Käfig sitzen und trällert einfach weiter, ohne Notiz von der fremdenfeindlichen Aktion zu nehmen.
Normalerweise muß man seinen Hintern nur 5cm lüpfen, schon sitzt Maxl auf der Stange in der Eingangspforte zu seinem Einfamilienhaus, um sich jede Fluchtoption offen zu halten.
Wie gesagt, ich hatte heute keine Zeit, erhebe mich, schon hört der Singsang auf, aber keine Bewegung Richtung Fluchttür. Ich drehe ihm den Rücken zu, schulter Fotoapparat und Rucksack, fängt der wieder an zu trällern.
Das ist ein Ding.
Auf dem Foto kann man den Kernbereich des Lebens von Maxl sehen. Hier nascht er gerade an seinem Golliwoog. Ansonsten hält er sich fast nur auf dem zuweilen singenden klingenden Bäumchen auf.
Karl Marx oder Karl May? - Wo Zettel irrt
da irrlichtert er durch die Weltliteratur. Bei Karl Marx sowieso und immer, aber auch bei Karl May.
Zum Volksschriftsteller ist er nur im deutschsprachigen Raum geworden. Ganz anders als Robinson Crusoe, Lederstrumpf und die Figuren der "Schatzinsel" oder des "Dschungelbuchs" haben Old Shatterhand, Winnetou und Hadschi Halef Omar niemals internationale Berühmtheit erlangt.
Ja.
Karl May zählt seit mehr als 100 Jahren zu den meistgelesenen Schriftstellern der Welt. Sein Werk wurde in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Die Weltauflage liegt bei mehr als 200 Millionen Bänden (davon ca. 100 Millionen in Deutschland). Große Popularität haben seine Bücher noch heute vor allem in Tschechien, Ungarn, Bulgarien, den Niederlanden, Mexiko und sogar Indonesien. In Frankreich, Großbritannien und den USA ist er beinahe unbekannt... In den 1960er Jahren stellte die UNESCO fest, May sei der meistübersetzte deutsche Autor.
Im übrigen, Volksschrifsteller kann man immer nur im Sprachraum seiner Muttersprache werden und oder sein, denn in alle anderen Sprachen wird die Buchvorlage übertragen oder übersetzt, kann sich ausländisch gut verkaufen, muß es aber nicht.
Darf ich mich dahingehend outen, daß ich noch kein einziges Buch von Karl May gelesen habe? Von Karl Marx einige. Auch viele Schriften.
Zum Volksschriftsteller ist er nur im deutschsprachigen Raum geworden. Ganz anders als Robinson Crusoe, Lederstrumpf und die Figuren der "Schatzinsel" oder des "Dschungelbuchs" haben Old Shatterhand, Winnetou und Hadschi Halef Omar niemals internationale Berühmtheit erlangt.
Ja.
Karl May zählt seit mehr als 100 Jahren zu den meistgelesenen Schriftstellern der Welt. Sein Werk wurde in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Die Weltauflage liegt bei mehr als 200 Millionen Bänden (davon ca. 100 Millionen in Deutschland). Große Popularität haben seine Bücher noch heute vor allem in Tschechien, Ungarn, Bulgarien, den Niederlanden, Mexiko und sogar Indonesien. In Frankreich, Großbritannien und den USA ist er beinahe unbekannt... In den 1960er Jahren stellte die UNESCO fest, May sei der meistübersetzte deutsche Autor.
Im übrigen, Volksschrifsteller kann man immer nur im Sprachraum seiner Muttersprache werden und oder sein, denn in alle anderen Sprachen wird die Buchvorlage übertragen oder übersetzt, kann sich ausländisch gut verkaufen, muß es aber nicht.
Darf ich mich dahingehend outen, daß ich noch kein einziges Buch von Karl May gelesen habe? Von Karl Marx einige. Auch viele Schriften.
31. März 2012
Der Spiegel und das Urheberrecht
Ich sag's doch, wir sollten uns immer klar machen, wie doof sie uns wirklich haben wollen.

