8. November 2006

Rechtsmitte

SPIEGEL ONLINE - 08. November 2006, 12:36
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-446805,00.html
RECHTSEXTREMISMUS
In der Mitte angekommen

Von Philipp Wittrock

Rechtsextremismus ein Randphänomen? Mitnichten. Einer Studie zufolge finden sich rechtsradikale Einstellungen quer durch alle Bevölkerungsschichten, Bundesländer und Generationen. Der "Einstiegsdroge" Ausländerfeindlichkeit ist bereits mehr als ein Viertel aller Deutschen verfallen.

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Ach so? Bisher waren von SPON die Nazis doch immer in den ostdeutschen Randbezirken (Marzahn, Köpenick und Pirna) lokalisiert worden. Auf einmal tauchen sie mitten unter uns allen auf, in der Straßenbahn, in der Kaufhalle, beim Joggen usw.

Mal sehen, ob SPON diese publizistische Linie durchhält.

Ich wage ja gar nicht zu fragen, ob die im Artikel genannten 25% auch auf die Redaktion oder z.B. den Bundestag zutreffen.

Stromausfall 2

SPIEGEL ONLINE - 08. November 2006, 08:03
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,druck-447113,00.html

Experte befürchtet weitere Stromausfälle

Der Stromausfall vom Wochenende ist nach Überzeugung des Spannungstechnikers Armin Schnettler nur das Indiz für eine chronische Überbelastung des gesamten Netzes. Europas Stromkunden könnten künftig öfter als bisher ohne Elektrizität bleiben.

5. November 2006

Stromausfall

Da hamse mal eine Leitung für 'nen Dampfer dichtgemacht und dann sitzt halb Europa im Dunkeln.
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Zur Erinnerung:

http://www.3sat.de/nano/astuecke/14752/index.html

Den Verbraucher im Regen stehen lassen - in Deutschland und den anderen EU-Staaten kann das nicht passieren. Hier gibt es überreiche Auswahl: Wasser oder Wind, Atom oder Kohle, gelb oder grün. Zehn bis 15 Prozent Überkapazität selbst in den Spitzenzeiten - davon kann Kalifornien derzeit nur träumen. Und wenn Not am Markt ist, stehen außerdem noch Reservekraftwerke im Stand-by-Betrieb. Die Liberalisierung des Strommarkts vor knapp drei Jahren hat den Wettbewerb angekurbelt.
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http://www.energie-fakten.de/html/stromausfall.html

Besorgte Bürger fragen deshalb, ob denn auch in Deutschland solche Blackouts passieren könnten.

Die Voraussetzungen dafür, dass bei uns so etwas nicht passiert sind relativ günstig. Unsere Netze sind grundsätzlich vermascht, das heiß, dass der Strom von zwei Seiten her zu einem Verbrauchsschwerpunkt fließen kann. Fällt eine Leitung aus, so fließt er eben über die andere herbei. Es sind ausreichend Reserven sowohl in den Netzen als auch in den Kraftwerken vorhanden. Die Kraftwerke stehen in der Nähe der Verbrauchsschwerpunkte so daß der Strom nicht über weite Entfernungen transportiert werden muss; das ist günstig für die Versorgungssicherheit.

Trotzdem ist auch bei uns bei einem Zusammentreffen von mehreren unglücklichen Umständen ein großflächiger Stromausfall möglich, jedoch sehr unwahrscheinlich. So hat es zum Beispiel in den letzten 30 Jahren in (West-) Deutschland keinen großflächigen Blackout mehr gegeben.
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http://www.winfuture.de/news,10422.html
Freitag, 15. August 2003

Stromausfall wie in USA in BRD nicht zu befürchten
von maltiBRD für WinFuture.de

Ein Stromausfall wie in den USA und Kanada ist nach Einschätzung von Experten in Deutschland nicht zu befürchten. Zum einen sei nicht zu erwarten, dass in Deutschland mehr Strom verbraucht als erzeugt werde, sagte der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe "erhebliche Reserven bei der Erzeugungskapazität". Aber auch ein möglicher Kraftwerksausfall durch Blitzeinschlag oder eine sonstige Panne würde nach Angaben des Leiters des Energie Instituts an der Universität Bremen, Wolfgang Pfaffenberger, in Deutschland sofort ausgeglichen. Das Problem in den USA sei offenbar, dass es nicht genug Stromleitungen gebe. In Deutschland seien die Netze aber eher überdimensioniert, sagte er AFP.
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http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=15527&mode=print

