24. Oktober 2006

Pressefreiheit

SPIEGEL ONLINE - 24. Oktober 2006, 08:27
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-444291,00.html

Mehr Pressefreiheit in Bolivien als in Deutschland

23. Oktober 2006

und es war Sommer

Das deutsche Feuilleton (das ist ein Wort, das unbedingt mal von Herrn Duden auf eine freundlichere Schreibweise hin untersucht werden sollte), dieses ominöse Dingsda hat nach dem Luftablassen ob einer Unterschicht gottlob schnell wieder ein Thema gefunden, das seiner "Intellektualität" würdig ist. Oder besser, es wurde ihnen zum Fraß vorgeworfen.*

Derweil ist alles wieder mal viel einfacher als man denkt. Was die FAZ mit dem Grass, das können wir schon lange, dachte sich der Spiegel und ging dem Schröder auf den Leim. Vorteil für beide Seiten, denn das Heft verkauft sich trefflich, die üblichen Verdächtigen kriegen Blasen auf den Lippen, soviel haben sie zu schwätzen und die Portkasse klingelt allerliebst.

Oder umgekehrt. Der Schröder hat sich gesagt, werd ich mal ein paar Pfennige beim Spiegel abstauben, damit die für mein Buch Werbung machen.

Wie zu Grass so zu Schröder. Was Schröder zu sagen hat, paßt eigentlich auf einen abgefahrenen Fahrschein: Ich komme nicht mehr in die Politik zurück. Doch wen interessiert das schon?

Viel schlimmer in diesem Zusammenhang ist eine andere Äußerung. Da erdreistete sich doch ein Schwerverdiener namens Sommer glattweg zu behaupten, die Gewerkschaften seien die einzigen, die den Protest gegen die unsozialen blablabla kanalisieren können und ausdrücken. Und der Rhetorik nach klang es so, als ob er die rote stets griffbereit im Aktenkoffer mit sich führt, damit er der erste ist, der sie der kommenden Revolution vorantragen kann.

Für einen Gewerkschaftsboß eine bemerkenswertes Kurzzeitgedächtnis, das er via Medien den Menschen präsentiert.

Vergessen hat er in seiner Anmaßung, daß gegen seinen Willen 2004 monatelang Demos gegen Hartz-IV stattfanden. Seinem Gedächtnisschwund fiel zum Opfer, daß er es war, der aus Gründen der Staatsräson (Schröder nicht schwächen) den Metallerstreik im Osten des Landes abwürgte.

Und es war Sommer, der sich noch im vorigen Jahr demonstrativ auf die Seite von Schröder und dessen parteizerstörerische Bestrebungen schlug.

Und diese Gewerkschafter sollen Schröders Sturz betrieben haben? Herr Schröder sollte aus seiner Amtstätigkeit eigentlich wissen, welche Möglichkeiten zur Beendigung der Kanzlerschaft im Lande bestehen. Ein Sturz durch Gewerkschaftsfunktionäre gehört definitiv nicht dazu. Schon gar nicht durch solche wie Sommer und Co.

* Merke: ein gut erzogener Hund frißt nur, wenn Herrchen es auch erlaubt. Was macht aber dieses deutsche Föhjetong? Alle stürzen sich auf diesen Fraß und zermalmen ihn.

unerhört



Auweia, das ist ja gruselig. Das hätte ich nicht gedacht, daß die NPD versucht, an Einfluß zu gewinnen. Bisher dachte ich, die sind eher bestrebt, sich selbst aufzulösen.

Aber wenn eine Sprecherin erzählt und der Verfassungsschutz beobachtet, dann wird das wohl stimmen.

Da würde mich doch glattweg interessieren, welche Parteien in Brandenburg noch am Werkeln sind, um mehr Einfluß in der Bevölkerung zu gewinnen.

22. Oktober 2006

schnapp und weg

SPIEGEL ONLINE - 22. Oktober 2006, 20:38
http://www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,druck-444012,00.html

Alonso schnappt sich Schumachers achten Titel

Von Mike Glindmeier

Michael Schumacher hat bis zur letzten Runde gekämpft, doch ein platter Hinterreifen ließ seine WM-Träume früh platzen. Den begehrten Titel holte sich stattdessen Fernando Alonso.

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Ach herrje, da hat der Schumacher also seinen achten Titel sicher und dieser Alonso schnappt den einfach so weg. Darf der denn das überhaupt? Einen sicheren Titel wegschnappen?