Ernst Corinth hat in seiner wöchentlichen Videokolumne gegen Mittag gezeigt, wie es richtig gemacht wird. Im Abgesang wird schlicht auf einen Trunkenbold verlinkt. That's it. 6 Minuten 10 Sekunden und weit über eine Million Aufrufe.
Die instrumentierte Version gibt es ebenfalls im direkten Richten.
Davon möchte der Spiegel um 19:34 Uhr des Abends mit dem Erwerb des Leistungsschutzrechtes natürlich ein paar Brosamen abstauben. Und man fragt sich, worin die Leistung des Spiegels eigentlich besteht?
Da habe ich mit meiner Behauptung mal richtig ins Klo gegriffen und gleich einen Volltreffer gelandet.
Im Grunde ist ja auch ein Scheißhaufen nichts weiter als ein Druckerzeugnis.
Oder umgekehrt. Ein Druckerzeugnis ist zuweilen einfach nur Scheiße.
Siehe dazu auch die gleiche Vorgehensweise von BILD.
Das Original hat über 2 Millionen visits.

Ernst Corinth hat in seiner wöchentlichen Videokolumne gegen Mittag gezeigt, wie es richtig gemacht wird. Im Abgesang wird schlicht auf einen Trunkenbold verlinkt. That's it. 6 Minuten 10 Sekunden und weit über eine Million Aufrufe.
Die instrumentierte Version gibt es ebenfalls im direkten Richten.
Davon möchte der Spiegel um 19:34 Uhr des Abends mit dem Erwerb des Leistungsschutzrechtes natürlich ein paar Brosamen abstauben. Und man fragt sich, worin die Leistung des Spiegels eigentlich besteht?
Da habe ich mit meiner Behauptung mal richtig ins Klo gegriffen und gleich einen Volltreffer gelandet.
Im Grunde ist ja auch ein Scheißhaufen nichts weiter als ein Druckerzeugnis.
Oder umgekehrt. Ein Druckerzeugnis ist zuweilen einfach nur Scheiße.
Siehe dazu auch die gleiche Vorgehensweise von BILD.
Das Original hat über 2 Millionen visits.
30. März 2012
die Schlecker-Frauen und das Urheberrecht
Wir hatten ja heute schon die Schlecker-Frauen. Justamente in dem Augenblick, als ich meinen Rucksack gen Firma zu tragen begann, fiel mir noch eine Ergänzung ein, die ich nicht in den vorherigen Beitrag einarbeite, sondern hier separiere.
Bei genauerer Betrachtung unterliegen ja auch die Schlecker-Frauen dem Urheberrecht und könnten sich somit auch auf dieses berufen oder zumindest auf eine Stufe mit exzentrischen Hobbymusikern oder langweiligen Drehbuchautoren stellen. Warum das so ist?
Nunja, durch ihre virtuose Bedienung eines Kassencomputers fertigen sie ein in jedem Falle individuelles und den persönlichen Wünschen des Kunden entsprechendes Druckerzeugnis an und händigen es diesem mit freundlichen Worten aus.
Es gäbe in der tiefschürfenden Analyse des Urheberrechts noch eine andere Betrachtungsweise, die des Nachdenkens wert ist. Im Grunde ist ja auch ein Scheißhaufen nichts weiter als ein Druckerzeugnis. Weiß ja jeder.
Bei genauerer Betrachtung unterliegen ja auch die Schlecker-Frauen dem Urheberrecht und könnten sich somit auch auf dieses berufen oder zumindest auf eine Stufe mit exzentrischen Hobbymusikern oder langweiligen Drehbuchautoren stellen. Warum das so ist?
Nunja, durch ihre virtuose Bedienung eines Kassencomputers fertigen sie ein in jedem Falle individuelles und den persönlichen Wünschen des Kunden entsprechendes Druckerzeugnis an und händigen es diesem mit freundlichen Worten aus.