Blackout in Großbritannien

Twister (Bettina Jodda) 30.08.2003

Erst vor zwei Wochen hatte eine Sprecherin des Stromversorgungsunternehmens National Grid den Stromausfall in den USA mit den Worten kommentiert, ein solches Vorkommnis sei in Großbritannien höchst unwahrscheinlich...

usw. usf.
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Ergänzende Informationen

Kommt bald die Apokalypse? - Die großen Blackouts der letzten Zeit decken die Achillesferse der Informationsgesellschaft auf
http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=15745&mode=print

Wenn es Nacht wird - Stromausfall: Betriebskosten der Zivilisation oder Terrorismus?
http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=15754&mode=print

Nie wieder Stromausfälle
http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=15748&mode=print

4. November 2006

Ox oder Ux

Als da sind vor kurzem erschienen: Fedora Core 6 (Linuxdistribution ausschließlich auf opensource-Basis) und Ubuntu 6.10 in verschiedenen Derivaten.

Hab ich also wieder mal den Versuch unternommen, einen Ersatz für mein anderes Fenstermanagement zu finden.

Die heikelste Angelegenheit habe beide gut bewältigt, die Installation bei Beibehaltung der Partitionierung und der auf den Partitionen befindlichen Daten. Auch das Anlegen der Linuxpartition ging diesmal ohne Murren vonstatten. Bei meinem letzten Test sind dreimal die Daten abgeraucht. Sie waren allerdings mit testdisk wieder rekonstruierbar. Für den extremen Notfall hatte ich damals wie jetzt alles extern gesichert.

Fedora installierte den Gnome-Desktop und ansonsten nur spartanische Anwendungen für den ersten Gebrauch. Das war mir nichts.

Also Ubuntu rauf. Auch Gnome und ein bißchen Klickersoftware. Vorrangig für Internet glotzen und Brief an Omma schreiben. Sah ich was im Internet, wollte es ausdrucken. Ende.
Drucker druckt nicht. Andere Fenstersoftware. Drucker druckt. Zurück zu den Pinguinen. Drucker will immer noch nicht.

Hab ich mir noch ein zweites Problem gesucht. Packetwriting auf DVD-RAM bzw. DVD+RW. Hatte ich nach ca. 2 Stunden am laufen. Geht, aber anderes Fenstersystem kann die Scheiben nicht lesen.

Dann wollte ich eine Empehdrei abspielen, sagt mir Herr Linux: geht nicht, soll was installieren.
Aber was ich installieren soll und wie, das hat er mir nicht gesagt. Hier war die Hilfe genauso auskunftsfreudig wie bei Windows. Der Wissende schweigt höflich. Er weiß ja wie es geht.

Um ein funktionsfähiges Alternativsystem mein eigen zu nennen, wäre noch etliches an Arbeit zu reinzustecken, die die Linuxmaintainer nicht vollbracht haben.

Also Kubuntu besorgt, der KDE kann dann wohl doch etwas mehr. Dachte ich. "Installscript crashed, please inform the team". Oder so ähnlich.
Hab ich es wieder in die Ecke gehauen. Dritter Versuch, aber diesmal die Xubuntu-alternate-CD für die Installation genutzt. XFCE als Desktop soll wohl der sparsamste sein.

Drucker druckt auf Anhieb und komischerweise geht auch Packetwriting auf Anhieb, wobei ich nicht sagen kann ob absichtlich oder zufällig.
Ich habe nur eine Stunde gebraucht, um das Schreiben auf DVD auch für einen eingeschränkten Nutzer zu ermöglichen. Da stimmt etliches an Zugriffsrechten im System nicht.
(Davon abgesehen ist der von mir angelegte Nutzer Administrator im System, hier ist also Linux auch nicht besser als Windows. Höchstens in der konsequenteren Umsetzung der Mehrfachbestätigung von administrativen Aufgaben.)