Oder hat Mike spratteblöden Unsinn geschrieben?

die letzte Nummer



Das ist ja wohl das letzte.

Auch in der ARD sollte bekannt sein, daß die von faschistischen Deutschen im KZ Sachsenhausen eingepferchten Bürger der Welt 1945 befreit wurden und dieses danach als Gefangenlager bzw. Gedenkstätte fungierte. Als Gedenkstätte dient sie auch heute noch. Und das vollkommen zurecht, wenn man diesen Betiteler der Videotextmeldung liest.

Die Redakteure kommen jedenfalls aus Kleinkleckersdorf und hätten es vielleicht gerne so, wie sie auch schreiben.

20. Oktober 2006

problematisches Gesetz

Gesetzentwurf zur Änderung des Abgeordnetengesetzes (Mecklenburg-Vorpommern):

Beschlußempfehlung zum o.g. Entwurf:

Ich zitiere mal das eine oder andere daraus:

1. Problem
Nach dem 12. Änderungsgesetz des Abgeordnetengesetzes orientiert sich die Höhe der Grundentschädigung der Abgeordneten an der Richterbesoldung (R2). Der 5. Landtag ist aufgefordert, diese Orientierung durch einen konkreten Geldbetrag zu untersetzen.

3. Alternativen
Keine.

4. Kosten
Keine.


Einspruch euer Ehren, es gäbe z.B. die Alternative, die auch bundesweit flächendeckend eingeführt wurde, nämlich Abgeordeneten-Hartz.

Äh, Kosten werden keine versursacht? Merkwürdig.

Einem Abgeordneten werden nachgewiesene Aufwendungen für die Beschäftigung von Mitarbeitern zur Unterstützung seiner parlamentarischen Arbeit bis zu einer Höhe von 29.150 Euro erstattet.
...soweit
1. der Landtagsverwaltung zu Beginn des Arbeitsverhältnisses ein Führungszeugnis des Mitarbeiters vorliegt, das keine Eintragungen wegen der vorsätzlichen Begehung einer Straftat enthält...

Angestellte der Fraktionen haben eine besondere Aufgabe bei der Unterstützung der parlamentarischen Demokratie. Eine Beschäftigung soll nur erfolgen, wenn zu Beginn des Arbeitsverhältnisses der Landtagsverwaltung ein Führungszeugnis ohne belastende Eintragungen wegen vorsätzlicher Begehung einer Straftat vorliegt. In den Ausführungsbestimmungen nach § 58 werden weitergehende Regelungen festgelegt.

Die Zielrichtung von § 9 Abs. 4 liegt darin, zu verhindern, dass Mitarbeiter beschäftigt werden, die wegen der vorsätzlichen Begehung von Delikten vorbestraft sind und dies dem Ansehen und der Würde des Parlaments zum Nachteil gereichen und Schaden zufügen könnte. Dies muss nicht zwangsläufig in jedem Fall der Begehung einer vorsätzlichen Straftat der Fall sein. Aus diesem Grund wird in den Ausführungsbestimmungen ein Verfahren zur sachgerechten Einzelfallbeurteilung festgelegt.


Das halte ich für außerordentlich problematisch, da es mit der Berufsfreiheit laut Grundgesetz kollidiert und eine Diskriminierung straffällig gewordener Bürger darstellt und denen damit die berufliche Teilhabe am politischen Demokratieprozeß gesetzlich verwehrt wird.

Erinnert sei hier an den rechtsgültig Verurteilten Monty Schädel, der einst für die PDS im Landtag saß. Solche Personen hätten zukünftig Probleme, der demokratischen Willensbildung teilhabig zu werden.

Und Gelder lassen sich auch via Honorarverträge an begünstigte Personen weiterleiten, wenn man sie schon nicht einstellen darf. Dann werden ebend wissenschaftliche Aufträge zuhauf an externe Personen vergeben. Und die dürfen dann strafrechtlich in Erscheinung getreten sein, denn dazu läßt sich das Gesetz nicht aus.

Soweit nicht Absatz 1 in Anwendung zu bringen ist, erhält ein Abgeordneter für die Dauer seiner Mitgliedschaft im Landtag gegen Nachweis einen Zuschuss zum Mietzins für eine angemessene Übernachtungsmöglichkeit; er beträgt im Monat höchstens 400 Euro.