Es gäbe in der tiefschürfenden Analyse des Urheberrechts noch eine andere Betrachtungsweise, die des Nachdenkens wert ist. Im Grunde ist ja auch ein Scheißhaufen nichts weiter als ein Druckerzeugnis. Weiß ja jeder.
ein Mord und seine Schlagzeilen
28.03.2012 — 19:34 Uhr: Dringender Verdacht gegen 17-Jährigen – Haftbefehl!
29.03.2012 — 00:01 Uhr: Zeugin gab entscheidenden Tipp: „Auffällig verhalten“
29.03.2012 — 00:01 Uhr: Verhafteter Junge (17) hat kein Alibi
29.03.2012 — 00:01 Uhr: Facebook-Mob wollte Verdächtigen lynchen
30.03.2012 — 11:24 Uhr: UNSCHULDIG Festgenommener Schüler im Mordfall Lena († 11) frei
29.03.2012 — 00:01 Uhr: Zeugin gab entscheidenden Tipp: „Auffällig verhalten“
29.03.2012 — 00:01 Uhr: Verhafteter Junge (17) hat kein Alibi
29.03.2012 — 00:01 Uhr: Facebook-Mob wollte Verdächtigen lynchen
30.03.2012 — 11:24 Uhr: UNSCHULDIG Festgenommener Schüler im Mordfall Lena († 11) frei
Beleidigung vom Blogger - wegen des Urheberrechts
Schwarz-Gelb will Datenschutz und Urheberrecht ans Netz anpassen (heise)
Ein Blogger ist beleidigt. Wegen des Urheberrechts.
Kürzlich meldete sich ein exzentrischer Hobbymusiker zu Wort und vertrat die Auffassung, er habe von seinem Hobby leben können zu müssen. Da warte ich glattweg auf die Frauen bei Schlecker, die die vollkommen irrige Meinung vertreten, sie müßten durch das Kassieren für Seife, Babyöl, Zahnpasta und Nahrungsergänzungsmitteln leben können.
Gestern fand dies seine Fortsetzung, indem das Schriftprekariat einen nur mit Mühen lesbaren Text veröffentlichte, in dem sie die Auffassung vertraten, sie müßten davon leben können, Worte zu Papier zu bringen. Die ganze Diskussion um das Urheberrecht sei falsch (Zeit).
Dabei gehe es ihnen um ein Leistungsschutzrecht. Nehmen wird dies Wortungetüm mal auseinander. Da es dem Klang nach dem letzten Hauch eines Verblichenen ähnelt, bleibt nur die Leichenschau. Seziermesser raus und nachschauen, ob Übles im Konstrukt enthalten ist.
Irgendjemand meinte, aus den drei deutschen Worten Leistung, Schutz und Recht etwas Neues kreieren zu müssen, das wohlfeil klingt und somit guten Anklang hat. Deutsches Recht? Leider nur bedingt, wie jeder weiß, der damit mal selbst konfrontiert war. Deutsches recht ist nichts, worauf man zwingenderweise ein Hohelied singen muß.
Schutz erinnert mich an Schutzhaft. Das stinkt meilenweit gammelig, erst recht, wenn man genauer hinschaut. 51 Persönchen klagen den Schutz durch den Staat ein. Lächerlich.
Letztlich haben sie in dem Ungetüm noch die Leistung untergebracht. Daran hapert es. Erheblich. Welche Leistung, so frage ich mich, steckt in einen Drehbuch für den Tatort?
Machen wir es konkret. Ich selber habe den letzten Tatort so ca. um die Jahrtausendwende gesehen und dann die Notbremse gezogen, weil er schon damals unterirdisch, schlecht geschauspielert und noch schlechter gedrehbucht war. Die Entscheidung dabei ist simpel. Was fange ich Woche für Woche mit 90 Minuten Restlebenszeit an? Widme ich diese einem Tatort oder einem Zeitvertreib, der mir was bringt?
Haarsträubenden Unsinn, so habe ich schon damals festgestellt, kann ich für mich selber viel besser organisieren. Dafür brauche ich weder die Drehbuchautoren noch die Kasperköppe, die nach Anweisung der Regie seltsame Sätze vor der Kamera von sich geben.