Sicherheitshalber habe ich noch einmal recherchiert, wie das mit dem Packetwriting eigentlich zu sein hat und nötiger- oder unnötigerweise die Software nachinstalliert.

Dann hab ich mich der Empehdreigeschichte unter Xubuntu noch einmal angenommen. Nach etlicher Stocherei im Heuhaufen von Kugel hab ich was gefunden. Die Dinger spielen jetzt.

Hab ich als nächstes versucht, ein shell-script zu verfertigen, das mir genau das macht, was es mir auch in Windows macht, nämlich in einem Rutsch etliche Dateien konvertieren. Daran hab ich zwei Stunden gesessen. Nun geht das auch.

Nach etlichen Stunden rumluxen gehen gerade mal drei Dinge: Internet glotzen und Drucken, Brief an Omma schreiben und Empehdrei hören bzw. konvertieren, um sie auf DVD-RW zu kopieren, die unter Windows nicht lesbar sind.

Das ist egentlich ein bißchen dünn. Scanner, Farbdrucker, Digitalkamera, ISDN-Karte oder Fernsehen sind noch gar nicht aufgelistet, ganz zu schweigen von etlichen Dingen, die ich mit einem PC zu bewerkstelligen gedenke.

Die von mir installierten Uxe kranken durchweg an einem grundlegendem Symptom: Die Linuxgemeinde hat schlichtweg immer noch nicht verstanden, daß es mein PC, meine Festplatten, meine Daten und meine Arbeit ist, die 50 cm vor meinen Glubschen platziert sind.
Ich habe keine Lust, mir irgendwelche kryptischen man-Pages durchzulesen, welche akrobatischen Veränderungen in welchen Dateien nötig sind, damit ich meine Daten lesen, verändern und schreiben kann.

Ich kann es noch viel drastischer ausdrücken. Solange in einer Linuxinstallation auf dem heimischen Privat-PC der VI oder VIM installiert wird, genau solange haben die Linuxer nicht begriffen, was ein heimischer Privat-PC ist und soll.

Die von mir getesteten Installationen des Jahres 2006 haben für einen Privat-PC einen außerordentlich schlechten Anwenderindex. Die Ursache besteht darin, daß die Linuxentwickler keine Philosophie haben, was ein privater PC-Nutzer ist und was er eigentlich machen können soll will. Die Software ist aller Wahrscheinlichkeit nach für alle Belange vorhanden. Es mangelt aber an der nötigen Sorgfalt bei der Zusammenstellung eines dementsprechenden Installationssystems.

Oder: Wer mehr als Internet glotzen und Brief an Omma schreiben will, der muß eine Menge Freizeit investieren, um ein Ux seiner Wahl zu bekommen und etliche wenig hilfreiche Seiten lesen, um die Nadeln im Heuhaufen zu finden. Oder er bleibt bei dem was er hat. Das ist einem aktuellen Ux um ca. 5 bis 10 Jahre in der Benutzerfreundlichkeit voraus. Bill braucht sich also nicht ängstigen. Linux stellt keine Gefahr für sein Firmenimperium dar.

Und die Antwort der Uxe kenn ich schon: Der Ox sitzt vor dem Ux.

Geld darf nicht

SPIEGEL ONLINE - 04. November 2006, 14:43
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,druck-446465,00.html
MÜNTEFERINGS GENERALANKLAGE
"Geld darf nicht die Welt bestimmen"


Genau. Deswegen ist er schon vor Tagen vehement dafür eingetreten.

SPIEGEL ONLINE - 01. November 2006, 14:29
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-445895,00.html
ARBEITSLOSENGELD-PLÄNE
Müntefering kanzelt Rüttgers ab

...Der SPD-Politiker lässt den neuen CDU-Sozialvorkämpfer mit seinem Plan auflaufen, Älteren länger Arbeitslosengeld I zu zahlen. Er hält davon "wenig bis nichts".

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Davon abgesehen, Geld regiert die Welt nicht. Genausowenig wie das Ozonloch oder der Klimawandel Schuld tragen.