...es ist eindeutig ein auf den Tag der konstituierenden
Sitzung des 5. Landtages bezogenes rückwirkendes Inkrafttretens vorzusehen.
Sylvia Bretschneider
Berichterstatterin


Und von Rückwirkungsverbot haben die noch nie was gehört.

In der Summe handelt es sich im vorliegenden Fall um Gammeljuristerei.

geheime Aufklärung

SPIEGEL ONLINE - 19. Oktober 2006, 12:07
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-443501,00.html
Kurnaz-Vorwürfe
Große Koalition beschließt geheime Aufklärung

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Also zusammenpassen tut das nicht: geheim und Aufklärung.

Der Artikel gibt darüber dann auch ausführlich Auskunft. Es ist wieder mal eine Ansammlung absolut schwachmatischer Politikeraussagen, abgesehen von einer Ausnahme.

Bei der Gelegenheit fällt mir ein... Wenn die Große Koalition eine geheime Aufklärung beschließen kann, dann kann sie doch sehr wohl bittschön auch schnell noch beschließen, daß ab sofort hierzulande 22 - 26 Grad Celsius tagsüber, mit reichlich Sonnenschein garniert, keiner bis schwacher West- bis Nordwestwind und nächtens tiefstens 10 Grad das Land bewärmen und die Bürgerherzen erfreuen.

Ein solcher Beschluß würde mir sehr entgegenkommen.

19. Oktober 2006

Furcht der Abgeordneten

HANDELSBLATT, Mittwoch, 18. Oktober 2006, 19:52 Uhr
Steuerfreie Aufwandsentschädigung

Abgeordnete müssen um pauschale Zulage fürchten

Außer ihren Diäten erhalten Bundestagsabgeordnete derzeit jährlich mindestens 43 764 Euro steuerfrei als pauschale Aufwandsentschädigung. Deutschlands oberstes Finanzgericht, der Bundesfinanzhof, hat massive Zweifel daran, dass das rechtmäßig ist.


Auslöser ist nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ die Klage eines Finanzrichters aus Hannover. Dieser sehe in der Pauschale eine nicht gerechtfertigte Privilegierung der Abgeordneten und wolle deshalb eine solche Pauschale auch selbst in Anspruch nehmen können.

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Original: http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/5/88916/print.html

Abgeordnete müssen gar nichts fürchten, auch wenn das Handelsblatt dies gerne so hätte.

Der lustigste Satz in diesem Zusammenhang stammt von einem der edelsten Gewächse, das durch deutsches Blutdoping bisher hervorgebracht wurde:

Der Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Joachim Poß verteidigte dagegen die steuerfreie Aufwandsentschädigung.
Ihr stünden "Aufwendungen gegenüber, die typisch für die Tätigkeit eines Parlamentariers" seien. Wer diese Regelung abschaffen wolle, solle "auch das Ende beachten".
Beispielsweise müssten dann "Wahlkampfkosten bei gescheiterten Bundestagskandidaten als Werbungskosten anerkannt werden." Das würde "bei der Vielzahl der Bewerber zu hohen Steuermindereinnahmen führen".


Die Klage läßt sich gleich noch erweitern. Der Gesetzgeber hat für mehrere Millionen Inländer entschieden, daß es vollkommen ausreichend, angenehm und gesundheitsfördernd ist, mit 345 Euro plus Miete monatlich dahinzuvegetieren.

Ein umfänglicher Strafenkatalog und Beschränkungen wurden eingeführt, damit sich diese Gruppe von Menschen nicht wie der Vorstandschef einer Deutschen Bank, Bahn oder Telefongesellschaft fühlt. Dies gilt insbesondere für Arbeitsunwillige, Faule, Arbeitsverweigerer, Trickser usw.

Wer z.B. dreimal ablehnt, eine Arbeit durchzuführen, die ihm angetragen wurde, der bekommt kein Geld mehr. Basta.

Den Abgeordneten wurde von ihrem Souverän, dem Volk, das sie gewählt hat, nicht nur drei Mal, nicht dreißig Mal, nicht dreihundert Mal, denen wurde tausende Male gesagt, sie sollen Hartz IV abschaffen. Sie krümmen aber keinen Finger dafür.
Denen wurde zig Mal gesagt, sie sollen keine Soldaten ins Ausland schicken. Was machen die, schicken tausende von ihnen in den Krieg.
Denen wird ein einziges Mal von Herrn Siemens erzählt, er brauche keine Unternehmenssteuer mehr. Das machen die. Aber Herr Siemens ist nicht deren Souverän. Oder doch?