Ergo hatte sich das Thema Tatort schon damals für mich erledigt, weil die für mich erkennbare Leistung identisch gleich Null war. Die kam in einem Tatort nicht mehr vor.
Eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben, die kleine Vorrede sei als unmaßgeblicher Beitrag eines Bloggers in die öffentliche Debatte eingeführt.
So, ich zitiere jetzt einfach mal die mir vorliegende Schmierzettelsammlung, ohne sie zu einem fertigen Drehbuch für eine Urheberrechtsdokumentation auszuwalzen. Seit Monaten habe ich die Rückseiten wertlos gewordener Kassenbons mit Stichworten befüllt, die in etwa so gehen:
- Das Urheberrecht ist ein Verwertungsindustrierecht, ein Relikt des vorigen Jahrhunderts.
- Die GEMA ist definitiv kein Sozialhilfeverein für mittellose Künstler. (Das steht auf einem Bon von "Ihr Platz", einer Tochter von Schlecker.)
- Massiver Mißbrauch des Urheberrechts zum zwecke des Gelderwerbs statt fachlich fundierter Tätigkeit. Das bezieht sich auf die Textbaustein-Anwälte, die ihr Jurastudium gerade so bestanden haben und nichts anderes können.
- Kein fair use.
Eigentlich ist der Blogger wegen etwas anderem beleidigt. Er darf auf Grund des geltenden Urheberrechts seinen Blog nicht so betreiben, wie es schnödem wissenschaftlichen Standard entspricht. Mit Zitaten und korrekten Verweisen.
Hier geht es nicht darum, ganze Beiträge für sich zu vereinnahmen*, weil sie von Anfang bis Ende möglicherweise die eigene Intention wiedergeben. Das wurde im Blog nie bis außerordentlich selten gemacht. Nunja, bei um die 8000 Beiträgen kann es schon einen Beitrag geben, der eine vollständige Übernahme fremder Inhalte ist. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei großzügig gerechneten 1 Promille, eher deutlich darunter.
Um was, fragt ihr euch, wenn es nicht um Komplettübernahmen geht, um was geht es dann? Hier stehen doch ein Haufen Zitate im Blog, die, bis auf die Hamburger Hetzpostille, auch korrekt verlinkt sind. Ist doch alles im Grünen.
Das meine ich nicht. Ich meine, daß es im Jahre 2012 möglich sein muß, einen Schriftbeitrag durch Zitate aus Filmen und Musikwerken belegen zu können, oder daß es möglich sein muß, sich an solchen Zitaten abzuarbeiten. Wir leben schließlich im Multimediazeitalter.
Will heißen, wenn schon jeder Bürger die Verblödungssteuer abdrücken muß, dann ist es recht und billig, da ja die Urheber gelöhnt worden sind, sich in den Ergebnissen der Verblödung zitatmäßig zu bedienen. Nicht, indem man sich hinsetzt und einen Filmbeitrag mühevoll vertextet, sondern indem man diesen Beitrag als Filmschnipsel zitiert.
Demnächst mehr aus dem Beleidigunsgtheater und meiner Notizsammlung.
-----
* siehe auch: wie sich Zettel mal beschwerte
Ich bin ja mit Zettel selten bis gar nicht einer Wellenlänge. In diesem Falle schon.
Die Auflösung, warum das so ist, erfolgt im nächsten Beleidigungstheater.
Ein Blogger ist beleidigt. Wegen des Urheberrechts.
Kürzlich meldete sich ein exzentrischer Hobbymusiker zu Wort und vertrat die Auffassung, er habe von seinem Hobby leben können zu müssen. Da warte ich glattweg auf die Frauen bei Schlecker, die die vollkommen irrige Meinung vertreten, sie müßten durch das Kassieren für Seife, Babyöl, Zahnpasta und Nahrungsergänzungsmitteln leben können.
Gestern fand dies seine Fortsetzung, indem das Schriftprekariat einen nur mit Mühen lesbaren Text veröffentlichte, in dem sie die Auffassung vertraten, sie müßten davon leben können, Worte zu Papier zu bringen. Die ganze Diskussion um das Urheberrecht sei falsch (Zeit).