Geld kann nicht, ist nichts tut nichts. Geld lungert einfach nur so rum, in der Geldbörse oder virtuell auf einem Konto. Mehr macht Geld nicht. Zuweilen zerbröselt es in den Fingern der Leute, aber das kennt wohl dann doch jeder mehr oder weniger.

Und nicht zu vergessen: Geld stinkt nicht mal.

3. November 2006

Praktikantenjournalismus

Daß die Inernetseite SPON Journalismus auf tiefstmöglichem Praktikantenniveau betreibt, das ist ein Allgemeinplatz, der hier nicht weiter aufgedröselt werden soll.


Bildschirmfoto von heute 22:20 Uhr

So sollte man es eigentlich nicht machen. Aber sowas kommt, wenn eine Seite auf Automatik denn readaktioneller Einsicht baut.

Daß es noch tiefer geht, hab ich nur per Zufall entdeckt, weil ich für gewöhnlich ausschlielich die Schlagzeilenseite lese.



Verbleibt mir nur zu wünschen übrig, daß die Ankündigung auch eingehalten wird. Je begrenzter dieser Zeitraum desto besser.

Ansichtssache


Helmut Schmidt-Journalistenpreis 2006: Bronzebüste des Altbundeskanzlers vorgestellt
03.11.2006 - 13:00 Uhr

Hamburg (ots) -

Verbrauchernah und kritisch sind sie, die Gewinnerbeiträge des diesjährigen Helmut Schmidt-Journalistenpreises...

Auch in diesem Jahr war der frühere Bundeskanzler und Namenspatron Helmut Schmidt bei der Verleihung anwesend. Der frühere Politiker traf erstmalig auf sein bronzenes Ebenbild, eine im Auftrag der ING-DiBa angefertigte Büste. Die Porträtplastik wurde von Bildhauer Rainer Fetting aus Berlin geschaffen. Zu den bekanntesten Arbeiten des Künstlers gehört die imposante Willy-Brandt-Skulptur, die seit 1997 in der Berliner SPD-Zentrale aufgestellt ist.


Also, die sieht genauso kacke aus, wie dieser Unglücksrabe Willy Brandt. (Der kann sich ja nicht mehr wehren.)
Tja, eine Bank müßte man sein. Dann kann sogar Metallschrott als Kunst verkauft werden.

wen interessiert das?

SPIEGEL ONLINE - 03. November 2006, 19:35
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,druck-446261,00.html
SELBSTVERBRENNUNG EINES PFARRERS
Das Fanal, das keiner versteht

Von Sonja Pohlmann, Erfurt

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Hey Sonja, das interessiert kein Schwein. Ist nur einer von tausenden jährlich.

Atombombenbastelei

SPIEGEL ONLINE - 03. November 2006, 14:49
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,druck-446336,00.html
RISKANTE PANNE
US-Regierung veröffentlichte versehentlich Atombomben-Baupläne

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Das ist ja sowas von bedauerlich. Ich habe mich in den letzten Monaten mit vollkommen anderen Dingen beschäftigt und meine Atombombenbauplanungen darüber ganz vergessen. Und nun veröffentlichen die das und ich kriege es nicht mit.

unfaßbar



Ach so? Das ist ja genial.

1. November 2006

Mythos Gurkenmaske

Eigentlich wollte ich heute anfangen und das Buch "Mythos Gurkenmaske" schreiben. Außer dem Titel fällt mir allerdings nicht mehr allzuviel ein, zumal eine Kugelsuche gerade mal 85 Sinnzusammenhänge auflistet. Etwas dürftig für eine umfassende Recherche. Auf Jahuhu liegt die Ergiebigkeit bei 56 Treffern. Und im Amazonas gibt es das Buch (noch) nicht zu kaufen.

Die große Informationslücke ist also vorhanden. Oder wie T.V. Smith meint: misinformation overload.

Auf 375 Seiten, reich bebildert, wollte ich der Menschheit die Gurkenschalen aus dem Gesicht reißen und ihr wahres Antlitz präsentieren. Vorab sollte ein ausführliches Spiegel-Interview erfolgen. Für BILD hatte ich eine tägliche Ratschlagserie in Vorbereitung, die den Menschen hilft, besser mit meinen Enthüllungen klarzukommen.