Wenn dies Land ein Rechtsstaat wäre, dann würde den Abgeordneten nicht nur die monatliche Pauschale abhanden kommen. Etlichen Arbeitsverweigerern, Drückebergern und Faulenzern im Reichstag würde auch ihre Diät ersatzlos gestrichen werden, weil sie ihrer Arbeit schlichtweg nicht nachkommen.

Die dürfen das aber und sitzen stattdessen lieber in Fersnsehstudios oder Zeitunsgredaktionen und schwätzen Unsinn in die Welt.

16. Oktober 2006

Polizei schlägt gewaltsam

SPIEGEL ONLINE - 16. Oktober 2006, 22:47
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-442898,00.html
Politkowskaja-Mord
Polizei schlägt Demonstration gewaltsam nieder

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Ach so? Geht das auch anders?

Würde mich auch interessieren, wie die Polizei etwas ohne Gewalt niederschlägt.

Ich habe da nämlich noch sehr ungute Erinnerungen an drei heftige Kinnhaken durch einen dieser gewaltbereiten Prügelpolizisten, die öfter mal auf demonstrierenden Menschen hierzulande losgelassen werden.

Wenn die Polizei in Inguschetien also Demonstrationen für gewöhnlich außerordentlich friedfertig und sanft niederschlägt, dann könnten deutsche Polizisten davon heftigst lernen. Eine solche Vorgehensweise kennen die nämlich nicht.

Äh ich seh gerade, ist schon nach elf. Da hat wohl wieder ein Praktikant bei SPON den Plunder aus dem Ticker abschreiben müssen. Ohne nachdenken zu dürfen.

Lex NPD

SPIEGEL ONLINE - 16. Oktober 2006, 20:51
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-442894,00.html

Eklat zur Parlaments-Premiere der NPD

Von Philipp Wittrock, Schwerin

Dann passierte, was die demokratischen Parteien bei der ersten Sitzung des neuen Landtags von Mecklenburg-Vorpommern unbedingt vermeiden wollten: Die NPD nutzte einen Verfahrensfehler der Sitzungsleitung - um genüsslich in die Opferrolle zu schlüpfen.

Das Missgeschick mit der Geschäftsordnung unterlief der alten und neuen Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) am Ende der konstituierenden Sitzung. CDU, SPD, Linkspartei und FDP hatten verabredet, unmittelbar nach der konstituierenden Sitzung eine Sondersitzung des Landtages einzuberufen, um eine Initiative zur Änderung des Abgeordnetengesetzes einzubringen. Die Initiative richtet sich vor allem gegen die NPD. Als deren Abgeordneter Michael Andrejewski mit einem Geschäftsordnungsantrag Widerspruch einlegen wollte, überging ihn die Präsidentin.

Ein Lapsus. Doch dieser Lapsus ließ den Sitzungstag im Chaos enden. Die NPD hatte in der Geschäftsordnung entdeckt, dass im Falle eines Widerspruchs der Landtag abzustimmen hat.

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Aha, die demokratischen Parteien wollten verhindern. Und die NPD wollte einen Verfahrensfehler nutzen. Die geltende Geschäftsordnung sollte durchgesetzt werden.

Ja sowas von pfui aber auch, was sich diese Rabauken erlauben. Wer sind die denn, daß sie sich auf die Einhaltung der Geschäftsordnung berufen dürfen?

Im übrigen handelte es sich mitnichten um einen Lapsus. Mit einer Abstimmung wird in deutschen Parlamenten der Mehrheitswille mathematisch erfaßt. Abstimmungen bilden sozusagen den formalen und abschließenden Kern der Meinungsbildung.
In jedem Hühnerzüchterverein gibt es heftigste Hahnenkämpfe, wenn bei den Vorstandswahlen gegen die Abstimmungsregeln verstoßen wird. Wer sich also mit Laxheit, Tricks oder anderweitig darüber hinwegsetzen möchte, der begeht alles andere als einen Lapsus. Der vergeht sich am Abstimmungsparlamentarismus.

Tja, lieber Philipp, mit einer Lex NPD wird das nichts. Und mit einer Selbstzertifizierung als Demokrat auch nicht, denn diese haben sich, liest man den Text richtig, schlichtweg als wichtigtuerische Krämerseelen entlarvt.