Dabei gehe es ihnen um ein Leistungsschutzrecht. Nehmen wird dies Wortungetüm mal auseinander. Da es dem Klang nach dem letzten Hauch eines Verblichenen ähnelt, bleibt nur die Leichenschau. Seziermesser raus und nachschauen, ob Übles im Konstrukt enthalten ist.
Irgendjemand meinte, aus den drei deutschen Worten Leistung, Schutz und Recht etwas Neues kreieren zu müssen, das wohlfeil klingt und somit guten Anklang hat. Deutsches Recht? Leider nur bedingt, wie jeder weiß, der damit mal selbst konfrontiert war. Deutsches recht ist nichts, worauf man zwingenderweise ein Hohelied singen muß.
Schutz erinnert mich an Schutzhaft. Das stinkt meilenweit gammelig, erst recht, wenn man genauer hinschaut. 51 Persönchen klagen den Schutz durch den Staat ein. Lächerlich.
Letztlich haben sie in dem Ungetüm noch die Leistung untergebracht. Daran hapert es. Erheblich. Welche Leistung, so frage ich mich, steckt in einen Drehbuch für den Tatort?
Machen wir es konkret. Ich selber habe den letzten Tatort so ca. um die Jahrtausendwende gesehen und dann die Notbremse gezogen, weil er schon damals unterirdisch, schlecht geschauspielert und noch schlechter gedrehbucht war. Die Entscheidung dabei ist simpel. Was fange ich Woche für Woche mit 90 Minuten Restlebenszeit an? Widme ich diese einem Tatort oder einem Zeitvertreib, der mir was bringt?
Haarsträubenden Unsinn, so habe ich schon damals festgestellt, kann ich für mich selber viel besser organisieren. Dafür brauche ich weder die Drehbuchautoren noch die Kasperköppe, die nach Anweisung der Regie seltsame Sätze vor der Kamera von sich geben.
Ergo hatte sich das Thema Tatort schon damals für mich erledigt, weil die für mich erkennbare Leistung identisch gleich Null war. Die kam in einem Tatort nicht mehr vor.
Eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben, die kleine Vorrede sei als unmaßgeblicher Beitrag eines Bloggers in die öffentliche Debatte eingeführt.
So, ich zitiere jetzt einfach mal die mir vorliegende Schmierzettelsammlung, ohne sie zu einem fertigen Drehbuch für eine Urheberrechtsdokumentation auszuwalzen. Seit Monaten habe ich die Rückseiten wertlos gewordener Kassenbons mit Stichworten befüllt, die in etwa so gehen:
- Das Urheberrecht ist ein Verwertungsindustrierecht, ein Relikt des vorigen Jahrhunderts.
- Die GEMA ist definitiv kein Sozialhilfeverein für mittellose Künstler. (Das steht auf einem Bon von "Ihr Platz", einer Tochter von Schlecker.)
- Massiver Mißbrauch des Urheberrechts zum zwecke des Gelderwerbs statt fachlich fundierter Tätigkeit. Das bezieht sich auf die Textbaustein-Anwälte, die ihr Jurastudium gerade so bestanden haben und nichts anderes können.
- Kein fair use.
Eigentlich ist der Blogger wegen etwas anderem beleidigt. Er darf auf Grund des geltenden Urheberrechts seinen Blog nicht so betreiben, wie es schnödem wissenschaftlichen Standard entspricht. Mit Zitaten und korrekten Verweisen.
Hier geht es nicht darum, ganze Beiträge für sich zu vereinnahmen*, weil sie von Anfang bis Ende möglicherweise die eigene Intention wiedergeben. Das wurde im Blog nie bis außerordentlich selten gemacht. Nunja, bei um die 8000 Beiträgen kann es schon einen Beitrag geben, der eine vollständige Übernahme fremder Inhalte ist. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei großzügig gerechneten 1 Promille, eher deutlich darunter.