Und in den Talkshows Blablub bis Blabla wäre ich natürlich auch präsent gewesen. Die Gurkenmaske historisch, auf Arte eher ins Kulturelle wechselnd, bei Jauch eher mit spektakulären Fehlkosntruktionen und Reporter decken auf hätte mit mir den Mißbrauch von Gurkenmasken durch hochbezahlte Heiler durchgenommen.

Schade, daß mir nichts weiter zum Thema einfällt, zumal bei dieser komplexen und schwierigen Thematik copyundpaste aus dem Internet wegen Informationsdürftigkeit versagt.

Stasi - die millionste

SPIEGEL ONLINE - 01. November 2006, 10:58
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-445858,00.html
STASI-UNTERLAGENGESETZ
Es darf keinen Schlussstrich geben"

Der Vorsitzende des federführenden Kulturausschusses des Bundestages, Hans-Joachim Otto (FDP)...: "Ich kann nur davon abraten, jetzt unter enormem Zeitdruck ein völlig neues Gesetz zu verabschieden, dessen Folgen nicht absehbar sind. So ein Vorgehen wäre meines Erachtens unverantwortlich."

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Es darf selbstverständlich einen Schlußstrich geben.

Und Herrn Otto sei gesagt, daß genau das, was er anmosert, das Tagesgeschäft des Gesetzgebers, also auch seines, ausmacht. So, und nur so, werden hierzulande Gesetze gemacht.

Spaßige Nebenerkenntis. Der Kulturausschuß ist federführend in diesem Gesetzgebungsverfahren. Mit Kultur hatte die gesamte Stasidebatte der letzten 16 Jahre allerdings nur in einem Falle zu tun. Das war die Veröffentlichung der Geheimnisse der russischen Küche durch Markus Wolf.

Biermann

http://www.taz.de/pt/2006/10/31/a0200.1/textdruck
taz Berlin lokal Nr. 8113 vom 31.10.2006, Seite 22, 29 Agentur

Biermann soll Ehre bekommen

Der Liedermacher Wolf Biermann sollte nach Ansicht des CDU-Politikers Uwe Lehmann- Brauns Berliner Ehrenbürger werden. "Das hat er wirklich verdient, er ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Berliner Nachkriegsgeschichte und Berlin gehört seine Liebe", sagte der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses gestern. "Viele Menschen, aus allen politischen Lagern, wünschten sich, dass Biermann Ehrenbürger der Stadt würde." Auch Spitzenpolitiker der rot-roten Koalition unterstützen den Vorschlag. So auch Harald Wolf (Linkspartei): "Biermann hat Verdienste in seinem Eintreten für Demokratie und Menschenrechte. Ich kann mir eine Unterstützung vorstellen."

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Wieviel Unfug steht eigentlich in dieser dürren Agenturmeldung drin?

Biermann eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Berliner Nachkriegsgeschichte?
Daß ich nicht lache.

Berlin gehört seine Liebe?
Ich lach ja schon wieder.

Viele Menschen aus allen politischen Lagern wünschen sich das?
Nun prustet die Lachsalve nur so aus mir raus.

Welche Verdienste sollen das denn sein, die sich Biermann in den Fächern Demokratie und Menschenwürde erworben hat?
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Biermann als Künstler zu bezeichnen halte ich für gewagt. Lebensküsntler, das würde ich durchgehen lassen. Seine Kunst bestand schlichtweg darin, etliche Leute zum Narren zu halten und an der Nase herumzuführen. Zuerst im Osten, und als da einige merkten, daß so ein Nasenring auch fürchterlich weh tun kann, wenn heftigst dran gezottelt wird, damit die gewünschte Richtung eingeschlagen werde, als die das merkten, jagten sie ihn davon. Und in seiner neuen Wohngegend machte er so weiter, wie er es gelernt hatte. Sich durchs leben künsteln. Und es hat geklappt.

Von einem, der sich als Künstler bezeichnet, erwarte ich, daß er diesen Beruf auch ausübt. Davon war bei B in den letzten drei Jahrzehnten nichts zu merken.