Der ganze Vorgang karikiert die am Sonntag mit Inbrunst bei Chrsitiansen vorgetragene Jammerei von Otto (MdB, FDP) und Ströbele (MdB, Die Bunten) über die fehlende Würdigung ihres harten und entbehrungsreichen Politikerberufes. Die beiden haben sich ja echt Mühe gegeben, aber es so scheiße rübergebracht, daß man fast schon wieder Mitleid mit ihnen haben konnte.

Und nun ist in Schwerin der Vorhang gefallen, indem sich die demokratischen Fratzen ihre Masken vom Gesicht rissen.

Christenverfolgung

SPIEGEL ONLINE - 16. Oktober 2006, 21:20
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-442891,00.html
MENSCHENRECHTE
"Wir nehmen unseren Glauben nicht ernst genug"

80 Prozent der Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sind Christen - ihre Religion ist damit zurzeit die meistverfolgte auf der Welt. Grund genug für die CDU/CSU-Fraktion, ein Diskussionsforum zum Thema "Christenverfolgung heute" zu veranstalten.

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Ich hab gar keinen Glauben, den ich ernst nehmen kann. Wat nu?

Ansonsten ist das schon eine sehr merkwürdige Veranstaltung und Rechnung, die da präsentiert wird. Wann, in welcher geografischen Region mit welchem Ergebnis hat eine solche Untersuchung eigentlich stattgefunden?
Worin liegen also die Grundlagen für die Zahl 80%?

80% der Menschen, die gerne Kartoffeln essen, furzen nachts um zwei im Bett. Der Aussagewert dieser These ist identisch mit dem der obigen.

Sprachregelung

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-442861,00.html

Von Philipp Wittrock, Schwerin

Die Demokraten rüsten sich mit neuen Regeln für die Parlamentsarbeit gegen die Rechtsextremen.

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Hier haben wir sie auch schon, die Sprachregelung. Ich selbst weiß nicht was Demokraten sind. Insofern ist der o.g. Artikel nur blablabla.

Ich weiß allerdings eines. Es waren freie, geheime und demokratische Wahlen, die zu den bekannten Ergebnissen geführt haben.

Ja, ja, wir Demokraten. An dem Satz kann man sich so herrlich aufwärmen, daß man sich fast schon wieder als Gutmensch fühlt. Dabei wird außer Acht gelassen, daß es genau diese Demokraten sind, die Millionen von Bürgern den sozialen Krieg erklärt haben und diesen mit aller gesetzgeberischer Macht und Härte führen.

Moralin bezüglich der Schweriner Abstimmungsanstalt hilft also nicht weiter, auch wenn es literweise in Lettern gegossen wird.

Unterschichtler

http://www.sueddeutsche.de/,tt1m5/deutschland/artikel/781/88693/

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, hat die vom SPD-Vorsitzenden Kurt Beck angestoßene Debatte über die Unterstützung für eine neue sozial schwache Klasse als richtig bezeichnet, den Begriff "Unterschicht" für diese Menschen aber strikt abgelehnt. "Dieser Ausdruck stigmatisiert und sorgt dafür, dass man diese Leute nicht mehr erreichen kann. Ich spreche lieber von Menschen mit sozialen und Integrationsproblemen", sagte der CDU-Politikers.
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Spricht er da von sich selber, wenn er Menschen mit sozialen und Integrationsproblemen meint?
Davon abgesehen stigmatisiert die gesetzgeberische Kraft von Volkszertretern "mit sozialen und Integrationsproblemen" weitaus mehr, als es Worte tun können.
Kauder hat also noch mehr Probleme als nur die zwei attestierten. In seiner Denke ist er auf Drittklässlerniveau stehen geblieben.

15. Oktober 2006

Kunstbanausen



BILD lies in Erinnerung an bessere Zeiten Bilder vom alten Kanzler malen und meint, dieser Schröder gefalle mir am besten.

Hierzu stelle ich fest: Schröder hat mir nie gefallen und gefällt mir nicht. Das wird auch so bleiben.

Es gilt das Sprichwort, das wahrscheinlich schon in mittelalterlichen Zeiten in den Fürstentümern kursierte: Lieber vom Leben gezeichnet als im Auftrag der BILD-Zeitung gemalt.