Um was, fragt ihr euch, wenn es nicht um Komplettübernahmen geht, um was geht es dann? Hier stehen doch ein Haufen Zitate im Blog, die, bis auf die Hamburger Hetzpostille, auch korrekt verlinkt sind. Ist doch alles im Grünen.
Das meine ich nicht. Ich meine, daß es im Jahre 2012 möglich sein muß, einen Schriftbeitrag durch Zitate aus Filmen und Musikwerken belegen zu können, oder daß es möglich sein muß, sich an solchen Zitaten abzuarbeiten. Wir leben schließlich im Multimediazeitalter.
Will heißen, wenn schon jeder Bürger die Verblödungssteuer abdrücken muß, dann ist es recht und billig, da ja die Urheber gelöhnt worden sind, sich in den Ergebnissen der Verblödung zitatmäßig zu bedienen. Nicht, indem man sich hinsetzt und einen Filmbeitrag mühevoll vertextet, sondern indem man diesen Beitrag als Filmschnipsel zitiert.
Demnächst mehr aus dem Beleidigunsgtheater und meiner Notizsammlung.
-----
* siehe auch: wie sich Zettel mal beschwerte
Ich bin ja mit Zettel selten bis gar nicht einer Wellenlänge. In diesem Falle schon.
Die Auflösung, warum das so ist, erfolgt im nächsten Beleidigungstheater.
29. März 2012
ökologische Flugbegleitung
Gestern waren es, 13:35 Uhr. 4 oder 5 Straßenbahnfahrer. Sie diskutierten darüber, warum die letzte Bahn vor einer halben Stunde fuhr, möglicherweise sei etwas passiert. Dann zeigte ich auf einmal gen Neu-Lindenberg, denn da wurde eine Verkehrsmaschine von 4 Jagdflugzeugen zur Landung in Tegel gezwungen.
Weiß jemand, was so eine Flugstunde bei den Militärfliegern kostet? Es hätte doch auch einer gereicht, um den zur Erde zu geleiten.
Habe ich ja selber auch mal erleben dürfen. 1983 über Afghanistan.
Die Lösung des Luftkampfes mit BILD.
[update 22:00]
Ein Flugstunde Eurofighter kostet an die 80.000 Euro Steuergeld.
Wenn ich davon ausgehe, daß das insgesamt 6 Flugstunden waren, Anflug zur Oder, Begleitung bis Tegel, Rückflug zum Flugplatz, dann hat der Spaß die Lohnsteuer der Schleckermitarbeiterinnen mit einer halbe Million belastet.
Das ist fett.
[/update]
Weiß jemand, was so eine Flugstunde bei den Militärfliegern kostet? Es hätte doch auch einer gereicht, um den zur Erde zu geleiten.
Habe ich ja selber auch mal erleben dürfen. 1983 über Afghanistan.
Die Lösung des Luftkampfes mit BILD.
[update 22:00]
Ein Flugstunde Eurofighter kostet an die 80.000 Euro Steuergeld.
Wenn ich davon ausgehe, daß das insgesamt 6 Flugstunden waren, Anflug zur Oder, Begleitung bis Tegel, Rückflug zum Flugplatz, dann hat der Spaß die Lohnsteuer der Schleckermitarbeiterinnen mit einer halbe Million belastet.
Das ist fett.
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Was stimmt hier nicht?
Wieder überraschen uns die Praktikanten des Spiegel mit einem Naturphänomen, das nach einer Lösung sucht. Es geht um den Wind, den Wind, das himmliche Kind.
SPIEGEL-ONLINE 29. März 2012, 06:53 Uhr
Premiere
Forscher filmen riesigen Sonnentornado
Er ... war mehrere Male größer als der Erddurchmesser und brachte es auf Windgeschwindigkeiten von bis zu 300.000 Kilometern pro Stunde.
SPIEGEL-ONLINE 29. März 2012, 06:53 Uhr
Premiere
Forscher filmen riesigen Sonnentornado
Er ... war mehrere Male größer als der Erddurchmesser und brachte es auf Windgeschwindigkeiten von bis zu 300.000 Kilometern pro Stunde.
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