Ich hatte die Ehre, gestern Abend T.V. Smith livehaftig im Berliner Knaak-Klub zu erleben. Was dieser fünzigjährige Alt-Punker auf die Bretter geknallt hat war schlichtweg genial.* Das ganze für Brutto 11 Euro. Aus meiner Sicht hat T.V. damit weitaus mehr für diese Stadt und mich getan, als B.

* Ich kann es auch ruhigen Gewissens als Weltklasse bezeichnen. Es gibt nur wenige Solisten mit zugekaufter Begleitband (u.a. Vom Richie von den Toten Hosen am Schlagzeug), die ein dermaßenes Feuerwerk abfeiern können.

30. Oktober 2006

Duschpartner gesucht

25.10.2006 - 17:03 Uhr

München (ots) -

In über 200 Fitnessstudios in ganz Deutschland zeigt eine Flirtaktion von FriendScout24 Erfolge

Noch bis 5. November lädt FriendScout24 duschende Sportler in über 200 Fitnessstudios zum Flirten ein. Lebensgroße Folien in den Duschen und Plakate in den Spinden motivieren Singles zur Partnersuche im Internet.




Also wenn es zum Anfassen ist, dann gehts auch etwas näher zur Sache.



Einige Fragen zu der Aktion habe ich schon.
Ich bin badender Sportler, der nicht in Fitneßstudios geht und kaum flirtet. Partnersuche im Internet mach ich auch nicht. Und wenn ich mal dusche, dann oute ich mich hier und jetzt als bekennender Warmduscher. Kneipp kann mir gestohlen bleiben.

Darf ich dann trotzdem daran teilnehmen oder beherzige ich den Rat, den ich in der Kugelbildersuche gefunden habe. 35% ist im Gegensatz zu einem Terroranschlag ein verdammt hohes Risiko.

http://www.egge.net/~savory/duschen.jpg

27. Oktober 2006

große Gefahr

SPIEGEL ONLINE - 26. Oktober 2006, 20:30
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-444973,00.html

Terrorismus ist größte Gefahr für Europa

Die größte Bedrohung für alle europäischen Staaten stelle der Terrorismus dar, sagte der gastgebende britische Innenminister John Reid.

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Yes Sir. Btw. what do you think about:

Rede von Bundesaußenminister Fischer vor dem Deutschen Bundestag am 15.11.2002

"Der internationale Terrorismus ist die größte Gefahr für unsere Sicherheit."


or

Studie: Menschliches Versagen ist größte Gefahr für Unternehmensdaten

or this TV-documentation

Die Angst-Industrie

Warum wir Risiken maßlos überschätzen


or this article:

Die Angst-Industrie
Wie selbsternannte Menschheitsretter das Geschäft mit der Angst zu einem globalen Wirtschaftsfaktor machen

Von Dirk Maxeiner

"Eine riesige Kaste von Therapeuten, Gutachtern, Politikern, Medienschaffenden und Sozialpädagogen widmet sich begeistert den wachsenden Ängsten der Bevölkerung. Sie verfolgen dabei alle möglichen Interessen, nur nicht die Überwindung der Angst, denn das wäre schlecht fürs Geschäft."

Yes Sir. Keep on talking such shit.

26. Oktober 2006

Heldensagen

Skandalsprache



Für die ARD ist es ein Skandal um Fotos, wie der 17-Uhr-Internetausgabe zu entnehmen ist.

SPIEGEL ONLINE - 26. Oktober 2006, 15:25
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-444818,00.html
TOTENSCHÄNDUNG
Schock-Bilder empören Bundestag
Von Severin Weiland


Für SPON sind es Schockbilder, die den Bundestag empören. Das meint jedenfalls Severin.

SPIEGEL ONLINE - 26. Oktober 2006, 16:51
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-444935,00.html
TOTENSCHÄNDUNG IN AFGHANISTAN
Weitere Skandalfotos aufgetaucht


Ich verstehe. Der Skandal sind die Fotos.

Das ist ein Skandal.