Kunst|ba|nau|se, der (abwertend): Mensch ohne Verständnis für Kunst.
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[edit 16.10.]
Abgesehen davon. Es gibt eine Sache, die rechne ich Schröder an. Er hat sich nicht gegen Ausländer vergangen. Nicht in Worten und auch nicht in seinem politischen Handeln. In seiner Basta-Mentalität verkündete er, daß deutsche Soldaten nicht gen Irak ziehen werden. Soweit, so gut.
Mein kriminalromanischer Erfahrungsschatz besagt allerdings auch, daß Schmiere stehen genauso bestraft wird. Und hier hat Schröder leider Konzessionen gemacht, die sich mittlerweile so auswirken, daß die deutsche Kriegsmarine wieder auf historischer Mission unterwegs ist.

Was ich Schröder ankreide ist, daß er sich gegen die Inländer vergangen hat. Unter seiner Ideen- und Führerschaft wurde die massive Ausgrenzung von Millionen Inländern aus dem sozialen und gesellschaftlichen Leben geplant, eingeleitet und durchgeführt. Und als es ihm zu heiß wurde, hat er den Bettel hingeschmissen. Die Drecksarbeit erledigen nun seine politischen Nachlaßverwalter. Und da hört und liest man jeden Tag neue Horrormeldungen.

Nur vom heutigen Tage:

- Wer keine Vorsorgeuntersuchungen gegen Krebs macht und trotzdem daran erkrankt, wird künftig dafür zur Kasse gebeten* und
- Beitragszahlungen zur Rentenversicherung von Hartz-IV-Empfängern sollen laut einem Vorschlag aus CDU/CSU-Kreisen ganz gestrichen werden.

Dies ist die Ernte, die auf Schröders politischer Saat beruht. Dies ist heute politischer Grundkonsens von Links-SPD bis Rechts-CSU, der massive Krieg gegen Inländer. Maßgeblich Schröder hat dafür gesorgt, daß der SPD das soziale Rückgrat und das demokratische Skelett im Schnelldurchgang entfernt wurde und von der einst stolzen Partei nur noch ein wabbelnder Fleischhaufen übriggeblieben ist, der nicht mehr aufrecht stehen kann und seine Richtung nicht mehr findet.

Und genau das ist der Grund, warum ich Schröder nebst Schwestern und Brüdern im Geiste und Tun nicht leiden kann. Weil sie einen allumfassenden Krieg gegen Inländer führen.

* Nur ganz nebenbei. Viele solcher Untersuchungen sind mit Körperverletzung verbunden. Das geht bei Blutabnahme los, führt über das Abfingern der Prostata bis hin zur Darm- oder Magenspiegelung. Diese beknackten Idioten in der CDU/CSU sind sich wahrscheinlich nicht mal im Klaren darüber, daß sie per Gesetz den Bürger zwingen wollen, einer Körperverletzung aus ökonmischen Zwängen heraus zuzustimmen, ökonomische Zwänge die nicht mal erwiesen sind.
[/edit]

frauenfeindlich

SPIEGEL ONLINE - 15. Oktober 2006, 15:13
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,druck-442683,00.html
Denkzettel
ARD-Naturwunder-Show zur frauenfeindlichsten Sendung gewählt

München - Die Wissenschaftssendung "Die große Show der Naturwunder" mit Frank Elstner und Ranga Yogeshwar, die am 4. Mai zur Hauptsendezeit ausgestrahlt wurde, habe sich die "Saure Gurke" damit verdient, dass sie leicht bekleidete Frauenkörper als Forschungsobjekt dargestellt habe. "Die Zuschauerin registriert beglückt, was sich an Frauenkörpern alles erklären lässt - wenn sie spärlich bekleidet sind oder in der Badewanne sitzen", heißt es spöttisch in der Begründung der Jury, "die Kälteunempfindlichkeit des Eisbären ebenso wie die besonderen Selbstreinigungskräfte des Lotusblattes".

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Die frauenfeindlichsten Sendungen in der ARD sind und bleiben Tagesschau und Tagesthemen. Was da an frauenfeindlichen Botschaften rübergebracht wird, ist von keiner anderen Sendung zu überbieten.
Davon abgesehen, sind spärlich bekleidete Frauenkörper nunmal eine Augenweide. Mit und ohne Erklärung. Meistens. Also ziemlich oft jedenfalls.



Passend zur Thematik stimmt übrigens BamS an diesem arschkalten Tag bereits auf den nächsten Frühling ein, ohne sich um saure Gurkenzeiten zu kümmern.



Allerdings. Frau Emma, spärlich bekleidet, das könnte durchaus frauenfeindlich sein.

14. Oktober 2006

Pisatest


Da wird also justamente Pisa getestet. Also die anderen Nationen.

Die deutsche Blödheit in bildungsbürgerlicher Hinsicht bekomme ich ja nun täglich frei Haus via Tageszeitung, TV, Radio und Internet serviert, so daß ich fast glaube, die Deutschen sind so bekloppt, wie sie sich darstellen.
Die braucht man also nicht mehr testen. Soweit, so korrekt.

Warum sich die ARD allerdings nicht ent- oder verblödet, unseren europäischen Nachbarn die Schuld in die Schuhe zu schieben, das verstehe wer will.

Statt zu testen, wäre es vielleicht angebracht, etwas zu tun. Hierzulande. Und nicht die unbescholtene Nachbarschaft weit hinten in der dänischen Pampa oder fanzösischen Steppe auszuhorchen.

13. Oktober 2006

Unwort des Jahres

Auch in diesem Jahr müht sich ein Verein redlich ab, das Wort zu finden, das im deutschen als Unwort bezeichnet wird. Wobei alleine schon der Titel Unwort zu einer umfassenden historisch-philosophisch-kulturellen Replik reizen könnte.

Für mich ist das ganz klar Haßprediger, denn kein anderes Wort charakterisiert deutsche Politiker in ihrem mundwerklichen Tun besser als dieses, deren Schrifttum eingeschlossen.

In unmittelbarer Verwandtschaft zu diesem Wort stehen dann u.a. reglementieren, kürzen, androhen, sanktionieren, einschränken, bestrafen, überwachen, vorsorglich (nicht zu verwechseln mit fürsorglich) und weitere Wortschöpfungen ähnlichen Bedeutungsgehaltes.

Wer dies zu seinem Lieblingsvokabular im Umgang mit Menschen erhebt und das dann auch noch praktiziert, der ist nunmal nichts anderes als ein Haßprediger.

Kann sein, ich hab mich in der Deutungsanalyse vertan, und es handelt sich gar um das Wort des Jahres?

Und weil wir schon bei Wort oder Unwort des Jahres sind, impliziert dies auch gleich die Frage, ob derart gepflegte Gammelsprache möglicherweise Gammelfleisch entfleuchte?

Oder wie sonst ist dieser lustige Satz zu verstehen? "Der Vatikan hat eine korrigierte Version der umstrittenen Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. veröffentlicht."
Ich denk das war 'ne Vorlesung? Und umstritten war sie eigentlich auch nicht, sondern sehr eindeutig.

Asozialminister

Ein kleiner Streifzug durch news-Seiten zeitigt u.a. folgende Ergebnisse bezüglich der Person eines Herrn M.:

Joblose sollen gratis arbeiten

Zubrot beim ALG wird beschnitten

Mit Stütze und Minijob in der Nische eingerichtet

Arbeitslose sollen mehr behalten

usw. usf.

Ganz klar läßt sich nur eines sagen. Wer sich so wie dieser Herr M. verhält, der darf auch sein Maul nicht aufreißen, wenn es um die Bewertung der Ergebnisse von Wahlen geht. Denn das praktizierte Handeln dieses Herrn sorgt für ebensolche beklagten Ergebnisse.

Ganz deutlich gesagt: Eine derartige Ansammlung von Menschenfeinden und -hassern hat es hierzulande lange nicht in höchster Regierungsverantwortung gegeben. Asozial undemokratisch, das sind die Duftmarken, die gesetzt werden. Und dann darf man sich eben nicht wundern, wenn das braune Gesocks von diesem Duft angelockt wird.

Rechts ist, was sozialen Unfrieden stiftet. Aus dieser Sicht ist dieser Asozialminister auch nur ein(e) N in Nadelstreifen. Was am rechten Rand der Gesellschaft passiert, das sah man bei den kürzlichen Wahlen. Markiert und gedüngt haben diesen Rand Herr M. und Gleichgesinnte.

12. Oktober 2006

Thrillerplot

Man muß ja nicht gleich den Präsidenten der USA ermorden. (Viele könnten auf eine schlechte Idee kommen...)
Quelle: http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=23737&mode=print

Ich selbst bin zu faul, zu träge, zu müde oder was weiß ich, um einen richtigen Thriller zu verfertigen. Meine Schreibwut reicht gerade mal für eine DIN-A4-Seite. Würde es also derer 365 Tage oder 450 oder 570 benötigen, um ein solches Buch anzufertigen. Dazu kommen noch die Recherchen. Häßlich und mühevoll ein solches Unterfangen.