Der eigentliche Skandal ist das Verhalten deutscher Soldaten in fremden Ländern, wo sie per se nichts zu suchen haben. Das sei angemerkt. Die Fotos sind pillepalle.

25. Oktober 2006

Schuldfrage

Gestern lese ich auf SPON eine Widergabe Schröderscher Geistesanstrengungen:
Eine Ursache für die Verschlechterung der sozialen Situation vieler Menschen sei vielmehr die Globalisierung. Schröder sagte, um dem entgegenzuwirken, müsse man einerseits "mehr Bildung zur Verfügung stellen", die man andererseits aber auch nutzen müsse.

Wo kann ich denn eigentlich Herrn oder Frau Globalisierung erreichen? Ich möchte dieser Person mal heftigst die Meinung geigen, wenn die an meiner sozialen Situation Schuld ist.
Und wo wird mir dieses Stück "mehr Bildung" zur Verfügung gestellt, damit es mir besser geht?
Das würde mich auch brennend interessieren. Ich habe Abitur, einen Hochschul- und einen akademischen Bildungsabschluß. Bis gestern wußte ich nicht, daß das zu wenig ist und eine der Ursachen für meine Schlechtigkeit.

Heute wurde mir dann via Internetzeitung ein weiteres Schuldenreservoir der Globalisierung aufgezeigt, von dem ich ebenfalls überrascht war und das den heldenhaft kämpfenden deutschen Soldaten gewidmet ist. Unmissverständlich wird auf den 133... Seiten klargestellt, dass es keine geografischen Grenzen für Einsätze mehr gibt. Schuld daran sei die Globalisierung.

Sind wir also bei der Schuldfrage allgemein. Die formuliert sich auch so:

SPIEGEL ONLINE - 25. Oktober 2006, 10:02
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-444572,00.html
AFGHANISTAN
Nato tötet viele Taliban-Kämpfer


Wieder ein nicht greifbares Etwas, das Schuld ist. Wie die fehlerhafte Landkarte.

Nach all dieser Schuldhaberei habe ich heute bei herrlichen Sommerwetter und viel Sonnenschein eine Fahrradtour geausflugt. Die Schuld an diesem Sommertag trägt bestimmt das Ozonloch. Hat zwar niemand so behauptet, denk ich mir aber einfach mal so.

Die Schuldfrage ließe sich, sofern man Mut hat, auch anders beantworten: Richter Lake wies den Antrag der Verteidigung unter anderem mit den Worten zurück, Skilling habe durch sein Verhalten "hunderte wenn nicht sogar tausende Menschen zu lebenslanger Armut verurteilt".

Ergo: Schuld war nur der Bossanova.

alte Kamellen

SPIEGEL ONLINE - 25. Oktober 2006, 17:23
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-444715,00.html
NEUE DETAILS
Kofferbomber wollten möglichst viele Menschen töten

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Unfug. Das sind weder Details. Und schon gar keine neuen. Das haben "Kofferbomber" nunmal vor. Schon immer und ewig. Der literarische Mist auf SPON geht also in die Verlängerung.

24. Oktober 2006

Alkohol macht kleine Puller



Wie beim Rauchverbot, so sollten sich die EU-Beamten auch für diesen Fall kuhle Sprüche ausdenken.

Alkohol macht ihren Puller kleiner. Oder: Alkohol vermindert die Beweglichkeit der Spermien. (Wenn das Frauen auf den Flaschen lesen, die lachen sich eins.)

Wobei, ich hab in der Woche an die 30 Angebote für spottbilliges Viagra. Da hilft ein Spruch wahrscheinlich nicht.

Unabhängig davon, ich hab das schon immer gesagt.

Die Deppen in Brüssel sind ganz schön schnarchlangsam in ihrer Denke.

aufschlußreicher Nachtrag:

SPIEGEL ONLINE - 24. Oktober 2006, 18:02
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,druck-444506,00.html

EU will keine Warnhinweise auf Alkoholflaschen

Laut EU-Kommission sterben jedes Jahr 200.000 Menschen in Europa an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums. Warnhinweise auf Flaschen mit Alkohol will die EU aber nicht vorschreiben - die Getränke-Lobby hatte gegen scharfe Vorschriften protestiert.