Aber warum weder Hollywood noch die führenden Fließband­thriller­produ­zenten aus den USA einen solchen Plot entwickelt haben, wie er gestern in New York passierte, das gibt mir dann doch Rätsel auf. Vielleicht ist das Leben irdischer als man denkt, oder wie kann es eigentlich sein, daß solche Plastik­flieger mitten durch die Hochhausschluchten Manhattens düsen dürfen?

Das ganze Antiterrorgelaber wurde mit einem Schlag ad absurdum geführt.

Aber nun zum Plot.

Benötigt werden, nein keine Boeings, benötigt werden ein Haufen wendiger Kleinstflugzeuge und ein Haufen Irrer, die diese steuern können.
Nun wird ein Hochhaus nach dem anderen in Manhatten anvisiert. Die materiellen Schäden, die das anrichtet, konnte man ja sehen.

In New York beginnen die ersten Millionäre aus ihren überteuerten Eigentumswohnungen auszuziehen, denn in den Hochhäusern ist man nicht mehr sicher. Immobilienspekulanten machen Pleite, Manhatten wird langsam entvölkert.

Und jetzt kommt es dicke. Denn die armen Millionäre haben keine Fluchtmöglichkeit. Egal wohin sie wollen, die wendigen Plastikflieger waren schon da. In Chicago, L.A., San Franzisko, überall krachen im Monatstakt Sportflugzeuge in Hochhäuser und stürzen das Amerika der Bushs in ein nicht enden wollendes Trauma.

Da werden am Fließband Erdebeben-, Vulkanausbruch-, Tsunami-, Atomkriegs- und andere Massenschocker gedreht und unter das Filmvolk geschleudert, auf daß es sich wohlig gruselt, aber das Thema einfach auf der Straße aufsammeln und zu einem fertigen Produkt machen, die Idee geht den Produzenten in Hollywood möglicherweise doch zu weit. Pech gehabt, denn hier steht sie nun zum weiterschreiben.

Mir ist das zu anstrengend, deswegen hör ich auch schon wieder auf.

11. Oktober 2006

Fabulierperlen

SPIEGEL ONLINE - 10. Oktober 2006, 20:38
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-441816,00.html

Merkel macht Putin Druck

Von Severin Weiland, Dresden

Beim "Petersburger Dialog" war die ermordete Reporterin das zentrale Thema.

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Ich habe mir gerade bildich vorgestellt, wie die Merkel Putin Druck macht. Der kann jetzt bestimmt eine ganze Woche lang nicht schlafen. Und zentrales Thema war es auch nur im Wunschdenken von Severin.
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http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=784&item=445715

«Richter erschweren Terrorbekämpfung»

11. Okt 07:09
Der niedersächsische Innenminister

Netzeitung: Welche Maßnahmen neben mehr Personal sind notwenig, um das Internet strenger zu kontrollieren?

Schünemann: Für mich ist wichtig, dass wir eine Anpassung im Strafgesetzbuch vornehmen. Das Herunterladen von Hassbotschaften aus dem Internet sollte ein eigener Straftatbestand werden. Es ist notwendig, dass nicht nur die Verbreitung bestraft wird, sondern auch diejenigen, die sich solche Inhalte aus dem Netz ziehen.
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Wer Lust hat, kann sich ja das ganze Interview reinziehen, der Blödsinn geht bei der Überschrift los (Richter können die Terrorbekämpfung überhaupt nicht behidern, aber das nur nebenbei) und hört beim letzten Satz auf: "Deswegen halte ich es für sinnvoll, dass wir in Niedersachsen seit Jahren schon verdachtsunabhängige Kontrollen vor Moscheen durchführen."

Die eigentliche Gefahr für "Freiheit" und "Demokratie" geht von solchen Blödianen aus, die Ministerämter bekleiden dürfen und die Denke eines Kleinkindes haben, das in den moralischen Kategorien von Grimms Märchen erschöpfende Welterkenntnis findet.
Das eigentliche Problem besteht darin, daß solche Dumpfdenker das Sagen haben und bestimmen dürfen, wo es lang geht.

Wieso dürfen eigentlich hochrangige Politiker in Deutschland in aller Öffentlichkeit ständig ihr Grundschulniveau pflegen?